Personenausschnitt im Rollstuhl

Schlaganfall mit 30: Gesund und ohne Symptome

Selbst Kinder sind betroffen

Pro Jahr erleiden allein in Deutschland 280.000 Menschen einen Schlaganfall. Rund 63.000 sterben an den Folgen. Der Schlaganfall bildet damit die dritthäufigste Todesursache. Darunter befinden sich allerdings nicht nur ältere Menschen, sondern auch gesunde Personen, die gerade mal die 30 überschritten haben sowie rund 300 Kinder pro Jahr. Oft wird der Schlaganfall erst viel zu spät diagnostiziert und bringt lebenslange Behandlungskosten von ungefähr 45.000 Euro mit sich. Die Gefahr einer Berufsunfähigkeit ist damit groß.

Der häufigste Irrglaube ist sicherlich der, dass kurz vor und nach dem Schlaganfall eindeutige und sehr auffällige Symptome sichtbar sein müssten. Auch bisher vollkommen gesunde und sehr junge Personen können betroffen sein. Nicht immer wird der Schlaganfall überhaupt erkannt. In diesem Falle wird meist von einem stummen Schlaganfall gesprochen, der in der Regel zwar harmloser verläuft und somit keine Areale in Mitleidenschaft zieht, die für die Bewegung und die Sprache zuständig sind. Dennoch besteht die Gefahr, dass sich eben diese Hirnschläge häufen und sich negativ auf die geistigen Fähigkeiten auswirken. Im schlimmsten Falle kann sich daraus eine Art Demenz entwickeln.

Erste Anzeichen

Eine wichtige vorbeugende Maßnahme gegen alle Arten ist regelmäßiges Blutdruckmessen. Ist der Blutdruck zu hoch oder tritt häufiges Herzrasen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem ‚normalen‘ Schlaganfall tritt gewöhnlich ein nicht verschwindendes Taubheitsgefühl und Kribbeln in Armen, Fingern und Beinen sowie verschwommenes Sehen auf. Der Betroffene hat einen gestörten Gleichgewichtssinn und auch das Sprechen fällt ihm schwer oder ist gar nicht mehr möglich. Diese Symptome können, müssen aber nicht eintreten. Es ist immer davon abhängig, wo der Schlag eintritt.

Harmloses Einrenken kann Schlaganfall verursachen

Während die Hauptursachen bei älteren Schlaganfallpatienten meist auf Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Vorhofflimmern oder eine Herzrhythmusstörung zurückzuführen sind, sieht es bei den 20- bis 64-Jährigen schon anders aus. Hier spielt die sogenannte Dissektion der Halsschlagader die auslösende Rolle. Dabei kommt es zu einer Ablösung der Arterien-Innenhaut. Meist reißt diese zuerst ein. Dadurch kann Blut zwischen die Wandschichten gelangen und Blutplättchen lagern sich an. Folglich kommt es zu einer Verkleinerung des Gefäßdurchmessers oder das Gefäß verstopft ganz. Bemerkbar wird solch eine Dissektion meist durch einen starken Schmerz im Hals-Nacken-Bereich und mögliche neurologische Störungen. Zum einen kann dies genetisch vererbt werden, aber auch ein Schlag auf den Hals, ein Sturz oder sogar das Einrenken vom Chiropraktiker können mögliche Gründe sein.

Weitere Auslöser können Gefäßentzündungen wie Borreliose, Gürtelrose, Herzerkrankungen oder Störungen der Blutgerinnung sein. In 20 bis 30 Prozent der Fälle bleibt die Ursache bei jungen Patienten dennoch unbekannt.

Erste Hilfe durch Stroke-Unit-Teams

Laut länderspezifischer Rettungsgesetze gilt, dass der Patient von einem Rettungsdienst oder Notarzt in die nächstgelegene Klinik gebracht werden muss. Sogenannte Stroke-Unit-Teams erfüllen in den Krankenhäusern technische und personelle Voraussetzungen, um einen Schlaganfall-Patienten mit Hilfe von notwendigen medizinischen Maßnahmen und einem erfahrenen Ärzteteam bestmöglich zu behandeln.

Hier finden Sie eine Auflistung der Stroke-Units, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifiziert wurden.

Bild: Minerva Studio