Mann im Arztgespräch

Metabolisches Syndrom – Das „tödliche Quartett“

Etwa zwei Drittel der Männer in Deutschland sind übergewichtig (67 Prozent). Bei den Frauen ist es knapp die Hälfte (53 Prozent). Das berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Ein Viertel aller Erwachsenen ist dabei sogar stark übergewichtig. Ein Risiko, das zu verschiedensten Erkrankungen führen kann. Eine davon ist das Metabolische Syndrom. Worum es sich dabei genau handelt, verraten wir im Beitrag.

Was ist das Metabolische Syndrom?

Das Metabolische Syndrom ist keine alleinstehende Krankheit, sondern eine Sammlung verschiedener Risikofaktoren und anderer Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems. „Metabolisch“ kommt hierbei aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt etwa so viel wie stoffwechselbedingt. Allerdings ist erst dann von einem Syndrom die Rede, wenn zur gleichen Zeit verschiedene Symptome auftreten, die aber auch ganz verschiedene Ursachen haben können. Ein wichtiger gemeinsamer Nenner: Die Einzelerkrankungen des Metabolischen Syndroms können zu Arteriosklerose und gefährlichen Folgeerkrankungen führen.

Ursachen für das Metabolische Syndrom

Das Metabolische Syndrom tritt in der heutigen Zeit – vor allem in den Industrienationen – immer häufiger auf. Hauptsächlich liegt das an unseren Ernährungsgewohnheiten und dem Mangel an Bewegung. Allerdings sind die Zusammenhänge um das Metabolische Syndrom sehr komplex und noch nicht vollständig erforscht.

Als bereits identifizierte Ursachen gelten:

  • Übergewicht ab einem Body-Mass-Index über 25
  • Zu fett- oder cholesterinhaltige Nahrung
  • Zu hoher Alkoholkonsum
  • Stress über einen längeren Zeitraum
  • Diabetes Mellitus, Leberkrankheiten, Gallenstau oder andere Erkrankungen

Risikofaktoren durch das Metabolische Syndrom

Übergewichtige Personen haben ein besonders hohes Risiko, am Metabolischen Syndrom zu erkranken. Denn dadurch steigt das Risiko für Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte oder einen zu hohen Blutzuckerwert. Wer sich zu kalorienreich ernährt, führt dem Körper mehr Energie zu als dieser benötigt – die Folge ist der Aufbau von überflüssigem Fettgewebe. Das kann einen Teufelskreis auslösen: Durch die Überernährung steigt der Blutzuckergehalt, der Körper muss dadurch mehr Insulin ausschütten, um die Blutzuckerkonzentration abzubauen. Dadurch „gewöhnt“ sich der Körper an das Insulin und baut eine Resistenz auf, sodass noch mehr Insulin produziert werden muss, um denselben Effekt zu erzielen wie vorher. Allerdings fördert Insulin das Hungergefühl, der Betroffene isst also mehr.

Fettstoffwechselstörungen liegen dann vor, wenn der Körper Blutfette nicht mehr ausreichend verwerten kann. Infolgedessen steigt die Konzentration von Cholesterin, proteingebundene Fette und Neutralfette im Blut nehmen zu.

Kurzfristig ist eine solche erhöhte Konzentration von Blutfettwerten nicht gefährlich. Doch wenn im Blut über einen längeren Zeitraum erhöhte Fettmengen vorhanden sind, können sie Ablagerungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose) und Bluthochdruck verursachen.

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Symptome des Metabolischen Syndroms

Auch hier lässt sich keine pauschale Aussage treffen, weil das Metabolische Syndrom eben eine Ansammlung verschiedener Erkrankungen beschreibt. Insgesamt gibt es allerdings vier hauptsächliche Symptome, die bei einem Metabolischen Syndrom besonders häufig sind und teilweise auch gemeinsam auftreten. Wegen der erhöhten Sterblichkeit der Betroffenen tragen diese Symptome neben den Bezeichnungen „Reaven-Syndrom“ oder „Syndrom X“ auch den Namen „tödliches Quartett“.

  1. Ein besonders deutliches Anzeichen ist die sogenannte bauchbetonte Adipositas – also ein Übergewicht, das sich hauptsächlich an Fettansammlungen in der Bauchgegend bemerkbar macht. Je größer der Bauch, umso mehr inneres Bauchfett ist vorhanden.
  2. Ein krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gehört ebenfalls zu den wichtigsten Symptomen des Metabolischen Syndroms.
  3. Bluthochdruck, auch arterielle Hypertonie genannt, kann durch eine überhöhte Fettkonzentration im Blut ausgelöst werden (siehe oben).
  4. Erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie) sind oftmals ein Anzeichen für Fettstoffwechselstörungen.

