Rentenerhoehung-Geldstapel

Rentenerhöhung 2020 – Infos und Ausblick

Seit dem 1. Juli 2020 bekommen Versicherte mehr Rente. Dafür sorgt die Rentenerhöhung 2020. Aber wie kommt sie eigentlich zustande? Und werden die Renten in Ost und West auch zukünftig steigen?

Inhalt:

Wie kommt es zu einer Rentenerhöhung?

Die Lohnentwicklung Deutschlands gilt als Grundlage für die Rentenanpassung. In den alten Ländern sind die Löhne um 3,28 Prozent gestiegen, in den neuen dagegen um 3,83 Prozent. Diese Zahlen basieren auf der vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Lohnentwicklung nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR). Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sagte dazu: „Es gilt das Grundprinzip, dass die Renten den Löhnen folgen. In guten wie in schlechten Zeiten. Auch in ungewissen Zeiten steht die Rentenversicherung für Verlässlichkeit. Die aktuelle Rentenanpassung sichert den Rentnerinnen und Rentnern ihre Teilhabe an der Lohnentwicklung und sorgt so für höhere Renten.“ Ferner, so erklärt der Arbeitsminister, nähern sich die Rentenwerte in Ost und West kontinuierlich einander an.

Zu den entscheidenden Faktoren über eine Rentenerhöhung gehört auch die beitragspflichtige Entgeltentwicklung der Versicherten. Neben der Lohnentwicklung wird auch ein Nachhaltigkeitsfaktor berechnet. Dieser berücksichtigt die Entwicklung des Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlern.

Um welchen Betrag steigt die Rente?

Den Daten des Statistischen Bundesamts und der Deutschen Rentenversicherung zufolge steigt die Rente in Westdeutschland um 3,45 Prozent. In den neuen Bundesländern beträgt der Zuwachs 4,20 Prozent. Damit entspricht der aktuelle Rentenwert (Ost) nun 97,2 Prozent des aktuellen Rentenwerts West. Das Rentenniveau beträgt insgesamt 48,21 Prozent. „Ich freue mich für die über 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner, dass die Renten auch in diesem Jahr wieder spürbar steigen werden. Das ist in diesen schwierigen Zeiten wirklich eine gute Nachricht. Die Rentenversicherung kann damit in der aktuellen wirtschaftlichen Lage ein positives Signal setzen“, sagte Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, in einer Pressemeldung dazu.

Können Renten auch wieder sinken?

Nein, denn hier springt die sogenannte Rentengarantie ein. Sie gilt seit 2009. Dabei handelt es sich um eine Schutzklausel, die sicherstellen soll, dass es bei einer Rentenanpassung nicht zu einer Verringerung des aktuellen Rentenwerts kommt. Stattdessen bleibt der aktuelle Rentenwert bestehen. Auch dann, wenn sich rein rechnerisch eine Minderung ergeben müsste. Das bedeutet, dass ein Absinken der Brutto-Rente gesetzlich ausgeschlossen ist. Stattdessen werden sie künftig auch weiter steigen, wenn auch nicht im selben Maße wie die Einkommen. Diese durch die Schutzklausel verhinderten Rentenminderungen müssen allerdings kompensiert werden. Im Jahr 2018 erfasste der „erste Ausgleichsbedarf“ diese verhinderten Minderungen und zielte darauf ab, diese Minderungen abzubauen, indem die Rentenanpassungen grundsätzlich halbiert wurden. Durch das RV-Leistungsverbesserungsgesetz und Leistungsstabilisierungsgesetz bestehen bis 2025 Haltelinien für den Beitragssatz und das Rentenniveau. Das bedeutet, bis dahin werden keine unterbliebenen Rentenanpassungen erfasst.

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Wo kann ich meine Rente einsehen?

