Kiefer mit Zahnspange

Zahnspangen – Metallene Rettung fürs Gebiss

Immer mehr Kinder und Jugendliche bekommen eine Zahnspange. Aktuell werden zwei Drittel dieser Zielgruppe mit Zahnspangen behandelt. Zwischen 1,2 und 1,7 Millionen junge Patienten sind ständig betroffen. Doch wer braucht überhaupt eine Zahnspange und wie sieht die Behandlung aus?

Inhalt:

Wer kann eine Zahnspange bekommen?

Im Grunde können alle Altersgruppen von einer kieferorthopädischen Behandlung profitieren. Für gewöhnlich liegt die ideale Altersspanne zwischen 10 und 14 Jahren, weil Kopf und Mundraum noch wachsen. Die Zähne lassen sich dementsprechend leichter ausrichten. Allerdings äußern heutzutage auch Erwachsene zunehmend den Wunsch, Fehlstellungen korrigieren zu lassen.

Wann ist eine Zahnspange notwendig?

Eine Zahnspange kann aus ganz unterschiedlichen Gründen notwendig sein. Einerseits aus ästhetischen Gründen – viele Menschen mit Zahnfehlstellungen fühlen sich schlicht unwohl, mögen nicht lächeln, sich im Spiegel ansehen oder fotografiert werden. Aber auch die Kaufunktion ist ein entscheidender Grund, der für eine Zahnspange spricht. Hier gibt es mehrere Arten der Fehlstellung:

  • Sagittale Stufen: Ober- und Unterkiefer sind zu weit voneinander entfernt. Das sorgt für eine eingeschränkte Kaufunktion, die Kiefergelenke werden überbelastet. Auf lange Sicht kann das für Beschwerden sorgen.
  • Vertikale Stufen: Hier sind die Frontzähne beim Zusammenbeißen nicht in Kontakt (offener Biss) oder die Oberkieferzähne bedecken fast die kompletten Unterkieferfrontzähne (tiefer Biss). Je nach Abstand der Zähne kann ein Zubiss schwierig bis unmöglich sein. Betroffene weichen darum häufig auf die Seitenzähne aus.
  • Transversale Stufen: Hier ist die Größe des Zahnbogens entscheidend. Normalerweise ist der obere Zahnbogen ein bisschen größer, aber wenn es zu Diskrepanzen kommt, sind Fehlstellungen die Folge. Es kann sogar ein Bukkalbiss entstehen – die Oberkieferzähne beißen an den Unterkieferzähnen vorbei.
  • Platzmangel: Es finden nicht alle bleibenden Zähne im normalen Zahnbogen Platz. In Folge können nicht alle Zähne die volle Kauleistung erbringen.

Welche Zahnspangenarten gibt es?

Grundsätzlich gibt der Zahnarzt eine Empfehlung ab, welche Zahnspange sich für Patienten am besten eignet, aber oft hat man auch die Wahl. Es gibt drei verschiedene Arten der Zahnspange.

Brackets

Sogenannte Brackets sind die beliebteste Variante der Zahnspange. Dabei handelt es sich um kleine Plättchen, die an den Zähnen angebracht werden. Bei Jugendlichen sind diese oftmals bunt gefärbt, Erwachsene entscheiden sich dagegen häufiger für eine durchsichtige oder zahnfarbene Ausgabe. Die Brackets sind über einen metallenen Draht miteinander verbunden. Für Patienten, die eine „unsichtbare“ Zahnspange wünschen, gibt es mittlerweile auch eine sogenannte linguale Variante. Hier sitzen die Brackets auf der Rückseite der Zähne. Die Brackets können aus Metall, Kunststoff oder Keramik bestehen.

Traditionell

Hier werden die einzelnen Zähne mit Metallbändern umwickelt, diese sind über Bänder miteinander verbunden. Genau wie bei den Brackets zielt diese Art der Zahnspange darauf ab, die Zähne über einen längeren Zeitraum hinweg in die richtige Position zu ziehen.

Aligner

Eine weitere Zahnspangenart sind Aligner. Diese herausnehmbaren Kunststoffschienen sind als Set maßgeschneidert. Ein Vorteil: Der Patient muss sie nicht rund um die Uhr tragen. Allerdings sind Aligner nicht für alle Fehlstellungen geeignet. Hier ist der Rat eines Fachzahnarztes für Kieferorthopädie unausweichlich.

