Ein immer kleiner werdender Berg an Kleingeld symbolisiert den aktuellen Niedrigzins

Geldanlage trotz Niedrigzinsen

Die seit Jahren anhaltende Nullzinspolitik erschwert Sparern die Suche nach einer geeigneten Anlage. Denn eine relativ hohe Rendite für eine sichere Anlage scheint nahezu unauffindbar. Bei den klassischen, sicheren Varianten wie der Anlage in Sparbücher oder Tagesgeld, sind kaum Zinsen zu erwarten. Teilweise fordern Banken sogar Negativzinsen. Aber auch politische Unsicherheiten, wie beispielsweise der anstehende Brexit sowie der Handelsstreit zwischen USA und China, bereiten hier Kopfzerbrechen. Nach Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale in Bremen befinden wir uns demnach in einer „absoluten Niedrigzinsphase“. Aber was ist eine Niedrigzinsphase überhaupt und wie ist sie entstanden? Das, und wie Anleger für ihr Geld trotzdem eine angemessene Rendite erhalten können, erfahren Sie in unserem Artikel.

Inhalt

Was bedeutet Niedrigzinsphase?

Die Leitzinsen werden von der Notenbank eines Landes beziehungsweise einer Region festgelegt. Dabei zählen die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE) und die Bank of Japan (BoJ) zu den einflussreichsten Notenbanken der Welt. Sie legen Leitzinsen und Einlagezinsen fest, wodurch zunächst Einfluss auf den Bankensektor und den Finanzmarkt genommen wird. Schlussendlich haben die Zinsen jedoch Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft eines Landes oder einer Region.

Der Leitzins ist der zentrale Faktor der Geldpolitik.  Er legt fest, zu welchem Preis eine Notenbank Geschäfte mit den ihr angeschlossenen Kreditinstituten macht. Eine Geschäftsbank kann sich also zu diesem Zins mit Zentralbankgeld versorgen. Er dient vereinfacht gesagt als Preis des Geldes. Fällt der Leitzins zu hoch aus, ist Geld dementsprechend teuer. Der Einlagezins besagt dagegen, zu welchen Konditionen eine Geschäftsbank ihre Einlagen bei einer Zentralbank parken kann. Ist er hoch, werden die Einlagen gut verzinst. Doch momentan ist er in der Eurozone niedrig beziehungsweise sogar negativ und liegt bei -0,5 Prozent. Deshalb ist es für Geschäftsbanken weniger reizvoll, ihre Einlagen bei Zentralbanken zu lagern. Aktuell befinden sich die Leitzinsen auf einem Rekordtief. In der Eurozone liegen sie nun seit mehr als drei Jahren bei 0,00 Prozent. In Japan bewegen sie sich bei 0,1 Prozent, in den USA bei 0,75 Prozent und in Großbritannien bei 0,5 Prozent. In Schweden (-0,5 Prozent) und der Schweiz (-0,75 Prozent) sind sogar die Leitzinsen negativ. Wie die EZB jedoch verlauten ließ, plant sie nicht vor Mitte 2020 den Leitzins zu erhöhen.

Ursachen, Rückblick, Ausblick

Die Niedrigzinsphase ist mittlerweile zum Dauerzustand geworden. Die Gründe dafür liegen nun schon über zehn Jahre zurück und lassen sich auf die Weltwirtschaftskrise von 2007 bis 2009 zurückführen. Die großen Zentralbanken senkten in Folge dessen die Leitzinsen, um die Folgen der Krise in Schach zu halten. In diesem Ausmaß ist es jedoch einmalig, denn der EZB-Leitzins sank seit 2008 nahezu kontinuierlich von 4,25 Prozent auf mittlerweile 0 Prozent. Aber auch die Staatsverschuldung vieler Länder spielt bei der Niedrigzinspolitik eine Rolle. Denn die Schulden sind für die Staaten ebenfalls verzinslich und können eine hohe Belastung für die Haushalte darstellen. Durch die Niedrighaltung des Leitzinses können sich Volkswirtschaften somit Milliardenbeträge sparen. Auch für Unternehmen ist es von Vorteil, Kredite zu günstigen Konditionen zu erhalten. Dadurch erhofft sich die EZB eine weitere Ankurbelung der Wirtschaft. Jedoch wird sie in Ländern wie Deutschland nicht in dem angedachten Maße genutzt, da vielen Unternehmen über ausreichend Mittel verfügen, um Investitionen selber finanzieren zu können. Diese allgemeine Geldpolitik für den gesamten Euroraum stellt deshalb auch ein Problem dar, da sich die einzelnen Volkswirtschaften in unterschiedlichen Dimensionen bewegen. Beispielsweise wäre für Deutschland ein wesentlich höherer Zinssatz sinnvoll, da es über eine relativ stabile Konjunktur verfügt. In Ländern mit hoher Verschuldung und Arbeitslosigkeit wie Spanien oder Italien wäre die Niedrigzinspolitik also angemessen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Warum scheuen sich also die Notenbanken davor, den aktuellen Leitzins zu erhöhen? Die Antwort ist einfach: Sie wollen die momentane konjunkturelle Entwicklung durch einen zu hohen Zinsanstieg nicht gefährden. Die Befürchtung: Ein Rückgang im Konsum der privaten Haushalte, da das Sparen wieder attraktiver werden würde. Das würde für Unternehmen Umsatzeinbußen bedeuten, was eine höhere Arbeitslosigkeit verursachen könnte. Außerdem hätten die einzelnen Länder mit hohen Zinsen mit der Staatsverschuldung zu kämpfen. Deshalb ist mit einer drastischen Zinswende eher nicht zu rechnen. Jedoch bleibt abzuwarten, was die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde für das Jahr 2020 geplant hat.

