Frau bei der Ohrenuntersuchung

Mittelohrentzündung – Gerade für die Kleinen gefährlich

Im Schnitt erkrankt jedes zweite europäische Kind in seinem ersten Lebensjahr einmal an einer Mittelohrentzündung. Bis zum 7. Lebensjahr hatte sogar jedes Kind durchschnittlich eine akute Mittelohrentzündung. Worum es sich dabei genau handelt und wie Sie die Krankheit in den Griff bekommen, erfahren Sie im Beitrag.

Inhalt:

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Das Wichtigste vorweg: Die „eine“ Mittelohrentzündung gibt es nicht. Vielmehr umfasst der medizinische Begriff „Otitis media“ eine Gruppe verschiedener Erkrankungen der Schleimhaut der Paukenhöhle im Ohr. Um genauer festzulegen, welche Art der Mittelohrentzündung vorliegt, sind Dauer und Häufigkeit dieser Entzündungen wichtig. Die drei Hauptformen sind:

  • Die akute Mittelohrentzündung, auch Otitis media acuta genannt, ist eine plötzlich auftretende Entzündung mit typischen Beschwerden.
  • Die rezidivierende Mittelohrentzündung liegt dann vor, wenn innerhalb eines halben Jahres drei Entzündungen oder innerhalb eines ganzen Jahres vier Entzündungen des Mittelohrs auftreten.
  • Von einer Otitis media chronica, der chronischen Mittelohrentzündung, ist dann die Rede, wenn die Entzündung mindestens zwei Monate lang besteht. Es treten begleitend Ausfluss und Risse des Trommelfells auf.

Ursachen einer Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung kann sich nach einem Infekt der oberen Atemwege entwickeln. Das geschieht dann häufig in den kalten Wintermonaten im Anschluss an eine Erkältung. Bei Kindern kann Otitis Media auch während eines Schnupfens auftreten – oder kurz danach. Besonders häufig sind Kleinkinder betroffen, denn die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasen-Rachenraum ist noch kurz. Krankheitserreger können so leichter aus dem Rachen durch diese sogenannte Ohrtrompete ins Ohr gelangen. Für gewöhnlich dringen die Erreger nicht von außen in den Gehörgang vor, sondern eben über die Ohrtrompete. Auch das noch nicht voll entwickelte Immunsystem von kleinen Kindern begünstigt eine Infektion auf diesem Wege. Risikofaktoren wie Rauchen im häuslichen Umfeld, vergrößerte Rachenmandeln oder der Verzicht des Stillens während der ersten Lebensmonate können die Entstehung einer Entzündung im Ohr begünstigen.

Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass die Erreger durchs Ohr gelangen und so eine Entzündung auslösen. Zum Beispiel durch verdrecktes Badewasser. Dafür muss das Trommelfell jedoch gerissen sein. Dementsprechend passiert diese Art der Infektion eher selten.

Eine akute Mittelohrentzündung kann manchmal auch im Rahmen anderer Erkrankungen abseits einer Erkältung entstehen, zum Beispiel bei Scharlach, Masern oder Grippe.

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Symptome einer Mittelohrentzündung

Eine akute Mittelohrentzündung kündigt sich generell durch plötzliche, heftige Ohrenschmerzen an. Weitere mögliche Symptome sind:

  • Hörminderung, entweder ein- oder beidseitig
  • Druckgefühl im Ohr
  • Ein generelles Krankheitsgefühl
  • Fieber

Bei kleinen Kindern können weitere, aber nicht auf eine Mittelohrentzündung begrenzte Symptome auftreten. Weil diese allerdings auch bei vielen anderen Krankheiten auftreten, ist es nicht leicht, anhand dieser auf eine Mittelohrentzündung zu schließen. Zu den zusätzlichen Symptomen gehören:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • Appetitlosigkeit, Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • Schwäche
  • Erbrechen
  • Durchfall

Wenn Kleinkinder und Babys leichter reizbar oder unruhig sind und sich häufig ans Ohr fassen, kann das ebenfalls auf eine Mittelohrentzündung hinweisen.

Generell kann es sein, dass sich Sekret hinter dem Trommelfell staut und dieses dann einreißt. In dem Fall lassen die Ohrenschmerzen zumeist schlagartig nach. Die Flüssigkeit fließt in den Gehörgang ab.

