Vater kümmert sich um seinen kranken Sohn im Bett

Scharlach – Wenn das Schlucken plötzlich schwerfällt

Pro Jahr erkranken fünf aus 1.000 Kindern an Scharlach – Tendenz steigend. Die Krankheit gilt als hochansteckend, dafür ist sie jedoch leicht behandelbar. Was ist Scharlach und wie kann die Krankheit bekämpft werden? Alle Informationen dazu lesen Sie im Beitrag.

Inhalt:

Was ist Scharlach?

Scharlach, auch Scarlatina genannt, ist eine hochansteckende Infektionskrankheit. Meistens stecken sich Kinder an und übertragen sie weiter. Scharlach kommt bei Kindern häufiger vor als bei Erwachsenen und gilt daher als Kinderkrankheit. Zumeist erkranken Kinder zwischen dem sechsten und dem zwölften Lebensjahr. Generell kann Scharlach aber in jedem Lebensalter auftreten. Lediglich Säuglinge sind relativ sicher – sie tragen entsprechende Antikörper von der Mutter in sich.

Die Scharlach-Bakterien stecken im Speichel der Erkrankten und können sowohl beim Niesen und Husten als auch beim Sprechen in die umgebende Luft abgegeben werden. Über eine Tröpfcheninfektion stecken sich dann Menschen in der näheren Umgebung an. Darum verbreitet sich die Krankheit vor allem in Bereichen mit viel menschlichem Kontakt sehr schnell, zum Beispiel in Schulen oder in Kindergärten.

Auch eine Schmierinfektion ist möglich, zum Beispiel, wenn ein Betroffener in die Hand niest und damit etwa Türklinken oder Treppengeländer anfasst. Menschen, die so infizierte Gegenstände berühren, können sich deshalb anstecken.

Und zuletzt ist auch eine Lebensmittelinfektion über Wasser oder Nahrungsmittel möglich. Das geschieht allerdings nur selten.

Ursachen für Scharlach

Für eine Ansteckung sind bestimmte Streptokokken-Bakterien verantwortlich. Die sogenannten „Streptococcus pyogenes“, oder auch A-Streptokokken, leben bei vielen Menschen ohnehin schon im Mundraum, ohne jedoch Schäden anzurichten. Bei einer Erkrankung an Scarlatina setzen diese sich in der Schleimhaut im Mund-Rachen-Raum fest und lösen dort Entzündungen aus. Diese Bakterien produzieren außerdem giftige Stoffwechselprodukte, sogenannte Toxine, die die für Scharlach typischen Hautveränderungen verursachen.

Symptome und Diagnose

Für gewöhnlich treten die ersten Anzeichen der Krankheit zwei bis sieben Tage nach der Ansteckung auf. Zunächst leiden die Erkrankten an Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, geröteten Wangen oder auch Schüttelfrost. Unter anderem können auch die folgenden Symptome auftreten:

  • Hautausschlag
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Geschwollene Mandeln
  • Geschwollene Lymphknoten

Nach der ersten Phase kommen Veränderungen an der Haut und der Schleimhaut hinzu. Der Rachen ist dann ebenfalls rot gefärbt. Mundschleimhaut und Mandeln können in dieser Phase eine fleckige Färbung aufweisen. Charakteristisch für Scharlach ist die tiefrote Färbung der Zunge, auch „Himbeerzunge“ genannt. Weiterhin breitet sich zwischen dem zweiten und dem vierten Tag ein Ausschlag aus. Dieser beginnt zumeist in der Leistengegend und an den Innenseiten der Oberschenkel. Innerhalb einiger Tage bedeckt er den gesamten Körper des Erkrankten mit Ausnahme des Mund-Kinn-Dreiecks.

Wichtig zu beachten ist hierbei, dass die Symptome stets individuell ausgeprägt sind. Es kann – vor allem bei Erwachsenen – durchaus vorkommen, dass die sonst eindeutigsten Symptome, etwa die Himbeerzunge, ausbleiben. Das erschwert auch die Diagnose.