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Welche Anlagemöglichkeiten gibt es für Sparer?

Die ideale Anlage: Kein Risiko, hohe Rendite und jederzeit Zugriff auf sein Erspartes. Jedoch ist eine Anlage, welche alle drei Kriterien zur Gänze erfüllt nicht zu finden. Aber wer sein Geld auf einem Sparbuch anlegt, verliert sogar aufgrund der aktuellen Inflation monatlich an Kaufkraft. Die Zinskonditionen um 0,1 Prozent stellen bei einer Inflation von über einem Prozent ein Problem dar. Denn da die Preissteigerungsraten über den durchschnittlichen Sparzinsen liegen, verliert das Geld somit an Wert und stellt in Anbetracht des realen Wertverlusts einen negativen Zins dar. Deshalb sollten Sie im Falle eine Geldanlage darüber nachdenken, ihr Vermögen anderweitig zu sparen.

Hierzu haben wir vier Spartipps für Sie zusammengestellt:

1. Breite Streuung

Für die Geldanlage ist in jedem Fall eine breite Streuung über mehrere Produktklassen und unterschiedlichen Laufzeiten empfehlenswert. Neben dem Schutz gegen die Inflation kann gleichzeitig das Investitionsrisiko verteilt werden. Dabei hängt es natürlich von der individuellen Risikobereitschaft und dem Vermögen des Einzelnen ab, welche Anlagemöglichkeit die Sinnvollste ist.

2. Tagesgeldkonto für Notfälle

Da es keine oder kaum noch Zinsen gibt, unterscheiden sich Girokonten und Sparkonten nicht mehr. Dennoch ist es sehr sinnvoll, das Ersparte von laufenden Ein- und Ausgaben zu trennen. Sie sollten am besten monatlich Geld auf ihr Sparkonto einzahlen, welches Ihnen am Monatsende überbleibt, um für Notfälle gerüstet zu sein. Idealerweise füllen Sie das Sparkonto per Dauerauftrag, um nicht in Versuchung zu geraten, das Geld unbedacht auszugeben. Einen Betrag von mindestens zwei bis drei monatlichen Nettoeinkommen sollte idealerweise auf einem Tagesgeldkonto gespart werden. So kommen Sie beispielsweise bei einem Ausfall der Waschmaschine oder einer Autoreparatur in keine finanziellen Nöte.

3. Aktien und Investmentfonds

Aktien sind bei den Deutschen immer noch relativ unbeliebt. Das liegt am vergleichsweise hohen Risiko einer Unternehmensbeteiligung und der Furcht vor möglichen Verlusten. Aber insbesondere in Niedrigzinsphasen bietet sich hier eine gute Anlage für eine hohe Rendite. Es ist jedoch auch Durchhaltevermögen gefragt und sollte auf lange Sicht angelegt werden. Denn Schwankungen der Aktienkurse gehören nun mal dazu. Damit ist die Anlage in Aktien zwar gegebenenfalls renditereich, jedoch auch mit einem Risiko verbunden. Besonders dann, wenn sich die Anleger nicht auskennen. Zudem bedarf es einer genauen und dauerhaften Beobachtung des Aktienanlegers, um auf die Veränderungen am Markt angemessen reagieren zu können.

Sind solche Kenntnisse nicht vorhanden oder das Risiko mit Aktien zu hoch, kann eine Risikostreuung durch Fonds angewandt werden. Dabei gibt es Aktien-, Renten- oder gemischte Fonds, die das Investment des Anlegers breiter verteilen und damit das Risiko – jedoch auch die Rentabilität – senken. Der Vorteil: Professionelle Fondsverwalter von Fondsgesellschaften übernehmen in der Regel die Verwaltung solcher Fonds. Anleger müssen also nicht selbst aktiv am Markt agieren.

Ein weiteres interessantes Modell sind sogenannte ETF’s (Exchange Trade Funds). Das ist vor allem empfehlenswert, wenn Sie Ihr Geld die nächsten fünf bis zehn Jahre nicht benötigen. ETF’s bilden nämlich Indizes nach und Anleger erwirtschaften durch ein Investment so viel wie der Durchschnitt der Aktieninvestoren des jeweiligen Index. Ein Beispiel hierfür wäre die Nachbildung des DAX. Hier bietet sich häufig eine Rendite von über fünf Prozent und die laufenden Kosten bei der Bank sind vergleichsweise gering. Jedoch sollten Sie auch hierbei keine vorschnellen Entscheidungen treffen, sich beraten lassen und Zeit nehmen.

4. Top-Rendite zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge

Mit der IDEAL UniversalLife bietet die IDEAL Versicherung eine flexible Altersvorsorge mit einer Verzinsung von aktuell bis zu 3,3 % plus Treuebonus (Stand  Januar 2020). Neben der ausgezeichneten Renditemöglichkeit zeichnet sie sich als flexible Anlageform aus, da Ein- und Auszahlungen individuell auf Sie abgestimmt sind. Mit Hinblick auf das zunehmende Risiko der Altersarmut ist eine frühzeitige Vorsorge sehr ratsam. Über einen längeren Zeitraum lässt sich so das notwendige Kapital für die Schließung der Rentenlücke ansparen.

Titelbild: © Andreas Steidlinger / iStock.com

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