Einbruchstatistik 2017: Einbrecher beim Aufhebeln einer Tür

Einbruchstatistik 2018 – Aktuelle Zahlen und Empfehlungen

Jedes Jahr veröffentlichen das Bundeskriminalamt und die Deutsche Versicherungswirtschaft Zahlen zu Einbrüchen aus dem vorangegangenen Jahr. Die Erkenntnisse sind wichtig für die Strafverfolgung, aber auch für die Prävention. Angesprochen sind daher nicht nur Fachkräfte rund um die Sicherheit von Hab und Gut, sondern auch Hausbesitzer und Mieter. Wie sich die Anzahl der Verbrechen im Laufe der Jahre verändert hat und wie sie Ihr Heim vor möglichen Einbrüchen schützen, erfahren Sie in unserem Artikel.

Inhalt:

Wie verändert sich die Zahl der Wohnungseinbrüche?

Maßgeblich sind die Zahlen der PKS, der Polizeilichen Kriminalstatistik, die jeweils im Mai des aktuellen Jahres zum Vorjahr veröffentlicht wird. Für das Jahr 2018 gibt die PKS folgende Zahlen zu Wohnungseinbrüchen bekannt:

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr gefallen und lag somit das erste Mal seit 1997 wieder unter 100.000 gemeldeten Fällen. Während die Polizei 2017 noch 116.540 Anzeigen aufnahm, waren es im Jahr 2018 nur noch 97.504. In 45 % der Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl blieb es jedoch nur beim Versuch. Denn viele der 44.261 gescheiterten Einbruchsversuche mussten aufgrund technischer Sicherheitsvorkehrungen abgebrochen werden. Im Jahr 2017 lag die Zahl noch bei 52.495. Zusätzlich lässt sich auch ein Rückgang der Einbrüche untertags feststellen. Hier sank die Zahl von 47.866 auf 38.099 im Vergleich zum Vorjahr. In der Übersicht bedeutet das:

Einbruchart 2018 2019
Wohnungs
einbrüche gesamt
97.504 Einbrüche 47.866 Einbrüche
Einbrüche tagsüber 38.099 Einbrüche 47.866 Einbrüche
Versuchter Einbruch 44.261 versuchte Einbrüche 52.495 versuchte Einbrüche

Der GDV (Gesamtverbund der Deutschen Versicherungswirtschaft) veröffentlicht ebenfalls jährlich seinen Report. Die Veröffentlichung aus dem Jahr 2019 zeigt, dass im vergangenen Jahr die geleisteten Zahlungen für Wohnungseinbrüche bei 310 Millionen Euro lagen. Damit ist das die niedrigste Zahl seit 12 Jahren und die Zahl der versicherten Einbrüche ist um 14 % zum Vorjahr gesunken. Dem GDV zufolge verursacht ein Einbruch im Schnitt einen Schaden von 2.850 Euro. Eine Trendwende sieht der GDV-Präsident Wolfgang Weiler aber nicht. Er warnt davor, dass die Zahlen auch wieder steigen können, wie das vor einem Jahrzehnt schon einmal passiert ist. Die Zahlen seien weiterhin zu hoch, ist er sich sicher. Er weist außerdem darauf hin, dass die Einbruchszahlen durch weitere präventive Maßnahmen deutlich gesenkt werden könnten. Das untermauert auch die PKS des Bundeskriminalamtes. Die Tatsache, dass fast die Hälfte aller Einbruchsversuche erfolglos abgebrochen wird, ist ein wichtiges Indiz für guten Einbruchschutz durch verbesserte Sicherheitstechnik.

Wie sicher sind die Bundesländer?

Unterschiede in den Bundesländern in Bezug auf die Einbruchstatistik haben verschiedene Gründe. Die Bevölkerungsdichte spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das gilt aber auch für die Wohneinheiten. Ein Einbruch in ein Einfamilienhaus lässt sich generell schlechter verbergen als der Versuch, in ein Mehrfamilienhaus einzudringen. Regionen, in denen die Bewohner über Jahrzehnte nebeneinander leben und einander kennen, sind ebenfalls sicherer. Man kennt die Gewohnheiten der Nachbarn. Ungereimtheiten fallen daher in einem bayerischen Vorort sehr viel schneller auf als in einer Hochhaussiedlung in Hamburg.

Im Jahr 2018 konnte die Polizei in Bremen den größten prozentualen Rückgang an Wohnungseinbrüchen feststellen. Hier ergab sich ein Rückgang von 27,1 Prozent. In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsdichtesten Bundesland, sank die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle um rund 10.000 Fälle. Das entspricht ebenfalls einer Veränderung von über 20 Prozent. In Hamburg lag der drittgrößte Rückgang vor mit einer Veränderung von 5.769 Fällen auf 4.601 Fälle, also ebenfalls rund 20 Prozent. In 14 aller Bundesländern ging die Zahl der Wohnungseinbrüche zurück, außer im Saarland und in Sachsen-Anhalt. Während Sachsen-Anhalt mit einem Anstieg von 3,9 Prozent noch im Rahmen zu sein scheint, ist der Anstieg im Saarland doch sehr beachtlich. Hier machte sich ein Anstieg von 23,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bemerkbar.
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Die Kostenfrage zum Einbruchschutz

Sicherheitstechnik kann teuer werden. Um eine solche Modernisierung attraktiver zu machen, gibt es seit 2017 staatliche Fördermaßnahmen für den Einbruchschutz. So steht es im Koalitionsvertrag der 2017 neu gewählten Bundesregierung. Gefördert werden auch Neubauten, um die Einbruchzahlen weiter zu senken. Und es investieren immer mehr Menschen in mögliche Sicherheitstechnik und das auch mit Erfolg wie die hohen Einbruchsabbrüche zeigen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert neben einzelnen Maßnahmen bauliche Maßnahmen zum Einbruchschutz im Rahmen bestehender KfW-Produkte. Für den Investitionszuschuss für Maßnahmen zum Einbruchschutz in Bestandsgebäuden gelten seit dem 01.04.2019 neue Förderbedingungen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der KfW.

