Mann liegt mit Beatmungsgerät im Bett und schläft

Schlafapnoe – Wenn es im Hals eng wird

In Deutschland leiden rund drei Prozent der Frauen und fünf Prozent der Männer an obstruktiver Schlafapnoe. Was steckt hinter der Krankheit? Wie erkennt man sie, welche Nebenwirkungen treten auf und wie wird man die Schlafapnoe wieder los? Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag.

Was bedeutet Schlafapnoe?

Der Begriff „Schlafapnoe“ kommt ursprünglich aus dem Griechischen. Dort bedeutet „a pnoe“ direkt übersetzt „ohne Atem“. Beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom (OSAS) handelt es sich um eine schlafbezogene Atemstörung. Betroffene leiden hierbei während des Schlafs unter einer Verringerung oder gar einem kompletten Aussetzen ihrer Atmung durch eine Verengung des Rachenraums. Ein Kollaps im oberen Bereich der Atemwege ist die Folge. Sowohl im Blut als auch in den Organen fehlt so der Sauerstoff. Das kann die Schlafstadien erheblich stören.

Ursachen von Schlafapnoe

Hierbei gilt es zwischen zwei verschiedenen Apnoe-Arten zu unterscheiden.

Obstruktive Schlafapnoe

Die Ursache der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe liegt in der Muskulatur der oberen Atemwege. Wenn diese erschlafft, verengt sich der Atemweg im Rachenbereich oder blockiert sogar ganz. Dadurch entstehen laute Schnarchgeräusche, sobald der Betroffene atmet. Die Luftwege sind so zumindest teilweise, in vielen Fällen aber auch komplett verschlossen. Durch die ausbleibende Atmung kommt es zu einem Absinken des Sauerstoffgehalts im Blut und zu einer Mangelversorgung des Gewebes. Daraufhin startet der Körper eine Weckreaktion. Die Atemmuskeln im Zwerchfell und im Brustkorb sowie das Herz erhöhen ihre Leistung, der Blutdruck steigt, Schlafapnoe-Patienten wachen dann kurzzeitig auf. In der Medizin heißt dieser Vorgang „Arousal“. Zumeist bleiben Patienten ohne Erinnerung an den Weckvorgang. Diese Weckreaktion verhindert, so berichtet die Uniklinik Ulm, oftmals einen erholsamen Tief- und Traumschlaf.

Ein wichtiger Faktor, der eine Schlafapnoe auslösen kann, ist die Beschaffenheit des Mund- und Rachenraums. Dazu gehören etwa vergrößerte Mandeln, ein zu kleiner Unterkiefer, die Lage der Zunge und ein zu kleines Gaumensegel. Manchmal ist auch einfach die Nasenatmung gestört. Wer auf dem Rücken liegt, kann so das Entstehen von Schlafapnoe begünstigen, jedoch ist das nur selten die alleinige Ursache. Auch das Geschlecht, ein hoher Body-Mass-Index und die Einnahme von Medikamenten sind mögliche Einflussfaktoren.

Zentrale Schlafapnoe

Die Zentrale Schlafapnoe wiederum entsteht laut der Oxycare GmbH im Gehirn, nicht in den Atemwegen. Die Steuerzentrale der Atemmuskeln ist hier gestört und kann nicht immer die passenden Befehle an die Muskeln weitergeben. Es fehlt also die Anweisung vom Gehirn, aktiv zu werden. Erst wenn der Sauerstoffgehalt im Blut unter einen kritischen Wert sinkt, reagiert das Gehirn. Ein neuer Impuls zur Atmung erfolgt. Die Atmung vor dem Aussetzer kann sehr flach werden – in so einem Fall spricht man von der Cheyne-Stokes-Atmung. Eine zentrale Schlafapnoe kann zum Beispiel durch einen Schlaganfall bedingt sein.

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Symptome von Schlafapnoe

Betroffene von Schlafapnoe können ein breites Spektrum verschiedener Symptome zeigen, die in ihrer Intensität und Form sehr variabel ausfallen. Die häufigsten Symptome sind lautes Schnarchen, Schlafstörungen, fehlende Erholung durch Schlaf, ständige Tagesmüdigkeit und vermehrtes „Einnicken“ tagsüber. Unter anderem listet die Gesundheitsinformation die folgenden Symptome auf:

Schnarchen

Schnarchen ist weit verbreitet und nicht jeder Schnarcher leidet automatisch an Schlafapnoe. Sollte sich das Schnarchen aber als Symptom der Schlafapnoe herausstellen, kann es schwerwiegende Folgen haben. Betroffene haben zum Beispiel schon von längeren Atempausen berichtet, die der Bettpartner beobachtete. Das Schnarchen kann außerdem den Schlaf des Bettpartners beeinträchtigen.

