Zwei Hände einer alten Frau zählen Kleingeld

Die Grundrente kommt

Die Rechnung ist eigentlich einfach. Wer Jahrzehnte lang gearbeitet und die Beiträge der Rentenversicherung gezahlt hat, erhält eine gute Rente. Doch das war bisher leider oftmals nicht der Fall. Deswegen war es an der Zeit, dass die Regierung dem entgegenwirkt. Das Resultat ist die Einführung der Grundrente durch die große Koalition. Der Altersarmut soll dadurch der Kampf angesagt werden. Ab 2021 soll es die höheren Zahlungen für Rentnerinnen und Rentner geben. Die wichtigsten Informationen zur Grundrente und wer sie erhält, erfahren Sie in unserem Artikel.

Was bedeutet Grundrente?

Die Grundrente ist insbesondere für Menschen gedacht, welche trotz eines langen Arbeitslebens eine zu geringe Rente beziehen und oftmals kaum über die Runden kommen wegen zu niedriger Löhne oder bedingten Auszeiten während des Berufslebens. Jene Rentnerinnen und Rentner haben Deutschland mit aufgebaut, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt, was Respekt und Anerkennung verdient hat. Diese Idee einer Solidaritätsrente beziehungsweise einer Respektrente stammt von der SPD. Lange Zeit hat sich deren Bundestagsfraktion dafür eingesetzt mit dem Ziel, eine Rente zu gewährleisten, welche deutlich über der sogenannten Grundsicherung liegt, also der früheren Sozialhilfe für Rentner. Im November 2019 kam es schlussendlich zum Durchbruch, da die große Koalition sich auf die Einführung der Grundrente geeinigt hat. Sie soll ab Januar 2021 umgesetzt werden. Für Rentner ergibt sich hierdurch kein Handlungsbedarf, sie müssen keinen Antrag oder Ähnliches stellen, um die neue Grundrente zu erhalten.

Wer hat Anspruch auf die Grundsicherung?

Die Grundrente ist für Rentenversicherte gedacht, welche 35 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben und bei einer Beitragsleistung zwischen 30 und 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes liegen. Besonders niedrige Verdienste, wie zum Beispiel aus einem Minijob, die unter 30 Prozent des Durchschnittseinkommens liegen, werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Das Konzept ist nicht nur für künftige Rentner gedacht. Auch aktuelle Rentner beziehen ab 2021 die Grundrente, insofern sie berechtigt sind.

Die Grundrente werden voraussichtlich 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen beziehen können. Einen großen Anteil bilden hierbei Frauen. Rund 80 Prozent der Berechtigten werden weiblich sein, in den meisten Fällen aufgrund der geringeren Löhne während des Berufslebens. Aber auch Ostdeutsche, welche jahrelang geringe Löhne bezogen haben, sollen 2021 von der geplanten Grundrente profitieren.

Rentnerinnen und Rentner, welche nur knapp unter 35 Jahre Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben oder geringfügig über der Einkommensgrenze liegen, sollen ebenfalls Anspruch auf eine Grundrente haben. Wirksame Gleitzonen sollen für diese Gruppen eingeführt werden. Das Gesetzgebungsverfahren wird hier Aufschluss darüber geben, wie diese Regelung genau gestaltet wird.
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Welche Einkommensgrenzen gibt es?

Bei der Grundrente soll eine Einkommensanrechnung stattfinden. Die volle Grundrente gibt es bis zu einem monatlichen Einkommen von 1.250 Euro für Ledige und 1.950 Euro für Paare. Das zu versteuernde Einkommen spielt hier die entscheidende Rolle. Das bedeutet, nur wenn das zu versteuernde Einkommen einschließlich der gesetzlichen Rente unter dieser Grenze liegt, erhält man den vollen Rentenzuschlag. Andere Einkünfte wie beispielsweise Kapitaleinnahmen oder Mieterlöse, welche dazu führen, dass die Einkommensgrenze überschritten wird, haben Folgen für Rentner. Denn wenn die Freigrenze durch derartige Einnahmen überschritten wird, erhält er einen geringeren Beitrag oder sogar gar keinen Rentenzuschuss.

Jedoch soll auch hier ein Übergangsbereich eingeführt werden, in dem die Grundrente abschmelzend gezahlt wird. In der Praxis könnten sich die Einkommensgrenze besonders auf Paare auswirken. Denn wenn ein Partner nur über eine geringe Rente verfügt, der andere Partner jedoch höhere Einnahmen im Alter bezieht, wird der Staat aller Voraussicht nach, keinen Zuschlag auszahlen. Eine Bedürftigkeitsprüfung bzw. Vermögensüberprüfung durch die deutsche Rentenversicherung, wie beispielsweise der Besitz eines Eigenheims oder Ähnliches, soll es jedoch nicht geben.

