Fahradfahrerin im Verkehr, Straßenschilder zu beachten

Die Rechte und Pflichten von Fahrradfahrern

Deutschland ist ein Land der Fahrradfahrer. Rund 73 Millionen Fahrräder gab es im Jahr 2016 in Deutschland. Die Tendenz: steigend. Und rund ein Fünftel der Deutschen nutzen ihren Drahtesel an mehreren Tagen die Woche. Knapp neun Prozent fahren sogar täglich mit dem Rad. Doch an welche Regeln müssen sich Fahrradfahrer im Verkehr halten? Welche Rechte haben sie? Und was droht bei einem Unfall? Wir erklären, welche Rechte und Pflichten Fahrradfahrer in Deutschland haben.

Fahrradmythen: Welche Regeln sind beim Fahrradfahren zu beachten?

Fahrradmythos 1: Helm ist Pflicht.

Besonders bequem ist er nicht. Aber ein Fahrradhelm schützt in vielen Fällen vor gefährlichen Kopfverletzungen. Trotzdem gibt es in Deutschland keine allgemeine Helmpflicht – auch nicht für Kinder. Entsprechend fallen auch keine Bußgelder an, sollte sich ein Radler weigern einen Helm zu tragen. Die Entscheidung „Helm oder kein Helm“ ist daher jedem selbst überlassen. Sollte es zu einem Unfall kommen, zahlen die meisten Versicherer auch ohne Helm die Folgeschäden. Doch Vorsicht: Einzelne Gesellschaften decken einen solchen Unfall ohne Fahrradhelm nicht ab. Genauere Einzelheiten sind also bei der jeweiligen Versicherung zu erfragen.

Fahrradmythos 2: Alkohol am Steuer gilt nicht für Fahrradfahrer.

Oh doch! Auch Fahrradfahrer dürfen von der nächtlichen Kneipentour nicht betrunken nach Hause fahren. Betrunken Farrad zu fahren ist genauso strafbar wie beim Autofahren. Eine offizielle Promillegrenze gibt es für Fahrradfahrer jedoch nicht. In der Regel setzten die Gerichte bei einem Grenzwert von 1,6 Promille an. Geschieht ein Unfall, ist bereits ein Promillewert von 0,3 kritisch. Wer betrunken und damit fahruntüchtig auf einem Rad erwischt wird, riskiert laut Bußgeldkatalog nicht nur eine Strafanzeige mit Geldbuße, sondern auch drei Punkte in Flensburg und den Verlust seines PKW-Führerscheins.

Fahrradmythos 3: Handy am Ohr ist kein Problem.

Wie auch beim Autofahren ist das Handy am Ohr beim Radfahren prinzipiell verboten, denn grundsätzlich gilt, dass beide Hände für den Lenker frei sein müssen. Werden jedoch Kopfhörer oder Halterungen für das Handy benutzt, so ist das Telefonieren erlaubt. Mit derselben Einschränkung wie beim Musikhören. So darf durch das Telefonat nicht die Umgebungswahrnehmung leiden, ansonsten drohen 25 Euro Bußgeld. Übrigens: Auch das tippen einer Textnachricht ist wie im PKW auch auf dem Rad nicht erlaubt.

Straße, Radweg, Gehweg – wer muss wo fahren?

Viele Wege führen zum Ziel. Doch die Frage ist, welchen muss oder darf der Radfahrer tatsächlich benutzen? Prinzipiell gibt es in Deutschland keine Radwegbenutzungspflicht. Das heißt Radfahrer dürfen auch auf der Straße fahren. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel: Ist ein Radweg durch ein rundes blaues Schild mit einem weißen Rad gekennzeichnet ist, muss der Fahrradfahrer diesen auch benutzen. Ist das Schild nicht vorhanden, kann wahlweise entschieden werden, ob lieber auf der Straße oder dem Radweg gefahren werden möchte. Entscheidet sich der Radfahrer für die Straße gilt natürlich: rechts fahren. Ansonsten wird er zum Geisterfahrer.

Gehwege sind für erwachsene Fahrradfahrer in den meisten Fällen tabu – es sei denn, die Benutzung ist durch die Beschilderung „Radfahrer frei“ gekennzeichnet. Im Übrigen: Ein vertikaler Strich auf einem Schild, bei dem links ein Rad und rechts Fußgänger zu sehen sind, zeigt an, den Fahrradweg benutzen zu müssen. Ein horizontaler Strich hingegen lässt das Radfahren auf dem Gehweg zu. Dann muss das Tempo jedoch mit Rücksicht auf Fußgänger angepasst werden. Werden diese Regeln nicht befolgt, drohen Strafgelder in Höhe von 20 Euro bis 35 Euro.

Noch mehr Regeln: Was sind Schutzstreifen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen?