Dem National Cholesterol Education Programm 2002 zufolge liegt dann ein Metabolisches Syndrom vor, wenn drei der folgenden Symptome vorliegen:

  • Taillenumfang bei Frauen über 88 Zentimeter, bei Männern über 102 Zentimeter
  • Der Blutzuckerwert liegt über 100 mg/dl
  • Triglyceride von über 150 mg/dl nüchtern
  • HDL von unter 40 mg/dl bei Frauen und unter 50 mg/dl bei Männern – damit ist eine „gute“ Cholesterolsorte gemeint, die Cholestorol absorbiert und zurück zur Leber trägt
  • Blutdruckwerte von über 130/85 mmHg (erhöhter Blutdruck)

Diagnose des Metabolischen Syndroms

Um herauszufinden, ob das Metabolische Syndrom vorliegt, misst der Arzt verschiedene körperliche Parameter. Darunter das Gewicht, den Taillenumfang und den Blutdruck. Außerdem können verschiedene Blutuntersuchungen folgen, die Aufschluss darüber geben sollen, ob eine erhöhte Fettkonzentration vorliegt.

MRT-Behandlung

Zwar kann das Messen des Taillenumfangs schon hilfreich sein, doch wird daraus nicht klar, wie viel viszerales Fettgewebe (inneres Bauchfett) tatsächlich vorhanden ist. Das können nur Verfahren wie eine MRT-Untersuchung mit Sicherheit feststellen.

Blutdruck

Eine einzelne Messung des Blutdrucks gibt dem Arzt durchaus Hinweise auf die Art der Erkrankung. Um eine echte Diagnose aufzustellen, ist aber eine Langzeitmessung im normalen Tagesablauf notwendig.

Wie behandelt man das Metabolische Syndrom?

Wie alle durch Übergewicht ausgelöste Erkrankungen können Betroffene auch das Metabolische Syndrom im frühen Stadium durch eine Umstellung auf eine gesündere Lebensweise bekämpfen. Dazu gehören eine verstärkte Bewegung im Alltag und eine ausgewogene Ernährung. Außerdem gibt es verschiedene Therapien, die eine Adipositas bekämpfen und das Körpergewicht nachhaltig reduzieren können.

Ernährungstherapie

Hier steht klar die Gewichtsreduzierung im Vordergrund. Betroffene müssen den Genuss von kalorien- und fettreichen Lebensmitteln deutlich reduzieren. Stattdessen stehen Fisch, frisches Gemüse und Salat im Vordergrund. Die genaue Art der Therapie ist dabei für jeden Patienten individuell und sollte mit dem Arzt abgesprochen sein.

Bewegungstherapie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt pro Woche mindestens 150 Minuten Spazierengehen oder 75 Minuten Jogging. Sportwissenschaftler raten hingegen eher dazu, pro Tag 30 Minuten lang den Puls hochzutreiben. Als grober Richtwert gilt oft ein Puls von 180 minus Lebensalter – also für 40-Jährige 140 Schläge pro Minute. Entscheidend sei, das Herz-Kreislaufsystem und die Muskulatur täglich eine halbe Stunde lang zu fordern.

Therapie durch Medikamente

Sollte die Krankheit schon weiter fortgeschritten sein, muss oft eine Behandlung mit Medikamenten andere Therapieformen unterstützen. Der Arzt muss hierbei die Wirkstoffe aussuchen, die zu den Symptomen des Betroffenen passen, um diese gezielt zu bekämpfen. Zum Beispiel bestimmte Medikamente gegen erhöhte Blutzucker- oder Blutdruckwerte.

Prognose Metabolisches Syndrom

Das Metabolische Syndrom erhöht bei Betroffenen das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen, wie zum Beispiel ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Weiterhin leiden Betroffene unter einem viermal so hohen Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Und die Wahrscheinlichkeit, daran zu versterben, ist zwei- bis dreimal höher.

Je früher die Merkmale des Metabolischen Syndroms bemerkt und behandelt werden, desto eher lassen sich Folgeerkrankungen wie Diabetes verhindern oder zumindest abmildern. Diabetes Typ-2 ist zwar nicht heilbar, doch mit einem gesünderen Lebensstil und den geeigneten Maßnahmen können Betroffene die Krankheit zum „Stillstand“ bringen.

Titelbild: © monkeybusinessimages/ iStock.com

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