Formular mit Stethoskop und Stift

Patientenverfügung: Ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben

Für einen würdevollen Tod

Vor rund einem Jahr ging die Videobotschaft der erst 14-jährigen Valentina Maureira um die Welt. Die an Mukoviszidose erkrankte Teenagerin bat darin Chiles Präsidentin Michelle Bachelet, ihren gesundheitlichen Qualen ein selbstbestimmtes und rasches Ende bereiten zu dürfen. Die Präsidentin besuchte die junge Patientin am Krankenbett. Doch ihr Wunsch, von ihrem Leid schneller erlöst zu werden, konnte Bachelet nicht erfüllen, da in Chile die aktive Sterbehilfe verboten ist. Drei Monate später verstarb die 14-Jährige an den Folgen ihrer Krankheit. Ein trauriges Schicksal, das auch in Deutschland keine Seltenheit ist, denn auch hier gilt die aktive Sterbehilfe als Straftat. Nur durch eine Patientenverfügung können sich Patienten in aussichtslosen Situationen davor schützen, lebensverlängernde Maßnahmen zu erhalten.

Neues Sterbehilfe-Gesetz

Am 06. November letzten Jahres stimmte der Bundestag über einen neuen Gesetzesentwurf zur Sterbehilfe ab. Die meisten Ja-Stimmen bekam der Entwurf um die Abgeordnetengruppe von Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD). Mit ihrem Gesetzesentwurf wurde die auf Wiederholung angelegte Hilfe bei der Selbsttötung unter Strafe gestellt. Diese betrifft nicht nur Aktivitäten von Sterbehilfevereinen, sondern verbietet auch Ärzten eine mehrfache beziehungsweise geschäftsmäßige Hilfe bei einem Freitod. Die Patientenverfügung ist noch immer die einzige Möglichkeit, seinen Tod so selbstbestimmt wie nur möglich zu entscheiden.

Die aktive Sterbehilfe und somit ein bewusstes Eingreifen durch Ärzte, um das Leben einer Person zu verkürzen, ist in Deutschland noch immer verboten. Mit der neuen Gesetzeslage wurde außerdem das Verbot einer geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung ausgesprochen.

Genauer bedeutet dies, dass sich Sterbehilfevereine (und auch Ärzte) innerhalb Deutschlands strafbar machen, sofern diese die Selbsttötung geschäftsmäßig fördern oder bei der Vermittlung behilflich sind.

Straffrei bleiben Angehörige, engste Nahestehende und Personen, die nicht geschäftsmäßig handeln.

Patientenverfügung entscheidet über lebensverlängernde Maßnahmen

Unabhängig davon, wie aussichtslos oder entwürdigend lebensverlängernde Maßnahmen für einen totkranken Menschen auch sind – nur mit einer Patientenverfügung kann die betroffene Person im Falle eines Falles einen Vormund festlegen, der in seinem Namen den behandelnden Ärzten eine Weiterbehandlung untersagen kann.

Wichtig bei der schriftlichen Verfassung dieser Vorsorgeverfügung ist, dass die Person in vollem Besitz ihrer geistigen Kräfte ist sowie eine genaue und eindeutige Formulierung, wann die Lebenserhaltung durch Apparate, Schläuche und Medikamente eingestellt werden soll. Somit wird also keinesfalls den Angehörigen das Abschalten der Geräte, sondern ausschließlich die Weiterbehandlung in aussichtslosen Situationen durch die Ärzte untersagt.

Ohne Patientenverfügung würde der Patient im schlimmsten Falle noch über Jahre hinweg künstlich am Leben erhalten werden. Selbst, wenn die engsten Angehörigen diese Situation unterbinden wollen. Denn über eine dritte Person zu entscheiden, ist Ärzten sowie Angehörigen gesetzlich untersagt.

Notar oder Vorlagen?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten eine Patientenverfügung zu erstellen. Für eine Rechtsverbindlichkeit müssen allerdings formale Vorgaben erfüllt werden. Entweder vereinbart man gleich einen Notartermin, um sich beraten zu lassen und die Verfügung zu erstellen, oder man greift auf Vorlagen und Broschüren zurück. Um Fehler ausschließen zu können, sollte das Dokument darauf von einem Notar abgesegnet werden. Im besten Falle lässt man diese zum Schluss bei dem Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren. Denn nur durch die dortige Hinterlegung kann sichergestellt werden, dass die Verfügung im Notfall ohne Umschweife den behandelnden Ärzten vorliegt und den Wünschen des Patienten gerecht werden zu können.

Download der HVD-Standardpatientenverfügung (PDF).

Bild: Ralf Kalytta

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