Wasserschaden - frau repariert mit Zange Rohr aus dem Wasser läuft

Wasserschaden – Welche Versicherung zahlt?

Ein Wasserschaden kann weitreichende Folgen haben. Aber welche Versicherung ist eigentlich zuständig und worauf sollten Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss achten, damit bei einem Wasserschaden ausreichender Versicherungsschutz besteht?

Wo melde ich was? – Das Wichtigste in Kürze

Wasserschaden Versicherung
… am beweglichen Mobiliar und Hausrat Hausratversicherung
… beim Nachbarn Haftpflichtversicherung
… an der Wohnung bzw. dem Haus selbst
oder an fest eingebauten Teilen
Wohngebäudeversicherung
… durch Nachbarn Haftpflicht des Verursachers
… durch Rückstau Elementarversicherung
… durch Überschwemmung/Hochwasser Elementarversicherung

Was fällt unter Wasserschaden?

Bei einem Wasserschaden tritt Leitungswasser aus und verursacht einen Schaden. Versicherer sprechen in diesem Fall von einem „bestimmungswidrigen“ Austritt. Das kann der platzende Schlauch der Waschmaschine sein. Möglicherweise ist aber auch ein Rohr in der Wand defekt oder an der Heizung ist ein Schaden entstanden, sodass Wasser austritt. Klassisch ist darüber hinaus das undichte Aquarium, das die Räumlichkeiten unter Wasser setzt. Üble Folgen drohen auch, wenn das Wasser aufgrund von Hochwasser durch den Abwasserkanal zurück ins Haus läuft und aus der Toilette sprudelt. Wer die Wassermenge nicht stoppen kann, verliert im Ernstfall das Dach über dem Kopf. Tückische Leitungswasserschäden entstehen aber durch beschädigte Dichtungen, die nach außen nicht erkennbar sind. Tritt über Wochen oder Monate Wasser in kleinen Mengen aus, kann sich im Bereich der Zwischendecke oder unter Fliesen bzw. hinter der Wandverkleidung Feuchtigkeit ausbreiten. Massiver Schimmelbefall, wie auch Schäden am Mauerwerk sind die Folge. Auch dabei handelt es sich im Ergebnis um einen Leitungswasserschaden. Achten Sie beim Abschluss Ihrer Versicherungen unbedingt darauf, dass sowohl Schäden durch Wasser abgedeckt ist, dass im Wohnungsinneren austritt, als auch solches, das von außen eindringt.

Welche Versicherung zahlt?

Für Sie als Geschädigten ist die Frage, wer denn nun für den Schaden aufkommt, besonders wichtig. Möglich sind

  • Hausratversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Wohngebäudeversicherung
  • Elementarversicherung

Die Abgrenzung ist nicht immer ganz einfach. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Versicherer untereinander uneins sind. Der Grund dafür kann sein, dass die Ursache zunächst nicht klar ist. Vor diesem Hintergrund sollten Sie vor allem baldmöglichst klären, wie es zu dem Schaden kommen konnte. Die Versicherung braucht darüber einen entsprechenden Nachweis. Wie der genau zu erfolgen hat, werden die Ansprechpartner der Versicherung vorgeben. Wenn bei Ihnen ein Leitungswasserschaden auftritt, kommen die Versicherer aber nicht zwingend dafür auf. Besteht bei Ihnen ein besonderes Risiko, wie ein Aquarium oder ein Wasserbett, kann eine Vertragsergänzung nötig sein. Sie dürfen außerdem nicht grob fahrlässig handeln. Regnet es ins Haus, weil die Fenster offenstehen obwohl niemand zuhause ist, müssen Sie selbst für die Folgen aufkommen. Kosten können auch dann auf Sie zukommen, wenn die Versicherungssumme zu niedrig bemessen wurde.

Die Zuständigkeit der Hausratversicherung beim Wasserschaden

Die Hausratversicherung ist für die Folgen von Wasserschäden zuständig, wenn die beweglichen Gegenstände in der Wohnung durch austretendes Wasser Schaden nehmen. Typische Auslöser dafür sind:

  • beschädigte Trink – und Abwasserrohre defekte Wasserleitungen innerhalb eines Gebäudes
  • Wasseraustritt an der Wasch- oder Spülmaschine
  • undichte Heizungspumpen kaputte Sprinkleranlagen
  • Nicht zuständig ist die Hausratversicherung, wenn weitere Schäden an der Wohnung selbst entstehen. Zumeist sind hier die Böden betroffen, aber auch Türen können ernsthaft beschädigt sein. In diesem Fall ist die Wohngebäudeversicherung in der Pflicht.

Dafür kommt die Haftpflichtversicherung beim Wasserschaden auf

Nicht immer bleibt der Schaden in Ihren eigenen Räumlichkeiten. Läuft bei Ihnen Wasser aus und Sie können nicht schnell genug eingreifen, tropft es früher oder später bei den Bewohnern in der Wohnung unter Ihnen durch die Decke. Auch hier können die Schäden immens sein. Ansprechpartner für die Regulierung ist Ihre Haftpflichtversicherung. Klären Sie daher bei einem Wasserschaden in einem Mehrfamilienhaus umgehend, ob in der Wohnung darunter oder nebenan Wasser ausgetreten ist.

