Krebstherapie - Beratung für Angehörige

Ratgeber für Angehörige von Krebspatienten

Die Diagnose Krebs betrifft nicht nur den Patienten selbst, sondern auch sein Umfeld. Innerhalb kurzer Zeit muss der Alltag umgestellt werden und auch die Lebensplanung nimmt eine neue Wendung. Für Sie als Angehörige ist es daher nicht ungewöhnlich, wenn Sie verunsichert sind. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Tipps, aber auch Lösungsvorschläge für die neuen Herausforderungen. Sie erfahren auch, welche entscheidenden Stellen Ihnen weiterhelfen, denn Angehörige sind für die Betroffenen in dieser schwierigen Zeit wichtig.

Diese Anforderungen gilt es für Angehörige zu meistern

Wenn Sie und der Patient es wünschen, werden Sie als Angehörige in die Prozesse eingebunden. Natürlich liegen die Entscheidungen beim Krebspatienten selbst, sofern er oder sie volljährig ist, aber Sie können an den  Beratungsgesprächen teilnehmen und auch Sie erhalten Unterstützung. Ihr Aufgabenbereich ist abhängig davon, was der Erkrankte von Ihnen erwartet, wie nah Sie ihm stehen und was Sie selbst leisten können oder müssen. Die Anforderungen können sich erheblich unterscheiden und ergeben sich aus der Nähe zum Patienten und seiner möglichen Abhängigkeit von Ihrer Unterstützung.

Delegieren Sie rechtzeitig!

Die Belastung kann im Laufe der Erkrankung auch für die Unterstützer hoch werden. Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie das Gefühl haben, überfordert zu sein. Bedenken Sie, dass der Patient die persönliche Fürsprache, Nähe und Sicherheit braucht. Versuchen Sie nicht, die Entwicklung irgendwie auszuhalten, sondern achten Sie auch auf sich. Sie können nur helfen, wenn Sie Ihre Reserven beschützen. Schaffen Sie sich Auszeiten, um Kraft zu tanken. Geben Sie Ihre Hobbys und vor allem Ihr soziales Umfeld nicht auf, den beides trägt dazu bei, dass Sie belastbar bleiben. Delegieren Sie Aufgaben, die andere ebenso gut oder ähnlich gut bewältigen können. Sicher gibt es eine Reihe praktischer Dinge zu erledigen, die auch andere übernehmen können. Dazu gehören z.B. Einkäufe, aber auch Hilfe beim Putzen oder der Gartenarbeit. Greifen Sie auch auf Nachbarschaftshilfe zu, wann immer das möglich ist. Als direkter Unterstützer eines Krebspatienten stehen Ihnen übrigens auch Kuren und Reha-Maßnahmen zu. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass Sie wertgeschätzt werden und eine große Hilfe sind.

Sie werden Entscheidungen treffen müssen

Ihr Alltag wird sich verändern. Dafür sind Entscheidungen erforderlich. Formulieren Sie für sich Ihr Ziel. Wenn Sie berufstätig sind, treffen Sie für sich die Entscheidung, ob und wie Sie im Berufsleben zurückstecken können oder wollen. Nehmen Sie sich Zeit und sprechen Sie mit den Beratungsstellen, wie dem Sozialen Dienst des Krankenhauses. Wägen Sie ab, ob Sie mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre besondere Situation sprechen wollen, falls Sie nicht kürzertreten möchten oder können.

Der Krebs verändert den Patienten und auch Sie

In vielen Fällen verändert die schwere Erkrankung den Patienten. Schmerzen, die Folgen der Therapie, die äußerliche Veränderung und die unsichere Zukunft sind die Gründe. Wut über die Krankheit, Rückzug, Angst, die Verweigerung zur Mithilfe und der Wunsch nach mehr Nähe, alles ist möglich. Das sind Reaktionen, auf die Sie gefasst sein müssen. Sie sind Teil der Krankheit und nicht gegen Sie gerichtet, auch wenn es sich so anfühlen kann. Besonders belastend ist die Situation für Patienten, die eine Familie haben und glauben, sie im Ernstfall hilflos zurückzulassen. Solche Ängste können Sie nehmen, indem Sie sich mit den beratenden Stellen über die Möglichkeiten zur Unterstützung austauschen. Selbst wenn Sie nicht Teil der Familie sind, können Sie eine wertvolle Hilfe sein. Die Erfahrungen werden auch Sie verändern. Das muss aber kein Nachteil sein.

Entscheiden Sie mit dem Patienten

Übernehmen Sie keine Aufgaben, die der Krebspatient noch selbst oder wieder selbst übernehmen kann. Das Ziel muss sein, dass der Betroffene weitestgehend unabhängig ist, solange er dazu in der Lage ist, denn es ist wichtig, dass er sich nicht aufgibt. Alles, was er noch selbst erledigen kann, sollte ihm daher nicht aus Hilfsbereitschaft abgenommen werden. Wenn Entscheidungen gefällt werden sollen, muss er mit einbezogen werden. Entscheiden Sie nichts über seinen Kopf hinweg. Das verstärkt nur seine Hilflosigkeit. Zeigen Sie ihm, dass Sie bereit sind, die Erkrankung gemeinsam mit ihm durchzustehen.

Die Ansprechpartner für Angehörige von Krebspatienten

Hilfe finden Sie u. a. bei den Gesundheitsämtern, den Sozialdiensten der Krankenhäuser und den Krebsberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände. Sie können sich allein beraten lassen oder zusammen mit dem Patienten und weiteren Angehörigen. Das Angebot umfasst alles, was mit der Krebserkrankung zu tun hat. Sie können ihre persönlichen Probleme schildern oder Lösungen für die Gesamtsituation erarbeiten, wie auch sozialrechtliche Fragen stellen. Hilfreich sind darüber hinaus Selbsthilfegruppen, in denen Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können. Selbsthilfegruppen haben einen sehr persönlichen Charakter und ermöglichen einen umfangreichen Erfahrungsaustausch.

Die Kosten für die Unterstützung

Die beratende Unterstützung für Angehörige von Krebspatienten ist kostenlos. Die Voraussetzung ist, dass sie von den anerkannten Stellen durchgeführt wird. Bei der Deutschen Krebshilfe und auch dem Sozialdienst des Krankenhauses wird man Ihnen Ansprechpartner nennen, die solche Angebote möglich machen. Als Angehöriger haben Sie auch Anspruch auf Beratungen durch Psychoonkologen. Um Kraft zu tanken, haben Sie außerdem das Recht auf eine Reha-Maßnahme oder eine Kur, wenn die Belastung zu stark ist.