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Todesfall: Was tun, wenn einige Zeit vergangen ist?

Der Schmerz beim Todesfall eines nahen Angehörigen sitzt tief. Besonders die erste Zeit ist für die Hinterbliebenen schwer zu bewältigen. Hinzu kommen viele Dinge, die unmittelbar nach dem Todesfall erledigt werden müssen. Die Trauerphase beginnt meist erst eine gewisse Zeit später. Doch auch einige Tage und Wochen nach dem Todesfall warten auf Angehörige weitere Aufgaben.

Die Nachricht vom Tod: Das private Umfeld informieren

Auch wenn es ein schwieriger Schritt für die Hinterbliebenen ist, müssen entfernte Angehörige oder Freunde des Verstorbenen informiert werden. Diese sollten möglichst rasch kontaktiert werden, sodass die Nachricht vom Tod durch die nächsten Angehörigen mitgeteilt wird. Damit kann vermieden werden, dass unbeteiligte Dritte die Meldung weiterleiten. Über welchen Kanal die traurige Botschaft mitgeteilt wird, bleibt den Trauernden selbst offen. Sollte ein persönliches Gespräch per Telefon bevorzugt werden, können Sie auch Freunde oder Familienmitglieder bitten, die Nachricht für Sie zu übermitteln.

Arbeitgeber und Kollegen unterrichten

Neben dem privaten Umfeld muss zwingend auch der Arbeitgeber des Verstorbenen unterrichtet werden. Das ist nicht nur aus Gründen der Sozialversicherung wichtig, sondern auch für das Unternehmen von zentraler Bedeutung. So muss der Arbeitgeber des Verstorbenen laufende Projekte abgeben und die Aufgabenteilung neu organisieren.

Neben dem Arbeitgeber des Verstorbenen sollte auch der eigene Chef über den Todesfall informiert werden. Je nach Verwandtschaftsgrad des Verstorbenen steht dem Angestellten dann Sonderurlaub zu. Für verstorbene Eltern, Geschwister oder Kinder verweist die Regelung nach § 616 BGB auf gesonderte Urlaubsansprüche hin. Beim Tod von Großeltern, Schwiegereltern, Onkel und Tanten oder Cousins und Cousinen liegt die Freistellung im Ermessen des Arbeitsgebers. Länge und Umfang des Sonderurlaubs können variieren. Für Beamte sind gesetzlich zwei Tage dafür vorgesehen.

Bestattung und Trauerfeier

Die Bestattung ist für viele Hinterbliebenen die Chance Abschied von ihren Liebsten zu nehmen. Das Thema ist entsprechend emotional belastend. Trotzdem müssen vor der eigentlichen Beisetzung einige Dinge geregelt werden. Darunter auch die Festlegung der Bestattungsform. Sollte der Verstorbene ein Testament bzw. eine Bestattungsverfügung besitzen, sind in vielen Fällen dort die genauen Wünsche zur Beisetzung und Trauerfeier festgehalten. Sollte eine solche Verfügung nicht existieren, kann die Bestattungsart von nahen Verwandten bestimmt werden. Der Bestattungstermin wird meist mit der Friedhofsverwaltung abgestimmt, die auch für den Verkauf von Gräbern zuständig ist. Zudem sollte die Trauerfeier zuvor gründlich organisiert werden. Neben der terminlichen Vereinbarung müssen auch Fragen zum Blumenschmuck und der Redner geklärt werden. Für den genauen Ablauf, sollte man sich bei einem Bestattungsinstitut Hilfe holen. Nicht zu vergessen, ist das in Deutschland traditionell stattfindende Zusammenkommen der Trauernden nach der Beisetzung. Hierfür sind Reservierungen in Lokalen und eventuelle Redner einzuplanen.