Die Zuständigkeit der Wohngebäudeversicherung beim Wasserschaden

Zunächst können Sie davon ausgehen, dass die Wohngebäudeversicherung für Schäden aufkommt, wenn es zu einem Rohrbruch kommt und das Haus selbst oder fest eingebaute Teile Schaden nehmen. Allerdings können Kleinigkeiten zum Ausschluss führen. Ein Beispiel dafür ist der Schaden, der durch einen fehlerhaften Muffenversatz entsteht. Das passiert, wenn ein Verbindungsstück zwischen zwei Rohren verrutscht ist oder altersbedingt nicht mehr korrekt abdichtet. Schließen Sie solche Fallstricke aus, indem Sie Ihren Vertrag systematisch auf Ausschlussverfahren durchsuchen und mit dem Versicherer eine entsprechende Anpassung vereinbaren.

Probleme können sich auch ergeben, wenn zwar der Versicherungsfall durchs Auslaufen der Waschmaschine eingetreten ist, Ihre Maschine aber nicht über einen Aquastopp verfügt. Dabei handelt es sich um eine Sicherungsmaßnahme, die den Wasseraustritt stoppt und den Schaden so begrenzt. Sie sind Eigentümer eines alten Hauses? Rechnen Sie mit alten, möglicherweise auch nicht fachgerecht verschlossenen Rohren, die nicht mehr in Gebrauch sind und aus denen durch fehlerhafte Verbindungen Wasser austreten kann. Da Sie von den Rohren wahrscheinlich nichts wissen, entdecken Sie den Schaden entweder zufällig bei Renovierungen oder erst, wenn aufgrund der Feuchtigkeit Schimmel entsteht oder die Wand nass wird. Auch hier können die Schäden groß sein.

Die Elementarversicherung beim Wasserschaden

Eine Elementarversicherung ist eine ergänzende Versicherung und kann auch in Kombination mit anderen Versicherungen abgeschlossen werden. Seit es im Zuge des Klimawandels immer häufiger zu Naturkatastrophen kommt, die Folgen aber von den meisten Versicherungen nicht übernommen werden, bieten Versicherer nun diesen Zusatzschutz an. Entscheidend für oder gegen den Abschluss ist die Region und die Wahrscheinlichkeit eines Risikos. Wer in bergigen Regionen lebt und mit Lawinen rechnen muss, kann sich mit einer Elementarversicherung vernünftig absichern. Das gilt auch für Regionen mit dem Risiko von Erdrutschen und Hochwasser. Bei Hochwasser bestehen gleich eine Reihe von Risikofaktoren. Dazu gehören:

  • Nähe von Bächen/Flüssen
  • Wasserrückhaltebecken
  • hoher Grundwasserspiegel

Da die Folgen solcher Naturkatastrophen zu erheblichen Schäden am Haus führen und häufig einen Abriss zur Folge haben, ist die Elementarversicherung bei entsprechendem Risiko mehr als empfehlenswert. Sie gehört allerdings nicht zu den günstigen Versicherungen.

Umfang der Leistungen

Die Leistungen beinhalten die Reparatur oder den Austausch der beschädigten Gegenstände und die nötigen baulichen Maßnahmen zur Wiederherstellung des Wohnraums. Erstattungsfähig ist außerdem:

  • Hotelaufenthalt, wenn die Wohnung unbewohnbar ist
  • Ihre Arbeitsstunden durch Aufräumarbeiten
  • Ggf. Mietminderung (Absprache zwischen Mieter und Vermieter erforderlich)

Das müssen Sie im Schadensfall beachten

Stoppen Sie die Wasserzufuhr und schalten Sie am Sicherungskasten den FI-Sicherungsschalter aus. Kontaktieren Sie den Versicherer und klären Sie, ob die Schadensmeldung online oder auf dem Postweg erfolgen muss. Sind Sie nicht Eigentümer des Hauses, informieren Sie den Vermieter.

Ihre nächsten Schritte

  • nichts wegwerfen
  • alles fotografieren
  • alles dokumentieren
  • Maßnahmen ergreifen, die verhindern, dass sich der Schaden vergrößert
  • Kontaktaufnahme des Gutachters abwarten

Der Gutachter wird vom Versicherer informiert. Er muss sich den Schaden ansehen und erstellt dann eine Aufstellung, die dem Versicherer als Empfehlung dient. Für gewöhnlich folgen die Versicherungen dem Gutachten. In den meisten Fällen erfolgt die Regulierung sehr schnell. Bei sehr großen Schäden können Sie mit dem Versicherer eine Teilzahlung vereinbaren. Das bedeutet, dass er in Vorkasse geht, damit Sie mit den Aufräumarbeiten beginnen können.

Titelbild: © Rawpixel.com 

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