Pflege - Teilausschnitt einer Person mit Rollator daheim

Pflege in Deutschland: 10 bittere Wahrheiten

Altwerden kostet!

„Die Rente ist nicht mehr sicher!“ „Die Altersarmut steigt!“ Diese oder ähnliche Aussagen gehören mittlerweile zu den gängigen Schlagzeilen in Deutschland. Die 10 folgenden Fakten zur Pflegebedürftigkeit machen ersichtlich, dass die private Altersvorsorge der einzige Schutz vor der Altersarmut ist.

1. Die Bevölkerung in Deutschland altert, die Geburtenrate nimmt ab

In Deutschland wächst der Anteil der älteren Bevölkerungsschicht stetig. Das liegt unter anderem an der besseren medizinischen Versorgung. Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt dagegen immer mehr ab.

Zudem übersteigt die Zahl der Gestorbenen die der Geborenen: So reduziert sich der Anteil der unter 20-Jährigen zwischen 2013 und 2060 von 18 Prozent auf 16 Prozent. Die Zahl der 65-Jährigen soll dagegen von 21 Prozent auf 33 Prozent steigen.

2. Die Zahl der Beitragszahler nimmt stetig ab

Die Abnahme der Geborenen bedeutet somit auch, dass es weniger Beitragszahler geben wird. In etwa 30 Jahren wird es pro Rentenbeziehenden nur noch knapp zwei Beitragszahler geben. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es noch rund vier Beitragszahler.

3. Die Anzahl der Pflegebedürftigen ist in den letzten Jahren stark gestiegen

So gab es nach Aussage des Statistischen Bundesamtes im Dezember 2013 bereits 2,63 Millionen Pflegebedürftige. Von Dezember 2011 bis Dezember 2013 stieg die Anzahl der Pflegefälle um 125.000 und entspricht einer Zunahme von rund fünf Prozent. Bis zum Jahr 2050 soll die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland auf 4,5 Millionen ansteigen.

4. Die Zahl der potenziellen Eltern verringert sich, die Geburten nehmen ab

Laut einer Bevölkerungsvorausberechnung ist das Geburtendefizit ab etwa 2045 vermutlich größer als 500.000 Personen pro Jahr. (Quelle: demografie-portal / Statistisches Bundesamt)

5. Pflegebedürftigkeit – kein Risiko, sondern Gewissheit

Dass die Bevölkerung immer älter wird, zeigt sich in Zukunft anhand der steigenden Anzahl der Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Das stellt den Pflegebereich vor große Herausforderungen. Bis 2060 soll sich die Anzahl der auf Pflege angewiesenen Menschen nahezu verdoppeln.

6. Demenz ist eines der bedeutendsten gesellschaftlichen Risiken des 21. Jahrhunderts

Die Anzahl der Demenzkranken soll sich sogar bis 2050 mehr als verdoppeln.

7. Pflegebedürftige werden lange gepflegt – Demenzpatienten noch länger

Ungefähr 80 Prozent der pflegebedürftigen Frauen und 70 Prozent der pflegebedürftigen Männer sind mehr als ein Jahr auf Pflege angewiesen.

Jeder dritte pflegebedürftige Mann wird bis zu fünf Jahre oder länger gepflegt.

Jede achte pflegebedürftige Frau ist sogar doppelt so lange auf Pflegepersonal angewiesen.

8. Bei Pflege geht es nur darum, wie stark die Beiträge steigen

Bei der Pflegefinanzierung geht es vor allem darum, wie stark die Beiträge steigen

Zu einer Steigerung wird es in jedem Fall kommen. Geht man dabei von gleichbleibenden Annahmen aus, würde der Beitragssatz bis 2060 auf 4,5 Prozent steigen. Realistisch betrachtet, wird aber von einer Steigerung von sechs bis sieben Prozent ausgegangen.

9. Die Versorgungslücke bedroht vor allem das Vermögen der jüngeren Generation

Denn die Lebenserwartung der älteren Generation und damit auch die Zahl der Pflegerentner steigen, die wiederum die jüngere Generation finanzieren muss.

10. Die Soziale Pflegeversicherung ist keine Vollkasko-, sondern eine Teilkasko-Versicherung mit hoher Selbstbeteiligung

Wie hoch ist die Finanzierungslücke zum Beispiel bei Pflegestufe III?

Ein Pflegebedürftiger hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von ungefähr sechs Jahren. In der Pflegestufe III bedeutet dies über die gesamte Pflegedauer bei einem monatlichen Eigenanteil von rund 1.888 Euro eine Gesamtbelastung von ungefähr 136.000 Euro.

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Titelbild: © Ingo Bartussek