Frau mit Notrufknopf

Notrufsysteme für Senioren – Die Sicherheit stets in eigener Hand

Mit dem Alter steigt die Gefahr für Unfälle oder Situationen, aus der Senioren sich nicht selbstständig befreien können. Was tun, wenn in so einem Fall keine Angehörigen zur Stelle sind? Notrufsysteme für Senioren sind die Lösung. Was das ist und wie sie funktionieren, erfahren Sie im Beitrag.

Inhalt:

Was ist ein Notrufsystem?

Ein plötzlicher Sturz, danach der Schreck: Sie können nicht mehr eigenständig aufstehen. Ein Szenario, das vielen Senioren Angst bereitet. Mit zunehmendem Alter steigt das Verletzungsrisiko, denn die Muskelkraft, das Seh- und Hörvermögen und die Reaktionsgeschwindigkeit lassen allesamt nach. Genauso die Fähigkeit zur Koordination. Viele Senioren haben zudem mit chronischen Krankheiten zu kämpfen. Es kann demnach häufiger zu Notfällen kommen, in denen sie schnelle externe Hilfe benötigen.

Eine Lösung für dieses Problem sind sogenannte Notrufsysteme für Senioren. Diese existieren bereits seit mehreren Jahrzehnten und sollen im Notfall dafür sorgen, dass sich jemand um den gestürzten Senior kümmert.

Der größte Vorteil von Notrufsystemen ist, dass die Senioren auch in hohem Alter in ihren eigenen vier Wänden leben können, ohne Angst vor dem Alleinsein haben zu müssen. Weitere Vorteile sind:

  • Die Selbstständigkeit bleibt erhalten.
  • Sowohl für Angehörige als auch für Senioren gibt es ein besseres Sicherheitsgefühl.
  • Der Betroffene kann sich im Fall der Fälle sehr schnell bemerkbar machen.
  • Angehörige können selbst wieder besser schlafen und sich wieder eigenen Beschäftigungen widmen.

IDEAL PflegeWelt - Individuell und leistungsstark.

Welche Arten von Notrufsystemen gibt es?

Notrufsysteme für Senioren sind vielfältig. Viele von ihnen sind auf spezielle Unfälle ausgerichtet und wählen automatisch den richtigen Ansprechpartner für die jeweilige Situation an. Eine wichtige Frage hierbei ist: Wer soll sich bei einem Notruf um Sie kümmern? Zumeist sind das entweder Angehörige, die die Pflege übernehmen, oder spezielle Notrufdienste. Hier müssen sich die Angehörigen zwar selbst um nichts kümmern, aber diese Dienste sind nicht kostenfrei und die Betreuung findet für gewöhnlich durch eine fremde Person statt. Das bedeutet, gerade zu Beginn dieser Lösung besteht keinerlei emotionale Bindung, sodass es durchaus Senioren gibt, die zögern, einen solchen Notruf zu tätigen und damit Fremde um Hilfe zu bitten. 

Der Hausnotruf

Für gewöhnlich wird der Hausnotruf über das Festnetz im Haus abgesetzt. Dieser kann dann entweder einen externen Dienst erreichen oder auch Angehörige, die die Pflege selbst übernehmen können.

Das Hausnotrufsystem

Das Hausnotrufsystem besteht generell aus zwei Komponenten: einem Sender und einem Empfänger. Den Sender tragen Sie als Senior stets bei sich und müssen im Notfall nur darauf drücken, damit dieser dann einen Notruf absetzt. Einen solchen Sender können Sie per Armband am Handgelenk oder zum Beispiel an einer Halskette tragen. Der Notruf geht dann beim Gegenstück ein. Je nachdem, welches System Sie nutzen, hat der Empfänger ein spezielles Smartphone, ein Festnetztelefon oder eine andere Empfängerstation bei sich, welches den Notruf abnimmt.

Das Seniorenhandy

Das Prinzip ist dasselbe wie beim Hausnotrufsystem: Sie tragen ein seniorengerechtes Smartphone bei sich, das mit einer Notruf-App oder einem Notfallknopf ausgestattet ist. Damit lösen sie beim Empfänger einen Alarm aus.

Demenz-Ortungssysteme

Für Demenz-Patienten eignen sich viele Varianten des Notrufsystems nicht immer, da sie zuweilen vergessen können, wozu das Gerät da ist und es im Notfall womöglich nicht aktivieren. Demenz-Ortungssysteme umgehen dieses Problem und ermöglichen mittels GPS-Sender eine kontinuierliche Überwachung.

