Eine alte Dame puzzelt mit einer Pflegerin des Pflegeheims am Tisch

Ein passendes Pflegeheim finden – Was sollte man beachten?

Ein Pflegefall in der eigenen Familie oder im Bekanntenkreis stellt in vielen Fällen für Angehörige und Freunde eine große Belastung dar. Können sie die Pflege nicht selbst übernehmen oder muss diese zwingend von Pflegefachkräften übernommen werden, ist die Verlegung des Pflegebedürftigen in ein Pflegeheim notwendig. Anhaltende Berichte über schlechte Zustände, überforderte Pflegekräfte und Vereinsamung der Pflegebedürftigen lassen bei Angehörigen jedoch Zweifel über die Richtigkeit der Entscheidung aufkommen. Hinzu kommt die Sorge vor hohen Kosten. Wie finden Angehörige und Freunde also das richtige Pflegeheim? Wir haben Ihnen eine Übersicht über verschiedene Anhaltspunkte zusammengestellt, die Ihnen bei der Entscheidung für ein passendes Pflegeheim helfen kann.

Inhalt:

Wann sollten Sie die Suche nach einem Pflegeheim beginnen?

Pflegebedürftigkeit bedeutet nicht ausschließlich, dass Betroffene von einer Krankheit oder dem Alter schwer gezeichnet sind. Vielmehr ist ein Pflegeheim immer dann sinnvoll, wenn Angehörige und die Betroffenen das Gefühl verspüren, nicht mehr allein im Alltag zurechtzukommen. Dies kann aus mehreren Gründen der Fall sein:

  • Vereinsamung
    Besonders alleinstehende Personen und solche ohne ausreichend soziale Kontakte stehen in der Gefahr der Vereinsamung im Alter. Sind die Kinder weit weg oder das Umfeld nicht mehr aktiv, ziehen sich immer mehr Menschen im Alter in die eigene Wohnung zurück. Ein Senioren- oder Pflegeheim kann mit gemeinschaftlichen Aktivitäten und regelmäßigen Ansprechpartnern hier entgegenwirken.
  • Wohnraumanpassung
    Viele Personen kämpfen im Alter mit körperlichen Beschwerden. Diese werden vor allem in einer nicht seniorengerechten Wohnung ersichtlich. Die Treppe bis zur Wohnung, der Einstieg in die Badewanne oder zu enge Türstöcke für Gehhilfen schränken die Mobilität stark ein. Ein Senioren- oder Pflegeheim ist mit seniorengerechten Wohnungseinheiten auf die Bedürfnisse im Alter eingerichtet.
  • Fehlende Pflegemöglichkeiten durch Angehörige
    Ein Pflegefall belastet auch Angehörige und Freunde. Können diese aus beruflichen oder privaten Gründen die Pflege nicht durchführen oder den Pflegebedarf nicht mehr decken, kann ein Umzug in ein Pflegeheim in Betracht gezogen werden. Besonders dann, wenn ambulante oder teilstationäre Pflegeeinrichtungen nicht mehr ausreichen.

Auch bei Demenzkranken ist der Umzug in ein Pflegeheim ab einem gewissen Stadium sinnvoll. Finden sich Erkrankte nicht mehr in der eigenen Wohnung zurecht, kann dies schwere physische und psychische Folgen haben. Spezielle Pflegeheime haben sich deshalb auch auf Demenzerkrankte spezialisiert. Mehr Informationen zur Pflege von Demenzkranken erhalten Sie in unserem Beitrag „Pflege: Ein Leitfaden für den Umgang mit Demenz-Kranken“.

Wie finden Sie das passende Pflegeheim?

Das passende Pflegeheim zu finden, ist für Betroffene und Angehörige nicht einfach. Schließlich soll sich der zu pflegende Bewohner  später wohl fühlen. Die Suche nach einer geeigneten Institution sollte daher immer in Absprache mit dem Betroffenen erfolgen. Um die richtige Wahl zu treffen, bietet sich hierbei an, in drei Schritten vorzugehen:

  1. Checkliste erstellen
  2. Online-Suche nach Pflegeheimen
  3. Besuch vor Ort

Halten Sie diese drei Schritte ein, kann das die Entscheidung für oder gegen eine Pflegeeinrichtung vereinfachen. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen alle drei Schritte ausführlich vor.

Schritt 1: Checkliste für das passende Pflegeheim

Im ersten Schritt sollten Sie gemeinsam mit dem Betroffenen eine Checkliste erstellen, die alle für den zukünftigen Bewohner relevanten Informationen enthält. Besonders wichtig sind hier neben Betreuungs- und Versorgungsleistungen auch private Belange, wie beispielsweise die Zimmergröße, die Einrichtung oder das Freizeitangebot. Eine solche Checkliste zum Download bietet beispielsweise pflegeportal.de.

Neben den Checklisten im Internet informieren auch unabhängige Pflegeberatungen darüber, welche Pflegeheime in der näheren Umgebung besondere Bedürfnisse erfüllen. Diese werden von den Gemeinden oder von karitativen Einrichtungen wie der Caritas angeboten und stehen Betroffenen mit Rat zur Seite.

