Einbruchstatistik 2017: Einbrecher beim Aufhebeln einer Tür

Einbruchstatistik 2017 – Aktuelle Zahlen und Empfehlungen

Jedes Jahr veröffentlichen das Bundeskriminalamt und die Deutsche Versicherungswirtschaft Zahlen zu Einbrüchen aus dem vorangegangen Jahr. Die Erkenntnisse sind wichtig für die Strafverfolgung, aber auch für die Prävention. Angesprochen sind daher nicht nur Fachkräfte rund um die Sicherheit von Hab und Gut, sondern auch Hausbesitzer und Mieter.

Steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche?

Maßgeblich sind die Zahlen der PKS, der Polizeilichen Kriminalstatistik, die jeweils im Mai des aktuellen Jahres zum Vorjahr veröffentlicht wird. Für das Jahr 2017 gibt die PKS folgende Zahlen zu Wohnungseinbrüchen bekannt:

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr gefallen. Während die Polizei 2016 noch 151.265 Anzeigen aufnahm, waren es im Jahr 2017 nur noch 116.540. In 45 % (52.459) der Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl blieb es jedoch beim Versuch. In 18.918 Fällen handelte es sich um Taten, die tagsüber begangen wurden. Im Jahr 2016 waren es noch 24.164. In insgesamt 70,3% der Einbrüche wurden auch Diebstähle begangen (Seite 44 – 51 PKS 2018). In der Übersicht bedeutet das:

2017 2016
Wohnungseinbrüche gesamt 116.540 Einbrüche 151.65 Einbrüche
Wohnungseinbrüche tagsüber 18.918 Einbrüche 24.164 Einbrüche
Versuchter Einbruch 52.495 versuchte Einbrüche 66.960 versuchte Einbrüche
Aufklärungsquote 17,80 % 16,90 %

Der GDV (Gesamtverbund der Deutschen Versicherungswirtschaft) veröffentlicht ebenfalls jährlich seinen Report. Die Veröffentlichung aus dem Jahr 2018 sagt aus, dass im vergangenen Jahr die geleisteten Zahlungen für Wohnungseinbrüche bei 360 Millionen Euro lagen. Damit ist die Zahl der versicherten Einbrüche um 20 % zum Vorjahr gesunken. Eine Trendwende sieht der GDV-Präsident Wolfgang Weiler aber nicht. Er warnt davor, dass die Zahlen auch wieder steigen können, wie das vor einem Jahrzehnt schon einmal passiert ist. Die Zahlen seien weiterhin zu hoch, ist er sich sicher. Er weist außerdem darauf hin, dass die Einbruchszahlen durch weitere präventive Maßnahmen deutlich gesenkt werden könnten. Das untermauert auch die PKS des Bundeskriminalamtes. Die Tatsache, dass fast die Hälfte aller Einbruchsversuche erfolglos abgebrochen wird, ist ein wichtiges Indiz für guten Einbruchschutz durch verbesserte Sicherheitstechnik.Quelle: Seite 14 der PKS (BKA) 2017

Wo finden die meisten Einbrüche statt?

Die Wohngegend, bis hin zum Bundesland, spielt bei der Risikobewertung eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund raten Versicherer zum flächendeckenden Einbau von sicherheitstechnischen Maßnahmen, ganz besonders um Serieneinbrüche von Banden zu unterbrechen. Ein gutes Sicherheitsnetz macht ganze Wohngegenden für Einbrecher unattraktiv. Dabei nehmen Versicherungsexperten aber auch die Politik in die Pflicht und mahnen schärfere Voraussetzungen für Bauvorschriften und nicht zuletzt auch eine schärfere Strafverfolgung an.

Quelle: GDV

Schutz vor Einbrüchen

Die polizeiliche Kriminalprävention hat sich im Jahr 2017 mit dem Schutz vor Einbrüchen einen großen Schwerpunkt gesetzt. Wirksame Öffentlichkeitskampagnen sollten aufklären und den Bürgern vermitteln, welche Maßnahmen wirklich helfen. Auf vielen Festen und öffentlichen Veranstaltungen fanden sich Berater der Polizei mit Nachbauten von typischen Fenster- und Türkonstruktionen. Besucher konnten nun mit kleinen Tipps der Polizei selbst Hand anlegen und mussten überrascht feststellen, wie wirkungsvoll schon kleine Nachbesserungen gegen Einbrüche sein können.

Wie sicher sind die Bundesländer?

Unterschiede in den Bundesländern in Bezug auf die Einbruchstatistik haben verschiedene Gründe. Die Bevölkerungsdichte spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das gilt aber auch für die Wohneinheiten. Ein Einbruch in ein Einfamilienhaus lässt sich generell schlechter verbergen als der Versuch, in ein Mehrfamilienhaus einzudringen. Regionen, in denen die Bewohner über Jahrzehnte nebeneinander leben und einander kennen, sind ebenfalls sicherer. Man kennt die Gewohnheiten der Nachbarn. Ungereimtheiten fallen daher in einem bayerischen Vorort sehr viel schneller auf als in einer Hochhaussiedlung in Hamburg.

