Schimmel an der Tapetenwand und Fußleiste in der Ecke eines Zimmers

Schimmel – Welche Versicherung zahlt?

Schimmelbildung ist für Mieter und Vermieter ein großes Ärgernis. Auf den ersten Blick ist kaum zu erkennen, was die Ursache ist und welches Ausmaß der Schaden hat. Aber wer ist verantwortlich und wer übernimmt die Kosten für die Behebung der Folgen?

Wo melde ich was? – Das Wichtigste in Kürze

Schimmelbefall Versicherung
durch Leitungswasserschaden Hausrat- o. Wohngebäudeversicherung
… ohne Schuld des Mieters Haftpflichtversicherung
… durch Rückstau Elementarversicherung
… durch Fehlverhalten beim (Um-)Bau Bauträgerversicherung

Ursachen der Schimmelbildung

Je besser Mieter und Vermieter informiert sind, umso sicherer lässt sich Schimmel vermeiden. Grundsätzliches Wissen hilft aber nicht immer, denn auch die Bauweise des Hauses spielt eine entscheidende Rolle. Sehr gut isolierte Häuser sind gefährdeter für Schimmel an den Wänden, wenn nicht ausreichend gelüftet wird. Aber auch in alten Häusern drohen Risiken durch undichte Wände oder Fenster. Weitere Voraussetzungen für die Schimmelbildung sind noch weniger bekannt. So bietet die Raufasertapete aufgrund ihrer Zusammensetzung gute Bedingungen für die Schimmelbildung. Natürlich spielen auch weitere Faktoren eine Rolle. Dazu zählen:

  • Lüftungsverhalten
  • Menge der Pflanzen
  • Aquarien
  • Wäschetrocknen
  • Anzahl der Bewohner
  • Natürlich können auch bauliche Schäden zu Schimmelbildung führen, beispielsweise undichte Wasserleitungen, die über lange Zeiträume nicht erkannt werden.

Schimmel im Haus vermeiden

Als Vermieter sollten Sie Ihren Mieter über das bestmögliche Lüften informieren. Ein Merkblatt kann genügen. Als Mieter sind Sie verpflichtet, die Gefahr von Schimmelbildung durch angemessenes Verhalten zu verhindern. Schaffen Sie Hygrometer an, um die Luftfeuchtigkeit zu messen. Als Vermieter können Sie Ihrem Mieter ein solches Messgerät zum Einzug schenken, ihn allerdings nicht zwingen, mehr zu lüften, als allgemein empfohlen wird.

Das richtige Lüften

Bewährt hat sich das Stoßlüften. Bei einer Stoßlüftung öffnen Sie mehrere Fenster vollständig. Das Kippen des Fensters ist nicht ausreichend. In der kalten Jahreszeit genügen fünf bis zehn Minuten, im Sommer sollte die Dauer 25 Minuten betragen. Lüften Sie im Winter länger, treiben Sie die Heizkosten in die Höhe. Bad und Küche sollten besonders ausgiebig durchgelüftet werden, denn hier ist der Feuchtigkeitsanteil in der Luft besonders hoch. Ist das Trocknen der Wäsche in der Wohnung nicht zu vermeiden, muss öfter gelüftet werden. Es empfiehlt sich dann, im betreffenden Raum die Fenster gekippt zu halten und die Heizung zu drosseln.

Schimmel entfernen – So geht‘s

Schimmel sind Pilze und nicht jeder Schimmelpilz ist für den Menschen gefährlich. Ob ein Schimmelpilz gefährlich ist, kann nur der Experte beurteilen. Dennoch muss Schimmel immer beseitigt und die Ursache gefunden werden, andernfalls breitet er sich weiter aus und kann schwere Schäden im Mauerwerk verursachen. Kleine Schimmelstellen, wie sie im Badezimmer entstehen können, kann jeder selbst entfernen und anschließend das Lüften verbessern. Experten raten allerdings ab einer befallenen Fläche von mehr als einem Quadratmeter, eine Fachfirma mit der Beseitigung zu beauftragen. Informationen zu geeigneten Firmen erhalten Sie beispielsweise über die Gesundheitsämter.Der Malerbetrieb vor Ort ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ausreichend qualifiziert. Als Mieter sollten Sie außerdem den Vermieter informieren. Wenn Sie kleine Schimmelstellen selbst entfernen, verwenden Sie möglichst medizinischen Alkohol oder alternativ Wasserstoffperoxid. Beides erhalten Sie in der Apotheke. Bei Schimmelpilzbefall auf Keramik oder Metall können Sie Essig verwenden. Tragen Sie bei dieser Arbeit unbedingt Schutzkleidung, damit die Sporen nicht in die Augen oder die Atemwege gelangen.

