Familie auf Fahrradtour

Sicher mit dem Fahrrad unterwegs

Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich, der Frühling steht gefühlt schon ins Haus. Es ist wieder Zeit, den Drahtesel aus dem Schuppen zu holen. In Deutschland gibt es laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur knapp 77 Millionen Stück – fast ein Fahrrad pro Einwohner. Tendenz steigend. Ein gutes Drittel der Bevölkerung nutzt das Gefährt mindestens einmal pro Woche. Die meisten auf dem Weg zur Arbeit oder Ausbildungsstätte. Sie müssen sich neben Autofahrern, Fußgängern, Skateboardern und mittlerweile sogar E-Scootern behaupten. Damit der Straßenverkehr auch in der Rush-Hour reibungslos läuft, gibt es einige Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Wir erklären welche.

Inhalt

Wie muss mein Fahrrad ausgerüstet sein?

Im Jahr 2018  sind hierzulande 445 Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu Tode gekommen. Das sind 63 Radler mehr als im Vorjahr. Die Zahl der getöteten Fahrradfahrer stieg im Vergleich zu 2010 um fast 17 Prozent. Besonders gefährliche Situationen entstehen laut des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) beim Einbiegen, Kreuzen oder Abbiegen. Um Unfälle zu vermeiden, sind laut Straßenverkehrszulassungsordnung einige Ausrüstungsteile vorgeschrieben. Dazu zählt eine helltönende Klingel, zwei voneinander unabhängige Bremsen und zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale, die vorne und hinten mit gelben Reflektoren ausgestattet sind. Außerdem muss vorne am Rad ein Frontscheinwerfer und hinten ein rotes Rücklicht angebracht sein. Wahlweise können die Lichter auch batteriebetrieben sein und müssen tagsüber nicht mitgeführt werden. Reflektorstreifen oder gelbe Speichenreflektoren (jeweils zwei pro Rad) sorgen dafür, dass man auch von der Seite gesehen wird. Verpflichtend sind außerdem ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten. Nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll sind außerdem ein hochwertiges Schloss, eine Standlichtanlage, Kettenschutz, ein stabiler Gepäckträger und Schutzbleche.

Welche Bekleidung empfiehlt sich beim Fahrradfahren?

Gerade in den Metropolen nimmt der Fahrradverkehr Fahrt auf. Die fahrradfreundlichsten Städte in Deutschland sind laut Copenhagenize Index der Reihe nach Bremen, Berlin und Hamburg. Um im täglichen Treiben sichtbar zu bleiben macht es Sinn, helle Kleidung zu tragen. Reflektorstreifen optimieren die Sichtbarkeit noch etwas, da sie bei Lichteinfall leuchten. Außerdem ist festes Schuhwerk ratsam und eine reflektierende Schutzweste – besonders im Winter, wenn es morgens und abends dunkel ist. Fluoreszierende Kleidung, die ultraviolettes Licht reflektiert und so im Tageslicht heller erscheint als normale Farben, verstärken die Sichtbarkeit. Reflektorstreifen an den Knien und Knöcheln sind besonders effektiv. Im Straßenverkehr geht es nicht nur darum gesehen, sondern vor allem als Fahrradfahrer erkannt zu werden. So können Autofahrer richtig reagieren.

Wer Helm trägt, fährt sicherer

Forscher des American College of Surgeons haben herausgefunden, dass Helmträger bei einem Sturz ein um 58 Prozent geringeres Risiko haben, schwere traumatische Hirnverletzungen zu erleiden. Eine gesetzlich vorgeschriebene Helmpflicht für das Fahrradfahren gibt es in Deutschland allerdings nicht. Radler müssen demnach keine Verwarnung oder Bußgeld befürchten, wenn sie ohne Helm fahren. Die Entscheidung ist dem Fahrradfahrer selbst überlassen, wenngleich der Fahrradhelm besonders bei Kindern ratsam ist.

IDEAL UnfallRente - rundum abgesichert
zu fairen Konditionen

Eindeutig fahren reduziert Unfälle

Die richtige Fahrweise kann die Sicherheit erhöhen. „Nach außen selbstbewusst, innerlich aber defensiv“, lautet die Strategie des ADFC. Radler sollen ihren Platz im Straßenverkehr einfordern, in dem Wissen, dass sie im Vergleich zum Auto die „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer sind. Es bringt nichts, auf sein Recht zu pochen, wenn man dafür eine Unfallgefahr in Kauf nimmt. Deswegen ist vorausschauendes Fahren für Radfahrer noch wichtiger als für Autofahrer. Das Unfallrisiko lässt sich außerdem durch eindeutige Fahrweise senken. Dadurch erkennen andere Verkehrsteilnehmer, wohin sich der Radler bewegt. Plötzlich stehen bleiben oder abrupt die Seite bzw. Richtung wechseln ist daher zu vermeiden.

