Gerötetes Auge einer Frau in Nahansicht

Augenentzündung – Was steckt dahinter?

Schmerzen im Auge, Rötung und im schlimmsten Fall ein Verlust der Sehstärke – das und mehr können Augenentzündungen auslösen. Die Zahl der Erkrankten in Deutschland schwankt stark. In den letzten Jahren ging die Zahl der Erkrankungen zurück, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Aber welche Ursachen haben Augenentzündungen und wie kann man sich davor schützen?

Was ist eine Augenentzündung?

Die Augenentzündung ist ein Überbegriff für verschiedene Entzündungen rund um das Auge. Es können unterschiedliche Partien des Auges betroffen sein. Am häufigsten ist jedoch die Bindehautentzündung, der Fachbegriff lautet Konjunktivitis. Abgesehen davon gibt es die Hornhautentzündung, auch Keratitis genannt, oder auch die Uveitis. Diese kann mehrere Teile der Uvea betreffen, die Gefäßhaut. Diese setzt sich aus der Regenbogenhaut (Iris), dem Strahlenkörper und der Aderhaut zusammen. Bei der Konjunktivitis ist der Name Programm: Es handelt sich dabei um eine akute oder chronische Entzündung der Bindehaut (Konjunktiva), einer Schleimhautschicht, die sich im vorderen Bereich des Auges befindet. Normalerweise trägt sie zum Tränenfilm bei und befeuchtet das Auge. Eine besonders wichtige Aufgabe der Bindehaut ist der Schutz des Auges vor Krankheitserregern. Es gibt zwei Arten von Bindehautentzündungen: Die infektiöse Entzündung und die nicht infektiöse Bindehautentzündung.

Ursachen für eine Augenentzündung

Die infektiöse Bindehautentzündung wird durch Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst. Sie tritt generell häufiger auf als die nicht-infektiöse Erkrankung. Ursachen für eine nicht-infektiöse Konjunktivitis können etwa Fremdkörper sein, die ins Auge gelangen. Aber auch das Tragen von Kontaktlinsen, Tabakrauch, Medikamente, Staub oder Allergien können eine Augenentzündung auslösen. Allerdings ist es auch möglich, dass eine tiefer sitzende, schwere Krankheit die Bindehautentzündung verursacht hat. Darum ist es wichtig, dass der Arzt den Auslöser der Krankheit klärt. Die Therapie richtet sich dann nach dieser Ursache. Ähnlich ist es bei der Uveitis. Hier können zusätzlich auch Parasiten der Auslöser sein. Die Keratitis wiederum kann durch UV-Strahlung, Austrocknung oder Krankheitserreger bewirkt werden. Es ist jedoch ebenfalls möglich, dass eine nicht behandelte Bindehautentzündung auf die Hornhaut übergreift, also eine Entzündung die nächste auslöst. Wichtig: Die Bindehautentzündung ist ansteckend und kann übertragen werden.

Symptome einer Augenentzündung

Die Symptome der verschiedenen Augenentzündungen hängen von der Art der Entzündung ab. Viele davon überschneiden sich mit denen von trockenen Augen. Die wichtigsten und aussagekräftigsten Symptome sind:

  • Rötung
  • Juckreiz
  • Brennen
  • Fremdkörpergefühl
  • Tränen
  • Schwellungen

Bei der Keratitis sind zudem starke Schmerzen innerhalb des Auges ein mögliches Symptom. Aufgrund der Schmerzen kann es dann zu einem reflexartigen Zusammenkneifen des Auges kommen. Wässriger oder eitriger Sekretfluss können ebenso auftreten. Unter Umständen führt die Keratitis auch zu einer verringerten Sehstärke.

Die Uveitis wiederum kann beim Betroffenen eine Lichtempfindlichkeit auslösen. Auch hier sind Schmerzen ein typisches Symptom. Je nachdem, wie weit vorne in der Regenbogenhaut die Entzündung liegt, sind die Symptome unterschiedlich schwer.

Die Symptome der Bindehautentzündung richten sich ebenfalls nach der Art der Ursache. Das häufigste Anzeichen sind die geröteten Augen. Bei einer bakteriellen Entzündung sind die Augenlider morgen meistens mit Sekret verklebt. Dieses sollten Patienten auswaschen, da es die Sehfähigkeit beeinträchtigen kann. Bei anderen Ursachen klebt das Sekret nur wenig.

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Wann muss ich zum Arzt?