Umgang mit Schimmel an der Hauswand

Auch an Außenwänden können Schimmelpilze anhaften und sich vermehren. Besonders betroffen sind davon Seiten, die kaum der Sonne ausgesetzt sind. In solchen Fällen besteht das Risiko, dass der Pilz in das Mauerwerk eindringt und schließlich auch in der Wohnung nachweisbar ist. Die regelmäßige Reinigung der Wand reicht nicht aus. Die Fassade muss nachgebessert werden, damit sich kein Schimmel mehr ausbreiten kann.

Wer zahlt bei Schimmelbefall in der Mietwohnung?

Schimmelbefall in der Wohnung kann teuer werden. Doch auch wenn er bei entsprechender Ausbreitung einen erheblichen Mangel darstellt, darf der Mieter nicht einfach selbstständig eine Mietminderung vornehmen. Er muss erst den Vermieter informieren und dann ist zu prüfen, was die Ursache ist. Stellt sich heraus, dass der Mieter den Schimmelbefall verursacht hat, muss er die volle Miete weiterzahlen und ist für die Beseitigung der Schäden verantwortlich. Anders ist es, wenn der Mieter die Schimmelbildung gar nicht verhindern konnte, weil z. B. Mängel an der Bausubstanz der Grund für den Pilzbefall sind. Für gewöhnlich lässt sich das aber nur durch einen Gutachter abschließend klären, der auch zu dem Schluss kommen kann, dass beide verantwortlich sind. Die Ursache für den Schimmelpilz ist entscheidend darüber, welche Versicherung ggf. die Kosten übernimmt.

Welche Versicherung ist zuständig?

Grundsätzlich ist maßgeblich, wer den Schaden zu verantworten hat.

Ist der Schimmel durch einen Leitungswasserschaden entstanden, sind Hausratversicherung oder Wohngebäudeversicherung zuständig. Wurde der Schaden aber grob fahrlässig oder sogar absichtlich verursacht, kann die Versicherung die Regulierung ablehnen.

Ist der Mieter schuldlos, kann die Haftpflichtversicherung des Vermieters zuständig sein.

Wenn der Schaden hingegen durch einen Rückstau aus der Kanalisation entstanden ist, kann die Regulierung in den Versicherungsumfang einer Elementarversicherung fallen, für die ebenfalls der Vermieter verantwortlich ist.

In vielen Fällen wird Schimmel allerdings durch Fehlverhalten verursacht. Bei neuen Häusern, in denen Schimmelpilz an den Fenstern auftritt, kann der Fehler beim Bauträger liegen. In diesem Fall ist es auch seine Bauträgerversicherung, die für die Kostenübernahme zuständig ist.

Anders liegt der Fall, wenn undichte Fenster bei älteren Häusern Feuchtigkeit durchlassen und dadurch Schimmel entsteht. Die Verantwortung liegt dann beim Vermieter. Allerdings muss der Mieter ihn auf den Schaden aufmerksam machen und darf nicht warten, bis er sich stark vergrößert hat. War der Mieter beispielsweise nachlässig mit dem Verschließen der Fenster, kann der Vermieter ihn zur Verantwortung ziehen.

Regen selbst ist kein versicherter Schaden, weder durch die Haftpflicht- noch durch die Gebäudeversicherung. Da bei Schimmel die Verantwortlichkeit nur mit hohem Aufwand zu klären ist, empfiehlt sich übrigens der rechtzeitige Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

Weitere Informationen zum Thema

https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel/richtig-lueften-schimmelbildung-vermeiden

Titelbild: (c) cegli

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