Mädchen füttert Baby mit Trinkflasche

Schülerjobs – Wenn das Taschengeld nicht ausreicht

Eine neue Spielkonsole, brandneue Markenkleidung, vielleicht ein neues Handy – Schüler haben ganz unterschiedliche Wünsche, die teilweise ordentlich ins Geld gehen. Eine Lösung: der Schülerjob. Welche Jobs eignen sich für welche Schüler und worauf gilt es zu achten? Das erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Inhalt:

Altersgrenzen für Schülerjobs

Den gesetzlichen Rahmen für Minderjährige, die sich einen Job suchen wollen, bildet das sogenannte Jugendarbeitsschutzgesetz (JArBSchG). Dieses legt unter anderem die Altersgrenzen fest. „Kind im Sinne dieses Gesetzes ist, wer noch nicht 15 Jahre alt ist“, schreibt es vor. Weiterhin sind alle Personen zwischen 15 und 18 Jahren als Jugendliche anzusehen. Für Jugendliche, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen, gelten hierbei dieselben Regeln wie für Kinder. Wichtig hierbei: Kinder dürfen grundsätzlich nicht arbeiten. Das JArBSchG legt jedoch eine Reihe von Ausnahmen fest, die es einem Kind erlauben, doch einer Arbeit nachzugehen. Zum Beispiel:

  • wenn es zum Zwecke der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie arbeitet
  • sofern seine Arbeit im Rahmen des Betriebspraktikums während der Vollzeitschulpflicht erfolgt
  • falls es damit eine richterliche Weisung erfüllt

Per Gesetz gilt das Verbot nicht für die Beschäftigung von Kindern über 13 Jahren, solange die Eltern oder „Personensorgeberechtigten“ ihre Einwilligung gegeben haben. Außerdem muss die Beschäftigung „leicht“ und „für Kinder geeignet“ sein.

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Welche Jobs eignen sich für Schüler?

Dabei stellt sich die Frage: Welche Beschäftigungen sind leicht und „für Kinder geeignet“? Auch hier legt das JArBSchG den groben Rahmen fest: „Die Beschäftigung ist dann leicht, wenn sie aufgrund ihrer Beschaffenheit und der besonderen Bedingungen, unter denen sie ausgeführt wird,

  • die Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung der Kinder,
  • ihren Schulbesuch, ihre Beteiligung an Maßnahmen zur Berufswahlvorbereitung oder Berufsausbildung, die von der zuständigen Stelle anerkannt sind, und
  • ihre Fähigkeit, dem Unterricht mit Nutzen zu folgen,

nicht nachteilig beeinflusst.“

Außerdem dürfen Kinder nicht mehr als zwei Stunden täglich arbeiten. In landwirtschaftlichen Familienbetrieben dürfen es auch drei Stunden sein. Zwischen 18 Uhr und 8 Uhr morgens ist Kindern das Arbeiten untersagt, genauso vor und während des Unterrichts. Jugendliche dürfen außerdem während der Schulferien arbeiten, das aber nur pro Kalenderjahr insgesamt vier Wochen lang.

Jobs ab 13

Da es auf gesetzlicher Ebene für 13-Jährige nicht möglich ist, einen Teilzeitjob anzunehmen, eignet sich hier eine Bandbreite verschiedener kleiner Tätigkeiten. Schülerjobs.de listet hier zum Beispiel Babysitten, Gassi gehen mit dem Nachbarshund und Nachhilfe auf.

Jobs ab 14

In diesem Alter sind Kinder womöglich nicht mehr mit den kleineren Aufgaben zufrieden und suchen sich andere Beschäftigungen. Mittlerweile sind sie auch ein Stück größer und damit kräftiger – und damit für Gartenarbeit, Winterdienst oder Einkaufshilfe geeignet. Auch das Austragen von Zeitungen und Prospekten ist in dieser Altersklasse eine beliebte Tätigkeit.

Jobs ab 15

15-Jährige haben die erste gesetzliche Grenze überwunden. Damit steht ihnen ein weites Feld verschiedener Jobs offen. Sie können als Aushilfe im Einzelhandel arbeiten, zum Beispiel als Sortierer an den Regalen. Oder als Assistenzkraft in der Hotellerie. Zeitungszustellung oder Nachhilfe sind ebenfalls mögliche Tätigkeiten für 15-Jährige. Doch aufgepasst: Bei Ferienjobs gilt die Grenze von acht Stunden Arbeitszeit täglich an maximal fünf Tagen pro Woche.

