Arzt mit einem Schaumodell des menschlichen Darms

Darmkrebs erkennen

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. In Zahlen bedeutet das, dass jede siebte Krebsdiagnose den Darm betrifft. Die Beobachtungen zeigen außerdem, dass die Zahl der Neuerkrankungen steigt. Gleichzeitig hat sich die Prognose aber deutlich verbessert, sodass immer mehr Betroffene die Erkrankung überleben. Je früher der Darmkrebs erkannt wird, desto größer die Heilungschancen. Deshalb sollten Sie sich mit einigen Fakten befassen und beim Auftreten der Symptome einen Arzt aufsuchen.

Darmkrebs – Stadium richtig einordnen

Darmkrebs wird in vier Stadien eingeteilt:

Stadium 0: Hierbei handelt es sich um eine junge Darmkrebserkrankung, bei der der Tumor sehr klein ist. Auch befindet sich der Krebs nur in den oberen Schichten der Darmschleimhaut und wird meist nur zufällig entdeckt. Dennoch muss operiert werden. Da Metastasen in diesem Stadium für gewöhnlich nicht vorkommen, ist eine weitere Behandlung jedoch meist nicht erforderlich. Jedoch sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig.

Stadium I: Auch das Stadium I gilt noch als frühes Stadium mit guten Heilungschancen, wenn der Tumor operativ entfernt wird. Die Lymphknoten sind noch nicht befallen und auch die Wahrscheinlichkeit für Metastasen ist gering.

Stadium II: Stadium II ist ein weiteres Frühstadium von Darmkrebs mit großer Chance auf eine vollständige Heilung. Der Tumor hat zwar die gesamte Darmwand befallen, ist aber auf diese beschränkt. Es besteht jedoch das Risiko, dass er die Darmwand durchbricht und sich so weiter ausbreitet. Metastasen sind möglich, die Lymphknoten sind jedoch noch nicht befallen. Im Anschluss an die Operation sind weitere Maßnahmen erforderlich.

Stadium III: Dieses Stadium wird als fortgeschritten bezeichnet. Es besteht die Möglichkeit, dass der Krebs bei einer Operation nicht vollständig entfernt werden kann. Außerdem ist das Risiko hoch, dass der Krebs zurückkehrt und Metastasen bildet. Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist dennoch gut. Sollte es sich zum Dickdarmkrebs handeln, ist außerdem eine Chemotherapie erforderlich. Bei diagnostiziertem Mastdarmkrebs wird eine kombinierte Behandlung aus Chemo- und Strahlentherapie empfohlen.

Stadium IV: Der Darmkrebs hat in diesem Stadium bereits andere Organe befallen. In diesem Stadium ist eine Heilung schwierig, aber nicht ausgeschlossen. Die Tumore werden möglichst operativ entfernt. Für die Behandlung der Metastasen empfiehlt sich die Chemotherapie.

Darmkrebs – Symptome

Für die Früherkennung von Darmkrebs ist es wichtig, dass Sie die Symptome und Ursachen kennen. Symptome sind vor allem Warnzeichen. Wenn Sie diese Signale an sich beobachten, suchen Sie einen Arzt auf. Das Auftreten der Symptome muss nicht bedeuten, dass Sie an Krebs erkrankt sind. Sollte das aber der Fall sein, steigen Ihre Chancen auf Heilung mit einer frühzeitigen Behandlung deutlich. Diese Anzeichen sind möglich:

  • Veränderter Stuhlgang
  • Bauchschmerzen
  • Blut im Stuhl

Besonders wenn diese Symptome länger anhalten, sollten Sie sich um Klärung bemühen. Die Anzeichen können sich je nach Darmkrebsart unterscheiden. Die Symptome können aber auch allgemeiner Natur sein, sodass Sie sie gar nicht mit einer Darmkrebserkrankung in Verbindung bringen. Dazu gehören:

  • Leistungsabfall
  • Allgemeine Müdigkeit
  • Fieber
  • Nachtschweiß

Natürlich können auch diese Anzeichen Signale für andere Störungen sein. Mögliche Ursachen sind z. B. entzündliche Prozesse, die sich auch im Darm abspielen können und unbehandelt zu schweren gesundheitlichen Einschränkungen führen.
Besteht die Krebserkrankung schon länger, kommen weitere Symptome hinzu. Sollte der Tumor bluten, führt das langfristig zu einer Blutarmut, die dann bei einer Blutuntersuchung nachweisbar ist. Weiterhin ist eine Gewichtsabnahme möglich. Bei großen Tumoren ist mit starken Stuhlbeschwerden zu rechnen, bis hin zum Darmverschluss.

