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Zeckenstich – Borreliose und FSME erkennen

Es ist Frühling. Die Tage werden länger und wärmer, an manchen Orten steht schon der Grill bereit. Es ist die Zeit für lange Spaziergänge in der Natur. Allerdings sind Menschen nicht die einzigen, die nach den langen Wintermonaten wieder „aufwachen“. Auch Zecken warten auf die warmen Tage des Jahres und darauf, arglose Spaziergänger oder Tiere zu stechen. Damit Sie diesbezüglich gewappnet sind, liefern wir die wichtigsten Tipps, um sich gegen Zecken zu schützen.

Inhalt

Risiko Zeckenstich

Die Zeckenzeit beginnt nicht erst im Frühling oder gar im Frühsommer, sondern immer dann, wenn es mehrere Tage lang wärmer als zehn Grad bleibt und zugleich ausreichend feucht ist. Das ist zumeist erst im März der Fall, doch laut dem Zecken-Radar können die ersten Zecken bereits im Februar auftreten. Die Zeckenzeit dauert also generell von Februar bis Oktober. Gleichzeitig bedeutet das ein erhöhtes Risiko für von Zecken übertragene Krankheiten. Denn diese können eine Infektion mit FSME oder Borreliose mit sich bringen. Besonders gefährdet sind in Deutschland die südlichen Regionen. Nach Schätzungen löst einer aus 150 Zeckenstichen in den Risikoregionen wie Bayern oder Baden-eine FSME-Erkrankung aus.

Was ist FSME?

Eine von Zecken übertragene Krankheit ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Dabei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die je nach Betroffenem einen unterschiedlichen Verlauf haben kann. Ausgelöst wird sie durch eine Infektion mit dem FSME-Virus, das die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Erkrankten angreifen kann. Für gewöhnlich übertragen Zecken diese Krankheit. Genauer: Die Viren gelangen über den Speichel der Zecke in den neuen Wirt. Doch Zecken.de gibt in diesem Zusammenhang auch den Verzehr von naturbelassener Milch als Auslöser an. Denn mit Frühsommer-Meningoenzephalitis infizierte Kühe können den Virus in seltenen Fällen über ihre Milch weitergeben.

Was sind die Symptome von FSME?

Die Symptome von FSME können stark differieren. Zwar hat die Wissenschaft noch nicht vollständig erforscht, wie diese zustande kommen, doch generell sind das Alter und das Geschlecht des Erkrankten entscheidend für den symptomatischen Verlauf der FSME-Erkrankung. Sie kann in mehreren Phasen ablaufen:

Erstes Stadium
Der FSME-Patient leidet unter Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Weil die Symptome stark an eine Sommergrippe erinnern, ist eine Diagnose für den Arzt schwierig. Denn die Inkubationszeit beträgt unter Umständen mehrere Wochen .

Zweites Stadium
Hier kann der FSME-Virus Ihr zentrales Nervensystem befallen. Die Meningitis (Hirnhautentzündung) ist dabei noch die mildeste Ausprägung. Auch hier können starke Kopfschmerzen und hohes Fieber auftreten. Zudem melden Patienten häufig einen steifen Nacken.

Eine schwerere Form der FSME ist eine Gehirn- und Rückenmarkentzündung. Es bleibt nicht bei einer Hirnhautentzündung. Die Erkrankung breitet sich auf das ganze Gehirn sowie die Nervenwurzeln aus. Unter Umständen können Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen auftreten. Auch psychische Veränderungen, beispielsweise emotionale Labilität oder Konzentrationsstörungen, und diverse Lähmungserscheinungen sind bei dieser Ausprägung möglich.

Unter Umständen, etwa in hohem Alter des Patienten oder bei einem geschwächten Abwehrsystem, kann FSME tödlich enden. Dies kommt jedoch eher selten vor.

Infografik: Achtung, Zecken! | Statista

Behandlung FSME-Erkrankung

FSME kann nicht behandelt oder medikamentös geheilt werden. Dem Arzt ist es lediglich möglich, die Symptome zu lindern. Ein kleiner Lichtblick: Wenn Sie einmal mit FSME infiziert waren, bauen Sie, so Infektionsschutz.de, auf unbekannte Dauer eine Immunität gegen die Krankheit auf. Sollten Sie ein Risikogebiet bewohnen oder planen, in ein solches zu reisen, können Sie sich mittels einer Impfung gegen FSME schützen.

Wichtig: Weil die FSME-Viren über den Speichel der Zecke übertragen werden, ist eine Infektion bereits mit dem Stich möglich. Auch eine sofortige Entfernung der Zecke kann nicht davor schützen. Allerdings bleibt das Risiko tendenziell niedriger, wenn der Betroffene die Zecke zeitnah entfernt.

FSME beim Kind

Kinder sind aufgrund des Spielens im Freien einem höheren Risiko ausgesetzt, von Zecken gestochen zu werden. Auch dicht an der Natur erbaute Spielplätze können Zecken beherbergen. Allerdings verläuft die Krankheit bei Kindern leichter als bei Erwachsenen. Kinder können ebenfalls gegen FSME geimpft werden.

Was ist Borreliose?

Die Borreliose (auch Lyme-Borreliose) ist die am häufigsten von Zecken übertragene Krankheit. Im Gegensatz zur FSME wird sie nicht durch ein Virus, sondern durch ein Bakterium ausgelöst. Jährlich erkranken schätzungsweise 50.000 bis 100.000 Menschen an Borreliose. Die Infektionsrate beträgt regional zwischen zehn und 40 Prozent. Damit ist etwa jede dritte Zecke ein Infektionsträger. Jedoch löst nicht jeder Stich zwangsläufig eine Erkrankung aus.

