Gebäudefront

Rehakliniken für Krebspatienten

Sie sind auf der Suche nach einer Rehaklinik? Möglicherweise wurden Ihnen bereits bestimmte Kliniken empfohlen? Das hilft Ihnen bei der ersten Orientierung. Bei der Entscheidung gibt es jedoch einiges zu berücksichtigen, denn die Angebote können für Sie als Patienten erheblich voneinander abweichen.

Übrigens: Eine ausführliche Übersicht über Krebskliniken finden Sie in unserem Artikel „Die besten Krebskliniken und Krebsärzte in Deutschland“.

Das ist wichtig für die Vorauswahl der Rehaklinik

Der richtige Zeitpunkt, sich nach einer Rehaklinik umzusehen und eine Entscheidung für eine Klinik zu fällen, ist vor der Antragstellung. Dabei spielt es keine Rolle, dass Sie zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch gar nicht wissen können, ob die Rehamaßnahme genehmigt wird. Haben Sie eine hilfreiche Aufstellung mit Rehakliniken vorliegen, können Sie im nächsten Schritt die Kliniken auswählen, die Ihnen besonders zusagen. Erstellen Sie sich eine Favoritenliste, in der Sie Ihre bevorzugten Kliniken zusammenfassen. Informieren Sie sich schon jetzt bei ihren Wunschkliniken, ob dort die erforderlichen Maßnahmen für Ihre Erkrankung angeboten werden. Wenn Sie anschließend den Antrag einreichen, geben Sie Ihre Auswahl als favorisierte Rehaklinik an. Ein solches Wahlrecht steht Ihnen nach § 9 SGB (Sozialgesetzbuch) zu.

Die Voraussetzung für die Genehmigung durch den Kostenträger ist, dass die Klinik zertifiziert ist und dass es keine medizinischen Gründe gibt, die gegen diese Klinik sprechen. Wenn Sie Ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen, dürfen Ihnen daraus allein auch keine zusätzlichen Kosten entstehen. Achten Sie aber darauf, dass die Klinik für Sie gut erreichbar ist, ganz besonders wenn weite Fahrten für Sie eine große körperliche Strapaze bedeuten.

Für die erste Übersicht – Finden Sie Ihre Rehaklinik

Die Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung bietet Ihnen eine Karte, mit deren Hilfe Sie sich eine erste Übersicht verschaffen können. Wählen Sie eine Klinik, die in einem für Sie erreichbaren Radius liegt. Wenn Sie in Bundesländern leben, in denen noch kein Krebszentrum vorhanden ist, lassen Sie auch die Verkehrsanbindung in Ihre Entscheidung mit einfließen.

Fündig werden Sie auf den Seiten der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation.

Klinik am Rosengarten in 32545 Bad Oeynhausen

Die Klinik konzentriert sich auf neurologische und orthopädische Rehabilitation für die schonende Wiedereingliederung der Patienten in den Alltag. Die Therapieverfahren werden dazu individuell auf den Patienten und seine physischen und psychischen Möglichkeiten zugeschnitten. Dazu gehören neben der Physiotherapie auch die Sporttherapie bis hin zum therapeutischen Wandern und medizinisch betreuten Ausdauertraining. Weiterhin werden Ernährungstherapie, Sprachtherapie und die Rehabilitationsnachsorge angeboten.

Web: www.klinikamrosengarten.de/home

Hufeland Klinik in 97980 Bad Mergentheim

In der Hufeland Klinik werden Patienten mit bösartigen Neubildungen und malignen Systemerkrankungen betreut. Die Rehaklinik bietet die ganzheitliche immunologische Therapie und schonende Behandlung, die neben der konventionellen Therapie u. a. auch den Bereich der Ernährung und die Stimulation des Immunsystems umfasst.

Web: www.hufeland.com

Klinik St. Irmingard in 83209 Prien am Chiemsee

Psychotherapie, Sporttherapie, Ernährungsberatung und Gesundheitstraining sind die Schwerpunkte der Klinik St. Irmingard. Seit 2013 bietet die Klinik außerdem therapeutisches Reiten an. Ein Angebot, das sich auch an Patienten mit Nervenschädigungen nach der Chemotherapie richtet. Für die Hippotherapie stehen ausgebildete Therapieponys zur Verfügung. Vorträge, Seminare, Filmvorführungen und Freizeitaktivitäten außerhalb der Klinik runden das Programm ab.

