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Diagnose Demenz – Wie geht es weiter?

1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt. Weltweit sind rund 45 Millionen Menschen betroffen. Und jedes Jahr kommen 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Damit ist Demenz eine der häufigsten Krankheiten im Alter. Mit der Erkrankung verbunden ist vor allem der Verlust geistiger und körperlicher Fähigkeiten. Heilbar ist Demenz nicht. Aus diesem Grund ist die Diagnose in den meisten Fällen mit großen Sorgen für die Zukunft verbunden. Wie geht das Leben mit der Krankheit weiter? Welche Therapie- und Betreuungsmöglichkeiten gibt es? Und wie sollten Angehörige damit umgehen?

Inhalt:

Was genau ist „Demenz“?

Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „ohne Geist“. Im Wesentlichen bezieht sich der Begriff auf das Krankheitsbild der Betroffenen. Denn sprechen Ärzte von „Demenz“, meinen diese eigentlich ein demenzielles Syndrom, das den Verlust geistiger und intellektueller Fähigkeiten beschreibt. Ausgelöst wird das demenzielle Syndrom durch verschiedene Krankheiten (z.B. Alzheimer).

Betroffene leiden an Gedächtnisverlust, sprachlichen Einschränkungen und einer Verschlechterung motorischer Fähigkeiten. Verantwortlich für diese Symptome sind Erkrankungen, die die Gehirnstruktur beeinträchtigen und dort vorhandene Nervenzellen beschädigen oder komplett zerstören. Die Folgen sind oft dramatisch.

Wie häufig tritt Demenz auf?

Weltweit leiden rund 45 Millionen Menschen an einer Demenz. 1,6 Millionen sind es alleine in Deutschland. Grundsätzlich ist das Alter ein erheblicher Risikofaktor für die Erkrankung. Besonders ältere Frauen ab 90 Jahren sind betroffen. Hier haben rund 40,95 Prozent eine Demenzerkrankung. Zwei Drittel aller Betroffenen sind über 80 Jahre alt.

Mit einer immer älter werdenden Gesellschaft steigt also auch die Zahl der Demenzerkrankten. Bis 2050 soll sich die Zahl der Betroffenen weltweit verdreifachen. In Deutschland rechnen Experten damit, dass die Zahl bis dahin auf rund 3 Millionen Demenzerkrankte steigen wird.

Welche Formen der Demenz werden unterschieden?

Medizinisch gesehen gibt es zwei unterschiedliche Formen von Demenz. Differenziert wird zwischen einer primären (hirnorganischer/kortikaler) und sekundären (nicht-hirnorganischer) Demenzerkrankung. Gemein haben beide Demenzformen, dass die Erkrankung mit Einschränkungen oder dem ganzheitlichen Verlust geistiger Leistungsfähigkeit einhergeht. Das heißt, die Symptome sind also größtenteils ähnlich, die Unterschiede zwischen einer primären und sekundären Demenz liegen in den Ursachen. Wir stellen Ihnen beide Demenzformen vor:

Primäre Demenz

Ursache: Der Grund für die demenziellen Syndrome liegt bei der primären Demenz vor allem im Absterben von Gehirnzellen. Hier können verschiedene Krankheiten dazu führen, dass die im Gehirn vorhandenen Verbindungen verloren gehen (neurodegenerativ). Einfache Aufgaben wie Kochen oder die Erinnerung an Namen werden so zur Herausforderung, weil das Gehirn keine Verknüpfungen mehr herstellen kann.

Häufigkeit: Die primäre Demenz ist für 90 Prozent aller Demenzerkrankungen verantwortlich. Damit ist sie wesentlich häufiger verbreitet als sekundäre Demenzformen.

Heilung: Primäre Demenzformen sind bisher nicht heilbar. Zwar lässt sich der Krankheitsverlauf durch spezielle Therapien und Pflegeformen verlangsamen, eine Besserung stellt sich jedoch nicht ein.

Sekundäre Demenz

Ursache: Das demenzielle Syndrom ist bei der sekundären Demenz Folge einer anderen Erkrankung, die nicht das Gehirn und deren Nervenzellen zerstört, sondern lediglich kurzzeitig angreift. So kann beispielsweise eine Depression zu Einschränkungen der motorischen wie gedanklichen Fähigkeiten führen.