Tagesmüdigkeit

Viele Betroffene leiden unter schwer kontrollierbaren Einschlafattacken. Diese können besonders in monotonen Situationen auftreten, etwa beim Zeitunglesen oder beim Fernsehen. Vor allem im Straßenverkehr ist das gefährlich.

Geistige und körperliche Einschränkungen

Schlafapnoe kann zu Konzentrationsstörungen und einer verringerten Gedächtnisleistung führen. Weil die für Körper und Geist so wichtige Erholung über Nacht ausbleibt, lässt auch die Leistungsfähigkeit nach. Betroffene können zudem nervös und gereizt werden.

Weitere mögliche Symptome sind verstärktes Schwitzen bei Nacht, plötzliches Erwachen mit Herzrasen und Luftnot sowie morgendliche Kopfschmerzen.

Diagnose Schlafapnoe

Bei Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoesyndrom fragt der Arzt zunächst nach Vorerkrankungen, Lebensgewohnheiten und dem Ausmaß der Beschwerden. Nach der Anamnese erfolgt eine körperliche Untersuchung. Eine genauere Diagnose verlangt dagegen einen ausführlichen Test. Dieser kann entweder zu Hause oder im Labor erfolgen. Für den Heimtest wird der Arzt Betroffenen leihweise Messgeräte mitgeben. Vor dem Zubettgehen muss dieser sich spezielle Sonden anlegen, die in der Nacht den Atemluftstrom, Atembewegungen von Brust und Bauch sowie den Puls, die Körperlage und die Sauerstoffsättigung des Blutes messen.

Für eine gründlichere Analyse kann der Arzt seinen Patienten in ein Schlaflabor überweisen. Dort findet eine sogenannte Polysomnographie statt, für die der Patient generell eine oder zwei Nächte im Labor verbringt. Während er schläft, erfolgt eine ganze Reihe schmerzloser Messungen, die ihn nicht belasten. Zum Beispiel werden so Hirnströme, Herzrhythmus, Sauerstoffgehalt des Blutes und der Atemfluss an Mund und Nase erfasst. Weiterhin trägt der Patient einen Dehnungsgürtel, der die Atembewegungen erfassen kann. Durch eine Untersuchung der Augenbewegungen erkennt der Arzt die verschiedenen Schlafphasen. Sollten die Untersuchungen tatsächlich eine Schlafapnoe feststellen, sind oftmals weitere Arztbesuche sinnvoll, die die Ursachen bekämpfen. Zum Beispiel können Untersuchungen von HNO-Ärzten, einem Kieferchirurgen oder einem Neurologen helfen.

Behandlung von Schlafapnoe

Um eine Schlafapnoe zu behandeln, gibt es je nach Einzelfall ganz verschiedene Methoden. Diese richten sich vorrangig nach der Ursache der Erkrankung. So kann es zum Beispiel, sollte Übergewicht die Schlafapnoe auslösen, einfach helfen, Übergewicht abzubauen. Hilfsmittel, die eine Rückenlage im Schlaf vermeiden, helfen wiederum im Falle von anderen Auslösern. Dazu gehören zum Beispiel Geräte, die Alarm schlagen, sobald der Betroffene sich auf den Rücken dreht. Manchmal hilft auch einfach ein Tennisball, eingenäht in den Rücken des Schlafanzugs, oder ein spezielles Kissen, das den Oberkörper höher lagert. Ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom lässt sich auch effektiv mit einer speziellen Atemmaske bekämpfen. Hierbei gibt es unterschiedliche Masken mit jeweils unterschiedlichem Beatmungsdruck:

  • Continuous Positive Airway Pressure (CPAP): Es entsteht ein kontinuierlicher Überdruck.
  • Bilevel Positive Airway Pressure (BiPAP): Der Druck passt sich ständig dem Ein- und Ausatmen an.
  • Auto CPAP: Das Gerät ermittelt den Luftdruck mit jedem Atemzug neu.

In bestimmten Fällen ist zuletzt eine Operation notwendig.

Prognose

Eine obstruktive Schlafapnoe beeinflusst die Gesundheit und das Berufs- sowie Privatleben von Betroffenen stark und sollte demnach schnell behandelt werden. Patienten mit Tagesschläfrigkeit haben ein drei- bis siebenfach erhöhtes Risiko, im Straßenverkehr Unfälle zu erleiden. Außerdem kann die Krankheit das Herzanfallrisiko erhöhen und langfristig die Lebenserwartung senken. Zudem belasten Schlafapnoe und das damit einhergehende Schnarchen den Schlaf des Partners.

Titelbild: © cherrybeans/ iStock.com

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