Web: www.st-irmingard.de

Klinik Sonneneck in 25938 Wyk auf Föhr

Die Klinik Sonneneck ist eine Fachklinik für hämatologische und onkologische Nachsorge. Die Besonderheit der Klinik ist, dass sie aufgrund der Insellage besonders für Patienten mit Erkrankungen der Atemwege geeignet ist. Die Luft ist staub- und pollenarm. Ein Arzt ist nachts im Haus. Die Rehaklinik bietet umfassende fachärztliche Betreuung und ein großzügiges psychosoziales Programm. Dazu gehören Tanztherapie, Meditation, Beratungen, Kunsttherapie und Gesundheitstraining. Die physikalischen Behandlungen umfassen u. a. Sportprogramme, Massagen und Bäder, Atemtherapie und Yoga.

Web:rehaklinik.net/website/pages/fachbereiche.php

MEDIAN Klinik am Burggraben in 32105 Bad Salzuflen

Die MEDIAN Klinik betreut nicht nur Patienten aus dem Bereich der Onkologie, sondern versteht sich als Klinik für alle Patienten, die Bedarf an medizinischer Rehabilitation haben. Abgedeckt sind die Fachbereiche Orthopädie, Neurologie, Psychosomatik, Kardiologie, Innere Medizin und Kinder- und Jugendrehabilitation. Die Betreuung ist fachübergreifend und bedient sich qualitativ hochwertiger Methoden nach modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Auch der Bereich der Prävention spielt in der MEDIAN Klinik eine wichtige Rolle.

Web: https://www.median-kliniken.de/de/

Masserberger Klinik in 98666 Masserberg

Die Region rund um die Masserberger Klinik ist geprägt von mildem Reizklima und ist damit besonders für Patienten mit Atemwegserkrankungen und allergischen Grunderkrankungen geeignet. Die physikalischen Angebote umfassen Badekuren, Schmerztherapie und Gesundheitswochen. Tanzsportkurse gehören außerdem zum Programm. Für das Personal der Masserberger Klinik steht der respekt- und würdevolle Umgang mit dem Patienten an erster Stelle. Ziel ist eine verbesserte Lebensqualität und eine Stabilisierung des Patienten. Darüber hinaus bietet die Klinik die Teilnahme an Freizeitaktivitäten in der nahen Umgebung an.

Web: www.rehaklinik-thueringen.de

Rehaklinik am Kurpark in 97688 Bad Kissingen

Die Fachklinik stellt die Therapiepläne speziell für jeden Patienten, seine Ziele und seine Erkrankungen zusammen, bis hin zum Ernährungskonzept. Das Ziel ist, die Gesundheit zu erhalten, zu fördern und zu verbessern. Dabei erhalten die Patienten die Gelegenheit, sich intensiv und unter fachlicher Begleitung mit der Krankheit auseinanderzusetzen und das Leben neu zu gestalten. Zu den Angeboten gehören neben der Schmerz- und Entspannungstherapie auch die Physiotherapie, Ergotherapie, aber auch Sport- und Bewegungsprogramme. Außerdem spielt die Sozialberatung eine große Rolle.

Web: www.rehaklinik-am-kurpark.de/Startseite/

Winkelwaldklinik in 77787 Nordrach

Die Winkelwaldklinik hat sich auf die Frauenonkologie spezialisiert, betreut aber auch Patienten mit anderen Tumorerkrankungen. Zu den therapeutischen Angeboten gehören die Psychotherapie, Physiotherapie und Krankengymnastik, wie auch Bewegungs- und Sporttherapie. Die Behandlungspläne werden individuell erstellt. Außerdem erhält der Patient beratende Unterstützung bei schwierigen Entscheidungen.

