Eine Abbildung der Nutri-Score-Skala

Der Nutri-Score – Per Ampelsystem gesünder ernähren

Die Deutschen bemühen sich um eine gesündere Ernährung. Diese Anstrengungen tragen erste Früchte. Der Nutri-Score soll nun zusätzlich helfen. Worum es sich handelt und wie er funktioniert, erklären wir im Beitrag.

Inhalt:

Was ist der Nutri-Score?

Der Nutri-Score ist eine neue Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen im deutschen Handel. Er ergänzt die rechtlich vorgeschriebenen Angaben wie Zutatenliste und Nährwerttabelle und bietet Verbrauchern so eine zusätzliche Orientierung bei der Auswahl beim Lebensmitteleinkauf. Seine Aufgabe: Den Nährwert von Lebensmitteln auf einen Blick leicht zu vergleichen. So können Sie schon auf den ersten Blick feststellen, wie ein bestimmtes Lebensmittel im Vergleich zu anderen Produkten der gleichen Kategorie abschneidet. Seit Herbst 2020 ist es Unternehmen möglich, den Nutri-Score in Deutschland rechtssicher zu verwenden.

„Die Kennzeichnung mit Ampelfarben, erleichtert es Verbraucherinnen und Verbrauchern, gesünder einzukaufen. Das ist nachgewiesen und mit dem Nutri-Score wurde dies gut umgesetzt.“ – Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), in einer Pressemeldung.

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Wo findet der Nutri-Score Anwendung?

Aktuell ist der Nutri-Score eine vollkommen freiwillige Kennzeichnung, die Hersteller je nach Bedarf übernehmen können. Neben Deutschland findet er bereits in den Niederlanden, Spanien und Frankreich Anwender. Eine nationale Einführung von zusätzlichen Nährwertkennzeichnungen nebst bereits existierenden Systemen ist nach geltendem EU-Recht unmöglich. Allerdings haben sich die EU-Staaten bereits darauf verständigt, dass ein einheitliches System gewünscht sei – andernfalls müssten sich EU-Bürger für jedes Land, in das sie einreisen, die neuen Lebensmittelkennzeichnungen anlernen. Es steht nach aktuellem Stand noch nicht fest, welches System das sein wird, doch mehrere Länder plädieren in diesem Rahmen für den Nutri-Score.

In Zukunft könnte sich das System zum europäischen Standard entwickeln. Das würde denjenigen Verbrauchern helfen, die eine Vielzahl verschiedener Systeme aus verschiedenen Ländern verwirrt.

Lebensmittelkennzeichnung in Europa

Die Idee zur Kennzeichnung von Lebensmitteln hinsichtlich ihres Nährstoffgehalts ist nicht neu. So sind Hersteller in Deutschland schon lange verpflichtet, die bekannte Nährstofftabelle auf sämtlichen Produkten aufzuzeigen. Schweden zum Beispiel hat im Jahr 1989 das „Keyhole-Label“ eingeführt, das Kunden dabei helfen soll, gesundheitsbewusste Entscheidungen bei der Lebensmittelauswahl zu treffen. Das Ziel solcher Kennzeichnungen ist stets die Absenkung ernährungsbedingter Risikofaktoren für die Gesundheit der Bevölkerung.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), sagt dazu: „Eine freiwillige Einführung des Nutri-Score in Deutschland ist zwar gut, deutlich besser wäre es aber, ihn einheitlich und verbindlich einzuführen, und zwar europaweit. Gerade Maßnahmen, die eine gesunde Ernährung fördern und Übergewicht und Fehlernährung verhindern sollen, brauchen deutlich mehr Verbindlichkeit. Dafür muss sich die Bundesregierung im Rahmen ihrer EU Ratspräsidentschaft mit Leidenschaft einsetzen und die Versuche der Wirtschaft, den Nutri-Score zu verwässern, konsequent abwehren.“

Was bedeuten die Farb-Buchstaben-Kombinationen?