Es ist angeraten, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen, sollten Betroffene mehrere der häufigsten Symptome verspüren. Starke Augenschmerzen sind ebenfalls ein Warnsignal. Sollten sich die Beschwerden innerhalb von zehn Tagen nicht bessern, ist es ratsam, ebenfalls einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnose einer Augenentzündung ist dagegen recht simpel: Der Arzt führt ein Erstgespräch mit dem Patienten durch (Anamnese), um die Ursache der Entzündung zu bestimmen. Danach untersucht er Auge und Lider mit einer Spaltlampe und kann einen Abstrich von der Bindehaut machen, um den Erreger zu bestimmen. Das funktioniert jedoch nur bei infektiös ausgelöster Konjunktivitis. Kann der Arzt die Ursache nicht eindeutig feststellen oder die Entzündung tritt wiederholt auf, so sind weitere Untersuchungen vonnöten. Dazu können ein einfacher Sehtest, aber auch Blutuntersuchungen und Röntgen-Aufnahmen gehören.

Behandlung einer Augenentzündung

Die Art der Behandlung richtet sich nach der Ursache der Augenentzündung und nach dem betroffenen Teil des Auges. Sollte sich herausstellen, dass die Entzündung im Zuge einer schwereren anderen Erkrankung entstanden ist, so muss diese Ersterkrankung zeitgleich bekämpft werden, da sie sonst künftig für weitere Ausbrüche der Entzündung sorgen könnte.

Bindehautentzündung

Bei einer von Bakterien ausgelösten Bindehautentzündung kommen antibiotikahaltige Augentropfen und Salben zum Einsatz. Diese Mittel töten die Erreger ab, sind jedoch nur effektiv, wenn der Betroffene sie über einen längeren Zeitraum hinweg anwendet. Virale Bindehautentzündungen heilen meistens von allein wieder ab, doch gibt es auch antivirale Wirkstoffe, die dabei helfen. Bei einer allergischen Bindehautentzündung können Antihistaminika helfen. Bei Bindehautentzündungen durch Reizstoffe oder Medikamente gilt: Die auslösenden Stoffe sind dringend zu meiden.

Hornhautentzündung

Wie bei der Bindehautentzündung werden auch bei der bakteriellen Keratitis Antibiotika eingesetzt. Im Falle einer Virusinfektion müssen antivirale Medikamente aushelfen, zum Beispiel Aciclovir. In manchen Fällen wird die Keratitis zusätzlich mit Kortison behandelt. Gerade bei der bakteriellen Keratitis kann es auch hilfreich sein, eine Erweiterung der Pupille herbeizuführen. Der Grund: Diese Form der Entzündung kann für eine Ansammlung von Zellen in der vorderen Augenkammer sorgen, weiße Blutkörperchen sammeln sich zwischen Hornhaut und Iris. Eine Weitstellung der Pupille verhindert Verklebungen.

Regenbogenhautentzündung

Auch bei der Uveitis sorgen antientzündliche Augentropfen für eine bessere Heilung der Entzündung. Bei einer bakteriellen Regenbogenhautentzündung kommen Augentropfen mit Antibiotikazusatz ins Spiel. In manchen Fällen müssen ebenfalls pupillenerweiternde Augentropfen eingesetzt werden. Liegt die Entzündung weiter hinten, so hilft Kortison: Dieses wird per Injektion neben den Augapfel gespritzt.

Hausmittel gegen Augenentzündungen

Wichtig ist es, die Augenentzündung stets untersuchen zu lassen. Denn in schlimmeren Fällen kann eine Augenentzündung zum Verlust der Sehkraft führen. Befeuchtende Augentropfen oder Salben helfen der Regenerationsfähigkeit des Auges. Sollte das Lid entzündet oder ein Gerstenkorn vorhanden sein, so können warme, feuchte Kompressen helfen. Bei Kompressen ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, da bei Nachlässigkeit der Hygiene eine Verschleppungsgefahr besteht. Kamillehaltige Spülungen oder Kompressen können hingegen zu allergischen Reaktionen oder Reizungen des Auges führen.

Einer Augenentzündung vorbeugen

Sollten Sie zu Bindehautreizungen neigen, können Sie einer Entzündung vorbeugen, in dem Sie Zugluft, verrauchte Räume und starkes Staubaufkommen meiden. Zudem sollten Sie darauf achten, dass weder Seife noch Shampoo oder Badezusätze in Ihre Augen gelangen. Besonders wichtig für Kontaktlinsenträger: Verzichten Sie während der Entzündung auf die Linsen und wechseln Sie, sollten sie sich als die Ursache herausstellen, die Marke oder das Reinigungsmittel.

Titelbild: © Munole / iStock.com

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