Den Ruhestand genießen: Älteres Paar tanzt am Strand

Land der Träume: Wo leben im Ruhestand?

Sonne statt Regen, Meer statt Großstadt oder doch lieber Berge? Viele Rentner wünschen sich, ihren Ruhestand im Ausland zu verbringen. Doch wo kann man als Rentner am besten leben? Wo lebt man am günstigsten oder schönsten und ist die medizinische Versorgung auch sichergestellt? Egal, ob nur über die Wintermonate oder ob der Wohnsitz komplett ins Land der Träume verlegt wird, ein Umzug ins Ausland muss wohl überlegt sein. Und vor allem eines: geplant. Denn auch beim Auswandern für den Ruhestand gibt es so einiges zu beachten!

Inhalt

Wohin treibt es die deutschen Rentner?

Derzeit beziehen nach Auskunft der Deutschen Rentenversicherung 1,8 Millionen Rentner ihre Bezüge im Ausland. Und das in 150 Ländern. Und auch wenn der Drang später mal auszuwandern oder zumindest in eine andere Region zu ziehen mit dem Alter abzunehmen scheint, hat doch mehr als die Hälfte der Deutschen schon darüber nachgedacht, im Alter aus finanziellen Gründen den Standort zu wechseln.

Umfrageergebnis: Haben Sie schon aus finanziellen Gründen übers Auswandern im Alter nachgedacht?

Quelle: Statista (Login nötig)

Doch welches Land ist das beliebteste Auswandererland der deutschen Rentner? Man könnte vermuten, dass es die Deutschen im Ruhestand insbesondere in die südlichen Länder zieht. Falsch gedacht! Denn die meisten Rentner zieht es in die Schweiz.

Platz 1: Schweiz

Platz 2: USA

Platz 3: Österreich

Platz 4: Spanien

Platz 5: Frankreich

Berge also? Nicht nur. Es gibt auch steuerliche Vorteile. Denn wer in der Schweiz (und übrigens auch in Spanien, den USA und Griechenland) seinen Lebensabend genießt, muss zwar im neuen Heimatland Steuern zahlen, in Deutschland jedoch nicht. Allerdings sind im beliebtesten Land der deutschen Ruheständler auch die Lebenshaltungskosten höher. Beide Faktoren – Steuern und Lebenshaltungskosten – sollten daher vor der Festlegung auf ein Auswanderungsland genauer betrachtet werden.

Sonne statt Berge: Klima und Umgebung im Wunschland

Auswandern ist nicht nur stressig, sondern u. U. sogar gesund. Das Klima am Meer oder an den Bergen tut vielen Menschen gut. Und vor allem Sonnenschein führt zu guter Laune. Wieso also nicht in die sonnenscheinreichste Stadt Europas auswandern? Valetta in Malta hat pro Jahr 2.957 Sonnenstunden zu verzeichnen.

Statistik zu den die sonnigsten Städten in Europa

Quelle: Statista (Login nötig)

Für Sonnenanbeter ein eher schlechtes Auswanderungsziel ist dahingegen Glasgow in Schottland. Mit nur 1.203 Sonnenstunden pro Jahr scheint dort europaweit am wenigsten die Sonne.

Statistik zu den trübsten Städten in Europa nach Sonnenstunden

Quelle: Statista (Login nötig)

Egal für welche Stadt oder welches Land man sich entscheidet, am Ende sind neben der medizinischen Versorgung auch die finanziellen Aspekte ausschlaggebend.

Flucht vor Altersarmut

Manch einer will die Heimat gar nicht verlassen, ist aber indirekt dazu gezwungen. Vielen Menschen reicht die gesetzliche Rente in Deutschland einfach nicht aus. Bereits heute leben 4,9 Millionen Rentner unterhalb der Armutsgrenze. Prognosen sehen bis 2030 jeden zweiten Rentner gefährdet.

Bis vor Kurzem war Südostasien eine beliebte Alternative für Rentner mit schmaler Geldbörse. Genauer gesagt Thailand. Aber das Paradies unter Palmen hat einen Haken: Es gehört nicht zur Europäischen Union. Und damit gilt dort auch die gesetzliche Krankenversicherung nicht, anders als in den meisten Ländern der EU. Unfall oder Krankheit können so leicht den finanziellen Ruin bedeuten. Aus diesem Grund hat sich in letzter Zeit vor allem Bulgarien als Zufluchtsort etablieren können.