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Bewertungen, die der Nutri-Score auf einer Lebensmittelverpackung anzeigen kann. Unabhängige Wissenschaftler haben hierfür eine fünfstufige Farbskala entwickelt, die auf der Vorderseite von Verpackungen zu finden ist. Diese Skala zeigt den Nährwert des jeweiligen Lebensmittels an. Darin sind sowohl der Energiegehalt als auch ernährungsphysiologisch günstige und ungünstige Nährstoffe miteinander verrechnet. Die Einstufung erfolgt von A bis E, hinterlegt mit einer Farbskala von dunkelgrün bis rot. Das dunkelgrüne A steht dabei für die beste Bewertung, das rote E für die schlechteste. Dementsprechend haben mit einem „A“ versehene Produkte eine bessere Nährstoffzusammensetzung als andere. Im direkten Vergleich ist eine Pizza mit einem gelben C eine bessere Wahl als eine Pizza, die mit einem orangefarbenen D bewertet wurde. Doch aufgepasst: Dieser Vergleich ist nur für ähnliche Produkte gedacht. Ein Vergleich zwischen Fischstäbchen, die mit einem hellgrünen B bewertet sind, und Schokoriegeln ist wenig sinnvoll.

Der Nutri-Score allein ist nicht alles

Wichtig zu beachten: Der Nutri-Score ist derzeit lediglich zur Orientierung beim Einkauf gedacht. Er kann die Auswahl von Produkten in einer bestimmten Produktgruppe erleichtern, sorgt aber damit noch nicht für eine rundum ausgewogene Ernährung. Er gibt keine Aufschlüsse über den Gesundheitswert eines bestimmten Lebensmittels. Das soll heißen, dass Sie sich noch nicht ausgewogen ernähren, selbst wenn Sie nur Produkte mit einer A-Bewertung kaufen. Die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung können hier die notwendige Ergänzung liefern. Beide Systeme ergänzen sich gegenseitig. Zum Beispiel können Sie zuerst anhand der Ernährungsempfehlungen die Wahl der Lebensmittel treffen. Die Wahl des konkreten Produktes erfolgt dann mithilfe des Nutri-Score.

Berechnung des Nutri-Score

Die Bewertung des Nutri-Scores erfolgt stets auf 100-Gramm-Basis. Hierbei gilt: Je niedriger die Gesamtpunktzahl eines Produkts, umso besser ist die Bewertung am Ende. Dementsprechend gibt es für positiv bewertete Nährstoffe Negativpunkte. Zu diesen „positiven“ Bestandteilen gehören unter anderem:

  • Ballaststoffe
  • Proteine
  • Anteil an Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Raps-, Walnuss- und Olivenöl
  • Eiweiß

Für negative Bestandteile eines Produkts gibt es wiederum Pluspunkte. Ein paar Beispiele für solche negativen Bestandteile sind:

  • Energie- und Kaloriengehalt
  • Gesättigte Fettsäuren
  • Zucker
  • Salz

Diese Bewertung zeigt eine Schwäche des Nutri-Score: Er eignet sich nur bedingt für Lebensmittel, die aus einer oder wenigen Zutaten bestehen. Darunter fallen etwa Olivenöl oder Fruchtsaft.

Der Nutri-Score in Zukunft

Dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zufolge leben die Deutschen generell gesünder als noch vor einigen Jahren. Ein Indikator dafür ist der Anteil aller übergewichtigen Menschen in Deutschland. So dokumentierte das Robert-Koch-Institut (RKI) im Jahr 2014 noch 67 Prozent Übergewichtige unter den deutschen Männern und 53 Prozent bei den Frauen. Fast ein Viertel aller Erwachsenen waren sogar stark übergewichtig oder adipös. Heutzutage sind es bei den Männern noch 62 Prozent und bei den Frauen 47 Prozent. Der Anteil der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen beträgt 15 Prozent. Ernährung trägt maßgeblich zu einem gesunden Lebensstil bei – Hersteller und Händler wissen das und beteiligen sich immer zahlreicher an der Verbreitung des Nutri-Score. Mittelfristig kann der Nutri-Score Hersteller dazu motivieren, die Rezepturen anzupassen, um eine ernährungsphysiologisch noch bessere Zusammensetzung zu erreichen, um damit einen besseren Nutri-Score zu erhalten. Verbraucherforscher fanden bereits heraus, dass der Nutri-Score für den durchschnittlichen Einkäufer leicht verständlich und auf einen Blick zu erfassen ist, was der Verbreitung ebenfalls hilft.

Titelbild: © Eulalia Cayuela Martinez/ iStock.com

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