Ernährung - Frau schleckt am süßen Lutscher

Überhaupt nicht Zucker: die Volkskrankheit Diabetes

Neun Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter der Krankheit. Schätzungen zufolge wissen zwei Millionen Erkrankte nicht einmal, dass sie unter ihr leiden. Die Krankheit hat potenziell schlimme Folgen. Und trotzdem wird viel zu wenig über sie gesprochen: Diabetes mellitus. Der Welt-Diabetes-Tag am 14. November will das ändern. Zu Recht!

300.000 Diagnosen pro Jahr

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die dafür sorgt, dass der Körper seinen Blutzuckerspiegel nicht selbst regulieren kann. Sie tritt vor allem in zwei Varianten auf: Der so genannte Typ-1-Diabetes ist angeboren. Bei etwa 300.000 Deutschen ist sie diagnostiziert. Der Typ-2-Diabetes hingegen tritt im Laufe des Lebens auf. Oftmals verursacht durch falsche Ernährung, Mangel an Bewegung und genetische Prädisposition. Dieser Typ macht etwa 90 Prozent aller Diabetes-Fälle aus. Jedes Jahr gibt es 300.000 neue Typ-2-Diabetes Diagnosen. Sogar bereits bei Kindern.

16 Millionen mit Vorstufe von Diabetes

Diabetologen der Universität Tübingen schätzen, dass 20 Prozent der Bevölkerung bereits eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes aufweisen. Insgesamt also 16 Millionen Menschen. Das Fatale daran: Prädiabetes, wie es fachlich korrekt heißt, steht in Deutschland nicht im Fokus. Obwohl es laut der Wissenschaftler binnen weniger Jahre das Risiko für eine echte Diabetes-Erkrankung extrem steigere.

Unterschätzte Gefahr

Diabetes und das Risiko daran zu erkranken wird oftmals unterschätzt. Dabei sind die Folgen im schlimmsten Fall gravierend: Herzinfarkte, Schlaganfälle, Nierenversagen, Blindheit oder der Verlust von Körperteilen. Das ist besonders tragisch, wenn die Krankheit bereits im Kindesalter auftritt. In Anbetracht der Tatsache, dass jedes siebte Kind in Deutschland einer EU-Studie zufolge bereits als zu dick gilt, schrillen die Alarmglocken.

Der Kampf gegen die Volkskrankheit

Der angeborene Typ-1-Diabetes ist nicht heilbar. Er muss ein Leben lang mit entsprechenden Insulinpräparaten behandelt werden. Anders verhält es sich mit Typ-2. In vielen Fällen hilft eine Gewichtsabnahme. Dabei gilt: Ab zehn Kilo Gewichtsabnahme kann der Körper wieder einen normalen Blutzuckerwert erreichen. Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen hier enorm. Auch in der Prävention: Wer bereits Vorstufen einer Diabetes-Erkrankung spürt, kann laut Experten von der Berliner Charité mit einer Gewichtsabnahme von etwa fünf Kilo, täglich einer halben Stunde Bewegung und einer einigermaßen gesunden Ernährung sein Diabetes-Risiko um 80 bis 90 Prozent senken.

Bin ich gefährdet?

Diese Symptome sind ein Indiz für eine Diabetes-Erkrankung:

  • Verstärkter Harndrang: Wenn der Körper versucht, Zucker über Urin auszuscheiden.
  • Extremer Durst: Ausgelöst durch das häufige Wasserlassen.
  • Juckende oder trockene Haut: Ebenfalls ausgelöst durch den erhöhten Harndrang.
  • Müdigkeit
  • Auffälliger Gewichtsverlust: Bei Typ-2 durch den Flüssigkeitsverlust. Bei Typ-1 kann der Körper die eigenen Fett-Depots angreifen und so eine Gewichtsabnahme herbeiführen
  • Schlechte Wundheilung: Wegen schlechterer Durchblutung und schwachem Immunsystem.
  • Anfälligkeit für Infektionen: Fußpilz, Harnwegsinfektionen, etc.
  • Azetongeruch aus dem Mund: Nur bei Typ-1-Diabetes. Betroffene riechen nach Azeton (wie faules Obst) aus dem Mund. Zeichen eines starken Insulinmangels.

Sollten Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bei sich beobachten, empfehlen wir unbedingt einen Arztbesuch.

Titelbild: © Grischa Georgiew