Wo lebt man als Rentner am günstigsten in Europa?

Wer seine Rente im europäischen Ausland verbringen will, hat viele Möglichkeiten. Laut dem Global Age Watch Index geht es Rentnern in der Schweiz, Norwegen, Schweden und Deutschland weltweit am besten. Alles jedoch Länder, mit relativ hohen Lebenshaltungskosten. Europa ist in den letzten Jahren zusammengewachsen und es gibt nur noch wenige bürokratische Hindernisse, sich im europäischen Ausland niederzulassen. Vor allem der Erhalt der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein Argument dafür, in den Grenzen der EU zu bleiben. Wenn man sich für ein Land entscheidet, sollte man jedoch immer daran denken, dass die Sprache ebenfalls ein wichtiger Schlüssel ist, um sich langfristig dort wohlzufühlen. Aber wo ist es in Europa günstig und lässt es sich gut leben? Hier ein paar Anregungen für Regionen in Europa, die viel zu bieten haben, aber nicht so viel kosten.

Portugal

Die Algarve ist bei der älteren Generation sehr beliebt und zwar nur wegen des guten Wetters, sondern auch wegen der speziellen Steuerregelung. Neu zugezogene Pensionäre müssen zehn Jahre lang keine Steuern zahlen. So kann man seine Rentenzahlung für die Annehmlichkeiten des Lebens ausgeben. Inzwischen hat sich eine lebendige Rentnercommunity von Auswanderern an der Algarve gefunden.

Griechenland

Hier schränkt sich die Suche auf gut erschlossene und gut erreichbare Inseln oder das Festland ein. Ein Beispiel ist die Insel Kreta: geringe Lebenshaltungskosten, 300 Tage Sonne im Jahr und das Meer vor der Haustür. Für knapp 1.000 € könnte sich ein Ehepaar die Warmmiete und Lebensmittel leisten.

Bulgarien

Bulgarien erfreut sich in den letzten Jahren bei den Touristen großer Beliebtheit. Aber auch Rentner können hier recht günstig leben. Für eine Wohnung, die in Hamburg ca. 500 € – 600 € kosten würde, zahlt man in Bulgarien nur ca. 180 €. Die Lebensmittelpreise sind im Schnitt 30 % – 50 % niedriger als in Deutschland. Nur bei der medizinischen Versorgung muss man Abstriche machen – die ist nicht annähernd so gut wie in Deutschland.

Wo lebt man als Rentner am günstigsten weltweit?

Wer nicht in Europa bleiben will, kann auch weiter entfernte Ziele anpeilen. In jedem Fall sollte man sich einen solchen Schritt jedoch gut überlegen und sich vorher informieren, was genau man sich davon erwartet. Oft liegen Traum und Wirklichkeit weiter auseinander, als es auf den ersten Blick scheint. Infrastruktur und medizinische Versorgung haben in ärmeren Gegenden oft einen deutlich niedrigeren Standard. Mit der richtigen Vorbereitung kann man in der Ferne seine Rente jedoch effektiver nutzen als in der Heimat. Hier ein paar Ideen.

Philippinen

Die Philippinen sind zwar ein Entwicklungsland und es gibt viel Armut, dennoch sind die Bewohner sehr gastfreundlich und haben fast immer ein Lächeln auf den Lippen. Dadurch fällt die Armut vielen Einwanderern nach einiger Zeit kaum noch auf. Wer sich dadurch nicht abhalten lässt, der kann als Rentner z. B. das SRRV (Special Retiree Resident Visa)-Programm nutzen, um ein dauerhaftes Visum zu bekommen. Dazu muss eine Rente von 800 US-Dollar (ca. 700 €) nachgewiesen und 10.000 US-Dollar auf einem Festgeldkonto hinterlegt werden. Wenn man die (relativ geringen) bürokratischen Hürden überwunden hat, kommt man mit 500 € bis 600 € im Monat gut aus.