Schilderwald Deutschland hat wieder zugeschlagen. Denn ganz so einfach ist die Sache mit den Wegen dann doch nicht. Für Fahrradfahrer gibt es nämlich auf vielen Straßen markierte Bereiche, die  vorbehalten sind. Schutzstreifen sind dabei die einfachere Variante, denn hierbei wird ein Teil der Fahrbahn durch eine gestrichelte Linie für Radfahrer abgetrennt. Autos dürfen jedoch bei Bedarf ebenfalls darauf fahren und kurzzeitig halten. Anders bei dem Radfahrstreifen, der durch eine dicke durchgezogene Linie allein den Fahrradfahrern vorbehalten ist. Autos dürfen diesen Bereich weder befahren noch darauf parken.

Zuletzt gibt es noch Fahrradstraßen auf denen durchweg viele Radler unterwegs sind. PKW’s dürfen sie benutzen, wenn dies durch entsprechende Beschilderungen geregelt ist. Jedoch müssen sich Autos der Geschwindigkeit von max. 30 km/h anpassen, denn in einer Fahrradstraße dürfen Räder auch nebeneinander fahren. Doch Vorsicht: Entgegen aller weitläufigen Meinungen sind die Vorfahrtsregeln nicht davon betroffen. Fahrradfahrer müssen genauso wie Autos den Grundsatz rechts vor links wahren.

Fahrrad fahrende Kinder – welche Regeln gelten für sie?

Kinder unter zehn Jahren dürfen grundsätzlich den Gehweg zum Radfahren benutzen. Bis zum achten Lebensjahr ist die Gehwegbenutzung sogar gesetzlich vorgeschrieben – selbst wenn ein Radweg direkt neben dem Gehweg verläuft. Erwachsene hingegen, die das Kind begleiten, müssen dagegen die Straße oder den Radweg benutzen. Zudem sollten – wenngleich nicht Pflicht – die Kinder immer einen Helm und Schutzkleid mit Reflektoren tragen, um auch im Dunklen gut sichtbar zu sein. Doch was, wenn das Kind trotzdem einen Unfall hat – wer ist schuld? Grundsätzlich gilt: Kinder bis zum 7. Lebensjahr sind nie haftbar. Zudem stehen Kinder bis zum 10. Lebensjahr unter besonderem Schutz, wodurch sie selbst bei fahrlässigem Handeln nicht für den Schaden verantwortlich gemacht werden. Im Gegenteil: Selbst wenn das Kind den Unfall verursacht, haftet der darin verwickelte Unfallgegner. Kinder ab sieben Jahren können nur zur Rechenschaft gezogen werden, wenn ihnen vorsätzliches Handeln – also ein Bewusstsein für die Folgen ihres Tuns – nachgewiesen werden kann. In diesem Fall springt jedoch die Haftpflichtversicherung der Eltern ein, wenn diese ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind.

Welche Versicherung braucht ein Fahrradfahrer?

Es ist kalt, nass oder eben besonders dunkel. Ein Unfall auf dem Fahrrad ist schnell geschehen. Die Folgen können insbesondere ohne Helm gravierend sein – noch dazu, wenn der Unfallgegner ein Auto war. Ein heftiger Zusammenprall oder unglücklicher Sturz können schwere Verletzungen in Verbindung mit bleibenden Spätfolgen verursachen. Aus diesem Grund bietet sich für jeden Radler eine private Unfallversicherung wie die IDEAL UnfallRente an. Diese trägt die durch den Unfall entstandenen Kosten – auch lange nach dem eigentlichen Fahrradunfall. Zudem sollte der Radfahrer – und dies gilt für jeden Teilnehmer im Straßenverkehr – über eine Haftpflichtversicherung verfügen. Denn Unfälle passieren und der Schaden kann schnell ins Geld gehen. Die IDEAL Versicherung bietet hierfür die PrivatHaftpflicht an, die vor unvorhergesehenen Ereignissen schützt.

Goldene Regeln für Radfahrer

Besser ist es jedoch, erst gar keinen Unfall zu haben. Um diesem vorzubeugen gilt der Grundsatz „Sehen und gesehen werden“. Seien Sie stets aufmerksam, erhöhen Sie ihre Sichtbarkeit und achten Sie auf einen sicheren Fahrstil – mit Helm! Diese Tipps helfen Ihnen sicherer mit Rad unterwegs zu sein.

  • Sichtbarkeit erhöhen: Richtige Kleidung bei Tag und Nacht
  • Eindeutig und vorausschauend fahren
  • Rücksicht nehmen
  • Verkehrsregeln einhalten
  • Gehwege meiden
  • Regelmäßige Wartung des Rades
  • Helm tragen

Wir wünschen gute Fahrt!

Titelbild: © patronestaff

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