Studenten sitzen in einem Hörsaal

Alles rund ums Studium – So gelingt der Weg an die Uni

Fast drei Millionen junger Menschen haben sich im Semester 2020/2021 an einer Universität oder Fachhochschule eingeschrieben. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigt, wie wichtig der akademische Weg geworden ist. Wir zeigen, welche Voraussetzungen für ein Studium gelten und welche Universitäten zu den renommiertesten in Deutschland zählen.

Zulassungsvoraussetzung

Nach der Schule oder der Ausbildung nahtlos weiter ins Studium? Das ist nicht immer ganz so einfach. Zunächst spielt der Schulabschluss eine Rolle, wie hoch die Hürden für ein Hochschulstudium sind. Grundsätzlich ist eine Allgemeine Hochschulreife Voraussetzung, um an einer Universität studieren zu dürfen. In diesem Fall hat der Absolvent die größte Auswahl. Eine Fachgebundene beziehungsweise eine auf dem dritten Bildungsweg erlangte Hochschulreife grenzt die Auswahl entsprechend ein: Denjenigen steht in der Regel nur ein Studium an einer Fachhochschule offen. Es besteht aber die Möglichkeit, durch eine zusätzliche Prüfung die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Numerus Clausus und Auswahlverfahren

Der notwendige Schulabschluss stellt aber nur die erste Hürde dar. Eine Reihe an Studiengängen haben – meist aufgrund der hohen Nachfrage –  weitere Beschränkungen eingebaut: den Numerus Clausus (NC) – übersetzt „beschränkte Anzahl“ sowie ein Auswahlverfahren oder eine Eignungsprüfung. Im ersten Fall handelt es sich um einen bestimmten Notendurchschnitt, den der Bewerber für ein Studium haben muss.

Das bekannteste Beispiel ist sicherlich der NC für ein Studium der Humanmedizin. In den meisten Städten liegt der geforderte Notendurchschnitt bei 1,0 -1,2: Nur die besten Abiturienten dürfen direkt nach der Schule mit dem Studium beginnen.

Numerus Clausus

Den Notendurchschnitt aufbessern können Bewerber allerdings über Wartesemester sowie bei einem Studium der Humanmedizin durch den Test für Medizinische Studiengänge (TMS), den sogenannte Medizinertest. Dessen Ergebnisse lassen sich mit dem NC gegenrechnen und erhöhen die Chancen auf eine Zulassung. Fast alle der deutschen Universitäten beziehen das TMS Ergebnis zusätzlich zur Abiturnote und anderen Kriterien bei der Auswahl mit ein.

Die andere Möglichkeit, den Abischnitt zu verbessern , ist über Wartesemester. Wobei diese Form schrittweise bis 2022 abgeschafft wird. Fängt ein Schüler nicht direkt nach dem Schulabschluss ein Studium an, verbessert dies seinen Notendurchschnitt. Dabei wird die Wartezeit in Halbjahren gerechnet. Üblicherweise entscheiden sich Schüler während dieser Wartezeit für ein Soziales oder Ökologisches Jahr oder für eine Ausbildung.  

Aufnahmeprüfung und Auswahlverfahren

Neben dem Medizinstudium gibt es auch andere Studiengänge, die im Vorfeld eine Aufnahmeprüfung erfordern. Speziell fachgebundene und meist spezifische Fächer wie beispielsweise das Sport-, Kunst- oder Musikstudium fallen darunter. Hierfür wird entweder eine Bewerbungsmappe mit Leistungsnachweisen gefordert, beziehungsweise der Nachweis der sportlichen Fähigkeiten in Form eines Sporttests. Darüber hinaus gibt es auch Studiengänge, die keine der genannten Zulassungsbeschränkungen aufweisen. Hier findet sich eine Auswahl an NC-freien Studiengänge.

