3D-Ansicht vom Magen

Magenoperationen – Hilfestellung beim Abnehmen

Weniger als ein Prozent der adipösen Menschen in Deutschland werden chirurgisch therapiert. Adipositas und ihre Folgen belasten das Gesundheitssystem in Millionenhöhe. Eine Lösung für Betroffene sind sogenannte Magenoperationen. Welche Optionen es gibt und wie diese aussehen, verraten wir Ihnen im Beitrag.

Für wen eignet sich eine Magenoperation?

Für gewöhnlich ist die Magenverkleinerung Patienten vorbehalten, die unter einem starken Übergewicht oder Adipositas leiden. Krankhaftes Übergewicht ist für sie keinesfalls nur ein ästhetisches Problem. Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Koronare Herzerkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen können auftreten. In besonders schwerwiegenden Fällen kann es zu Schlaganfällen und Krebserkrankungen kommen. Magenoperationen sollen übergewichtigen Personen beim Abnehmen helfen, sollten alle anderen Therapien versagen.

Risiken einer Magenverkleinerung

Bei jeder Magenoperation können potenziell Komplikationen auftreten – wie bei anderen Operationen eben auch. Das Übergewicht der Patienten sowie eventuelle Begleiterkrankungen sind die häufigsten Auslöser von Beschwerden bei oder nach der Operation. Dazu können heftige Schmerzen, Blutungen, Wundheilungsstörungen oder auch Infektionen gehören. Bei einer ausführlichen Untersuchung im Voraus kann der Arzt Ihr persönliches Risiko einschätzen und eine professionelle Beurteilung treffen. Für gewöhnlich gelten Magen-Operationen als die letzte Hilfe, falls alle anderen Maßnahmen zur Reduzierung des Körpergewichts fehlgeschlagen sind.

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Obwohl sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch das Bundessozialgericht Adipositas mittlerweile als Krankheit anerkannt haben, gehören auf Adipositas beruhende chirurgische Eingriffe aktuell nicht zu den normalen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Im Einzelfall können Sie jedoch eine Finanzierung prüfen und beantragen. Für eine eventuelle Bewilligung existieren jedoch hohe Hürden. Wichtig ist hierbei, dass die Operation medizinisch notwendig ist und Sie bereits alle anderen Maßnahmen erfolglos ausgeschöpft haben. Der Gesundheitsinformation zufolge müssen zudem alle behandelbaren Krankheiten, die zu dem starken Übergewicht führten, ausgeschlossen sein. Und zuletzt dürfen keine wichtigen medizinischen Gründe gegen die Operation sprechen. Dazu gehören gesundheitliche Probleme, die eine Operation zu riskant machen, eine Schwangerschaft oder auch Alkohol- und Drogenprobleme.

Patienten müssen außerdem bereit sein, nach der Operation einen gesünderen Lebensstil anzustreben. Ess- und Lebensgewohnheiten, die den Erfolg der Operation stören würden, sind danach nicht mehr erlaubt.

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Ablauf einer Magenoperation

Wenn vonseiten des Arztes eine Operation als letzter Ausweg gewählt wird, gibt es dafür verschiedene Wege. Generell entscheidet er zwischen zwei Ansätzen.

Restriktive Operationen

Bei den sogenannten restriktiven Magenoperationen baut der Arzt darauf, durch den Eingriff das Fassungsvermögen des Magens zu verringern. Der Magen ist dann schneller gefüllt, was dazu führt, dass der Patient sich früher satt fühlt und generell weniger Nahrung zu sich nimmt.

Eine dieser restriktiven Techniken ist der Schlauchmagen. Diese Operation hat auch den Namen Sleeve-Resektion. Dabei entfernt der Chirurg einen Teil des Organs, sodass ein kleinerer Magen zurückbleibt. Dieser hat dann die Form eines Schlauchs – daher der Name. Er nimmt dann noch 100 bis 150 Milliliter auf. Ein normaler Magen hat dagegen zwei bis drei Liter Fassungsvermögen. Wichtig hierbei: Weil durch die Verkleinerung nicht mehr genug Magensäure zur Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung gebildet wird, müssen Patienten dieses zusätzlich einnehmen. Aufgrund der Magennähte ist die Operation vergleichsweise anspruchsvoll: Diese müssen komplett dicht sein, damit kein Leck entsteht.

