Drogen, Zigaretten, Alkohol, Tabletten

Weltdrogentag 2018: Im Kampf gegen die Sucht

Noch immer sind sie ein Problem im Leben vieler Menschen: Drogen. Von der Sucht loszukommen, fällt meist schwer. Daher machen am internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr (kurz: Weltdrogentag) viele Vereine auf die Drogenproblematik aufmerksam.

Weltdrogentag: Ein Aktionstag, ein Ziel

Der weltweite Aktionstag findet jedes Jahr am 26. Juni statt und widmet sich dem Kampf gegen die Drogensucht. Erstmals wurde der Tag 1987 bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen eingeführt. Ziel war es, die Aufmerksamkeit auf die bis dahin still geschwiegene Drogenproblematik zu lenken und eine Gesellschaft fernab von Drogenkonsum zu erschaffen. Unter dem Motto „Listen first“ werden Präventions- und Informationsveranstaltungen geplant. Seit der Einführung des Aktionstages ist für die Planung das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung zuständig. Unterstützt wird die Aktion zudem von der Weltgesundheitsorganisation sowie einzelnen Staaten.

Bild: “ListenFirst”-Kampagne der UNODC zum Weltdrogentag

Deutschland und Drogen

1.272 – das ist die Zahl der illegalen Drogentoten im Jahr 2017 in Deutschland (Login nötig). Zwar sank die Zahl der Drogenopfer Anfang der 2000er zwischenzeitlich auf unter tausend, stieg jedoch die kommenden Jahre wieder an. Die häufigste Ursache: Heroin. Weitere 120.000 Menschen starben 2016 in Folge von Tabakkonsum.

Alkoholmissbrauch kann ebenso zum Tod führen. Schätzungen für Deutschland belaufen sich auf etwa 74.000 Todesfälle jährlich, die durch riskanten Alkoholkonsum oder durch den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak verursacht werden.

Jeder vierte Deutsche hat schon einmal illegale Drogen konsumiert

Die hohe Zahl lässt sich mit der Beliebtheit und dem flächendeckenden Konsum der Drogen in Verbindung bringen. Nikotin, Alkohol und Cannabis – die drei beliebtesten Suchtmittel – sind in Deutschland weit verbreitet. 28 Prozent der Deutschen Rauchen regelmäßig Zigaretten. 1,3 Millionen Deutsche sind laut Schätzungen alkoholabhängig. Und auch die Erfahrungen der Deutschen mit Cannabis sind relativ weit verbreitet. Rund 28 Prozent (Quelle: Statista, Login nötig) der deutschen Erwachsenen und knapp jeder zehnte junge Erwachsene zwischen 18 bis 25 Jahren haben bereits einmal Cannabis konsumiert.

Cannabis: Jung, männlich und drogensüchtig

Cannabis, „Gras“, ist die unter den Jugendlichen am weitesten verbreitete Einstiegsdroge. Das Durchschnittsalter des Cannabis-Erstkonsums liegt bei rund 15,4 Jahren. Härtere Drogen wie Kokain oder Opioide dagegen werden durchschnittlich erstmals mit rund 21 Jahren genommen. Auffällig bei allen drei Drogenarten: Die Konsumenten sind meist Männer. Cannabis-Konsumenten sind zu 80 Prozent Männer. Und auch Kokain (85,5 Prozent) sowie Opioide (70 Prozent) werden überwiegend von männlichen Konsumenten genommen. Zudem lässt sich eine weitere Gemeinsamkeit erkennen: Arbeitslosigkeit. Rund ein Drittel der Konsumenten sind arbeitslos. Die fehlende Perspektive und soziale Armut tragen dazu bei, Drogen zu konsumieren. (Quelle: Statista, Login nötig)

Die Familie leidet mit

Suchterkrankungen stellen nicht nur ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, sondern können Leben zerstören. Denn Drogen beeinflussen sowohl die Arbeitsfähigkeit als auch das Zusammenleben mit der Familie. Der Job und die Familie leiden – kreisen die Gedanken eines Betroffenen doch hauptsächlich um die Befriedigung der Sucht. Ein Rausch, der für Außenstehende genauso schwer zu ertragen sein muss wie für die Süchtigen. Hinzu kommen schwerwiegende gesundheitliche Langzeitfolgen – insbesondere durch Alkohol und harte Drogen, die Organe angreifen.

Therapien: Die Sucht überwinden

Es gibt Maßnahmen, die helfen, eine Suchterkrankung zu überwinden. Der erste Schritt beginnt für Betroffene in speziellen Suchtberatungen, die Präventions- und Aufklärungsarbeit leisten können. Die Rehabilitation wird danach in stationären oder ambulanten Suchtbehandlungen durchgeführt. Die Zahl der bewilligten Leistungen für eine solche, umgangssprachlich Entzug genannte Maßnahme steigt an. 2015 befanden sich 326.971 Personen (Quelle: Statista, Login nötig) aufgrund von Alkoholsucht in einer stationären Behandlung, 17.148 zum Entzug von Cannabis.

Prävention: Inspiration zum Handeln

Unterstützung zur Selbstheilung – genau das will der Weltdrogentag vermitteln. Denn nicht nur die Prävention, sondern auch die Aufklärung der Betroffenen soll bei dem internationalen Aktionstag im Vordergrund stehen. Hierfür wird der Aktionstag von vielen Veranstaltungen begleitet, die von Vereinsträgern unterschiedlichster Art ausgerichtet werden.

Titelbild: © monticelllo

Beitragsbild: © UNODC “Listen First”-Kampagne