Frau in Jeans hält sich ein SOS-Schild vor die Blase

Blasenentzündung – Symptome, Ursachen und Hausmittel

Jede dritte Frau bekommt einmal in ihrem Leben einer Blasenentzündung. Etwa zehn Millionen Frauen leiden unter wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Obwohl es deutlich seltener vorkommt, können auch Männer daran erkranken. Meistens handelt es sich um eine unkomplizierte Entzündung, die man durch schnelles Reagieren leicht in den Griff bekommen kann. Wie die Symptome aussehen und wann ein Arztbesuch auf jeden Fall notwendig ist, erfahren Sie hier.

Ursachen für eine Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung – auch Zystitis genannt – entsteht häufig durch Bakterien. Sie kommen in den meisten Fällen aus dem Darm und gelangen über die Harnröhre in die Blase. Daraufhin entzündet sich die Schleimhaut der Harnblase. Verantwortlich sind dafür Escherichia coli-Bakterien. Sie sind ein natürlicher Bestandteil des Darms, können an anderen Orten jedoch schnell Reizungen hervorrufen. Eine weitere Ursache können Nebenwirkungen bestimmter Medikamente sein.

Frauen sind besonders gefährdet, da sie eine bedeutend kürzere Harnröhre haben. Die männliche Harnröhre liegt bei etwa 20 Zentimetern, während die weibliche nur etwa zwei bis vier Zentimeter lang ist. Erreger müssen folglich einen deutlich kürzeren Weg bis zur Blase zurücklegen. Vorerkrankungen wie Diabetes, Immunschwächen, eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre können das Risiko einer Erkrankung zusätzlich erhöhen.

Wie sehen die Symptome aus?

Eine Blasenentzündung kann sich durch folgende Symptome äußern:

  • deutlich häufigerer Harndrang
  • geringe Menge an Urin
  • Schmerzen beim Wasserlassen (Brennen)
  • Trübung der Urinflüssigkeit
  • veränderter Geruch des Urins
  • krampfartige Schmerzen in der Blase
  • Fieber
  • Blut im Urin

Eine leichte Blasenentzündung deutet sich meist nur geringfügig an. Bei einer unkomplizierten Zystitis sind das Brennen beim Wasserlassen und der erhöhte Harndrang in der Regel die einzigen Beschwerden. Bei Frauen können sich die Schmerzen jedoch noch verstärken, wenn die Blase fast oder ganz leer ist. Der Gang zur Toilette wird für die Betroffene also nicht nur häufiger, sondern auch unangenehmer.

Folgen einer Blasenentzündung

In der Medizin unterscheidet man zwischen einer komplizierten und einer unkomplizierten Blasenentzündung. Letztere verheilt entweder spontan oder durch die richtige Therapie bereits nach wenigen Tagen. In ungünstigen Fällen kann es jedoch zu funktionellen Einschränkungen und Fehlbildungen im Harntrakt oder zu anderen Begleiterkrankungen kommen. Dann liegt eine komplizierte Zystitis vor.

Eine komplizierte Blasenentzündung kann ohne Therapie eine Entzündung des Nierenbeckens und der Nieren hervorrufen und somit bleibende Nierenschäden auslösen. Passiert dies während einer Schwangerschaft, können vorzeitige Wehen ausgelöst werden und somit für Früh- oder Fehlgeburten sorgen. Im schlimmsten Fall kann die Nierenbeckenentzündung zu einer Blutvergiftung führen, wenn die Keime über die Niere in die Blutbahn gelangen. Eine rechtzeitige Therapie ist daher besonders wichtig.

Bei Männern besteht die Gefahr einer Entzündung der Nebenhoden. Erreger können die Samenleiter heraufsteigen und dort eine Entzündung bewirken, was neben einer Schwellung und starken Schmerzen im schlimmsten Fall auch Unfruchtbarkeit hervorrufen kann.

Da eine nicht ausgeheilte oder chronische Blasenentzündung auf Dauer die Blase schädigt und das Gewebe vernarben lässt, kann sich das Volumen der Harnblase verkleinern. Eine sogenannte Schrumpfblase entsteht. Die betroffenen Personen verspüren dann häufiger den Drang auf die Toilette zu gehen, können aber kaum Urin abgeben.

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Wann muss ich zum Arzt?