Häufigkeit: An einer sekundären Demenzform zu erkranken ist relativ selten. Lediglich 10 Prozent aller Demenzerkrankungen ist auf eine solche sekundäre Stufe zurückzuführen.

Heilung: Eine Heilung ist bei sekundären Demenzerkrankungen unter der Voraussetzung einer frühzeitigen Behandlung möglich. Denn die Ursache für eine sekundäre Demenz, wie beispielsweise eine Depression, ist zumeist behandelbar, sodass Schädigungen des Gehirns vermieden werden können. Wird eine entsprechende Therapie eingeleitet, kann sich das Gehirn erholen und die Symptome klingen ab.

Grundsätzlich gilt bei beiden Demenzformen jedoch: Sind die Nervenzellen im Gehirn einmal zerstört, können diese nicht wieder regeneriert werden. In diesem Fall müssen andere Gehirnzellen entsprechend trainiert werden, um die verlorengegangenen Verbindungen zu kompensieren. Doch auch dieser Weg ist bei einer fortschreitenden Demenz nur als verzögernder Prozess zu verstehen, da auch die neu trainierten Zellen im Laufe der Zeit absterben können.

Anzeichen von Demenz: Wann zum Arzt?

Wichtig ist bei Demenzerkrankungen eine frühzeitige Diagnose. Besonders, da zu diesem Zeitpunkt noch Therapien eingeleitet werden können, die den Verlauf der Krankheit verzögern. Deshalb sollten Betroffene zum Arzt gehen, wenn regelmäßig Orientierungsprobleme oder Gedächtnisschwund auftreten. Auch Angehörige sollten aktiv werden. Verhält sich der Betroffene dauerhaft anders, sind emotionale Schwierigkeiten zu erkennen oder zeichnen sich Erinnerungsprobleme ab, sollten Sie vorsorglich einen Arzt kontaktieren.

Der Mediziner wird dann mit dem Betroffenen mehrere Untersuchungen durchführen. Einen Test, der eine Demenzerkrankung feststellen kann, gibt es nicht. Vielmehr hilft eine sorgsame Anamnese zur Erkennung der Krankheitsform. Dazu zählen neben psychischen und physischen Untersuchungen auch Veränderungen des Charakters oder des Verhaltens, die am besten durch Angehörige geschildert werden können. Eine Demenz ist relativ sicher zu bestimmen, wenn auch die Form meist ungeklärt bleibt. In dem Fall, dass Sie eine Demenz vermuten, muss ein Neurologe oder Gerontopsychologe hinzugezogen werden.

Was ändert sich mit der Diagnose Demenz für den Betroffenen?

Ist die Diagnose einmal gestellt, sind viele Betroffene und auch Angehörige überfordert. Was wird aus dem Betroffenen? Wie lange kann das gewohnte Leben noch weitergeführt werden? Es stellen sich viele Fragen, die sich besonders auf die nun neue Pflege- und Betreuungssituation aber auch auf den Verlauf der Krankheit beziehen. Wichtig ist dabei, dass Sie den Mut nicht verlieren. Wir haben Ihnen Tipps zusammengestellt, die Sie auf Ihrem Weg nach der Diagnose und im Frühstadium der Demenz begleiten können:

  1. Krankheit: Klären Sie medizinische Fragen

Nach der Diagnose wird Ihr Arzt mit Ihnen einen entsprechenden Therapieplan entwickeln. Dieser kann in Zusammenarbeit mit anderen Ärzten durchgeführt werden. Auch andere Stellen können hier weiterhelfen. Das Alzheimer-Telefon kann Betroffene zum Leben mit der Erkrankung beraten und Hilfestellung leisten.

  1. Freizeit: Bleiben Sie aktiv

Kurz nach der Diagnose sollten Sie sich keinesfalls zurückziehen. Tätigen Sie nach wie vor körperliche und geistige Aktivitäten. Auch das kann zur Verlangsamung der Demenzerkrankung führen. Gehen Sie also weiterhin spazieren, wandern oder treffen Sie sich mit Freunden. Die Erkrankung kann zwar nicht geheilt werden, dennoch muss die Lebensqualität nicht darunter leiden.

