Läuferin schnürrt ihre Schuhe zum Training

Sport bei und nach Krebs

Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, sein Leben in Bequemlichkeit zu verbringen. Trotzdem kennt jeder den Wunsch nach Ruhe und nach dem einen oder anderen Tag auf dem Sofa. Für diesen Wunsch gibt es gute Gründe, denn Bewegung kostet Energie und natürlich ist es wichtig, mit den Kräften zu haushalten. Schließlich braucht der Organismus Bewegung, um belastbar zu bleiben. Für Krebspatienten stellt sich das aber etwas anders dar.

Schonung oder Bewegung

Lange Zeit war es selbstverständlich, dass sich kranke Menschen, und ganz besonders Krebspatienten ausruhen und erst nach vollständiger Genesung wieder eine gewisse körperliche Belastung aufnehmen. Diese grundsätzliche Einschätzung gibt es heute nicht mehr. Natürlich müssen die Voraussetzungen gegeben sein, denn wer unter Schmerzen leidet oder keine Kraft hat, kann und will keinen Sport treiben, auch wenn es sich um eine leichte Betätigung handelt. Bei schlechter gesundheitlicher Verfassung kann auch ein Ausflug an die frische Luft schon die Kraft überschreiten. Es zeigt sich aber, dass sportlich hochaktive Krebspatienten eine größere Chance haben, sich später schneller wieder zu erholen. Das gilt nicht nur für die Zeit nach der Erkrankung, sondern auch für die Zeit zwischen den verschiedenen Behandlungsschritten.

Aus mit Sport nach der Diagnose?

Es gibt keine pauschale Empfehlung für Sportler mit einer Krebsdiagnose. Jede Krebserkrankung ist anders und jeder Patient reagiert unterschiedlich. Umfangreiche Erfahrungswerte lassen sich nicht grundsätzlich auf jeden Betroffenen übertragen, auch wenn es sinnvoll ist, die Erfahrungen der Ärzte in die Entscheidungen einzubeziehen. Dabei spielen aber viele Faktoren eine Rolle. Maßgeblich ist z. B. um welchen Sport es geht, ob davon ein höheres Risiko für Infektionen und Verletzungen zu erwarten ist und ob das Risiko besteht, dass der Patient sich überfordert und damit auch überlastet. Leistungsorientierte Sportler müssen zudem verstehen, dass die Leistung nachlassen wird. Das kann vor allem bei erfolgreichen Sportlern für erheblichen Frust sorgen. Zusammen genommen kann das dazu führen, dass der Sportler wenigstens vorübergehend aus dem Sport aussteigen muss.

Was spricht gegen Sport?

In erster Linie werden Ärzte nicht grundsätzlich von Sport abraten, wenn der Patient sich dem gewachsen fühlt. Sollte sich aber die Überforderung abzeichnen, kann eine solche Empfehlung folgen. Erwachsene Patienten sind dann für sich selbst verantwortlich. Bei Minderjährigen entscheiden die Erziehungsberechtigten, allerdings können Ärzte eingreifen, wenn sie das Verhalten der Eltern für verantwortungslos halten. Das gilt z. B. wenn sich die Knochenstruktur durch die Ausbildung von Metastasen so verschlechtert hat, dass die Gefahr von Frakturen steigt. Ein Bruch könnte gefährliche Folgen für den Patienten haben, ggf. sogar zum Verlust der Gliedmaße führen. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Ganz besonders, wenn es sich nur um einen vorübergehenden Ausstieg aus dem Sport handelt. Dabei muss es sich nicht nur um Risikosportarten handeln. Auch Sport mit allgemein hoher Belastung für Knochen gehört dazu.

Wiedereinstieg in den Sport

Ist die Behandlung abgeschlossen, ist es ein wichtiges Ziel, den Patienten in einem vernünftigen Tempo wieder in den Alltag zu entlassen. Für Sportler gehört der Wiedereinstieg in den Sport unbedingt dazu. Hier ist die schonende Rückkehr aber zwingende Voraussetzung, um Schäden zu vermeiden. Routinierte Trainer kennen ihre Schützlinge gut genug, um zu erkennen, ob sie körperlich oder mental überfordert sind. Es liegt dann an ihnen, einzugreifen und den Sportler zur Vorsicht zu mahnen. Leistungssportler erkennen ihre Grenzen zumeist und werden lieber auf einen schonenden Aufbau setzen, bevor sie ernsthafte gesundheitliche Schäden riskieren, die möglicherweise ein dauerhaftes Aus bedeuten.

Erhaltungssport für jedermann

Es muss nicht der Leistungssport sein. Auch leichter Sport hilft den Patienten, sich schneller wieder zu erholen. Je nach persönlicher Eignung können die Betroffenen auch mit Sport beginnen. Hier sollten therapeutischer Nutzen und Spaß in Einklang miteinander stehen. Während der Reha gibt es fast immer die Möglichkeit, geeignete Sportarten auszuprobieren. Dabei sind Ausdauersportarten besser geeignet, als alles, was mit Schnellkraft zu tun hat. Zu den beliebtesten Sportarten gehören neben Zumba (Tanzen zu flotter Musik), Nordic-Walking und Wassergymnastik.

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