Die meisten Einbrüche finden mit 7,3 Einbrüchen auf 1000 Einwohner in Bremen statt. In Hamburg sind es 5,9 Einbrüche auf 1000 Einwohner und in Berlin 4,4. In NRW, dem bevölkerungsdichtesten Bundesland Deutschlands, kommen auf 1000 Einwohner statistisch 4,5 Einbrüche. Am sichersten leben die Menschen in Bayern. Hier verzeichnen Statistiker 2017 nur 1 Einbruch auf 1000 Einwohner. In allen Bundesländern ging die Zahl der Wohnungseinbrüche aber zurück. In Schleswig-Holstein sogar um 29 % auf 3,8 Einbrüche auf 1000 Einwohner im Jahr 2017.

Die Kostenfrage

Sicherheitstechnik kann teuer werden. Um eine solche Modernisierung attraktiver zu machen, gibt es seit 2017 staatliche Fördermaßnahmen für den Einbruchschutz. So steht es im Koalitionsvertrag der 2017 neu gewählten Bundesregierung. Gefördert werden auch Neubauten, um die Einbruchzahlen weiter zu senken.

Verhindern Sie selbst Einbrüche!

Einbrecher sehen von ihrem Vorhaben ab, wenn es ihnen nach durchschnittlich drei Minuten nicht gelungen ist, ins Haus zu gelangen. Je mehr Sie also den Einbruch erschweren, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der ungebetene Gast es in Ihre Räumlichkeiten schafft. Bauen Sie professionelle Sicherheitstechnik ein, ist zugleich der Schaden durch den Einbruchversuch deutlich geringer. Staatliche Zuschüsse senken außerdem Ihre Kosten bei dieser sinnvollen Modernisierung. So erhalten Sie 50 bis 1600 Euro pro Wohneinheit, inklusive Material und Kosten für die Handwerker. Berechnen Sie Ihre möglichen Zuschüsse und lassen Sie sich durch einen Fachbetrieb beraten.

Nutzen Sie das interaktive Haus auf der Webseite von , um die Schwachstellen Ihres Hauses zu finden und zu sichern. K-EINBRUCH ist ein Service der Polizei zur Prävention von Einbrüchen. Auf der Website finden Sie u. a. Verhaltensregeln, denn auch die beste Technik kann eigene Versäumnisse nicht ausgleichen und manchmal öffnen auch kleine Versäumnisse Einbrechern die Tür.

  • Verschließen Sie Türen und Fenster immer bei Verlassen des Hauses
  • Kippfenster sind Einladungen für Einbrecher
  • Verstecken Sie keine Schlüssel in Hausnähe
  • Sichern Sie Kellereingänge und Fenster
  • Tauschen Sie bei verlorenen Schlüsseln alle Schlösser aus

Ein sehr guter Schutz gegen Einbrecher sind aufmerksame Nachbarn. Pflegen Sie den Kontakt und achten auch Sie auf die Nachbarhäuser und Wohnungen. Unterstützen Sie einander bei Abwesenheit, z. B. durch:

  • Kontrollgänge
  • Leeren der Briefkästen
  • Hochziehen und Herunterlassen der Rolläden
  • Ansprechen von Fremden

Alarmanlagen nützen nichts, wenn niemand reagiert. Ungewohntes Hundegebell, Hilferufe oder Alarmanlagen sind Alarmsignale. Auch offenstehende Türen und Fenster können Hinweise sein, dass ein Nachbar Hilfe braucht.

Sonderfälle und Unklarheiten

Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie Ihr Haus schützen können, oder wenn bauliche oder persönliche Gründe die Sicherheitsmaßnahmen erschweren, können Sie sich direkt bei den Experten der polizeilichen Kriminalprävention beraten lassen. Auskunft erteilt jede größere Polizeidienststelle Ihres Kreises. Beachten Sie zusätzlich Folgendes:

  • Einbruchschutz gilt auch für Ihre Nebengebäude
  • Lassen Sie kein Werkzeug unbeobachtet draußen
  • Schalten Sie Stromanschlüsse im Außenbereich nach Gartenarbeiten ab

Fazit: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist nicht gestiegen. Beobachter stellen aber fest, dass die Angst vor Einbrüchen steigt. Etwas paradox ist die Reaktion von Mietern und Hauseigentümern. Obwohl viele überzeugt sind, dass das Risiko gestiegen ist, wird die Sicherung der eigenen vier Wände weiterhin vernachlässigt. Experten der Polizei und der Versicherungsgesellschaften stellen immer wieder fest, dass Einbrüche mit geeigneten Sicherheitsmaßnahmen hätten vermieden werden können.

Im Falle eines Einbruchs

Gehen Sie kein Risiko ein. Einbrecher wollen das Haus für gewöhnlich schnell und unerkannt wieder verlassen. Dennoch ist für Sie nicht immer erkennbar, ob der oder die Einbrecher noch vor Ort sind. Verlassen Sie das Haus sofort wieder. So reduzieren Sie Ihr Risiko und Sie zerstören keine Spuren. Rufen Sie umgehend die Polizei. Hindern Sie einen möglicherweise noch vor Ort befindlichen Einbrecher nicht an der Flucht. Sie wissen nicht, ob er bewaffnet ist. Denken Sie zuerst an Ihre Sicherheit und die Ihrer Angehörigen und Nachbarn.

Quellen:

http://www.procontra-online.de/artikel/date/2018/05/die-bundeslaender-mit-dem-hoechsten-einbruchsrisiko/

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/sicherheit/pks-2017.pdf?__blob=publicationFile&v=3#page=13&zoom=auto,-103,404

https://www.gdv.de/de/themen/news/gdv-praesident—trendwende-bei-einbruechen-ist-eine-illusion–29952

Titelbild: © mazzamazza

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