Die wichtigsten Erledigungen vor der Beerdigung:

  • Festlegung des Bestattungstermins mit der Friedhofsverwaltung
  • Klärung der Bestattungsform
  • Kauf eines Grabes
  • Location für die Trauerfeier organisieren
  • Elemente der Bestattung festlegen (Blumen, Redner usw.)
  • Falls gewünscht: Traueranzeige schalten
  • Gäste informieren: Einladungskarten verschicken

Nach der Bestattung: Die Nachlassregelungen beginnen

Auch wenn die Bestattung erst einige Wochen her ist, sind die Aufgaben für Hinterbliebene noch nicht vorbei. Es gilt den Nachlass zu regeln. Hat der Verstorbene ein Testament hinterlassen, wird dieses bei einem Notar verlesen. Ansonsten gilt die gesetzliche Erbfolge. Grundsätzlich ist zu beachten, dass die Annahme oder die Ausschlagung der Erbschaft binnen 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalls stattfinden muss. Neben den Erbschaftsangelegenheiten müssen jedoch andere Dinge geklärt werden. So sollte für das Grab ein Steinmetz beauftragt werden und die Wohnungsauflösung beginnen. Des Weiteren sind öffentliche Ämter wie das Finanzamt aufgrund der Erbschaftsteuer zu informieren.

Die wichtigsten Erledigungen nach der Beerdigung:

  • Nachlass regeln
  • Grabstein / Bepflanzung des Grabes in Auftrag geben
  • Witwen- bzw. Witwerrente beantragen
  • Finanzamt zwecks Erbschaftssteuer informieren
  • Wohnung auflösen und persönliche Gegenstände abholen
  • Laufende Verträge kündigen (Abos, Versicherungen, Telefon usw.)
  • Falls gewünscht: Danksagungen für die Anteilnahme

Was zudem zu erledigen ist?

Die Formalitäten scheinen kein Ende zu nehmen. Liegt die Sterbeurkunde vom zuständigen Standesamt (Sterbeort, nicht Wohnort!) vor, können folgende Punkte in Angriff genommen werden:

Kündigung laufender Verträge

  • Mietwohnung
  • Strom/Gas/Wasser
  • Telefon
  • GEZ
  • Abos
  • Versicherungen

Ab- bzw. Ummelden bei

  • Krankenkasse
  • Bank
  • Post
  • Kfz-Zulassung
  • Vereinen, Organisationen

Regelung des digitalen Nachlasses

  • E-Mail-Konten
  • Internet-Accounts
  • Soziale Netzwerke
  • Messenger-Dienste
  • Dateien auf Hardware und Betriebssystemen

Die Regelung des digitalen Nachlasses ist für viele Hinterbliebene immer noch Neuland und gehört erst langsam mit zur Routine. Doch immer mehr Verstorbene haben mittlerweile E-Mail-Konten oder mehrere Internet-Accounts in sozialen Netzwerken. Auch um diese sollte sich gekümmert werden. Zwei Optionen stehen dabei zur Verfügung. Zum einen kann die Löschung solcher Konten beim jeweiligen Betreiber beantragt werden. Zum anderen können gerade bei sozialen Netzwerken Konten in einen Gedenkstatus versetzt werden. Diese Option bietet vielen Freunden und den Angehörigen auch weiterhin die Möglichkeit sich im digitalen Raum an den Verstorbenen zu erinnern.

Wenn Sie Ihren Hinterbliebenen die Regelung Ihres digitalen Nachlasses erleichtern möchten, können Sie sich hier eine  Checkliste zur Auflistung der Nutzerkonten im Internet (PDF) sowie eine separate Datei für die dazugehörigen Passwörter (PDF) herunterladen. Professionelle Unterstützung in Form eines digitalen Vertrags- & Nachlassmanagers erhalten Sie mit dem IDEAL SterbeGeldplus. Dort können Sie im Online-Kundencenter nicht nur Ihre Verträge, Mitgliedschaften und Nutzerkonten hinterlegen, sondern auch Regelungen treffen, wie mit ihnen im Todesfall verfahren werden soll.

Titelbild: © racamani