Schritt 2: Online-Suche nach einem passenden Pflegeheim

Im Internet gibt es zahlreiche Portale, die Sie bei der Suche nach einem Pflegeheim verwenden können. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Portale unabhängig von den Pflegeheimen selbst sind. Eine solche Seite ist beispielsweise die des Deutschen Seniorenportals, die eine Suche nach Pflegeheimen mit Umgebungseingrenzung anbietet. Auch werden dort Bewertungen und Bilder der Pflegeheime sowie Kontaktinformationen angeboten. Hier geht es zur Pflegeheimsuche des Deutschen Seniorenportals.

Daneben bieten viele Krankenkassen ebenfalls Online-Suchen für Pflegeheime an. So können Sie beispielsweise auf der Seite der AOK oder auf der Seite der Techniker Krankenkasse je nach Umgebung verschiedene Angebote von Pflegeheimen finden. In den meisten Fällen werden hier die sogenannten Pflegenoten angezeigt, die Aufschluss über die Qualität des Pflegeheimes geben sollen. Die Pflegenoten werden vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vergeben und in einem jährlichen Transparenzbericht veröffentlicht. Die Noten orientieren sich an klassischen Schulnoten und reichen von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft). Wichtig ist, dass die Noten in einem Durchschnittsverfahren gebildet werden. Gute Noten können also auch von nicht pflegerelevanten Kriterien wie zum Beispiel der Größe der Zimmer stammen. Deshalb ist das Notensystem zwar als erste Orientierung hilfreich, dennoch sollten Sie sich auch bei Pflegeheimen mit einer sehr guten Benotung immer vor Ort überzeugen lassen.

Schritt 3: Besuch vor Ort

Haben Sie mehrere Pflegeheime gefunden, die Ihnen und dem Betroffenen gefallen, sollten Sie sich immer vor Ort beraten lassen. Dabei muss nicht nur die Pflegeleistung gut sein, sondern auch das Gefühl entscheiden. Achten Sie deshalb auf folgende Punkte:

  • Emotion
    Stimmt die Atmosphäre im Pflegeheim? Wie gestaltet sich der Kontakt zu den Pflegern? Sind diese herzlich und erscheinen freundlich? Bringen die Pflegkräfte genügend Respekt für Sie und Ihre Situation entgegen?
  • Wohnumfeld
    Sind die Zimmer und die Einrichtung insgesamt sauber und modern ausgestattet? Gibt es Gemeinschaftsräume? Wie ist das Essen geregelt? Gibt es einen Speiseplan? Sind andere Pflegepatienten zufrieden mit dem Angebot im Pflegeheim?
  • Personal
    Gibt es genügend Personal? Wirken die Pfleger gestresst? Wie ist das Gespräch insgesamt? Wirkt es hektisch oder nehmen sich die Pfleger Zeit für Sie?
  • Angehörige
    Wie werden Familie, Angehörige und Freunde des Betroffenen in das Pflegeheim integriert? Gibt es Besuchszeiten oder Einschränkungen? Wie ist die Kommunikation zwischen Pflegern und Angehörigen geregelt?

Viele Pflegeheime bieten neben Vor-Ort-Terminen auch befristetes Probewohnen an. Dies ist eine gute Möglichkeit, um den Alltag des Pflegeheims näher kennenzulernen und einen Eindruck von der Wohn- und Pflegesituation zu bekommen. Zudem sollten Sie bei einem Termin im Pflegeheim auch nach den Wartelisten für einen Pflegeheimplatz fragen. In den meisten Fällen sind die Plätze begrenzt und der Andrang groß. Deshalb können längere Wartezeiten entstehen. Ist das der Fall, sollten Sie sich nach anderen vorübergehenden Alternativen umschauen. Ein Einzug in ein anderes Pflegeheim, bis der Platz in der gewünschten Institution frei wird, ist dabei nicht selten.

Wer übernimmt die Pflegekosten?

Haben Sie sich für ein Heim entschieden, stellt sich die Frage nach den Kosten. Diese werden im Vertrag des Pflegeheimes aufgelistet und decken in den meisten Fällen alle Kosten für die Pflege, Betreuung, Unterkunft und Verpflegung ab. Einen Teil der Pflegekosten übernehmen dabei die Pflegekassen. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn der Medizinische Dienst der Krankenversicherer (MDK) dem Betroffenen einen Pflegegrad zugewiesen hat. Wie genau eine solche Prüfung des Medizinischen Dienstes abläuft, erfahren Sie in unserem Beitrag „Wie wird Pflegebedürftigkeit festgestellt?“.

Abhängig vom Pfleggrad bekommt die zu pflegende Person Unterstützungsleistungen für die Zahlung eines Pflegheimes. Pflegebedürftige mit einem geringen Pflegegrad (z.B. Pflegegrad 2 oder Pflegegrad 3) benötigen weniger Unterstützung und erhalten daher auch eine geringere finanzielle Zuwendung. Wie viel Sie erhalten, zeigt folgender Überblick:

Pflegegrad 1 = 125 Euro (Zuschuss)
Pflegegrad 2 = 770 Euro
Pflegegrad 3 = 1.262 Euro
Pflegegrad 4 = 1.775 Euro
Pflegegrad 5 = 2.005 Euro

Sind die Heimkosten höher als die Summe der Leistungen der Pflegekassen, müssen Angehörige die restlichen Zahlungen leisten. Diese Lücke der Kosten kann jedoch durch eine Pflegeversicherung wie die IDEAL PflegeRente abgedeckt werden.

Titelbild: © AlexRaths / iStock.com

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