Familie auf Fahrradtour

Sicher mit dem Fahrrad unterwegs

Fahrrad fahren macht Spaß und hält fit. Doch es birgt auch Gefahren. Besonders in den kälteren Jahreszeiten Frühling und Herbst sollte man auf seine Sicherheit achten. In Deutschland gibt es laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur knapp 78 Millionen Fahrräder. Über 80 % fahren Fahrrad und entscheiden sich bei einer Distanz von bis zu 15 Kilometern gegen ihr Auto. Die meisten nutzen das Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit oder Ausbildungsstätte. Aber sie müssen sich neben Autofahrern, Fußgängern, Skateboardern und mittlerweile sogar E-Scootern behaupten. Damit der Straßenverkehr auch in der Rush-Hour reibungslos läuft, gibt es einige Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Wir erklären welche.

Was gehört zur Ausstattung eines verkehrssicheren Fahrrads?

Die Zahl der Fahrradunfälle steigt kontinuierlich an. Dies ist bedingt durch die vermehrte Nutzung von Fahrrädern mit eingebautem Motor. Besonders gefährliche Situationen entstehen laut des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) beim Einbiegen, Kreuzen oder Abbiegen. Um Unfälle zu vermeiden, sind laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVO) einige Ausrüstungsteile vorgeschrieben. Dazu zählt eine helltönende Fahrradklingel, zwei voneinander unabhängige Bremsen und zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale, die vorne und hinten mit gelben Reflektoren ausgestattet sind. Die Vorschriften zur Fahrradbeleuchtung besagen außerdem, dass vorne am Rad ein weißer Fahrrad-Scheinwerfer und hinten ein rotes Rücklicht angebracht sein müssen. Wahlweise können die Lichter auch batteriebetrieben sein und müssen tagsüber nicht mitgeführt werden. Reflektorstreifen oder gelbe Speichenreflektoren (jeweils zwei pro Rad) sorgen dafür, dass man auch von der Seite gesehen wird. Verpflichtend sind außerdem ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großflächenrückstrahler mit der Kennzeichnung „Z“ hinten. Nicht vorgeschrieben, aber sinnvolles Fahrradzubehör, um ihre Verkehrssicherheit zu steigern, sind außerdem ein hochwertiges Schloss, eine Standlichtanlage, ein Kettenschutz, ein stabiler Gepäckträger und Schutzbleche.

Im Gegensatz zu Autos gibt es für Fahrräder keinen TÜV. Das sieht man so mancher Rostlaube in den Straßen der Großstädte durchaus an. Das Material nutzt sich ab, Bremsen lassen nach. Doch auch ein Fahrrad muss in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Mindestens zweimal im Jahr ist die Empfehlung, einmal vor dem Winter und zu Beginn der Fahrradsaison im Frühling, um das Fahrrad verkehrssicher zu machen. Die Kosten orientieren sich an dem Umfang der Inspektion und anfallenden Reparaturen.

Welche Fahrradbekleidung empfiehlt sich für das Fahrradfahren?

Gerade in den Metropolen nimmt der Fahrradverkehr Fahrt auf.   

Folgende Bekleidung erweist sich als sinnvoll, um im täglichen Verkehr die eigene Sichtbarkeit zu verstärken und sich sicher fortzubewegen:

  • Helle Kleidung
  • Festes Schuhwerk
  • Reflektorstreifen an Armen und Beinen
  • Reflektierende Schutzweste
  • Fluoreszierende Kleidung

Fluoreszierende Kleidung reflektiert ultraviolettes Licht und erscheint so im Tageslicht heller als Kleidung mit normalen  Farben. Reflektorstreifen an den Knien und Knöcheln sind besonders effektiv, da durch die radfahrtypischen Auf- und Abbewegungen Autofahrer einen rechtzeitig erkennen und reagieren können.

Wer einen Fahrradhelm trägt, fährt sicherer

Forscher des American College of Surgeons haben herausgefunden, dass Helmträger bei einem Sturz ein um 58 Prozent geringeres Risiko haben, schwere traumatische Hirnverletzungen zu erleiden. Eine gesetzlich vorgeschriebene Helmpflicht für das Fahrradfahren gibt es in Deutschland nicht. Radler müssen demnach keine Verwarnung oder Bußgeld befürchten, wenn sie ohne Helm fahren. Jedoch besonders bei Kindern wird das Tragen eines Kinderhelms empfohlen. Der ADAC informiert über den richtigen Sitz und worauf Eltern bei Kinderhelmen Acht geben sollten. Vor dem Kauf eines neuen Erwachsen- oder Kinderhelms empfiehlt es sich, Auswertungen anzusehen, denn neue Fahrradhelme werden regelmäßig auf Unfallschutz, Handhabung, Hitzebeständigkeit oder Schadstoffe getestet.