  1. Angst: Stehen Sie zu Ihren Sorgen

Reden Sie offen mit Vertrauten über Ihre Sorgen und Befürchtungen. Wichtig ist, dass Sie die Hilfe von Familie, Freunden oder Bekannten annehmen. Das Miteinander kann helfen, dass Sie sich trotz Erkrankung sorgenfreier fühlen und Unterstützung erhalten, wo sie nötig ist.

  1. Gedächtnis: Seien Sie offen gegenüber der Krankheit

Schämen Sie sich nicht, wenn Sie Dinge vergessen oder Fehler machen. Essen Sie beispielsweise immer zu denselben Uhrzeiten, gehen Sie immer um dieselbe Zeit schlafen und schreiben Sie sich Dinge auf, damit Sie sie nicht vergessen. Ziehen Sie sich nicht von gemeinschaftlichen Aktivitäten zurück, bloß um sich nicht zu „blamieren“. Das Umfeld hat in den meisten Fällen Verständnis für Ihre Situation.

  1. Unterstützung: Holen Sie sich Hilfe

Sollten Sie Unterstützung in verschiedenen Bereichen benötigen, steht Ihnen diese auch zu. Wenden Sie sich hierfür an entsprechende Pflegeeinrichtungen. Diese werden Ihnen eine geeignete Haushaltshilfe zur Verfügung stellen oder andere Pflegemaßnahmen vorschlagen.

  1. Beruf: Bleiben Sie berufstätig

Nicht immer bedeutet eine frühe Demenz, dass auch der Beruf aufgegeben werden muss. Beantragen Sie einen Schwerbehindertenausweis und lassen Sie sich beispielsweise vom Integrationsamt beraten. Auch Arbeitgebern stehen hier viele Möglichkeiten zur Verfügung, Sie weiterhin zu beschäftigen. Sprechen Sie daher mit ihrem Arbeitgeber.

Pflege der Demenzerkrankten

Besonders im frühen Stadium ist eine Pflege der Demenzerkrankten noch nicht notwendig. Betroffene können in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben und kommen mit einigen Hilfestellungen, wie beispielsweise Buchführungen über Ess- und Schlafenszeiten oder Terminen, sehr gut alleine zurecht. Dennoch ist die Krankheit nicht heilbar, sodass sich Betroffene und Angehörige bereits zu Beginn der Erkrankung Gedanken über die zukünftige Pflegesituation machen sollten. Wir haben Ihnen ein paar Informationen rund um die Pflegemöglichkeiten bei Demenz zusammengestellt:

  1. Unterstützende Angebote

Demenzkranke im frühen Stadium können sich noch sehr gut alleine versorgen. Dennoch wächst die Sorge vor dem zunehmenden Gedächtnisverlust. Betreuungsgruppen und Selbsthilfegruppen können helfen, die Angst zu nehmen.

  1. Eigene Wohnung

Pflege in der eigenen Wohnung ist bei Demenzerkrankten durchaus üblich. Rund zwei von drei Demenzbetroffenen wohnen alleine. Gepflegt und unterstützt werden viele durch die Familie.

  1. Tagespflege

Können die Angehörigen nur wenig Zeit für die Pflege aufwenden, kann auch über eine Tagespflege nachgedacht werden. Hier verbringen Demenzerkrankte einen oder mehrere Tage pro Woche in einer Einrichtung, die auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist. Am Abend kehren sie wieder heim zu ihren Familien.

  1. Verhinderungspflege

Pflegen Angehörige den Demenzerkrankten, brauchen auch diese einmal eine Auszeit. Dies ist durch die Verhinderungspflege möglich, die dann einspringt, wenn die eigene Zeit nicht reicht. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag „Verhinderungspflege – Auszeit für pflegende Angehörige“.

  1. Andere Wohnformen

Demenz-WG’s sind mittlerweile sehr gefragt. Auch das betreute Wohnen in seniorengerechten Einrichtungen ist eine Alternative.

  1. Pflegeheim

Natürlich ist auch das Pflegeheim eine Option für Demenzerkrankte. Im Regelfall wird dieser Schritt jedoch erst bei einer fortschreitenden Demenz in Erwägung gezogen. Stoßen Angehörige an Ihre Grenzen, ist die permanente Pflege durch eine professionelle Betreuung von Vorteil.

Titelbild: © kunertus / iStock.com

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