Sie erfahren alle wichtigen Informationen zu Ihrer Rente im Rentenbescheid. Dieser wird üblicherweise schriftlich versendet. Zunächst einmal stellt er fest, ob Sie die beantragte Rente erhalten. Sie können, sobald der Rentenbescheid vorliegt, die Angaben darin auf Vollständigkeit prüfen. Die wichtigsten Informationen auf den modernen Rentenbescheiden sind bereits auf der ersten Seite zu finden.

Weitere Auskünfte, die der Rentenbescheid liefert:

  • Rentenart: Welche Rente bekomme ich (Altersrente, Erwerbsminderungsrente, Hinterbliebenenrente)
  • Rentenhöhe: Wieviel Rente bekomme ich monatlich?
  • Rentenbeginn
  • Dauer der Rente
  • Wie ist die Rente berechnet?
  • Versicherung: Wie bin ich kranken- und pflegeversichert?

Um die Altersvorsorge korrekt zu planen, können Versicherte bereits vorher auf eine Rentenauskunft und Renteninformation zurückgreifen. Alle Versicherten ab dem 27. Lebensjahr, die mindestens 5 Jahre an Beitragszeiten erworben haben, erhalten die Renteninformation jährlich.

Die Renteninformation beinhaltet:

  • Den aktuellen Stand des Versicherungskontos
  • Die Höhe der bisher erworbenen und der voraussichtlichen Alters- und Erwerbsminderungsrente
  • Informationen über die Auswirkungen künftiger Rentenanpassungen
  • Die Höhe der bisher eingezahlten Beiträge

Die Rentenauskunft wiederum erhalten alle Versicherten ab dem 55. Lebensjahr alle drei Jahre. Auf Antrag auch früher. Diese informiert über die bisher erfassten Rentenzeiten, die erworbenen Rentenansprüche und den frühestmöglichen Rentenbeginn.

Unterschiede zwischen Ost und West

Wer welche Rentenansprüche erheben darf, entscheidet sich nach dem Bundesland. Wenn ein Versicherter in den neuen Bundesländern oder im ehemaligen Ost-Berlin gearbeitet hat, so zählt diese Zeit als „Ost-Zeit“. Das gilt auch dann, wenn er aus dem Westen in den Osten gependelt ist. Die Berechnung ist leichter, wenn ein Rentner Zeit seines Lebens nur in einem der beiden Teile gearbeitet hat. Im Osten steigen die Löhne derzeit stärker als im Westen, was sich positiv auf die Rentenentwicklung der „neuen Bundesländer“ auswirkt.

Ausblick auf 2021

Auch wenn die Löhne im Jahr 2020 sinken, wird es im Jahr 2021 keine Rentenkürzung geben. Dafür sorgt die bereits erwähnte Rentengarantie. Schlimmstenfalls kommt es zu einem Aussetzen des Anstiegs. Allerdings nur im Westen, denn es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass der aktuelle Rentenwert Ost am 1. Juli 2021 mindestens 97,9 Prozent des aktuellen Rentenwerts West betragen muss. Dieser Wert ist derzeit noch niedriger als die Vorgabe, was nur eine Erhöhung um 0,7 Prozent ändern könnte. In den neuen Ländern muss es dementsprechend eine Erhöhung geben. Die gesetzliche Rentenversicherung geht davon aus, dass die Renten im Westen nicht ansteigen werden. Der Anstieg um 0,7 Prozent ist darum auf die östlichen Bundesländer beschränkt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Rentenarten und der Berechnung der Rente gibt es auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) stellt einen Rentenrechner, eine Übersicht der Leistungen der Gesetzlichen Rentenversicherung sowie weitere Fragen und Antworten bereit.

Das Thema Grundrente ist derzeit ebenfalls im Gespräch. Welche Bedingungen an sie geknüpft sind und wie der aktuelle Stand ist, erfahren Sie in unserem Artikel „Die Grundrente kommt

Titelbild: © Fokusiert / iStock.com

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*Verzinsung auf Basis der aktuellen Deklaration kann für die Zukunft nicht garantiert werden (gilt für Zahlungen bis zu 25.000 € p. a.).

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