Jobs ab 16

Für viele Jugendliche ist der 16. Geburtstag eine ganz besondere Schwelle zum Erwachsenenleben. Viele Arbeitgeber bieten die ersten Jobs für Schüler erst ab 16 Jahren an  und das bedeutet, dass die Bandbreite der zur Verfügung stehenden Tätigkeiten sich für die Schüler noch einmal stark erweitert. Bekleidungsgeschäfte sind beliebte Arbeitsplätze von Jugendlichen. Hier haben sie zum Beispiel die Chance auf Mitarbeiterrabatte, um stets aktuell gestylt zu sein. Bäckereien und Eisläden bieten ebenfalls Nebenjobs für Schüler ab dem 16. Lebensjahr an.

Jobs ab 17

Die wenigsten Schüler begnügen sich in diesem Alter noch mit Rasenmähen und Einkaufen gehen. Stattdessen helfen sie bei Kassierarbeiten aus oder arbeiten als Aushilfe in Büros. Indeed listet außerdem Paketsortierer, Bäckerei-Aushilfe, Küchenassistenz und viele weitere Jobs auf.

Verdienst bei Schülerjobs

Wieviel ein Schüler-Nebenjob einbringt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel, ob es sich um eine einfache oder körperlich anspruchsvolle Tätigkeit handelt. Zu diesen Faktoren gehören Fragen wie zum Beispiel:

  • Ist es eine stressige Tätigkeit?
  • Wieviel Verantwortung übernimmt der Schüler?
  • Hat er bereits Erfahrung, etwa aus ähnlichen Jobs?
  • Erfolgt die Entlohnung nach Stundenanzahl oder Stückzahl?
  • Wie alt ist der Schüler?

Außerdem kann es stets zu regionalen Schwankungen kommen. Je nachdem, ob der Schüler in einem Dorf oder in einer Großstadt wohnt, fällt das Gehalt entsprechend anders aus. Und letztendlich ist natürlich auch der Arbeitgeber ein wichtiger Faktor. Eine pauschale Aussage über den Stundenlohn ist nicht möglich, aber Schülerjobs.de hat grob die folgenden Stundenlöhne errechnet:

  • 13-Jährige: 4 – 5 Euro pro Stunde
  • 14-Jährige: 5 – 6 Euro pro Stunde
  • 15-Jährige: 6 – 8 Euro pro Stunde
  • 16-Jährige: 7 – 10 Euro pro Stunde
  • 17-Jährige: 7 – 12 Euro pro Stunde

Steuern und Versicherung

Beim Ausüben von Schülerjobs sollten Jugendliche immer darauf achten, dass die Einnahmen nicht zu hoch ausfallen. Über einer Summe von 450 Euro pro Monat laufen sie Gefahr, durch Steuern Verluste hinnehmen zu müssen. Abgesehen davon profitieren sie von der Steuerfreiheit vieler „kleinerer“ Jobs.

Bei der Versicherung ist es genauso. Solange sie nicht allzu viel verdienen, ist eine Versicherung nicht notwendig. Eine Ausnahme ist hier die sogenannte kurzfristige Beschäftigung. Hierbei kommt es ausschließlich auf die Dauer des Arbeitsverhältnisses an, nicht auf die Höhe des Lohns. Kurzfristige Beschäftigungen dürfen maximal 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahrs betragen. Kurzfristige Beschäftigungen sind außerdem sozialversicherungsfrei und damit für Arbeitnehmer und -geber attraktiv. Sobald Schüler einen Job annehmen, der diese Grenze sprengt, sind sie kranken-, pflege- und rentenversicherungspflichtig.

Wo finde ich Schülerjobs?

Um einen Schülerjob zu finden, gibt es viele verschiedene Anlaufstellen. Jüngere Schüler können im privaten Umfeld oder in der Nachbarschaft nachfragen – gibt es irgendwo Kinder oder Haustiere, die einen Aufpasser brauchen? Braucht der elterliche Rasen einen neuen Schnitt oder benötigt die ältere Dame im Haus gegenüber Hilfe beim Einkauf? Sobald Jugendliche dann in ein Alter kommen, in dem sie „anspruchsvollere“ Berufe ausüben dürfen, lohnt sich ein Blick ins Internet oder in die lokalen Zeitungsinserate. Portale wie Indeed, Schülerjobs.de oder Jobruf haben eine große Anzahl von Inseraten aufgelistet.

Titelbild: © Adie Bush/ iStock.com

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