Was sollten Selbststaendige bei der Altersvorsorge beachten?

Selbstständigkeit und Altersvorsorge – Was sollten Sie beachten?

Für Arbeitnehmer in Deutschland gilt die gesetzliche Rentenversicherungspflicht. Diese sichert einen Teil der persönlichen Altersvorsorge in Form klassischer Rentenzahlungen ab. Was für die einen jedoch Pflicht ist, ist für andere mehr oder weniger freiwillig. Denn die meisten Selbständigen müssen sich selbst um ihre Altersvorsorge kümmern. Über eine Pflicht zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenkasse wird zwar derzeit auch im Bundestag debattiert – eine konkrete Gesetzesverabschiedung gab es jedoch noch nicht. Das heißt für Selbständige: Wer in der Rente nicht ohne finanzielle Mittel da stehen will, sollte sich frühzeitig um die Altersvorsorge kümmern. Doch welche Möglichkeiten gibt es eigentlich für Selbständige?

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Risiko der Altersarmut – wer hat später das Nachsehen

Mehr noch als Festangestellte sind besonders Selbständige von Altersarmut bedroht. Denn auch sie vernachlässigen oftmals die Thematik der finanziellen Absicherung im Alter. Einsichtiges Handeln kommt oft zu spät. Das zeigen die alarmierenden Zahlen einer aktuellen Erhebung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. Mehr als ein Drittel aller ehemaligen Selbständigen sind im Rentenalter weiter voll berufstätig. Und auch Freiberufler gehen zu rund 30 Prozent im Rentenalter einem Vollzeitjob nach. Festangestellte arbeiten dagegen nur zu rund 17 Prozent im Alter weiter.

Der Grund: Gerade bei Selbständigen, die lange nicht für das Alter vorgesorgt haben, fehlen die finanziellen Mittel um den Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Warum sich Selbständige nicht um die eigene Altersvorsorge kümmern, kann an mehreren Gründen liegen. Oft  ist oft fehlende Zeit und die Informationsknappheit ein Problem. Während bei Arbeitnehmern die Organisation der gesetzlichen oder betrieblichen Altersvorsorgezahlung der Arbeitgeber übernimmt, müssen Selbständige diese Zeit selbst aufbringen. Hinzu kommt in manchen Fällen finanzieller Druck durch das eigene Unternehmen, sodass am „falschen Ende“ – nämlich bei der eigenen Altersvorsorge – gespart wird.

Die Folgen sind verheerend: Laut dem Arbeitssicherungsbericht 2016 rutschten bereits dort 3,7 Prozent der ehemaligen Selbständigen in die Grundsicherung. Das klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich viel, der Wert ist jedoch nahezu doppelt so hoch wie bei Arbeitnehmern.

Aktueller Stand der Altersvorsorge für Selbstständige

Für die meisten Selbständigen gilt: Sie müssen sich selbst um die Altersvorsorge kümmern. Doch nicht alle Selbständigen. Und insbesondere für Freiberufler gilt die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht. Abhängig vom Beruf und der Art der Selbständigkeit sind vom Gesetzgeber bereits einige Berufssparten zur Einzahlung in die gesetzlichen Rentenkassen verpflichtet worden. Dazu zählen:

  • Lehrer / Erzieher
  • Selbstständige in Pflegeberufen
  • Physiotherapeuten
  • Hebammen
  • Entbindungspfleger
  • Handwerker
  • Seelotsen
  • Küstenschiffer
  • Küstenfischer

Mehr als eine Millionen Selbständige dieser Sparten zahlen also bereits verpflichtend in die gesetzliche Altersvorsorge ein. Selbständige, die nicht in oben genannte Berufssparten fallen, sind bis jetzt von der Versicherungspflicht befreit. Dennoch gibt es auch für diese die Möglichkeit, freiwillig bei der gesetzlichen Rentenversicherung einzuzahlen.

Doch neben der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es für Selbständige viele Alternativen für das Alter vorzusorgen. Berufsgruppen und Freiberufler, die in Berufskammern organisiert sind, haben in der Regel durch die berufsständigen Versorgungswerke die Möglichkeit einer eigenen Altersvorsorge. Die Versorgungswerke sind dabei öffentliche Einrichtungen, die die Rente von Kammerberufen organisieren. Solchen Kammern zugehörig sind beispielsweise Rechtsanwälte, Architekten, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Ärzte oder Apotheker. Dabei ist die Zugehörigkeit zu den Berufskammern für diese Berufe sowohl für Arbeitnehmer der Branchen als auch Selbständige verpflichtend. Auch die Einzahlung in die kammereigene Rentenversicherung ist Pflicht. Doppelt zahlen muss trotzdem keiner, denn Betroffene können sich von der Rentenversicherungspflicht der gesetzlichen Rentenkassen befreien lassen.

Neben den Kammerberufen und den oben genannten versicherungspflichtigen Branchen gibt es einen weiteren Sonderfall: Künstler und Publizisten. Denn diese beiden Berufsgruppen müssen sich bei der Künstlersozialkasse anmelden. Die Kasse dient dabei als Mittler und reicht die von den Künstlern gezahlten Beiträge – je nach Einkommen – mit einem Zuschuss weiter an die Renten-, Pflege- und Krankenkasse. Dabei entspricht der Zuschuss der Höhe des Arbeitgeberanteils für Angestellte und wird vom Bund gestellt.