Bauchschmerzen als Symptom von Darmkrebs

Ursachen für Darmkrebs kennen und vermeiden

Die Forschung bemüht sich intensiv, möglichst viele Auslöser für Krebserkrankungen zu identifizieren. Das gilt besonders für die häufigen Krebserkrankungen, zu denen neben Hautkrebs auch der Darmkrebs gehört. Während schwarzer Hautkrebs, heller Hautkrebs und das Plattenepithelkarzinom häufig schon vom Patienten selbst entdeckt werden, ist das bei Darmkrebs anders. Deshalb ist die Früherkennung bei Darmkrebs besonders wichtig. Ein erhöhtes Risiko liegt bei Ihnen vor, bei:

  • Familiärer Häufigkeit von Darmerkrankungen
  • Eigenen chronischen Darmerkrankungen
  • Krebserkrankungen in der Familie
  • Ungesunde, vor allem fettreiche Ernährung
  • Übergewicht
  • Nikotinkonsum
  • Bewegungsmangel

Liegen bei Ihnen Faktoren vor, die Sie nicht beeinflussen können, wie Krebserkrankungen in der Familie oder die Neigung zu Darmerkrankungen, sollten Sie regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Weitere bekannte Auslöser können Sie selbst beeinflussen. Dafür bieten die Krankenkassen unterstützende Programme.

Untersuchungsmethoden zur Früherkennung von Darmkrebs

Für die Früherkennung stehen zahlreiche Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Sprechen Sie dazu Ihren Hausarzt an. Die erste Maßnahme ist eine Blutuntersuchung. Dabei überprüft der Arzt, ob Abweichungen von der Norm vorliegen. So kann z. B. die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) deutlich erniedrigt und die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) deutlich erhöht sein. Auch der Wert der Blutplättchen (Thrombozyten) ist in diesem Fall abweichend. Sollten sich hier Auffälligkeiten ergeben oder liegen bei Ihnen Symptome für Darmkrebs vor, wird der Arzt außerdem eine Darmspiegelung empfehlen.

Die Darmspiegelung

Darmspiegelungen sind heute sehr schonend ambulant durchführbar. Sie werden auch angeboten, wenn bei Ihnen keine Symptome vorliegen, aber ein erhöhtes Risiko besteht. Der Vorteil einer solchen Untersuchung ist, dass der Mediziner bereits Vorstufen einer Krebserkrankung sieht. Kleinere Veränderungen, wie Polypen, können außerdem schon während der Untersuchung entfernt werden.
Sie erhalten zunächst ein Abführmittel, falls der Darm nicht durch einen Einlauf entleert wird. Wenn Sie es wünschen, können Sie sich außerdem ein Beruhigungsmittel geben lassen. Anschließend führt der Arzt das Endoskop durch den After ein. Das Endoskop ist ein fingerdicker, biegsamer Schlauch, an dessen Anfang sich eine Kamera befindet. Sie überträgt die Aufnahmen auf einen Monitor. Es ist möglich, Instrumente durch den Schlauch zu schieben. Entdeckt der Arzt Auffälligkeiten, kann er Proben entnehmen. Eine solche Untersuchung ist unangenehm, für gewöhnlich aber nicht schmerzhaft.

Kapselendoskopie

Die Kapselendoskopie dient der Früherkennung von Darmkrebs und der Vorsorge. Bei einer solchen Untersuchung gibt Ihnen der Arzt eine Kapsel, die Sie herunterschlucken. Sie enthält eine Radiofrequenzspule, die ihrerseits von außen von einem Scanner erfasst wird. Mit dieser Untersuchung wird festgestellt, ob der Darm durchlässig ist. Das Scannen ist nicht nötig, wenn Sie feststellen, dass Sie die Kapsel ausgeschieden haben. Wird Sie nicht ausgeschieden, löst sie sich nach 30 Stunden auf.

Biopsie

Bei der Biopsie entnimmt der Arzt Gewebeproben aus dem Darm. Die Biopsie wird für gewöhnlich im Rahmen einer Darmspiegelung durchgeführt. Dafür führt der Arzt eine kleine Zange durch das Endoskop an die zu untersuchende Stelle. Die Proben werden im Anschluss im Labor auf Auffälligkeiten untersucht.

Virtuelle Koloskopie

Die virtuelle Koloskopie (CT-Kolonographie oder MR-Kolonographie) ist ein neues Verfahren zur Untersuchung des Darmes von außen. Dennoch wird ein dünner Schlauch durch den After eingeführt. Durch diesen Schlauch wird dann ein Gas in den Darm geleitet. Wäre das nicht der Fall, würden die Darmwände des leeren Darms aufeinanderliegen. Eine bildliche Darstellung wäre dann nicht möglich.

Fazit:

Nutzen Sie die Angebote der Vorsorgeprogramme. Sind Sie über 35 Jahre alt und liegen bei Ihnen besondere Risikofaktoren vor, haben Sie Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von Darmkrebs. Ist das nicht der Fall, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen ab dem vollendeten 55. Lebensjahr.

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