Blick vom Krankenbett aus auf den Krankenhausflur

Woran Deutsche am häufigsten sterben

Wie man das Risiko einer Erkrankung verringern kann

Im Jahr 2014 verstarben laut Statistischem Bundesamt 868.356 Menschen. Damit ist die Zahl der Todesfälle gegenüber 2013 um 2,8 Prozent gesunken. Die häufigste Todesursache, mit einem Anteil von 38,9 Prozent, war wie auch in den Vorjahren eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Doch es gibt noch weitere Krankheiten, die für die deutsche Bevölkerung eine große Gefahr darstellen. Vorbeugen lässt es sich am besten, indem die jeweiligen Risikofaktoren bekannt sind und eingedämmt werden.

Die häufigsten Todesursachen*

Herz-/Kreislauf-Erkrankungen

Herzkrankheit (Chronische ischämische Herzkrankheit): 69.890

Herzinfarkt (Akuter Myokardinfarkt): 48.181

Herzinsuffizienz (Herzschwäche/Herzmuskelschwäche): 44.551

Eine Herzschwäche oder ein Herzinfarkt entsteht durch verengte Herzkranzgefäße (Koronararterien) und sind die Folge einer Arteriosklerose (Verkalkung der Blutgefäße). Wenn der Herzmuskel nicht mehr genug Sauerstoff bekommt, kann dieser den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Unter der chronischen ischämischen Herzkrankheit (auch koronare Herzkrankheit genannt) leiden in Deutschland rund eine Million Menschen.

Lungen- und Bronchialkrebs: 45.049

Tumore in der Lunge entstehen aus Giften und Schadstoffen, die der Lunge über Jahre hinweg zugemutet wurden. Rund 90 Prozent der männlichen Patienten sind Raucher. Bei den weiblichen Betroffenen sind es derzeit 60 Prozent. Lungenkrebs wird meist zu spät erkannt und ist selten heilbar.

Chronische Erkrankung der Lunge (COPD): 27.008

Bei der obstructive pulmonary disease handelt es sich um eine chronische Lungenerkrankung, die für entzündete und verengte Atemwege verantwortlich ist und zu einem schleichenden Erstickungstod führt. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber durch Medikamente lassen sich die Atemnot und der Husten lindern. 90 Prozent der Patienten sind oder waren Raucher.

Demenz: 24.867

Eine Demenz bewirkt schleichende Veränderungen im Gehirn. Betroffene werden vergesslich und können Informationen immer schlechter verarbeiten und wiedergeben. Meist kommen Bewegungsstörungen hinzu und der Patient wird bettlägerig. Da auch das Essen immer schwerer fällt, ist das Immunsystem stark in Mitleidenschaft gezogen und kann Infektionen hervorrufen, an denen der Patient stirbt.

Hypertensive Herzkrankheit: 22.859

Bei der hypertensiven Herzkrankheit wird der Herzmuskel durch chronischen Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) in Mitleidenschaft gezogen und kann eine Herzinsuffizienz hervorrufen.

Brustkrebs: 17.804

Wenngleich die Häufigkeit der Mammakarzinome zunimmt, sterben immer weniger Frauen daran. Eine frühe Erkennung verspricht eine bis zu 90-prozentige Heilungschance und bleibt dennoch die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen. In seltenen Fällen sind sogar Männer betroffen.

Bösartige Neubildung des Kolons: 16.899

Bezeichnet eine bösartige Schleimhautwucherung des Dickdarms. Er gehört zu den häufigsten Krebsarten der westlichen Industriestaaten und beginnt mit kaum spürbaren Beschwerden, wie Müdigkeit, Gewichtsabnahme und Appetitlosigkeit. Spätestens, wenn Blut im Stuhl festgestellt wird, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Schlaganfall: 16.753

Eine Durchblutungsstörung im Gehirn tritt aufgrund einer Unterversorgung der Nervenzellen ein, die durch zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe absterben. Zwar sind ältere Menschen gefährdeter, als junge und Männer häufiger betroffen, als Frauen, aber dennoch können bereits Kinder und unter 30-Jährige einen Schlaganfall erleiden. Das Risiko lässt sich durch einen gesunden Lebensstil verringern.

Lungenentzündung: Ungefähr 35.000

Die Lungenentzündung ist in Deutschland die einzige infektiöse Krankheit, die zu den häufigsten Todesursachen gezählt wird und somit auch die gefährlichste. Diese wird durch Bakterien ausgelöst, die die Lungenbläschen und das dazwischenliegende Bindegewebe angreifen. Weltweit ist die Lungenentzündung sogar die häufigste Todesursache, an der jährlich fast vier Millionen Menschen sterben.

Risikofaktoren

Die Risikofaktoren sind vielfältig und variieren je nach Todesursache. Generell spielt bei allen Erkrankungen ein ungesunder Lebensstil eine große Rolle. Das bedeutet, dass sich regelmäßiges Rauchen, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, ein zu hoher Cholesterinspiegel und Blutdruck sowie ein Mangel an Bewegung negativ auf die Gesundheit auswirken. Auch Stress, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und schädliche Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel starke Luftverschmutzung, können das Risiko einer Erkrankung begünstigen und zum Tode führen.

*Stand 2014/Quelle: Statistisches Bundesamt

Titelbild: © sudok1