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Diagnose

Der Arzt kann Scharlach meistens schon anhand der charakteristischen Symptome erkennen. Zunächst einmal erfragt er beim Patienten die Krankheitsgeschichte (Anamnese) und versucht festzustellen, wann die Erkrankung begann und ob Personen im Umfeld des Erkrankten ebenfalls Symptome zeigen.

Anschließend erfolgt zumeist eine körperliche Untersuchung. Besonderes Augenmerk legt der behandelnde Arzt dabei auf den Rachen, die Mandeln sowie die Lymphknoten am Hals. Ebenfalls wichtig ist eine Untersuchung der Haut auf den für Scharlach typischen Ausschlag.

Außerdem kann er einen Schnelltest machen, mit dem zunächst eine Probe aus dem Rachen entnommen und auf Streptokokken untersucht wird. Ein positives Streptokokken-Ergebnis ist dabei jedoch nicht immer ein sicherer Nachweis dafür, dass die Bakterien die Erkrankung auch ausgelöst haben. Um ganz sicher zu gehen, kann der Arzt einen Abstrich der Mandeln machen. Dieser muss im Labor untersucht werden, damit am Ende genauere Ergebnisse vorliegen. Normalerweise braucht ein solcher Test einen bis zwei Tage Zeit.

Eine Blutuntersuchung kann ebenfalls Aufschluss über eine mögliche Scharlach-Erkrankung geben. Eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen weist oft auf eine bakterielle Entzündung hin.

Risiken und Spätfolgen von Scharlach

Erwachsene denken bei plötzlichem Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden nicht sofort an die Kinderkrankheit Scharlach, weswegen die Krankheit mit höherem Alter generell später erkannt wird. Wird sie weder erkannt noch behandelt, kann das schwerwiegende Folgen haben, zum Beispiel Komplikationen wie rheumatisches Fieber, Herz- und Nierenentzündungen. Lungenentzündungen und ein Abszess an den Mandeln sind weitere mögliche Folgen. Denn die Krankheitserreger aus dem Rachenraum können sich ausbreiten und sogar in den Blutkreislauf gelangen. In seltenen Fällen ist eine Sepsis die mögliche Folge davon. Diese kommt nicht häufig vor, ist dafür aber umso gefährlicher.

Wann muss ich zum Arzt?

Zu Beginn der Erkrankung treten oft allgemeine Erkältungszeichen wie Fieber, Unwohlsein oder Halsschmerzen auf. Ein Arztbesuch ist spätestens dann angeraten, wenn weißliche Beläge auf der Zunge zu sehen sind oder Schluckbeschwerden auftreten.

Behandlung von Scharlach

Auch wenn Scharlach einst eine ernstzunehmende Krankheit war – in der heutigen Zeit ist sie mit Antibiotika schnell zu bekämpfen. 24 Stunden nach Beginn der Therapie ist der Erkrankte generell schon nicht mehr ansteckend. Das am häufigsten eingesetzte Mittel ist Penicillin, entweder per Spritze oder in Tablettenform verabreicht. Die Antibiotika-Behandlung dauert im Normalfall zehn Tage lang, auch, um das Rückfallrisiko zu verringern. Cephalosporine oder Erythromycin sind Ausweichmittel, falls der Erkrankte allergische Reaktionen gegen die Penicillinbehandlung zeigt.

Hausmittel

Während Antibiotika zwar unverzichtbar und die Hauptlösung im Kampf gegen Scharlach sind, so können Hausmittel die mit der Erkrankung einhergehenden Beschwerden lindern. Viel Wasser, verdünnte Säfte oder Kräutertees helfen dabei, die Schmerzen im Rachenbereich einzudämmen. Wegen der Schluckbeschwerden ist angeraten, auf leicht zu schluckende Nahrung zurückzugreifen, zum Beispiel Suppe oder Brei. Halswickel und schmerzstillende Bonbons für den Rachen sorgen ebenfalls für Linderung.

Um eine Ansteckung von weiteren Personen zu vermeiden, sollten Patienten zunächst Bettruhe einhalten. Kontakte zu Freunden oder Bekannten sind ebenfalls zu vermeiden. Weiterhin helfen die gängigen Nies- und Abstandsregeln sowie häufiges Händewaschen.

Titelbild: © LightFieldStudios/ iStock.com

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