Vier junge Leute in Startposition blicken in die Kamera

Diese Versicherungen braucht man als Berufseinsteiger

Auch diesen Sommer starten viele junge Menschen ihren Weg ins Berufsleben. Und dabei verfolgen sie vor allem ein Ziel: richtig durchstarten! Doch bevor es losgehen kann und das erste Gehalt endlich auf dem Konto landet, sollten Berufseinsteiger einige Dinge beachten. Denn mit dem neuen Lebensabschnitt geht auch viel Verantwortung einher. Finanzielle Risiken gilt es von Beginn an abzusichern! Doch welche Versicherungen sind für junge Menschen eigentlich notwendig? Und auf welche kann man vorerst verzichten?

„Versicherungen? Darum kümmern sich meine Eltern!“

So einfach ist es leider nicht. Während Studierende und Auszubildende oftmals noch bei den Eltern versichert sind, gilt das für junge Berufseinsteiger nicht mehr. Während der Ausbildung sind die Kinder in der Regel weiterhin bei den Eltern krankenversichert. Auch Schäden werden bis zum 25. Lebensjahr noch von der Haftpflichtversicherung der Eltern abgedeckt. Mit dem ersten richtigen Job ist das jedoch vorbei.

So unangenehm das Thema Versicherungen für manche auch ist, es ist vor allem eines: lebenswichtig. Denn nun kann ein Unfall mit Langzeitfolgen oder eine psychische Erkrankung das Karriereaus und damit hohe finanzielle Einbußen bedeuten, im schlimmsten Fall ein Leben lang. Deshalb sind Versicherungen auch für Berufseinsteiger von existenzieller Bedeutung.

Ab wann muss man sich überhaupt selbst versichern?

Sobald Sie Ihre Ausbildung beendet haben, müssen Sie sich eigenständig versichern, denn die Familienversicherungen oder Studenten-Tarife sind meist an die laufende Ausbildung oder den elterlichen Wohnsitz geknüpft. Wenn die Ausbildung beendet ist oder mit dem neuen Job auch der Umzug in eine eigene Wohnung ansteht, müssen Sie sich um Ihren Versicherungsschutz ab diesem Zeitpunkt selbst kümmern.

Sie brauchen nicht alles, nur das Richtige.

Es gibt Versicherungen, die man nur unter gewissen Umständen braucht, und andere, die für die Existenz von größter Bedeutung sind. Vorab: Kranken- und Haftpflichtversicherung sind unverzichtbar, eine Berufsunfähigkeitsversicherung für viele Menschen ebenfalls.

1. Krankenversicherung – gesetzlich oder privat?

Die Krankenversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung. Das heißt, hier lebende Menschen müssen eine solche vorweisen können. Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ausreicht oder eine private Krankenversicherung (PKV) abgeschlossen werden sollte?

Entscheidend sind häufig vor allem das Gehalt und die Tätigkeit. Denn Festangestellte müssen ein bestimmtes Einkommen nachweisen, um sich privat versichern zu können. 2018 liegt die Zugangsvoraussetzung für eine PKV bei einem Jahreseinkommen von mehr als 59.400 Euro. Für Selbständige, Freiberufler und Beihilfeberechtigte (Beamte, Beamtenanwärter) gilt diese Grenze nicht. Diese Berufszweige dürfen sich immer privat versichern.

Doch ist eine PKV auch sinnvoll? Diese Frage pauschal zu beantworten, ist nicht einfach und hängt vor allem von den Wünschen des Versicherten ab. Will dieser mehr und bessere Leistungen als im gesetzlichen System genießen, von kürzeren Wartezeiten profitieren und verfügt über ein sicheres Einkommen? Dann kann eine PKV sinnvoll sein. In jedem Fall lohnenswert ist eine PKV für Beamte, denn diese erhalten nur in einer privaten Versicherung die Beihilfe, eine Art Arbeitgeberzuschuss, von ihren Dienstherren.

Aber auch die gesetzliche Krankenkasse hat Vorteile: Sie kann unabhängig von Vorerkrankungen abgeschlossen werden und ihr Beitrag orientiert sich am Gehalt und bleibt dadurch kalkulierbar.

2. Haftpflichtversicherung – Pflicht oder nicht?

Keine Pflicht, aber ein Muss: Die private Haftpflichtversicherung ist in Deutschland keine Pflichtversicherung, jedoch kann sie vor dem finanziellen Ruin schützen und sollte daher in keinem Portfolio fehlen. Wichtig ist: Die Haftpflichtversicherung ist nicht erst ab dem Berufseinstieg abzuschließen. Sie wird bereits dann benötigt, wenn junge Erwachsene eine eigene Wohnung beziehen oder wenn das 25. Lebensjahr überschritten wurde. Denn ab dann kommen die Haftpflichtversicherungen der Eltern nicht mehr für Schäden des Kindes auf, auch dann nicht, wenn es noch in der Ausbildung ist.

