Eine junge Frau sitzt in einem Rollstuhl vor einem großen Fenster. Sie ist bereits in jungen Jahren ein Pflegefall.

Plötzlich Pflegefall mit 30 – was Pflege in jungen Jahren bedeutet!


Pflegefall. Bei diesem Wort denken die meisten Menschen an ältere Damen oder Herren. Schlimm genug, wenn diese altersbedingt durch Krankheit zu einem solchen werden. Doch es gibt auch andere Fälle – Fälle, bei denen die Betroffenen noch ihr ganzes Leben vor sich haben. Denn auch in jungen Jahren können Personen von Pflegebedürftigkeit betroffen sein. Beispielsweise durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung. Fällt dann der Hauptverdiener weg, ist nicht nur die seelische, sondern auch finanzielle Belastung groß. Doch was bedeutet ein Pflegefall in jungen Jahren für die Familie? Welche Kosten kommen auf sie zu? Und welche Pflegeabsicherungen gibt es überhaupt für jüngere Jahrgänge?

Inhalt:

 Pflegebedürftigkeit – Keine Frage des Alters

3,4 Millionen Menschen in Deutschland waren Ende 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes pflegebedürftig. Zwar sind die meisten von ihnen (81 Prozent) etwa 65 Jahre und älter, dennoch gibt es auch einen großen Anteil junger pflegebedürftiger Menschen. Die Zahl der unter 15-Jährigen Pflegebedürftigen lag Ende 2017 bei knapp 114.000 Kindern und Jugendlichen. Die Gruppe zwischen 15 und 60 Jahren beinhaltete knapp 400.000 Personen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, ein Pflegefall zu werden, in hohem Alter besonders stark steigt, gibt es dennoch viele junge Pflegefälle. Damit ist Pflegebedürftigkeit keine Frage des Alters, sondern eine der Umstände.

Welche Ursachen gibt es für eine Pflegebedürftigkeit in jungen Jahren?

Die Ursachen für eine Pflege junger Menschen sind vielfältig. Meist führt ein schwerer Unfall oder eine Erkrankung zu diesem Umstand. Dabei können die Erkrankungen sowohl angeboren als auch plötzlich in Erscheinung treten. Zu den häufigsten Ursachen gehören infolge der oben genannten Gründe:

  • Querschnitts- oder andere Lähmungen
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Krebserkrankungen

Kinder und Jugendliche, die von der Pflegebedürftigkeit betroffen sind, weisen oftmals auch seltene Krankheiten auf. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Beitrag „Seltene Krankheiten – An wen kann ich mich wenden?“. 

Pflegebedürftig mit 30 – Und wer zahlt?

Die Pflegelücke trifft besonders junge Pflegefälle schwer. Kommt es zu einem schwerwiegenden Unfall oder einer Erkrankung, kann die Pflegebedürftigkeit vom Medizinischen Dienst der Krankankassen (MDK) festgestellt werden. Wie genau dieser vorgeht und nach welchen Kriterien er die Pflegebedürftigkeit einstuft, erfahren Sie in unserem Beitrag „Wie wird Pflegebedürftigkeit festgestellt?“.

Sind die Voraussetzungen für eine Pflegebedürftigkeit gegeben, stuft der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) Betroffene seit dem 01.01.2017 in einen der fünf neuen Pflegegrade ein. Je nach Pflegeaufwand wird eine umfassendere oder weniger umfassende Pflegemaßnahme getroffen. Verbunden mit der Einstufung sind vor allem die gesetzlichen Leistungen der Pflegekasse.

Je nachdem, wer die Pflege der jungen Person übernimmt, werden unterschiedliche Gelder ausgezahlt. Kümmern sich beispielsweise Ehepartner oder Eltern um den Betroffenen, wird sogenanntes Pflegetagegeld ausbezahlt, mit dem sie frei haushalten können. Wird stattdessen ein ambulanter Pflegedienst beauftragt, werden die erbrachten Pflegesachleistungen von der Pflegekasse bis zu einer bestimmten Summe direkt bezahlt. Sollte das Geld für den Pflegedienst nicht ausreichen, muss der Pflegebedürftige selbst für die restlichen Zahlungen aufkommen. Dasselbe gilt für Tages- und Nachtpflegen sowie die stationäre Pflege in einem Pflegeheim.

Überblick der gesetzlichen Pflegegrade

Pflegegrad Pflegegeld Pflegesachleistung bzw. Tag- und Nachpflege Stationäre Pflege
Pflegegrad 1 125 Euro
Pflegegrad 2 316 Euro 689 Euro 770 Euro
Pflegegrad 3 545 Euro 1.289 Euro 1.262 Euro
Pflegegrad 4 728 Euro 1.612 Euro 1.775 Euro
Pflegegrad 5 901 Euro 1.995 Euro 2.005 Euro

 Pflege – Das betrifft mich (noch) nicht

Diesen Satz denken sich vor allem viele junge Menschen, wird das Thema der Pflege doch von Medien und Gesellschaft als Problem älterer Generationen stilisiert. Damit einher gehen jedoch zwei wesentliche Punkte: Zum einen fehlt besonders in der jungen Generation die Auseinandersetzung mit einer potenziellen Pflegebedürftigkeit. Zum anderen fehlt die Absicherung gegen die finanziellen Probleme, die bei einer Pflegebedürftigkeit in jungen Jahren warten. Denn die von der Pflegekasse gezahlten Beträge reichen in der Regel nicht für die anfallenden  Kosten der Pflege aus. Die dadurch entstehende Pflegelücke ist besonders für junge Familien eine große Belastung.

Hinzu kommt: Die finanziellen Belastungen durch die Pflegekosten bestehen in der Regel länger, da aufgrund des jungen Alters des Patienten auch länger die Pflegeleistungen in Anspruch genommen werden. Diese Pflegekosten belasten besonders Angehörige schwer.

Finanzielle Absicherung auch in jungen Jahren

Die Pflegelücke und die dadurch entstehenden Kosten lassen sich durch eine private Pflegeversicherung kompensieren. Besonders für junge Menschen hat die IDEAL ein Produkt entwickelt, das sie bestens schützt und dennoch flexibel genug für eine junge Familie ist. Die IDEAL PflegeStarter bietet eine finanzielle Absicherung bereits ab Pflegegrad 2 (Tarif Exklusiv) oder ab Pflegegrad 3 (Tarif Klassik) an. Die Höhe der Beiträge wird dabei bemessen am Alter der versicherten Person und dem gewünschten Versicherungsschutz. Damit ist der Starter-Tarif ein preiswerter Einstieg in die Pflegeabsicherung.

Titelbild: © Halfpoint / iStock.com

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