Eine weitere Variante der restriktiven Operationen ist das Magenband. Für dieses Verfahren ist keine große „Bauch-OP“ notwendig. Der Chirurg braucht nur kleine Schnitte für die Instrumente. Kurz unterhalb der Speiseröhre legt der Arzt ein Silikonband um den Magen.. Auf diese Weise bildet sich ein kleiner Vormagen, der knapp 20 bis 30 Milliliter Inhalt fasst, wo vorher eigentlich zwei Liter die Norm waren. Über einen Schlauch ist das Band mit einem Reservoir verbunden, das unter der Bauchdecke vernäht ist, nah genug, dass eine Spritze es erreichen kann. In die flexible Manschette kann so Flüssigkeit gelangen, um die Weite des Durchgangs zum Restmagen zu regulieren. Auf diese Weise kann der Arzt den Durchgang vergrößern oder verengen, ohne dass ein weiterer Eingriff dafür notwendig wäre.

Bei Diabetikern führt die Schlauchmagen-Operation bereits nach wenigen Tagen zu einer Verbesserung ihrer Stoffwechsellage. Somit benötigen sie schnell eine geringere Insulindosis und orale Antidiabetika.

Magenbypass-Techniken

Bei einer Magenbypass-Operation trennt der Chirurg den Magen in einen kleinen Vor- und einen Restmagen. Danach klammert er eine Dünndarmschlinge an den Vormagen. Diese umgeht den Restmagen und den Zwölffingerdarm. Das führt zu einer verkürzten Verdauungsstrecke und dementsprechend zu einer verringerten Aufnahme von Nährstoffen. Die Kalorienzufuhr sinkt. Also ist der Körper gezwungen, schneller auf die Fettreserven zurückzugreifen und diese aufzubrauchen. Das sorgt für ein effektives Abnehmen des Patienten. Eine Magenbypass-Operation findet für gewöhnlich unter Vollnarkose statt. Wegen der Umgehung des Zwölffingerdarms müssen Patienten im Anschluss Kalzium, Eisen und auch das Vitamin B12 zu sich nehmen, damit keine Mangelerscheinungen auftreten.

Eine Abart der Magenbypass-Operation ist der Omega- oder auch Mini-Bypass. Hierbei führt der Chirurg eine Magenverkleinerung durch, die allerdings ein bisschen größer ausfällt als bei der normalen Bypass-Operation. Er durchtrennt den Dünndarm hierbei nicht, verbindet ihn jedoch zwei Meter nach dem Zwölffingerdarm mit der Magentasche. So verlieren die Patienten mehr Gewicht als bei der normalen Bypass-Operation und ihre Begleiterkrankungen verschwinden effektiver. Allerdings kommt dabei Galle mit der Magenschleimhaut in Kontakt. Das führt zu Geschwüren im Magen und erhöht das Krebsrisiko.

Prognose und Erfolgschancen

Die Erfolgschancen einer solchen Operation hängen sehr von der eigenen Motivation ab. Denn die Operation bietet zwar eine große Hilfestellung, aber im Nachgang liegt es an den Patienten, einen gesunden Lebensstil anzustreben. Bei motivierten Patienten sind schon Gewichtsreduktionen von 70 Prozent des Übergewichts innerhalb von zwei Jahren festgestellt worden. Allerdings ist es möglich, die Hilfestellung durch restriktive Maßnahmen – sei es bewusst oder unbewusst – zunichtezumachen, indem Sie etwa viel flüssige oder weiche hochkalorische Nahrungsmittel zu sich nehmen. Zu große Portionen können auch einen Schlauchmagen über einen längeren Zeitraum hinweg wieder ausdehnen.

Im Nachgang sind darum eine Ernährungsberatung und psychologische Behandlung notwendig.

Wo finde ich weitere Informationen?

Tiefergehende Informationen zu den Kosten für eine Magenoperation finden Sie bei der Adipositas-Selbsthilfe. Details zu den Behandlungsmethoden stellt das Experten-Netzwerk Adipositas zur Verfügung. Bei Fragen zu Ihrer konkreten Situation sollten Sie sich allerdings stets an Ihren Arzt wenden. Nur er hat detaillierten Einblick in Ihre Situation und kann die richtigen Maßnahmen einleiten.

Titelbild: © magicmine/ iStock.com

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