Doch wofür braucht man eine Haftpflichtversicherung? Es ist schnell passiert, das Handy des Freundes aus der Hand gerutscht. Ohne Haftpflichtversicherung werden schnell mal einige hundert Euro fällig. Noch schlimmer ist es, wenn nicht nur Sach-, sondern Personenschäden vorliegen. Hier können Kosten in Millionenhöhe entstehen. Berufseinsteiger sollten daher eine Haftpflichtversicherung abschließen, die eine Versicherungssumme von mindestens drei bis fünf Millionen Euro aufweist. Eine solche Versicherung ist meist schon für unter zehn Euro im Monat zu haben.

3. Berufsunfähigkeitsversicherung – zur Absicherung des Einkommens

Eine weitere für viele Berufsanfänger wichtige Versicherung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Sie sorgt dafür, dass auch im Falle einer Berufsunfähigkeit ein Einkommen zur Verfügung steht.

Studien zeigen: Jeder vierte Deutsche wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig – wobei die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden zwischen den Berufen stark variiert. Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit sind vielfältig und umfassen psychische Erkrankungen und körperliche Beschwerden. Beides kann das vorläufige Karriereaus bedeuten. In schlimmen Fällen kann die Berufsunfähigkeit bis zum Renteneintritt andauern. Einen Ausgleich des ausbleibenden Einkommens seitens des Staates in Form einer Erwerbsminderungsrente können Berufseinsteiger normalerweise nicht erwarten, da noch keine ausreichenden Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt wurden.

Und selbst wenn eine Erwerbsminderungsrente gezahlt wird, sind die Leistungen sehr dürftig. Maximal 15 bis 30 Prozent des letzten Bruttoeinkommens werden vom Staat weiterhin ausgezahlt. Eine BU füllt diese Lücke auf. Der Haken: Eine BU abzuschließen setzt bei Versicherungen oft eine Gesundheitsprüfung voraus. Zudem ist auch die Tätigkeit ausschlaggebend. Manche Berufszweige, insbesondere Handwerker, bekommen nur schwer einen Versicherungsschutz. Sollten sie die Voraussetzungen jedoch erfüllen, ist eine BU für Berufseinsteiger relativ günstig. Es gilt: je niedriger das Alter, desto niedriger auch die Beiträge.

4. Hausratversicherung

Die Hausratversicherung ist für alle sinnvoll, die eine eigene Wohnung besitzen oder anmieten wollen. Sie sichert den Wert Ihres Eigentums innerhalb der Wohnung ab, z. B. nach einem Wasserschaden, Brand oder Einbruch. Ob eine Hausratversicherung notwendig ist, hängt von Ihren Lebensumständen ab. Manche Vermieter verlangen den Abschluss einer Hausratversicherung sogar von ihren Mietern.

5. Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung zahlt dann, wenn die Gesundheit wegen eines Unfalls dauerhaft geschädigt ist. Für Menschen, für die eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht infrage kommt (z. B. weil sie aufgrund von Vorerkrankungen nicht zu bezahlen wäre), kann die Unfallversicherung eine Alternative sein.

6. Kfz-Haftpflichtversicherung

Für Berufsanfänger mit eigenem Auto ist die Kfz-Haftpflichtversicherung Pflicht, denn sie gilt als Voraussetzung für eine Zulassung des Wagens und sichert die Schäden Dritter ab. Neben der reinen Haftpflicht können zusätzlich Teil- und Vollkasko-Versicherungen abgeschlossenen werden, die den Wert des Autos schützen.

Diese Versicherungen braucht man nicht unbedingt sofort

Fast alles lässt sich versichern, doch nicht alle Versicherungen sind zum Berufsstart nötig. Dazu zählen

    1. Diebstahl- und Reparaturversicherungen
    2. Krankenhaustagegeldversicherung
    3. Autoschutzbrief
    4. Fondsgebunde Lebensversicherung
    5. Reiseversicherungen
    6. Wohnungsschutzbrief
    7. Auto-Insassenunfallversicherung
    8. Fahrradversicherung

Für das Leben vorsorgen

Private Vorsorge ist wichtig. Doch ein Berufsanfänger hat nicht unbegrenzte Mittel für Versicherungen zur Verfügung. Deshalb sollte die Absicherung von schwerwiegenden Risiken zunächst im Mittelpunkt stehen. Wenn nach ein paar Jahren das Gehalt gestiegen ist oder sich die Lebenssituation verändert hat (eigene Immobilie, neue Hobbies, Familienzuwachs), sollte das Versicherungsportfolio erneut geprüft und ggf. angepasst werden.

Titelbild: © vadimguzhva

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