In der Regel ist eine Blasenentzündung kein Grund zum Arzt zu gehen, denn viele Harnwegsinfektionen können durch Hausmittel abgemildert werden. Es gibt jedoch einige Personengruppen, die bei einer Zystitis den Arzt aufsuchen sollten:

  • Männer, um eine Entzündung der Nebenhoden rechtzeitig vorzubeugen
  • Schwangere Frauen, um Schwangerschaftskomplikationen zu vermeiden
  • Kinder, da ihr Immunsystem noch nicht so gut ausgebildet ist
  • Diabetiker, da bei ihnen oftmals das Immunsystem geschwächt ist

Sollten die Krankheitsanzeichen nach drei Tagen nicht verschwinden, oder mehr als dreimal im Jahr auftreten, sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden.

Wer mit einer Blasenentzündung von einer tropischen Reise wiederkehrt, sollte auch unbedingt den Arzt aufsuchen, denn hier könnte Schistosomiasis der Auslöser sein. Ein krankheitsverursachender Saugwurm, der häufig die Harnwege befällt.

Behandlungsmöglichkeiten für Blasenentzündungen

Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt oftmals von allein, ohne den Einsatz von Medikamenten. Die Behandlung einer Blasenentzündung ist vor allem dafür da, die Schmerzen zu lindern, andere lästige Symptome zu reduzieren und Komplikationen zu vermeiden. Hausmittel können die Genesung unterstützen. Den Blasenbereich zu wärmen, beispielsweise durch Wärmflaschen, Kirschkernkissen oder warme Sitzbäder, kann dabei helfen, die Blasenmuskulatur zu entspannen und die Schmerzen zu lindern. Nebenbei sollte viel Flüssigkeit aufgenommen werden. Die Empfehlung lautet zwei bis drei Liter pro Tag. Neben Wasser sind auch Nieren- und Blasentees gut geeignet. Die positive Wirkung von Cranberrysaft ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen, wird jedoch auch oft angeraten. Infolgedessen muss der oder die Betroffene automatisch häufiger Wasser lassen, was dabei hilft, die Keime möglichst schnell auszuspülen.

Auch eine medikamentöse Behandlung ist möglich. Bei akuten Blasenentzündungen helfen Antibiotika, die Symptome schnell und effektiv zu beseitigen. Die antibiotische Therapie wird möglichst kurzgehalten, um die Entstehung einer Resistenz zu vermeiden. Deshalb werden Antibiotika meist über drei bis sieben Tage eingenommen. Bei manchen Präparaten genügt sogar eine einmalige Einnahme.

Vorbeugung

Oft kommt eine Blasenentzündung wie aus dem Nichts und manche Menschen neigen dazu, häufiger eine Blasenentzündung zu bekommen als andere. Vollkommen ausgeliefert ist man der Infektion jedoch nicht. Besonders wer leicht anfällig ist und häufiger unter einer Zystitis leidet, sollte folgende Maßnahmen beachten, um seine Blase gesund zu halten:

  • Betroffene sollten viel trinken – mindestens 1,5 Liter täglich.
  • Um die Blase gut durchzuspülen, sollten die Betroffenen regelmäßig zur Toilette gehen. Damit sollten sie nicht warten, bis die Blase voll ist und es dringend wird. Auch direkt nach dem Geschlechtsverkehr ist ein Gang zum WC ratsam, da so infektiöse Keime ausgespült werden.
  • Die Wahl des richtigen Verhütungsmittels spielt eine entscheidende Rolle, denn spermienabtötende Mittel und Diaphragmen können eine Blasenentzündung begünstigen. Wer leicht anfällig ist, sollte auf andere Verhütungsmethoden zurückgreifen.
  • Eine gute Intimhygiene ist unerlässlich, damit keine Darmbakterien in die Scheide und Harnröhre gelangen können. Betroffene sollten den Schambereich regelmäßig und gründlich mit warmem Wasser waschen. Seife oder Intimsprays sind nicht zwingend notwendig und können Reizungen verursachen.
  • Frauen müssen darauf achten, nach dem Toilettengang mit dem Papier von vorne nach hinten zu wischen – keinesfalls andersherum.
  • Betoffene sollten Unterkühlungen vermeiden, da sie das Immunsystem schwächen und somit Erkrankungen begünstigen.
  • Die richtige Unterwäsche spielt ebenfalls eine Rolle. Einige Slips können den Schambereich reizen und Keime zur Scheide transportieren, daher empfehlen Experten bequeme Baumwollunterwäsche.

Titelbild: © eternalcreative / iStock.com