Wer zahlt die Kosten für Zahnspangen?

Bis zum 18. Lebensjahr des Patienten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Zahnspange. Allerdings gibt es eine Voraussetzung: Die Zahnspange muss medizinisch notwendig sein. Wie schwer die Fehlstellungen sind, wird anhand der Kieferorthopädischen Indikationsgruppen festgestellt. Diese reichen von einer leichten Ausprägung (Schweregrad 1) bis zu schweren Entwicklungsstörungen (Schweregrad 5). Schweregrad 1 und 2 werden als rein ästhetisch angesehen – die Krankenkasse übernimmt solche Fälle nicht. Bei den höheren Schweregraden gilt ein gesetzlicher Eigenanteil von 20 Prozent, für gleichzeitig behandelte Geschwisterkinder zehn Prozent. Diesen Eigenanteil können sich die Eltern aber nach erfolgreichem Behandlungsabschluss zurückerstatten lassen. Wichtig hierbei: Die korrekte Zahnpflege ist ein Muss. Eltern müssen darauf achten, dass ihre Kinder die Spange richtig säubern und lose Spangen regelmäßig tragen. Sollte die Behandlung abgebrochen werden, gibt es kein Geld zurück. Sobald die Behandlung beendet ist, stellt der Kieferorthopäde eine Abschlussbescheinigung aus. Diese müssen Eltern gemeinsam mit den Rechnungen bei der Krankenkasse einreichen. Weitere Informationen können Sie bei Ihrer zuständigen Krankenkasse erhalten.

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Behandlungsdauer

Die Behandlungsdauer ist von mehreren Faktoren abhängig: vom Alter des Patienten, von der Art der Fehlstellung sowie von der Art der ausgewählten Zahnspange. Je komplizierter die Zahnfehlstellung und je älter der Patient ist, umso länger dauert die Behandlung. Zumeist tragen die Patienten ihre Zahnspange zwischen 18 und 30 Monate. Anschließend folgt noch ein Zeitabschnitt, in dem sie einen Retainer tragen müssen. Dieser soll dabei helfen, das Gewebe an die neue Zahnstellung anzupassen. Für gewöhnlich dauert diese „Retainer-Phase“ zwischen ein paar Monaten und zwei Jahre lang an. Einige Menschen müssen diesen Retainer dauerhaft tragen, da die Zähne sonst wieder in ihre Ursprungsposition zurückkehren. Achtung: Lingual-Spangen (Brackets auf der Rückseite der Zähne) gelten als ästhetische Lösung, ihre Kosten werden unter Umständen nicht von der Krankenkasse übernommen. Informieren Sie sich hierzu vor Behandlungsstart bei Ihrer Krankenkasse.

Welche Risiken gibt es bei Zahnspangen?

Bei der Behandlung mit kieferorthopädischen Geräten können generell Komplikationen auftreten. Feste Zahnspangen haben hier ein höheres Risiko als ihre herausnehmbaren Gegenstücke. Zum Beispiel kann der Patient unter den folgenden Problemen leiden:

  • Die Kräfte, die auf die Zähne einwirken, können Schmerzen auslösen. Und das sowohl nach dem Einsetzen als auch bei den notwendigen Nachjustierungen der Spange.
  • Auf den Zähnen entstehen Entkalkungsflecken.
  • Die Zähne können empfindlicher werden.
  • Entzündungen, Wucherungen und Rückbildung des Zahnfleischs können auftreten.
  • Beim Entfernen der festen Zahnspange können Schäden am Zahnschmelz entstehen.
  • Die Zähne können nach dem Entfernen der Spange in die Ausgangslage zurückfallen. Um dem entgegen zu wirken kommen nach der Behandlung sogenannte Retrainer zum Einsatz.
  • Es kann während der Therapie zu unvorhergesehenen Änderungen der Zahn- und Kiefersituation kommen. In einem solchen Fall muss der Arzt die Therapie entsprechend anpassen.

Besprechen Sie die Risiken und die anderen Punkte dieses Beitrags mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Dann steht einem Lächeln mit geraden Zähnen nichts mehr im weg.

Titelbild: © Gam1983 / iStock.com

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