Debatte um die gesetzliche Rentenversicherungspflicht für Selbstständige

Da die gesetzliche Altersvorsorge für die meisten Selbständigen jedoch keine Pflicht ist, versäumen viele sich für das Alter abzusichern. Hinzu kommt in der Regel mehr finanzieller Druck für Selbständige, was die Höhen der Einzahlung oftmals verringert. Aus diesem Grund will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) noch im Jahr 2019 eine Gesetzesänderung zur Rentenversicherungspflicht von Selbständigen auf den Weg bringen. Künftig sollen also alle Selbständigen verpflichtet sein, für das Alter vorzusorgen.

Der neue Gesetzesentwurf von Hubertus Heil sieht dabei vor, dass Selbständige entweder in die gesetzliche Rentenversicherung, in berufsständische Versorgungskassen oder in die privaten Altersvorsorgen der Rürup-Rente einzahlen. Doch genau diese drei Wahlmöglichkeiten stoßen bei Gegnern der Versicherungspflicht für Selbständige auf Unmut. Sie beklagen die mangelnde Auswahl und sehen gerade für Existenzgründer große Nachteile. Besonders junge Unternehmer müssten in den ersten Jahren auf eine flexible Altersvorsorge zurückgreifen können, um das Unternehmen weiter vorantreiben zu können.

Mehrere Säulen kombinieren – Vorteile der privaten Rentenversicherung

Bis das Gesetz jedoch durch ist, können und müssen Selbständige sich um ihre finanzielle Absicherung im Alter kümmern. Dafür sollten sie jedoch nicht nur auf eine Säule vertrauen. Bereits jetzt sinken die gesetzlichen Renten immer weiter. Die alleinige Vorsorge durch die gesetzliche Rentenversicherung reicht sowohl für Arbeitnehmer als auch Selbständige nicht mehr aus. Deshalb sollten Selbständige ihre Altersvorsorge auf mehreren Säulen aufbauen.

  • Gesetzliche Rentenversicherung
    Die Beitragshöhen zur gesetzlichen Rentenversicherungen betragen aktuell 18,6 Prozent. Hinzu kommt eine Größe, die jährlich für Ost- und Westdeutschland neu bestimmt wird. Selbständige haben nun die Möglichkeit diesen Prozentsatz unter Angabe des Einkommens zu bezahlen. Daneben können Selbständige jedoch auch Pauschalbeträge – unabhängig vom Einkommen – entrichten (Westdeutschland: 566,37 Euro / Ostdeutschland: 501,27 Euro). Für junge Unternehmer gibt es zudem die Möglichkeit drei Jahre lang (Start-up-Phase) nur die Hälfte der Beiträge zu zahlen. Mehr zur freiwilligen gesetzlichen Versicherung erfahren Sie auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung.
  • Private Rentenversicherung
    Der demographische Wandel wirkt sich auch auf die Rentensituation aus. Immer mehr ältere Menschen erhalten Rentenzahlungen, obwohl die Zahl der einzahlenden Personen sinkt. Hinzu kommt: Die Bevölkerung wird immer älter. Die gesetzlichen Rentenzahlungen reichen in der Regel nicht aus, um sich auch im Alter den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Nicht nur Arbeitnehmer, auch Selbständige sollten sich dieser Rentenlücke bewusst sein und frühzeitig handeln.

Die Vorteile einer privaten Rentenversicherung, wie beispielsweise der IDEAL ZukunftsRente liegen dabei klar auf der Hand: Die Auszahlung der Beiträge kann flexibel gestaltet werden. Kunden können also zwischen einer Rentenzahlung oder einer einmaligen Kapitalauszahlung entscheiden. Zudem sind die Rentenzahlungen bei der privaten Rentenversicherung garantiert – und das lebenslang. Für Selbständige besonders wichtig: Die Flexibilität bei privaten Rentenversicherungen. So können beispielsweise hohe einmalige Beiträge neben laufenden Zahlungen oder einer Kombination aus beidem getätigt werden. Auch die IDEAL UniversalLife ist gerade für Selbstständige eine interessante Lösung, da hier neben den flexiblen Einzahlungsmöglichkeiten auch Auszahlungen bei finanziellen Engpässen ohne Probleme möglich sind.

  • Rürup-Rente:
    Sie ist die Alternative zur Riester-Rente. Denn Selbstständige und Freiberufler dürfen nicht Riestern. Dennoch werden auch sie vom Staat unterstützt in Form der Rürup-Rente. Hier können auch Selbständige Sparer rund Dreiviertel ihrer Beiträge bis zu 20.000 Euro von der Steuer absetzen. Dafür werden – wie auch bei der Riester Rente – die Beträge in der Auszahlungsphase besteuert. Ob sich eine Rürup-Rente für den Selbständigen immer lohnt, ist dabei fraglich. Dennoch sollte sie als ein Teil der mehrstufigen Altersvorsorge für Selbständige in Betracht gezogen werden.

Neben der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge sowie der Rürup-Rente gibt es natürlich auch für Selbständige zahlreiche andere Möglichkeiten für das Alter vorzusorgen. Immobilien können genauso einen Teil der privaten Altersvorsorge darstellen wie Fonds oder Aktiensparpläne. Der Nachteil besonders bei Letzteren: Das Risiko. Während private Rentenversicherungen garantiert sind, ist jeglicher Aktienhandel risikoreich.

Titelbild: © dstaerk / iStock.com

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