Depression - Mann erschöpft auf der Couch

WHO-Studie: Immer mehr Menschen leiden an Depressionen

4,4 Prozent der Weltbevölkerung sind depressiv. Rund 322 Millionen Menschen leiden an psychischen Erkrankungen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Weltgesundheitsorganisation. Die Folge: Immer mehr Berufsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen. Die Zahlen steigen, dennoch werden Depressionen landläufig weiterhin unterschätzt. Unter dem Slogan “Bitte stör’ mich!” verschafft das Bayerische Gesundheitsministerium der Krankheit jetzt Gehör.

Psychische Krankheiten unterschätzt

Nach Aussage der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sind in Deutschland derzeit fünf Prozent der Bürger an Depression erkrankt. Das entspricht 3,1 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren. Die Stiftung geht allerdings davon aus, dass unter 18-Jährige und Menschen jenseits der 65 ebenfalls betroffen sind. Die Dunkelziffer beläuft sich damit ihrer Ansicht nach auf vier Millionen Erkrankte. Denn Depressionen bleiben häufig unbemerkt und oftmals wechseln depressive und gesunde Phasen einander ab. Auch die Schwere unterscheidet sich je nach Patient. Die Deutsche Depressionshilfe ist sogar davon überzeugt, dass sie in Wahrheit zu den Volkskrankheiten gehöre. Zum Vergleich: 35 Millionen Menschen leiden weltweit an Krebs.

“Depression ist heute weltweit die Hauptursache für Lebensbeeinträchtigungen”, sagt Dan Chrisholm, einer der Studienautoren.

Mehr Frauen als Männer betroffen

Frauen haben häufiger Depressionen als Männer, so lautet eine weitere Erkenntnis aus der OECD-Studie. Ebenso leiden Menschen zwischen 55 und 74 Jahren weltweit durchschnittlich am stärksten. In dieser Altersgruppe sind 7,5 Prozent der Frauen und 5,5 Prozent der Männer betroffen.

Ob sich grundsätzlich damit feststellen lässt, dass Frauen gefährdeter sind, ist zu bezweifeln. Immerhin ist bekannt, dass Frauen, anders als Männer, ihre Symptome eher ernster nehmen und sich schneller Hilfe suchen.

“Bitte stör’ mich” – Bayerns Gesundheitsministerium macht aufmerksam

Psychische Erkrankungen müssen heraus aus der Tabuzone. Das hat sich das Bayerische Gesundheitsministerium auf die Fahne geschrieben. Für mehr Achtsamkeit hat sie im Oktober 2016 die Kampagne “Bitte stör mich” ins Leben gerufen. Der dazu gehörende Spot wird im Kino und im Fernsehen ausgestrahlt. Er möchte Betroffenen Mut machen, sich im Ernstfall Hilfe zu holen. Vera Hahn von der Münchner Selbsthilfegruppe Schwalbennest dazu:

“Es ist unglaublich, was Menschen durchgemacht haben, bis sie sich Hilfe holen. Selbsthilfegruppen können Wege aufzeigen, Betroffene stabilisieren und begleiten. Es ist sehr wichtig, dass man sich nicht mehr alleine fühlt. Dass man sieht, andere sind auch betroffen und haben es heraus geschafft.”

Der aktuelle Kampagnen-Film ist am Ende dieser Seite zu finden.

Arbeitsausfall durch Depression

Steigende Betroffenen-Zahlen haben unmittelbar Einfluss auf das Arbeitsleben. Nach dem DAK-Gesundheitsreport 2016 hat sich die Anzahl der Fehltage wegen psychischer Probleme innerhalb der vergangen 20 Jahre verdreifacht. Auf 100 Versicherte kommen heute 246 Fehltage. 1997 waren es nur 77 Tage, an den Arbeitnehmer der Arbeit fern blieben.

Ein Rückgang ist bei Fällen von Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr mussten 6,5 Prozent der Arbeitnehmer wegen psychischer Erkrankungen kurze Zeit aussetzen. 2015 waren es mit 6,7 Prozent leicht mehr. Der Heilungsprozess kann bei einer akuten Depression sehr langwierig sein. Fortschritte und Rückfälle wechseln einander ab.

Therapien setzten mitunter innere Prozesse in Gang, die es über einen gewissen Zeitraum unmöglich machen, sich auf den Beruf zu konzentrieren. Mitunter sehen Patienten keinen anderen Ausweg, als ihren Beruf für kurze Zeit aufzugeben. Betroffene müssen dann oftmals auch finanziell kürzer treten, fehlt ihnen doch ein geregeltes Monatseinkommen. Schnell werden Ausgaben hinterfragt. Nicht selten müssen dann auch bestehende Versicherungsverträge gekündigt werden.

Die private Altersvorsorge auszusetzen, das muss aber nicht sein. Zumal dieser Entschluss spürbare Konsequenzen erst im Alter nach sich zieht. Besser ist es, die Höhe der Beiträge den individuellen Bedürfnissen anzupassen. Bei den meisten Versicherungsverträgen ist dies durch statisch festgelegte Summen gar nicht erst möglich. Anders bei der IDEAL UniversalLife: Die Police trägt dem wachsenden Bedürfnis nach einer flexiblen Anpassung an wechselnde Lebensumstände Rechnung.

Titelbild: ©Africa Studio