Studienabschlüsse

In Deutschland gibt es drei Abschlüsse, die Studenten erreichen können: Bachelor, Master und Staatsexamen. Die Hochschulreform, die sich 2022 zum zehnten Mal jährt, schaffte die früheren Abschlüsse Diplom und Magister ab und ersetzte sie, um einen international vergleichbaren Standard zu erreichen. Der Bachelor stellt den ersten akademischen Abschluss dar, worauf das Masterstudium im Anschluss aufbaut. Entsprechend der Ausrichtung des Studiengangs lauten die akademischen Titel „Bachelor of Arts (B.A.) für Geisteswissenschaften, Bachelor of Science (B.Sc.) für technische und naturwissenschaftliche Fächer sowie Bachelor of Engineering (B.Eng.) im Bereich der Ingenieurswissenschaften. Analog ist der Masterabschluss konzipiert. 

Das Staatsexamen ist – wie der Name schon verrät – ein Abschluss, der nicht von der Hochschule, sondern von den Bundesländern festgelegt wird. Das bedeutet, dass die Abschlussprüfung von einem staatlichen Ausschuss organisiert und abgenommen wird. Jeder Arzt, Anwalt, Lehrer oder Pharmazeut hat diese Abschlussprüfung einmal beziehungsweise sogar zweimal ablegen müssen, um in seinem Beruf arbeiten zu dürfen.

Auswahl der Studiengänge

Biologie an der Nordsee studieren? Brauwesen in Bayern? Oder doch lieber Sport in Köln? Das Studium bietet vielen jungen Menschen die langersehnte Freiheit, in eine andere Stadt zu ziehen und sich ihren Interessen zu widmen. Und tatsächlich bietet die große Auswahl an Studienfächern dazu die Möglichkeit. Hier ein Überblick über alle Studienfächer in Deutschland.

Hochschulranking: Wo liegt die beste Uni?

Welche Uni zu den jeweiligen Bedürfnissen passt, hängt auch von den Erwartungen des künftigen Studenten ab: Nah am Zuhause oder doch möglichst weit weg, kleine oder lieber eine große Uni, anonym oder familiär – in einer Kleinstadt oder in einer Metropole? Die Auswahl ist bei mehr als 650 (Fach-)Hochschulen und rund 21.000 Studiengängen groß – doch, welche Universität oder Hochschule zudem die beste Lehre anbietet, zeigen regelmäßige Rankings. Zu den besten Universitäten zählen die Ludwig-Maximilians-Universität und die Technische Universität in München sowie die Uni Heidelberg.

Mit der IDEAL UniversalLife sicher & flexibel vorsorgen!

Gebühren und Finanzierung des Studiums

Das Klischee des ewig bankrotten Studenten hält sich nicht ohne Grund seit Generationen. Während des Studiums sich selbst zu finanzieren, ist für viele junge Menschen nicht nur eine Herausforderung, sondern ohne finanzielle Hilfe – sei es durch die Familie oder durch den Staat – schlicht nicht möglich. Auch wenn es in Deutschland seit einigen Jahren keine allgemeinen Studiengebühren mehr gibt, müssen Studenten je nach Bundesland pro Semester einen gewissen Betrag bezahlen. Teilweise eingeschlossen sind darin noch das Ticket für den Öffentlichen Nahverkehr. Dass die Höhe der Gebühren durchaus sehr unterschiedlich sein kann, zeigt dieses Beispiel: Studenten an Uni Eichstätt zahlen nur 56 Euro, während für Studenten in Hannover 434,19 Euro fällig werden. Hinzu kommen noch Lebenserhaltungskosten. Diese Kalkulation gilt jedoch nur für staatliche Universitäten und Fachhochschulen. An privaten Einrichtungen fallen die Gebühren um ein Vielfaches höher aus.

BAfÖG

Gerade für junge Menschen ohne finanzielles Polster und familiären Rückhalt ist die Finanzierung schwierig. In diesen Fällen gibt es staatliche Hilfen. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz – besser bekannt als BAföG – beispielsweise bietet Studenten eine finanzielle Unterstützung im Studium und in der schulischen Ausbildung. Allerdings bekommt diese längst nicht jeder genehmigt. Die monatlich ausgezahlten Gelder hängen von vielfältigen Faktoren wie der Wohnsituation, dem Einkommen der Eltern, dem eventuellen Nebenjob und dem eigenen Vermögen ab. Und geschenkt ist das Geld ebenso wenig. Grundsätzlich muss vom BAföG für ein Studium 50 Prozent der erhaltenen Summe zurückgezahlt werden.