Panama

Panama macht es Rentnern als Einwanderer mit dem „Panamanian Retirement Visa“ leicht. Mit dem Nachweis einer Rente von 1.000 US-Dollar bekommt man das Visum. Dafür erhalten Rentner mit diesem Visum im Inland enorme Vergünstigungen: 25 % Rabatt auf Strom- und Wasserrechnungen, keine Grundsteuer, 20 % Rabatt auf Medikamente, 25 % bei Essen im Restaurant etc. In Panama City kann man zu moderaten Lebenshaltungskosten ein westliches Leben führen. Auf dem Land wird es nochmal deutlich günstiger.

Thailand

Ein beliebtes Ziel für Auswanderer im Rentenalter ist Thailand. Sonne, Sandstrand und Meer locken jedes Jahr hunderte deutsche Senioren nach Thailand. Für das Aufenthaltsvisum muss auch hier eine Rente im Gegenwert von 65.000 Baht (aktuell ca. 1,800 €) nachgewiesen werden. Auch ein Festgeldbetrag von 800.000 Baht (ca. 22.300 €) auf einem thailändischen Konto oder eine Kombination von beidem berechtigen zum dauerhaften Aufenthalt. Die Lebenshaltungskosten sind ungefähr ein Drittel niedriger als in Deutschland. Für ein mittleres Einfamilienhaus in einer Kleinstadt oder auf dem Lande zahlt man ca. 300 € Miete im Monat. Alle Kosten zusammengenommen (Wohnen, Lebensmittel, Versicherung, Freizeit) kommt man auf ungefähr 1.000 € im Monat.

Wo lebt man als Rentner am günstigsten in Deutschland?

Wer seinen Ruhestand doch lieber in Deutschland verbringen möchte und nur zum Urlaub ins Ausland reist, kann auch im eigenen Land sparen, denn auch innerhalb Deutschlands gibt es Unterschiede in der Kaufkraft. Während man nach einer Studie der Initiative „7 Jahre länger“ mit einer Rente von 1.000 € in Magdeburg eine Kaufkraft von 1.067 € hat, kommt man in München nur auf 767 €. Insgesamt kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass man in Sachsen und Niedersachsen bundesweit am meisten für seine Rente bekommt. Vielleicht lohnt sich ja schon ein Umzug innerhalb Deutschlands für Sie?

Wo leben die meisten deutschen Rentner?

Etwa ein Prozent der deutschen Rentner lebt im Ausland, die meisten davon in der Schweiz, in Österreich und den USA. Aber auch die Balearen und die Kanaren sind als Auswanderungsziel im Rentenalter sehr beliebt. Alleine auf den Kanaren leben 27.000 deutsche Auswanderer und die Mehrzahl hat das 60. Lebensjahr weit überschritten. Das kommt vor allem daher, dass es kaum Arbeitsmöglichkeiten gibt und die Arbeitslosenquote über 30 % liegt. Keine Industrie – nur etwas Tourismus. So muss man sich die Arbeit entweder selbst mitbringen oder eben Rentner sein, um ein Auskommen zu haben.

Die meisten Rentner bleiben jedoch im Ruhestand in Deutschland. Laut dem Statistischen Bundesamt macht die Generation 65plus 21,4 % der deutschen Gesamtbevölkerung aus (Stand Dezember 2017). Schaut man sich an, in welchen Bundesländern anteilig an der Gesamtbevölkerung die meisten Menschen ab 65 Jahren wohnen, hat der Osten deutlich mehr Rentner als der Westen. Das „älteste“ Bundesland ist mit 26 % Sachsen-Anhalt, gefolgt von Sachsen (25,9 %), Thüringen (25,3 %), Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg (jeweils 24,1 %). Anteilig die wenigsten Rentner wohnen in Hamburg (18,4 %), in Berlin (19,2 %) und in Baden-Württemberg (20 %). Geht man von den absoluten Zahlen aus, stehen die bevölkerungsreichsten Bundesländer an der Spitze – Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg (Quelle: Statista, Login nötig).

Rente im Ausland: Was ist beim Auswandern zu beachten?