Warnmelder

Zu den Warnmeldern gehören zum Beispiel Rauchmelder, Gasmelder, Wassermelder oder sogenannte Herdwächter. Sie sind nicht unbedingt nur für Senioren geeignet, da sie auch normale Haushalte unterstützen und gegebenenfalls vorwarnen können. Sobald sie einen Unfall wahrnehmen, melden sie dies entweder mit einem akustischen Signal oder sie setzen einen Notruf ab.

Ambient Assisted Living

Diese Technologie vernetzt verschiedene Sicherheitssysteme zu einem sogenannten Smart Home, also einem intelligenten Haus. Die Möglichkeiten sind fast endlos. Angehörige können zum Beispiel per Tablet oder Smartphone bestimmte Funktionen des Hauses steuern, etwa Heizung oder Licht, oder einfach nach dem Rechten sehen. AAL-Technologie kann in den verschiedensten Bereichen im Alltag Unterstützung bieten, etwa bei der Beschaffung von Medikamenten, dem Organisieren von Einkäufen oder eben mit Notrufen, wenn ein Arzt benötigt wird. Das kann auch hier über spezielle Knöpfe, aber je nach Technologie auch mit einem Sprachbefehl funktionieren. Dafür aber geht die Einrichtung eines AAL-Systems entsprechend ins Geld.

Für wen sind Notrufsysteme geeignet?

Hier kommt es besonders auf die Lebenssituation des Seniors und auf dessen Verfassung an. Für Senioren, deren Angehörige nicht in der Nähe wohnen und auch nicht in der Lage sind, die Betreuung zu übernehmen, eignet sich ein Hausnotrufsystem, das einen externen Pflegedienst aktiviert. Mit diesem Dienst müssen Senioren die eigenen vier Wände nicht verlassen. Wohnen Sie dagegen mit Angehörigen in einem Haus, so könnte eine Lösung mit einem Sender und einem einfachen akustischen Signal genügen. Hier gilt es darum stets die Einzelheiten zu prüfen, bevor Sie eine Entscheidung fällen. Demenzkranke wiederum können die Funktionsweise des Systems zuweilen vergessen, weswegen es hier nicht immer zuverlässigen Schutz gibt.

Wie funktioniert das Notrufsystem?

Das Prinzip ist bei allen Systemen ähnlich einfach: Sobald der Betroffene feststellt, dass er in einer Situation steckt, aus der er sich allein nicht befreien kann, aktiviert er den Notruf mittels eines Senders oder Smartphones. Je nach Situation könnte er bereits vor dem Notfall merken, dass etwas nicht stimmt, oder vielleicht erlaubt ihm die Situation einen Gang zum Festnetz-Telefon. Nutzt er einen einfachen Knopf oder Sender, so wählt das Gerät die Notrufzentrale an und löst dort einen Alarm aus. Die Zentrale versucht, mit dem Betroffenen Kontakt aufzunehmen. Sollte das nicht funktionieren, informieren die Mitarbeiter des Notrufs Angehörige, Bekannte, den Hausarzt oder Sanitäter – je nach Bedarf und Einzelfall.

Wo kann ich ein Notrufsystem erwerben?

Die bloße Technik für Notrufsysteme gibt es in gängigen Elektronik-Fachgeschäften oder bei Internet-Versandhäusern. Pflege.de stellt außerdem ein Vergleichstool bereit, das anhand Ihrer Postleitzahl entsprechende Angebote finden kann. Bei Organisationen wie den Maltesern oder den Johannitern können Sie die Technik zusammen mit dem entsprechenden Dienst erwerben.

Wieviel kostet ein Notrufsystem?

Auch hier ist der Einzelfall entscheidend. Bei einem Notrufdienst fallen generell monatliche Gebühren an, solange Sie diesen Service nutzen. Im Schnitt kostet der Basistarif bei den meisten Anbietern rund 23 Euro monatlich. Für die benötigte Technik, den Anschluss (meistens etwa zehn Euro) und eventuelle Reparaturen kommen weitere Kosten hinzu. Die Krankenkasse kann je nach Pflegegrad einen Teil der Kosten übernehmen. Hier ist jedoch unbedingt ein persönliches Beratungsgespräch notwendig, da es keine pauschale Kostenübernahme gibt.

Titelbild: © Prostock-Studio/ iStock.com

IDEAL Pflegeversicherung: Mann küsst Frau
Pflegeversicherung
  • Neu: Das IDEAL PflegeTagegeld
  • Pflegerente bis 4.000 € monatlich
  • Ihr Schutz - weltweit und lebenslang
  • Pflegeheimplatzgarantie innerhalb von 24 Stunden

Produkt infos

*IDEAL Pflegerente Basis, Eintrittsalter 18 Jahre, 250 € garantierte Rente