Berechnung der Grundrente

Die Berechnung der Grundrente basiert auf sogenannten Entgeltpunkten. Das Punktesystem ist die „Währung der Rentenversicherung“. Momentan ist ein Entgeltpunkt im Westen rund 33,05 Euro wert, im Osten rund 31,89 Euro. Dadurch soll eine individuelle Bewertung gewährleistet werden. Für jedes Beitragsjahr erhält die Person einen bestimmten Anteil an Entgeltpunkten. Für ein Einkommen, das dem Durchschnittsverdienst entspricht, sammelt die Person im Jahr genau einen Entgeltpunkt. Liegt das Gehalt unterhalb des durchschnittlichen Einkommens ergibt sich für das Beitragsjahr ein ebenso geringerer Entgeltpunkt. Lag das Durchschnittsgehalt beispielsweise bei 40.000 Euro und die betroffene Person verdiente 30.000 Euro, erhält sie 0,75 Entgeltpunkte. Das prüft die Rentenversicherung automatisch und ermitteln einen Durchschnittswert.

Falls dieser Wert unterhalb der 0,8 Entgeltpunkte lag, wird das zu versteuernde Einkommen geprüft, um eine mögliche Grundrente zu ermitteln. Liegt es bei Alleinstehenden oder Paaren über dem Freibetrag, gibt es einen geringeren Rentenzuschlag. Falls das Einkommen darunter liegt und ein Anspruch auf die volle Grundrente besteht, werden die Entgeltpunkte auf maximal 0,8 verdoppelt. Daraufhin erfolgt ein Abzug von 12,5 Prozent, um sicher zu gehen, dass Menschen die mehr eingezahlt haben, auch mehr Geld erhalten. Momentan liegt der Maximal-Zuschlag bei 404,86 Euro im Westen und 390,65 Euro im Osten.

Um die Berechnung zu veranschaulichen, hier ein Beispiel:

Eine Schneiderin, die 40 Jahre auf dem Niveau von 40 Prozent des Durchschnittslohns (0,4 Entgeltpunkte) gearbeitet hat, kommt derzeit auf eine monatliche Rente von 528,80 Euro. Mit der Grundrente käme sie künftig auf eine Monatsrente von 933,66 Euro. Das würde dem maximalen Zuschuss von 404,86 Euro entsprechen.

Berechnung:

Wurde ein Jahr der Durchschnittsverdienst verdient, wird damit ein Entgeltpunkt erworben. Ein Entgeltpunkt entspricht derzeit 33,05 Euro. 40 Jahre mit 0,4 Entgeltpunkten ergeben demnach 16 Entgeltpunkte, also 528,80 Euro. Durch die Grundrente werden die Entgeltpunkte von 0,4 für maximal 35 Jahre auf das Doppelte angehoben. Hiervon werden 12,5 Prozent abgezogen. Es ergibt sich also ein Zuschlag von 12,25 Punkten (16 Punkte x 0,875= 12,25 Punkte). Das entspricht derzeit 404,86 Euro. 528,80 Euro und 404,86 Euro ergeben 933,66 Euro.

Weitere Beispiele für eine Beitragsrechnung hat die SPD in einer PDF-Datei bereitgestellt.

Verhindert die Grundrente die Altersarmut?

Die Einführung der Grundrente wird das Problem der Altersarmut nicht verhindern beziehungsweise lösen können, aber sie hilft. Denn vor allem Personen mit niedrigen monatlichen Renten sind in (Groß-)Städten mit hohen Lebenshaltungskosten auch mit Einführung der Grundrente auf die Grundsicherung im Alter angewiesen. Für Betroffene gibt es hier den Freibetrag in der Grundsicherung. Dieser besagt, dass Rentner die ersten 100 Euro ihrer Rente behalten dürfen, von jedem weiteren Euro der Rente nur noch 30 Cent. Das Maximum liegt in diesen Fällen bei der Hälfte des Regelsatzes, also 212 Euro im Monat. Zudem gibt es einen Freibetrag beim Wohngeld für Bezieher der Grundrente, um zu verhindern, dass Ihnen der Anteil, den sie durch die Grundrente erhalten haben, beim Wohngeld direkt abgezogen wird. Das findet erneut in Städten oder Orten mit erhöhten Mietpreisen Anwendung.

Die Rentenlücke wird durch die Grundrente nicht geschlossen. Denn sie hilft zwar Menschen, welche 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, aber eben nicht jenen, welche die 35 Jahre nicht erfüllt haben. Und diese Gruppe ist ebenfalls von der Altersarmut bedroht. Besonders Frauen, Langzeitarbeitslose sowie Erwerbsunfähige sind hier betroffen. Da dieses Problem also nicht vollständig gelöst werden konnte, ist es ratsam, sich in jungen Jahren um eine private Altersvorsorge zu bemühen. Die optimale finanzielle Vorsorge ist die private Rentenversicherung der IDEAL Versicherung IDEAL UniversalLife. Sie ist für alle, die im Alter keinem Risiko ausgesetzt sein möchten und so ihre wohlverdiente Rente genießen können.

Titelbild: MarianVejcik / iStock.com

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