Zurück zum Ruhestand im Ausland. Grundsätzlich gilt: War man in Deutschland einmal gesetzlich rentenversichert, gehen die erworbenen Leistungsansprüche in der Regel nicht verloren. Das heißt, die Rente wird unabhängig davon, in welchem Land der Ruhestand verbracht wird, ausgezahlt. Zentral ist jedoch, ob der Wohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegt werden soll oder lediglich ein zeitlich begrenzter Auslandsaufenthalt geplant ist.

Überwintern

Ist der Auslandsaufenthalt lediglich vorübergehend (bis zu sechs Monate), können sich die Ruheständler aussuchen, ob die Rentenzahlungen an ein deutsches oder ausländisches Konto gehen sollen. Dabei ist zu beachten, dass bei einem ausländischen Konto zusätzliche Bankgebühren, Überweisungskosten und eventuelle Kursverluste durch den Währungswechsel entstehen können.

Dauerhafter Auslandsaufenthalt

Wird der Wohnsitz ins Ausland verlegt, wird auch ein ausländisches Bankkonto bestehen müssen. Die Rentenzahlungen werden dann von der Deutschen Rentenversicherung auf das ausländische Konto überwiesen. Die Ausnahme: Hat das neue Land ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland geschlossen, kann auch die ausländische Rentenversicherung die Zahlungen übernehmen.

Wichtig ist in beiden Fällen jedoch, dass man die Deutsche Rentenversicherung frühzeitig kontaktiert, spätestens 3 Monate vor dem geplanten Umzug. Da das Thema Ausland und Rente besonders komplex und länderspezifisch unterschiedlich gehandhabt wird, sollte man sich individuell beraten lassen. Steht ein Wunschland bereits fest, können auch spezialisierte Verbindungsstellen der Deutschen Rentenversicherung angesprochen werden. Eine Liste mit Länderstellen finden Sie hier.

Jobben

Wer sich im Ruhestand etwas dazuverdienen möchte oder muss, kann das grundsätzlich auch im Ausland tun, muss aber natürlich die Gesetze des Landes beachten. Wer sich in Altersteilzeit befindet, sollte außerdem seinen Vertrag mit dem früheren Arbeitgeber prüfen, der möglicherweise Vorgaben für Nebenjobs enthält.

Krankenversicherung: Medizinische Versorgung im Ausland?

Neben der Rentenzahlung sind vor allem auch die medizinischen Versorgungseinrichtungen im Ausland wichtig. Denn was nützt es, wenn zwar die Sonne scheint, der nächste Arzt jedoch mehrere Fahrstunden entfernt ist? Aus diesem Grund sollte insbesondere für Ruheständler auch auf einen guten Standard in der medizinischen Versorgung Wert gelegt werden. In Europa ist dies meist gegeben. Bei weiter entfernten Zielen wie Thailand oder der Karibik sollte man sich unbedingt im Voraus informieren.

Zudem bietet das Auswandern in ein EU-Land weitere Vorteile. So bleibt hier der gesetzliche Krankenversicherungsschutz bei der deutschen Krankenkasse meist bestehen. Voraussetzung dafür ist, dass eine Rente der Deutschen Rentenversicherung besteht. Es kann allerdings passieren, dass Leistungen, die in Deutschland von der Krankenkasse übernommen werden, im Ausland aus der eigenen Tasche zu zahlen sind. Zudem zahlt die gesetzliche Krankenversicherung nur deutsche Sätze. Ist eine Behandlung im Ausland also teurer, werden die zusätzlich entstandenen Kosten nicht übernommen.

Vorsorgen fürs Land der Träume?

Auch wenn die Rente noch etwas weiter entfernt ist, weckt die Vorstellung von einem Lebensabend im Land der Träume Hoffnung. Doch eines ist hierfür entscheidend: Vorsorge. Denn ohne eine private Absicherung für das Alter wird auch in Zukunft der Auswanderungstraum nur schwer leistbar sein. Mit der UniversalLife-Versicherung können bereits junge Menschen für ihr Alter sparen. Flexibel und immer an jede Lebenssituation anpassbar bietet die Versicherung zudem Vorsorge in den Bereichen Pflegefallschutz, Todesfallschutz oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit der Traum vom Ruhestand im vielleicht sonnigen Ausland nicht mehr nur ein Traum bleibt.

Titelbild: © WavebreakMediaMicro

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