Anzeichen für eine Borreliose

Das prägnanteste Erkennungszeichen für eine Borreliose ist die sogenannte Wanderröte. Ein roter Fleck also, der sich an der Einstichstelle bildet und im Verlauf mehrerer Tage und Wochen größer werden kann. Dieser tritt bei 50 bis 90 Prozent aller Patienten auf. Wichtig dabei: Es kann Infektionen geben, bei denen keine Wanderröte auftritt oder sie schnell wieder verschwindet. Zudem kann es bis zu mehrere Wochen dauern, bis die Wanderröte sichtbar ist. Aufgrund der Anpassungsfähigkeit der Borreliose-Bakterien bedeutet ein Verschwinden der Wanderröte noch keine Entwarnung. Auch andere Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Fieber und Gelenkschmerzen sind möglich. Ein sogenannter Borreliose-Test ist wenig aufschlussreich, denn hierbei untersucht der Arzt vorhandene Antikörper im Patienten. Diese können jedoch auch bei gesunden Menschen auftreten. Allerdings ist es möglich, anhand des Fehlens von Antikörpern eine Borreliose im Spätstadium auszuschließen.

Wie die FSME kann auch Borreliose in verschiedenen Stadien ablaufen:

Erstes Stadium
Die Wanderröte breitet sich aus. Allgemeine Symptome wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder geschwollene Lymphknoten können auftreten.

Zweites Stadium
Nervenschmerzen und -lähmungen werden sichtbar. Möglich sind hierbei auch Gehirn- und Hirnhautentzündungen sowie Herzmuskelentzündungen.

Drittes Stadium
Die häufigsten Symptome im dritten Stadium sind Lyme-Arthritis oder Acrodermatitis. Die Lyme-Arthritis greift die Gelenke an, am häufigsten Knie, Sprunggelenke oder Ellbogen.

Wie schütze ich mich vor einer Borreliose?

Im Gegensatz zur FSME sind Patienten nicht vor einer neuerlichen Infektion geschützt, sollten sie bereits eine Borreliose-Erkrankung durchgemacht haben. Beide Krankheiten sind medizinisch verschieden. Eine Impfung vor FSME schützt darum nicht vor einer Borreliose. Weil die Borreliose jedoch von Bakterien ausgelöst wird, kann sie mittels Antibiotika behandelt werden.

Borreliose beim Kind

Laut dem Robert Koch-Institut verfügen viele Kinder über Borreliose-Antikörper, was bedeutet, dass sie womöglich bereits einmal in ihrem Leben infiziert waren. Allerdings führt nicht jede Infektion zu einem Krankheitsausbruch. Die Anzahl der Gestochenen, die wirklich krank werden, beträgt zwischen 0,5 bis 1,5 Prozent. Bei Kindern schlägt die Borreliose-Behandlung durch Antibiotika ebenfalls gut an.

Neue Riesenzecke in Deutschland – Hyalomma-Zecke hat überwintert

Medienberichten zufolge hat anscheinend die aus Südeuropa und Afrika stammende Hyalomma-Zecke erstmalig in Deutschland überwintert. Dabei handelt es sich um eine tropische Riesenzecke, die das gefährliche Krim-Kongo-Fieber verbreiten kann. Der Krankheitsverlauf ähnelt dem von FSME, jedoch gibt es keine Impfung. Symptome des Krim-Kongo-Fiebers sind zum Beispiel Fieber, Benommenheit und Bauchschmerzen.

Welchen Zeckenschutz gibt es?

Um einen Zeckenstich und damit eine FSME- oder Borreliose-Erkrankung zu vermeiden, sollten Sie das Risiko minimieren. Halten Sie sich möglichst nicht im hohen Gras oder Unterholz auf. Denn dort fühlen sich Zecken besonders wohl. Ein weiterer Schutz ist lange, helle Kleidung. Hell sollte sie darum sein, weil Zecken sich darauf besser entdecken lassen. Lange Hosen, Ärmel und Socken erschweren der Zecke zusätzlich den Zugang zur Haut. Zusätzlich sollten Sie Ihren Körper nach einem Besuch in der Natur auf Zecken untersuchen. Zecken klettern für gewöhnlich nicht höher als 1,50 Meter, weswegen vor allem die Beine ein beliebtes Ziel sind. Aber auch alle anderen Stellen, an denen die Haut dünn ist, können zum Einstich reizen. Gegen FSME gibt es eine Vorsorgeimpfung. Auch für Kinder gibt es eine solche FSME-Impfung.

Was tun bei Zeckenstich?

Folgende Hilfsmittel können dabei helfen, das Risiko einer Infektion durch Zeckenstich zu minimieren:

  • Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte (zur Entfernung einer Zecke)
  • Desinfektionsmittel, Pflaster
  • Zeckenabwehrmittel oder Insektenschutzmittel (Vorbeugung)

Sollten Sie trotz aller Vorsicht gestochen werden, müssen Sie die Zecke so schnell wie möglich entfernen. Je schneller Sie handeln, umso geringer ist das Krankheitsrisiko. Außerdem sollten Sie, um sicherzugehen, auf die Wanderröte achten. Sollte diese nach dem Einstich auftreten, ist ein Arztbesuch angeraten.

Titelbild: © Andrei310 / iStock.com

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