Mann und Mann stützen mit den Händen ihren Kopf auf dem Schreibtisch ab und lächeln in die Kamera

Altersteilzeit: Weniger arbeiten oder früher in Rente gehen

Die Rentensituation in Deutschland stimmt die meisten Arbeitnehmer nicht unbedingt freudig. Die Aussicht auf eine hohe gesetzliche Rente haben die Wenigsten. Auf wertvolle Beitragsjahre bei der gesetzlichen Rentenversicherung verzichten kommt daher nicht Frage. Doch bedeutet das auch, dass bis zum Renteneintritt Vollzeit gearbeitet werden muss? Nein, denn die Altersteilzeit bietet eine gute Alternative trotz geringerer Arbeitszeit auch weiterhin solide Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen. Wir erklären, was die Altersteilzeit ausmacht und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind.

Gründe für die Altersteilzeit

36,4 Prozent der Deutschen wünschen sich, neben Gesundheit und einem Eigenheim, auch im Alter wieder ihr Hobby ausüben zu können. Kurz danach mit 34,5 Prozent ist auch das Thema Mobilität und Reisen ein zentraler Baustein im Rentenalter. All das kostet jedoch vor allem eines: Zeit! Will man dafür etwas früher in den Ruhestand starten, drohen hohe Rentenabschläge. Pauschal gilt: Für jeden Monat, den man früher in Rente geht, beträgt das Minus etwa 0,3 Prozent. Auf ein Jahr gerechnet bedeutet das ganze 3,6 Prozent weniger. Um solche Abschläge zu verhindern, kann die Altersteilzeit einen guten Ausweg bieten.

Was ist Altersteilzeit?

Die Altersteilzeit dient als Modell zur Arbeitszeitverkürzung kurz vor dem Renteneintritt. Dabei gehen die Arbeitnehmer für die verbleibende Arbeitszeit in ein Teilzeitmodell über. Durch die nun halbierte Arbeitszeit sinkt zwar das Gehalt, jedoch werden die reduzierten Rentenversicherungsbeiträge vom Arbeitnehmer durch eine Erhöhung des Gehalts aufgestockt. Das Ziel: Dem Arbeitnehmer wird ein gleitender Übergang in den Ruhestand ermöglicht. Gleichzeitig kann der Arbeitgeber den Arbeitsplatz neu besetzen.

Wie funktioniert Altersteilzeit?

Halbe Arbeit bedeutet halbes Gehalt. Doch genau dieses Prinzip gilt bei der Altersteilzeit nicht, denn anstatt 50 Prozent des Gehaltes werden in diesem Modell per Gesetz mindestens 70 Prozent des ursprünglichen Netto-Verdienstes gezahlt. Damit dies gelingt, zahlt der Arbeitgeber einen Aufstockungsbetrag zu dem eigentlichen Teilzeitgehalt hinzu. Entsprechend erhöhen sich dann auch die Rentenbeitragszahlungen.

Rechenbeispiel: Verdient ein Arbeitnehmer in Vollzeit 3.000 Euro brutto, bekommt er netto knapp 1.920 Euro ausbezahlt. Geht er in Altersteilzeit bekommt er mit einer Aufstockung um 70 Prozent etwa 1.344 Euro überwiesen. Individuelle Berechnungen können beim Teilzeitrechner vorgenommen werden!

Welche Voraussetzungen gibt es für Altersteilzeit?

Grundsätzlich muss der Arbeitnehmer für die Altersteilzeit 55 Jahre oder älter sein. Jedoch müssen noch mindestens drei Jahre bis zur Rente ausstehen. Zudem muss der Arbeitgeber das Modell der Altersteilzeit anbieten. Einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit gibt es nämlich nicht. Auch die bis 2010 bestandene Förderung der Altersteilzeit gibt es heute nicht mehr. Regelungen zur Altersteilzeit sind meist in Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen geregelt.

Varianten von Altersteilzeit

Grundsätzlich stehen für die Altersteilzeit zwei unterschiedliche Ausführungen zur Verfügung. Zwar bleibt das Bezahlprinzip bei beiden Varianten dasselbe, dennoch unterscheidet sich die Handhabung der verbleibenden Arbeitszeit.

1. Gleichverteilungsmodell

Das erste Modell basiert auf dem ursprünglich zugrundeliegenden Prinzip der Teilzeitarbeit. Dabei reduziert der Arbeitnehmer seine Arbeitszeit um die Hälfte und arbeitet bis zu seinem Renteneintritt mit dem reduzierten Stundenaufwand weiter. Damit können neue Mitarbeiter weiterhin von dem Wissen und Know-how der Älteren profitieren. Gleichzeitig ist der Übergang in die Rente fließend.

2. Blockmodell

Hierbei wird zwischen einer Arbeitsphase und einer Freistellungsphase unterschieden. Der Clou: Der Arbeitnehmer bekommt trotz Vollzeitarbeit in der ersten Hälfte bereits ein auf Teilzeitniveau reduziertes Gehalt. Während der zweiten Phase ist der Arbeitnehmer bis zum offiziellen Renteneintritt von der Arbeit freigestellt. Dennoch erhält er jeden Monat weiterhin das Teilzeitgehalt. Diese Variante ist besonders bei den Arbeitgebern beliebt, da die Arbeitskraft in der Freistellungsphase bereits voll wiederbesetzt werden kann.

Welche Nachteile bringt die Altersteilzeit?

 Weniger Gehalt

Natürlich! Im Vergleich zur Vollzeitarbeit ist und bleibt die Altersteilzeit ein Teilzeitmodell. Und das bedeutet immer auch Einbußen bezüglich des Gehalts und bei den Renteneinzahlungen. Wenngleich das Modell zumindest versucht die Lücken aufzufüllen.

Rentenschock

Auch wenn das Blockmodell die von den Unternehmen bevorzugte Variante der Altersteilzeit ist, schützt es nicht vor dem so genannten Rentenschock. Ein Grund zur Einführung der Altersteilzeit war es, den harten Übergang vom Arbeitsleben in die Rentenzeit zu vermindern.

Wegfall von Sonderleistungen

Das abrupte Ende der Arbeitszeit im Blockmodell bringt für Arbeitnehmer den Verlust von Sonderleistungen mit sich. So fallen beispielsweise das Diensthandy, Weihnachts- und Urlaubsgelder sowie der Dienstwagen in der zweiten Phase weg.

Wie kann man sich auf die Altersteilzeit vorbereiten?

Sollten Überlegungen bestehen in Alterszeit zu gehen, ist es zunächst wichtig, sich das Gehalt während der Altersteilzeit auszurechnen. Fragen wie, kann der Lebensunterhalt auch in der Altersteilzeit gedeckt werden oder können private Ausgaben auch mit geringerem Gehalt gezahlt werden, sollten sorgfältig geprüft werden. Zudem sollte die durch die Altersteilzeit reduzierte Altersrente in den Blick genommen werden. Informieren kann man sich hierzu bei der Deutschen Rentenversicherung, die auf Anfrage und unter einer kostenlosen Servicehotline weitere Informationen und Berechnungen liefern kann. Ist der Entschluss gefasst, sollte der Chef oder Personalverantwortliche kontaktiert werden, um über weitere Möglichkeiten zu sprechen.

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