Web: www.winkelwaldklinik.de

Vorsorge-Reha-Klinik Haus Daheim in 38667 Bad Harzburg

Die Reha-Klinik Haus Daheim ist eine Vorsorgeklinik, in der u. a. Mütter mit Krebserkrankungen therapiert werden, die ihre Kinder mit in die Kur nehmen. Ziel ist, die Gesundheit zu stabilisieren, aber auch die Mutter-Kind-Beziehung zu festigen, die unter der Erkrankung leiden kann. Neben der Erholung steht auch die Fitness auf dem Programm. Für die Mütter warten Kurse im Nordic Walking, Ernährungsberatung und kreative Aktivitäten wie Seidenmalerei und Filzen. Kinder werden altersgerecht an mehr Selbständigkeit herangeführt und pädagogisch betreut. Es finden vertrauensbildende Maßnahmen statt, die auch der Angstbewältigung dienen und die Wahrnehmung verbessern.

Web: www.haus-daheim-kur.de

Weitere Voraussetzungen und mögliche Ablehnung

Die Klinik Ihrer Wahl muss zertifiziert sein. Hinweise dazu finden Sie auf den Websites der Einrichtungen oder in den Informationsbroschüren. Die Klinik muss zudem den Vorgaben Ihrer Krankenkasse entsprechen und für Ihre medizinischen Voraussetzungen geeignet sein. Das gilt nicht nur für die Erkrankung, die Grund für die Kur ist, sondern auch für den Umgang mit weiteren Erkrankungen oder gesundheitlichen Einschränkungen anderer Art. Lehnt der Kostenträger die Klinik ab, muss er das begründen. Die Argumentation, dass die Krankenkasse oder der Rentenversicherer selbst die Klinik aussucht, genügt nicht. Bei einer solchen „Anordnung” haben Sie das Recht auf Widerspruch. Das Recht auf Ablehnung hat der Kostenträger, wenn Sie in den vergangenen vier Jahren schon einmal eine solche Maßnahme in Anspruch genommen haben. Ausnahmen sind möglich, und zwar wenn Ihre gesundheitliche Entwicklung die Maßnahme erfordert. Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass Sie als Versicherungsnehmer in den vergangenen zwei Jahren mindestens sechs Monate Ihre Beiträge gezahlt haben.

Leistungen von Rehakliniken

Eine Rehamaßnahme dauert für gewöhnlich drei Wochen. Eine Verlängerung ist möglich, aber immer eine Einzelfallentscheidung, die vom Kostenträger genehmigt werden muss. Je nach Ihrer Verfassung und Art der Krebserkrankung kann für Sie eine stationäre Maßnahme oder die ambulante Reha möglich sein. Wenn Sie sich in einem Beratungsgespräch mit dem Arzt für eine Variante entscheiden, müssen Sie klären, ob die gewählte Klinik die erforderlichen Leistungen anbieten kann. Die Grundleistungen umfassen:

  • Physiotherapie
  • Bewegungsprogramme
  • Nachbehandlung
  • Ernährungsberatung für Krebspatienten

Die Anwendungen werden individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst. Rehakliniken können sich nicht nur auf Krebs, sondern auch auf bestimmte Krebsarten spezialisieren. Im Fall von Brustkrebs bedeutet das z. B., dass Behandlungen zur Verbesserung des Lymphflusses durchgeführt werden. Sollten Amputationen notwendig geworden sein, lernen die Patienten, wie Sie mit der neuen Situation bestmöglich umgehen und den Verlust ausgleichen können. Darüber hinaus werden Sie als Patient durch Experten ganzheitlich beraten. Mit deren Unterstützung können Sie die Rückkehr in den Alltag einleiten, natürlich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.

Kosten der Rehaklinik

Die Kosten werden bei gesetzlich Versicherten durch die Krankenkasse oder die Rentenversicherung übernommen. Wer zuständig ist, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Kostenträger klären die Zuständigkeit aber im Zweifel untereinander. Als Patient müssen Sie lediglich den Eigenanteil von 10 Euro pro Tag leisten, sofern Sie davon nicht befreit sind. Die Zuzahlung entfällt auch, wenn die Höchstgrenze erschöpft ist, weil Sie bereits vorher an Krebs erkrankt waren. Befreit sind außerdem Patienten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Informieren  Sie sich über die Rehabilitation nach einer Krebserkrankung.

Titelbild: ©Tiberius Gracchus