Verkehrsregeln einhalten

Verkehrsregeln gelten selbstverständlich auch für Radfahrer. Auch wenn der ein oder andere es nicht so eng sehen mag, gelten Einbahnstraßen, rote Ampeln und Alkoholgrenzen auch für Radfahrer. Die Promillegrenze liegt zwar mit 1,6 weit über der von Autofahrern, Sanktionen sind allerdings schon bei niedrigeren Werten möglich. Fällt ein Radler negativ durch seine Fahrweise auf oder gefährdet andere, kann bereits ab 0,3 Promille eine Strafanzeige erfolgen. Wer mit Alkohol am Lenker erwischt wird, muss neben Bußgeldern und Geldstrafen auch mit Auswirkungen auf den Führerschein rechnen. Punkte in Flensburg, Anordnung des MPU-Tests oder komplettes Fahrverbot können die Folge sein.

Gehwege sind tabu

Auch wenn der Radweg endet, ist es nicht erlaubt auf den Gehweg auszuweichen. Passanten rechnen hier nicht mit einem Gefährt von dieser Geschwindigkeit. Also ist absteigen und schieben angesagt.

Regelmäßiger Fahrrad-Check

Im Gegensatz zu Autos gibt es für Fahrräder keinen TÜV. Das sieht man so mancher Rostlaube in den Straßen der Großstädte durchaus an. Das Material nutzt sich ab, Bremsen lassen nach. Auch ein Fahrrad muss in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Mindestens zweimal im Jahr ist die Empfehlung, einmal vor dem Winter und zu Beginn der Fahrradsaison im Frühling. Fachwerkstätten erledigen das im Normalfall für wenige Euro.

Fahrradfahren mit Kindern

Laut Straßenverkehrsordnung darf man erst ab einem Alter von 16 Jahren ein Kind mit dem Fahrrad mitführen. Und das auch nur, bis das Kind das siebte Lebensjahr erreicht. Für behinderte Kinder gelten hier selbstverständlich Ausnahmeregelungen. Kinder bis zum Alter von acht Jahren fahren entweder auf dem Gehweg oder auf baulich von der Fahrbahn getrennten Radwegen. Auf die Fahrbahn gemalte Radfahr- oder Schutzstreifen dürfen sie nicht nutzen. Zwischen acht und zehn Jahren haben Kinder die Wahl zwischen Gehweg, Radweg und Fahrbahn. Ab zehn Jahren müssen sie auf letztere beiden ausweichen.

Kleiner Fahrrad-Bußgeldkatalog für 2020

Der Fahrrad-Bußgeldkatalog gibt Auskunft darüber, welches Vergehen im Straßenverkehr mit welchem Geldbetrag geahndet wird. Auf einer „Fahrradautobahn“ zu parken, wie es sie mittlerweile in vielen Metropolen gibt, kann ganz schön teuer werden: Satte 55 Euro kostet das Knöllchen. Mit welchen Bußgeldern Sie als Radfahrer rechnen müssen finden Sie im Bußgeldkatalog 2020. 

Hier ein kleiner Auszug  

Vergehen Bußgeld
Sie haben die Vorfahrt missachtet und eine Kreuzung überquert 15 €
Fahrradfahren gegen die Einbahnstraße 20 €
Mit 1,6 Promille oder mehr Fahrrad gefahren 3 Punkte + Geldstrafe + Anordnung einer MPU 
Fahrrad ohne Licht bzw. defektes Licht  20 €
Unerlaubtes Fahrradfahren auf dem Bürgersteig 15 €
Benutzen von Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung  55 €
Zeichen der Polizei nicht beachtet  35 €
Fahren über eine rote Ampel 30 € + 1 Punkt in Flensburg

Titelbild: © monkeybusinessimages / iStock.com

IDEAL Unfallversicherung: Frau und Mann lachend auf dem Sofa
Unfallversicherung
  • Lebenslange Versicherungsdauer
  • Weltweiter Versicherungsschutz
  • Konstante Beiträge

Produkt infos

*IDEAL UnfallRente Klassik, Eintrittsalter 50 Jahre, Unfallrente 250 €, Versicherungsdauer 5 Jahre

Newsletter abonnieren