Stipendium

Neben der staatlichen Förderung gibt es unterschiedliche Stipendien. Dafür bewerben können sich Studenten mit sehr guten Leistungen und sozialem, politischem oder gesellschaftlichem Engagement. Zu den Förderern zählen entweder die Hochschulen selbst, Begabtenförderungswerke oder Stiftungen. Zu den bekannten Stipendien zählt wohl das Deutschlandstipendium des Bundesministeriums. Außerdem gibt es zahlreiche kleinere Stipendien, die sich an der individuellen Leistung oder dem Profil des Studenten orientieren. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet hierzu eine gute Übersicht.

Kredit

Eine weitere Möglichkeit, sich das Studium zu finanzieren, sind Kredite. Der KfW-Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet Interessierten eine Anlaufstelle. Die Gelder in Höhe von bis zu 650 Euro pro Monat finanzieren Lebenshaltungskosten während des Studiums unabhängig vom Studienfach. Anders als bei der Förderung durch BAfÖG spielt der finanzielle Hintergrund keine Rolle. Ebenso ist die Förderung unabhängig von der gewählten Studienform: ob in Vollzeit, Teilzeit, berufsbegleitend oder als Fernstudiengang und im Auslandssemester.  

Studienformen

Nicht jeder Student möchte Vollzeit studieren, sprich seine komplette Zeit auf das Studium verwenden. Aus diesem Grund gibt es flexible Möglichkeiten der akademischen Ausbildung. Darunter fallen:

  • Ausbildungsintegriert
  • Berufsbegleitend (bspw. als Abendstudium)
  • Berufsintegrierend
  • Duales Studium
  • Fernstudium
  • Internationaler Studiengang
  • Praxisintegrierend
  • Teilzeitstudium

Natürlich ist es jedem Studenten überlassen, wie viele Kurse er pro Semester besuchen möchte. Solange keine Mindestanzahl an ECTS-Punkten, also erbrachten Studienleistungen erforderlich ist, kann ein Vollzeitstudium durchaus auch als Teilzeitstudium erfolgen. Allerdings verhindert die Studienordnung, dass ein Bachelorstudium länger als neun Semester dauert – wobei es etwa wegen Krankheit auch individuelle Ausnahmen gibt. Das klassische Teilzeitstudium hingegen ist speziell auf Berufstätige ausgelegt, die ihr Studium nebenher absolvieren. Die Regelstudienzeit – also die Semesterzahl, die bis zum Abschluss eines Vollzeitstudiums nach der Prüfungsordnung von der jeweiligen Hochschule vorgesehen ist – wird entsprechend verlängert. Zum Vergleich: Ein Bachelorstudium in Vollzeit dauert in der Regel sechs bis sieben Semester. In Teilzeit hat der Student meist doppelt so lange Zeit.

Studentisches Wohnen

Wer während seines Studiums nicht mehr zu Hause leben möchte oder kann, hat eine breite Auswahl an Wohnmöglichkeiten: Sei es klassisch in einer Wohngemeinschaft, in einem Studentenwohnheim – oder eben alleine. Seit einigen Jahren gibt es zudem alternative Wohnformen, die besonders in teuren Städten wie München, Köln und Hamburg Anklang finden: Wohnen für Hilfe. Senioren bieten ihre Wohnung als Gegenleistung für Hilfe im Alltag vergünstigt an Studenten an.

Studienberatung

Wer angesichts der vielen neuen Einflüsse Hilfe und Orientierung sucht, findet in Studentenwerken und Studienberatungen der jeweiligen Hochschule Anlaufstellen. Oft hilft es auch, über Gruppen in sozialen Netzwerken Studenten um Hilfe und Beratung zu bitten. Kontakte können auch Studentenwerke vermitteln.

Titelbild: © Tgorodenkoff/ iStock.com