Verhindern Sie selbst Einbrüche!

Einbrecher sehen von ihrem Vorhaben ab, wenn es ihnen nach durchschnittlich drei Minuten nicht gelungen ist, ins Haus zu gelangen. Je mehr Sie also den Einbruch erschweren, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der ungebetene Gast es in Ihre Räumlichkeiten schafft. Bauen Sie professionelle Sicherheitstechnik ein, ist zugleich der Schaden durch den Einbruchversuch deutlich geringer. Staatliche Zuschüsse senken außerdem Ihre Kosten bei dieser sinnvollen Modernisierung. So erhalten Sie 50 bis 1600 Euro pro Wohneinheit, inklusive Material und Kosten für die Handwerker. Berechnen Sie Ihre möglichen Zuschüsse und lassen Sie sich durch einen Fachbetrieb beraten.

Nutzen Sie das interaktive Haus auf der Webseite von K-Einbruch, um die Schwachstellen Ihres Hauses zu finden und sich wertvolle Tipps zu sichern. K-EINBRUCH ist ein Service der Polizei zur Prävention von Einbrüchen. Auf der Website finden Sie u. a. Verhaltensregeln, denn auch die beste Technik kann eigene Versäumnisse nicht ausgleichen und manchmal öffnen auch kleine Versäumnisse Einbrechern die Tür.

  • Verschließen Sie Türen und Fenster immer bei Verlassen des Hauses
  • Kippfenster sind Einladungen für Einbrecher
  • Verstecken Sie keine Schlüssel in Hausnähe
  • Sichern Sie Kellereingänge und Fenster
  • Tauschen Sie bei verlorenen Schlüsseln alle Schlösser aus

Ein sehr guter Schutz gegen Einbrecher sind aufmerksame Nachbarn. Pflegen Sie den Kontakt und achten auch Sie auf die Nachbarhäuser und Wohnungen. Unterstützen Sie einander bei Abwesenheit, z. B. durch:

  • Kontrollgänge
  • Leeren der Briefkästen
  • Hochziehen und Herunterlassen der Rollläden
  • Ansprechen von Fremden

Alarmanlagen nützen nichts, wenn niemand reagiert. Ungewohntes Hundegebell, Hilferufe oder Alarmanlagen sind Alarmsignale. Auch offenstehende Türen und Fenster können Hinweise sein, dass ein Nachbar Hilfe braucht.

Im Falle eines Einbruchs

Gehen Sie kein Risiko ein. Einbrecher wollen das Haus für gewöhnlich schnell und unerkannt wieder verlassen. Dennoch ist für Sie nicht immer erkennbar, ob der oder die Einbrecher noch vor Ort sind. Verlassen Sie das Haus sofort wieder. So reduzieren Sie Ihr Risiko und Sie zerstören keine Spuren. Rufen Sie umgehend die Polizei. Hindern Sie einen möglicherweise noch vor Ort befindlichen Einbrecher nicht an der Flucht. Sie wissen nicht, ob er bewaffnet ist. Denken Sie zuerst an Ihre Sicherheit und die Ihrer Angehörigen und Nachbarn.

Welche Schäden die Versicherung bezahlt, erfahren Sie im Artikel “Was zahlt die Hausratversicherung bei Einbruch und Diebstahl?”

Unklarheiten beim Thema Einbruchssicherheit

Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie Ihr Haus schützen können, oder wenn bauliche oder persönliche Gründe die Sicherheitsmaßnahmen erschweren, können Sie sich direkt bei den Experten der polizeilichen Kriminalprävention beraten lassen. Auskunft erteilt jede größere Polizeidienststelle Ihres Kreises. Beachten Sie zusätzlich Folgendes:

  • Einbruchschutz gilt auch für Ihre Nebengebäude
  • Lassen Sie kein Werkzeug unbeobachtet draußen
  • Schalten Sie Stromanschlüsse im Außenbereich nach Gartenarbeiten ab

Fazit: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist stark gesunken. Beobachter stellen aber fest, dass die Angst vor Einbrüchen steigt. Etwas widersprüchlich ist deshalb die Reaktion von Mietern und Hauseigentümern. Obwohl viele überzeugt sind, dass das Risiko eines Einbruchs hoch ist, wird die Sicherung der eigenen vier Wände weiterhin vernachlässigt. Experten der Polizei und der Versicherungsgesellschaften stellen immer wieder fest, dass Einbrüche mit geeigneten Sicherheitsmaßnahmen hätten vermieden werden können. Ist der Schaden einmal angerichtet, ist es von Vorteil, eine gute Hausratversicherung zu haben.

Titelbild: © mazzamazza /stock.adobe.com

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