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So verringern Sie das Unfallrisiko beim Fahrradfahren

Die richtige Fahrweise kann die Sicherheit erhöhen. „Nach außen selbstbewusst, innerlich aber defensiv“, lautet die Strategie des ADFC. Radler sollen ihren Platz im Straßenverkehr einfordern, in dem Wissen, dass sie im Vergleich zum Auto die „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer sind. Es bringt nichts, auf sein Recht zu pochen, wenn man dafür eine Unfallgefahr in Kauf nimmt. Deswegen ist vorausschauendes Fahren für Radfahrer noch wichtiger als für Autofahrer. Das Unfallrisiko lässt sich außerdem durch eine eindeutige Fahrweise senken. Dadurch erkennen andere Verkehrsteilnehmer, wohin sich der Radler bewegt. Plötzlich stehen bleiben oder abrupt die Seite bzw. Richtung wechseln ist daher zu vermeiden.

Verkehrsregeln für Radfahrer

Verkehrsregeln gelten selbstverständlich auch für Radfahrer. Auch wenn der ein oder andere es nicht so eng sehen mag, gelten Einbahnstraßen und rote Ampeln auch für Radfahrer. Ein Radweg ist nur einer, wenn dieser als benutzungspflichtiger Radweg gekennzeichnet ist. Zudem gibt es klare Alkoholgrenzen. Die Promillegrenze liegt zwar mit 1,6 weit über der von Autofahrern, Sanktionen sind allerdings schon bei niedrigeren Werten möglich. Fällt ein Radler negativ durch seine Fahrweise auf oder gefährdet andere, kann bereits ab 0,3 Promille eine Strafanzeige erfolgen. Wer mit Alkohol am Lenker erwischt wird, muss neben Bußgeldern und Geldstrafen auch mit Auswirkungen auf den Führerschein rechnen. Punkte in Flensburg, Anordnung des MPU-Tests oder komplettes Fahrverbot können die Folge sein.

Fahrradfahren mit Kindern

Laut Straßenverkehrsordnung darf man erst ab einem Alter von 16 Jahren ein Kind mit dem Fahrrad mitführen. Und das auch nur, bis das Kind das siebte Lebensjahr erreicht. Für behinderte Kinder gelten hier selbstverständlich Ausnahmeregelungen. Kinder bis zum Alter von acht Jahren fahren entweder mit ihrem Kinderfahrrad auf dem Gehweg oder auf baulich von der Fahrbahn getrennten Radwegen. Beim Überqueren von Straßen müssen Kinder jedoch absteigen. Auch auf die Fahrbahn gemalte Radfahr- oder Schutzstreifen dürfen sie nicht nutzen. Jedoch haben Kinder zwischen acht und zehn Jahren die Wahl zwischen Gehweg, Radweg und Fahrbahn. Ab zehn Jahren müssen sie auf letztere beiden ausweichen. Achten Sie auf den richtigen Sitz des Kinderhelms und die verkehrssichere Ausstattung des Fahrrads. Worauf beim Kauf eines Kinderfahrrads geachtet werden sollte, erläutert der ADAC ausführlich.

Kleiner Fahrrad-Bußgeldkatalog für 2021

Der Fahrrad-Bußgeldkatalog gibt Auskunft darüber, welches Vergehen im Straßenverkehr mit welchem Geldbetrag geahndet wird. Auf einer „Fahrradautobahn“ zu parken, wie es sie mittlerweile in vielen Metropolen gibt, kann ganz schön teuer werden: Satte 55 Euro kostet das Knöllchen. Mit welchen Bußgeldern Sie als Radfahrer rechnen müssen, finden Sie im Bußgeldkatalog 2021

Hier ein kleiner Auszug: 

Vergehen Bußgeld
Sie haben die Vorfahrt missachtet und eine Kreuzung überquert 25 €
Fahrradfahren gegen die Einbahnstraße 20 €
Mit 1,6 Promille oder mehr Fahrrad gefahren 3 Punkte + Geldstrafe + Anordnung einer MPU 
Fahrrad ohne Licht bzw. defektes Licht  20 €
Unerlaubtes Fahrradfahren auf dem Bürgersteig 10 €
Benutzen von Mobiltelefon ohne Freisprechein
richtung 
100 € + 1 Punkt in Flensburg
Zeichen der Polizei nicht beachtet  35 €
Fahren über eine rote Ampel 100 € + 1 Punkt in Flensburg

Titelbild: © monkeybusinessimages / iStock.com