Risiken und Folgekrankheiten

In seltenen Fällen kann eine Mittelohrentzündung weitere Erkrankungen nach sich ziehen. Wenn Bakteriengifte vom Mittelohr aus ins Innenohr gelangen, ist es möglich, dass die Betroffenen danach an Hörminderung leiden. Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwindel sind weitere mögliche Beschwerden.

Mastoiditis

In seltenen Fällen führt Otitis media zur Mastoiditis. Das passiert, wenn sich die Infektion vom Mittelohr aus in die Hohlräume des Schläfenbeins ausbreitet. In diesem Fall entzündet sich der sogenannte Warzenfortsatz, auch Processus mastoideus genannt. Anzeichen hierfür sind die Wiederkehr starker Schmerzen, steigende Körpertemperatur und Rötung der Haut hinter dem Ohr.

Labyrinthitis

Sollte sich die Entzündung auf das Innenohr ausbreiten, ist eine Erkrankung an Labyrinthitis möglich. Mögliche Folgen: Drehschwindel, Schallempfindungsschwerhörigkeit und Erbrechen. Auf der erkrankten Seite kann es zu einem Zucken des Auges kommen.

Meningitis

Weiterhin können die Mittelohrentzündung und die Labyrinthitis auf die Hirnhäute übergehen und dort eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen. Die Übertragung erfolgt dabei über die Blutgefäße. Spontanes Fieber und Kopfschmerzen gehören zu den ersten Anzeichen.

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Eine einseitige Gesichtsnervenlähmung gehört ebenfalls zu den möglichen Nachfolgeerkrankungen nach einer Mittelohrentzündung. 

Behandlung einer Mittelohrentzündung

Vor der Behandlung erfolgt eine eingehende Untersuchung durch den Arzt (Anamnese). Er erkundigt sich nach den Beschwerden, untersucht dann eingehend Ohren, Nase und Rachen. Per Ohr-Mikroskop verschafft er sich ein Bild vom Zustand des Trommelfells. Dort können eine Vorwölbung und Rötung des Trommelfells vorliegen. In manchen Fällen entdeckt er auch einen Erguss hinter dem Trommelfell – oder einen Riss in der Membran. Ein Hörtest kann zeigen, ob der Betroffene an Hörminderung leidet.

Für gewöhnlich versucht der Arzt mittels Medikamenten, die Symptome bei einer Mittelohrentzündung zu bekämpfen. Ein wichtiger Schritt ist zunächst die Linderung von Schmerzen. Das kann mit einfachen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol erfolgen. Abschwellende Nasensprays verbessern die Belüftung des Mittelohrs. Sollte sich durch die Entzündung dort Flüssigkeit gebildet haben, so kann diese durch eine Entlastung besser abfließen.

Eine Behandlung mit Antibiotika empfehlen Ärzte dagegen für gewöhnlich nicht. Erstens, weil die Mittelohrentzündung sich generell von selbst wieder auflöst, und zweitens, weil diese Mittel die natürliche Entwicklung der Abwehrkräfte von Kindern stören könnten. Grundsätzlich gilt: Bei allen Medikamenten kommt es auf die richtige Dosierung für das Kind an. Wenden Sie sich dazu an Ihren Arzt oder Apotheker.

Hausmittel

Sogenannte Zwiebelsäckchen sind ein beliebtes Hausmittel gegen Mittelohrentzündungen. Dazu schneiden Sie ein paar Zwiebeln klein, packen diese in ein Tuch, wärmen das Päckchen auf einer Heizung auf und befestigen es mittels eines Stirnbands am betroffenen Ohr des Kindes. Das Zwiebelsäckchen fördert die Durchblutung des Ohrs und lindert die Schmerzen. In der Zwiebel befindliche Stoffe töten Krankheitserreger ab und können so die Heilung beschleunigen.

Ein Kamillendampfbad hilft ebenfalls. Geben Sie Kamillenblüten in kochendes Wasser und weichen diese etwa fünf Minuten lang ein. Danach hält der Patient das betroffene Ohr einige Minuten lang darüber.

Abschließend kann auch eine einfache Wärmebehandlung mittels Wärmflasche oder Körnerkissen helfen. Platzieren Sie diese auf dem Ohr, achten Sie dabei darauf, dass Wärmflasche oder Körnerkissen nicht zu heiß sind, und lassen Sie diese für einige Minuten dort liegen.

Titelbild: © AlexRaths/ iStock.com

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