Haustkrebs - Tätowierer bei der Arbeit

Tattoos und Hautkrebs

Tätowierungen sind seit einigen Jahren im Trend. Wenn unterschiedliche Farben mit Nadeln auf Dauer unter der Haut platziert werden, stellt sich allerdings die Frage, ob daraus ein gesundheitliches Risiko entsteht. Vor allem die Angst vor Hautkrebs wird im Zusammenhang mit Tattoos immer wieder neu verstärkt. Aber ist diese Sorge berechtigt und gibt es einen Unterschied zwischen permanenten und vorübergehenden Tattoos?

Risiken durch vorübergehende Tätowierungen?

Wer keine dauerhafte Tätowierung will, entscheidet sich gerne für solche, die nach einiger Zeit wieder verblassen. Der Gedanke ist nachvollziehbar, allerdings kann hier das Risiko deutlich höher liegen, als das bei den dauerhaften Tattoos der Fall ist. Da diese Form der Körperkunst oft auch als Bio-Tattoo beworben wird, ist das Risiko von Missverständnissen besonders groß, denn von Bio kann in diesem Zusammenhang keine Rede sein. Bio-Tattoos sind besonders beliebt, weil sie mit einer dünnen Nadel dicht unter die Haut gestochen werden, und damit weniger tief, als die klassische Tätowierung. Im Rahmen der natürlichen Hautregeneration bauen sich diese Verzierungen von allein wieder ab. Zumindest ist es das Ziel. Die Herausforderung des Tätowierers besteht darin, die Farbe wirklich nur in die Epidermis zu stechen, denn nur dort kann sie abgebaut werden. Das ist aber ausgesprochen schwierig und scheitert entsprechend häufig. Schafft der Tätowierer es dennoch, ist das Tattoo nach vier Wochen nicht mehr sichtbar. In der Realität ist es jedoch eher so, dass die Verzierungen unterschiedlich schnell abgebaut werden. Schlimmstenfalls bleibt ein Teil der Zeichnung für die Ewigkeit erhalten. Das Ergebnis ist ein fleckiges Hautbild, das nur noch mittels Laser halbwegs wieder normalisiert werden kann. Das ist aber nicht die einzige Gefahr. Risiken bestehen auch, weil viele dieser Verzierungen ein Mitbringsel aus dem Urlaub sind. Je nach Urlaubsland riskieren die Feriengäste bei einer solchen Behandlung unter zweifelhaften hygienischen Bedingungen die Ansteckung mit gefährlichen Viren. Eine weitere Gefahr droht durch die verwendeten Farben, die Autolacke oder Schwermetalle enthalten können. Diese Zusätze sind in Deutschland nicht erlaubt. Das gilt auch für Azofarbstoffe, denn sie gehören zu den Substanzen, die in Verdacht stehen, Krebs auszulösen. Wer sich dann auch noch der Sonne aussetzt, riskiert gleich noch im Urlaubsland die ersten schweren Hautreaktionen. Für die Betroffenen ist es dann ein Schock, wenn sie nach dem Abklingen der Reaktion feststellen müssen, dass Narben entstanden sind, die ein Leben lang deutlich sichtbar bleiben.

Aufgemalte Tattoos – eine ungefährliche Alternative?

Henna-Tattoos werden aufgemalt und ebenfalls gerne als ungefährliche Alternative beworben. Aber auch hier drohen Risiken, die immer wieder lange Behandlungen beim Hautarzt erfordern. In einigen Ländern wird dem Farbstoff Paraphenylendiamin beigemischt. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die schwere Allergien auslösen kann. Im Rahmen der natürlichen Hautregeneration bauen sich diese Verzierungen von allein wieder ab. Aggressive Bestandteile können aber auch hier der Grund sein, dass die Haut stark reagiert und es sogar zu Narbenbildung kommen kann. Auch allergische Reaktionen sind keine Seltenheit. Wenn Sie sich im Urlaub eine Tätowierung stechen oder aufmalen lassen wollen, bedenken Sie auch, dass Sie den Tätowierer im Falle von gesundheitlichen Schäden kaum in Regress nehmen können. Aber auch unabhängig davon sollten Sie daran denken, dass die rechtlichen Bestimmungen für die Zusammensetzung der Farben sehr wahrscheinlich nicht identisch mit deutschen Gesetzen sind.

Lösen Tätowierungen Krebs aus?

Tätowierungen lösen sicher nicht in jedem Fall Krebs aus. Wäre das der Fall, hätte der Gesetzgeber sie bzw. die auslösenden Inhaltsstoffe schon längst verboten. Allerdings gibt es dennoch ein Problem, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass die Farbstoffe nicht sicher dort bleiben, wo sie platziert wurden. Sie können in die Lymphflüssigkeit gelangen und so Organe erreichen. Experten gehen sogar davon aus, dass das bei einem Drittel der Farbmenge der Fall ist. Sie warnen außerdem, dass noch unklar ist, welche Schäden die Bestandteile auf lange Sicht anrichten. Studien für den Nachweis, ob es einen gesicherten Zusammenhang zwischen bestimmten Erkrankungen und Tätowierungen gibt, fehlen bislang. Das gilt auch für das Krebsrisiko. Allerdings hat sich gezeigt, dass der schwarze Hautkrebs bei Menschen mit Tätowierungen für Probleme bei der Diagnose sorgt. Grund ist, dass sich die Farbe auch in den Lymphknoten sammelt. Das erschwert den Ärzten, das Stadium zu diagnostizieren. Schlimmstenfalls können die Experten nicht sicher klären, ob der Krebs bereits gestreut hat und die Lymphknoten befallen sind.

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