Eine junge Frau leidet an Winterdepression und behandelt diese mit einer Lichttherapie

Lichttherapie gegen Winterdepression

Die kalten und dunklen Wintermonate sind bereits angelaufen und machen dem ein oder anderen zu schaffen, trotz der Vorfreude auf die Weihnachtszeit und die Feiertage. Denn in den Morgenstunden bei Dunkelheit in die Arbeit und während der Abenddämmerung wieder nach Hause zu fahren, raubt vielen Menschen die Lebensfreude. Es kann sogar soweit gehen, dass von einer Winterdepression die Rede ist. Eine abgeschwächte Version hingegen nennt sich Winterblues. Worin liegen die Unterschiede und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und was hat es mit der Lichttherapie auf sich?

Inhalt:

Was ist eine Winterdepression?

Eine Winterdepression ist eine saisonal affektive Störung, welche das Gefühlsleben eines Menschen beeinflusst. Sie beginnen in den Herbstmonaten, wenn die Tage allmählich kürzer werden und enden meist um die Monate März oder April. Doch im Winter erkranken Menschen auch an klassischen Depressionen, welche ihren Ursprung nicht in den saisonalen Bedingungen haben. Etwa nur jede zehnte Depression, welche im Winter auftritt, ist auf die dunkle Jahreszeit zurückzuführen und gilt somit als saisonal affektive Störung. Der Winterblues zeichnet sich durch eine weitaus schwächere Ausprägung der Symptome aus und gilt wiederum als eine subsyndromale saisonal affektive Störung. Die Winterblues-Betroffenen zeichnen sich durch ein lustloses und schlecht gelauntes Auftreten in der dunklen Jahreszeit aus, von einer tiefergehenden Depression sind sie aber nicht betroffen.

Ursachen und Symptome einer Winterdepression

Symptome für die Winterdepression oder den Winterblues sind Antriebs- oder Lustlosigkeit, ein starkes Schlafbedürfnis sowie ein ausgeprägter Heißhunger, insbesondere auf Süßigkeiten. Aber auch eine Gereiztheit der Person und die Vernachlässigung sozialer Kontakte können Anzeichen für die depressive Störung sein. Die Gründe für das Auftreten einer Winterdepression sind vielfältig, da äußere Bedingungen einen gewissen Einfluss auf unseren Organismus haben.

Einerseits wird durch den geringeren Lichteinfall im Winter der Zirbeldrüse schon tagsüber signalisiert, dass es dunkel ist und sie schüttet das Hormon Melatonin aus. Das Schlafhormon macht den Menschen müde und führt zu dem Symptom des extremen Schlafbedürfnisses. Außerdem hat Melatonin einen Einfluss auf unsere Laune. Bei einer übermäßigen Ausschüttung wird die Stimmung der Person stark beeinflusst und kann zu einer Gereiztheit führen. Zusätzlich trägt der Neurotransmitter Serotonin einen Anteil für das Auftreten einer Winterdepression. Denn für die Ausschüttung von Melatonin muss Serotonin umgewandelt werden und geht dem Körper verloren. Auch durch den entstandenen Serotoninmangel kann die schlechte Stimmung einer Person erklärt werden, da Serotonin als Glückshormon gilt. Der Heißhunger auf Süßes lässt sich ebenfalls auf den niedrigen Serotoninspiegel zurückführen. Denn wenn das Gehirn den Mangel wahrnimmt, lässt es das den Menschen wissen. Die Lust auf Süßes überkommt die Person. Denn Zucker und andere Inhaltsstoffe von beispielsweise Schokolade helfen den Gehirnzellen dabei, mehr Serotonin bereitzustellen und löst Glücksgefühle aus. Durch den übermäßigen Zuckerkonsum kommt es auch nicht selten vor, dass Betroffene in den Wintermonaten  an Gewicht zulegen.

Licht gegen Depressionen – Hilfe durch Lichttherapie

Erst bei einem übermäßigen Auftreten der Symptome sollte eine Behandlung in Erwägung gezogen werden. Denn ein stärkeres Bedürfnis nach Schlaf sowie die Lust auf Süßigkeiten ist im Winter durchaus öfter zu beobachten, auch bei gesunden Personen. Für eine exakte Diagnose sollten Betroffene nicht zögern, einen psychiatrischen Arzt aufzusuchen. Dieser kann in Folge einer Anamnese und weiterer Untersuchungen den Stand der Dinge am besten einschätzen und die geeignete Behandlungsmethode festlegen.

Um Winterdepressionen gezielt zu behandeln gibt es verschieden Optionen. Einerseits gibt es bei starken Beschwerden die Möglichkeit, Antidepressiva zu verwenden, die einen höheren Serotonin-Spiegel im Gehirn garantieren. Dazu gibt es eine Behandlungsmethode, welche sich insbesondere in nordischen Ländern wie Norwegen oder Schweden einer immer größeren Beliebtheit erfreut: die Lichttherapie. Sie ist vor allem bei leichten oder mittelschweren Beschwerden zu empfehlen.

Bei einer Lichttherapie sitzt der Patient mit einem Abstand von rund 80 Zentimetern vor einer Leuchte. Die Stärke einer solchen Lampe sollte möglichst 10.000 Lux betragen.  Zum Vergleich: Klassische Zimmerbeleuchtungen haben eine Stärke von 300 bis 500 Lux. Bei einer Stärke von 10.000 Lux reicht bereits eine halbe Stunde pro Tag in der Regel aus. Als optimaler Zeitpunkt für eine Lichtdusche gilt die Zeit zwischen sieben und zehn Uhr am Morgen. Und dabei muss der Patient auch nicht ohne Unterbrechung in die Lampe reinsehen. Während der Therapie bietet es sich morgens beispielsweise an, gemütlich die Zeitung zu lesen und zu frühstücken, solange regelmäßig in Richtung der Lichtquelle geschaut wird. Denn das Licht erreicht die Netzhaut auch durch die geschlossenen Augenlider und entfaltet seine Wirkung. Die Tageslichtlampe soll das Sonnenlicht simulieren und dadurch die Ausschüttung des Serotonins steigern.

Tipps zur Vorbeugung der Winterdepression

Um es gar nicht soweit kommen zu lassen und die triste Jahreszeit zu überstehen, haben wir drei Tipps für den Winter vorbereitet. So beugen Sie Winterdepressionen vor:

  1. Ausgewogene Ernährung

Aufgrund der geringeren Sonnenstrahlen kann es dem Körper an Vitaminen fehlen. Insbesondere das fehlende Vitamin D sollte durch die Nahrung aufgenommen werden. Es ist vor allem in Fischgerichten zu finden. Alle weiteren Informationen zu Vitamin-D-Mangel finden Interessierte in unserem Artikel „Vitamin-D-Mangel in der dunklen Jahreszeit.“ Aber auch Allgemeines zu Vitaminen im Herbst und Winter finden Sie in dem Artikel „Vitamine im Herbst und Winter: Welche gibt es, wo findet man sie und wofür sind sie gut?“

Zusätzlich kann darauf geachtet werden, bestimmte Lebensmittel aufzunehmen, welche Tryptophan enthalten. Dabei handelt es sich um eine Aminosäure, die für den Körper essentiell ist. Lebensmittel, die Tryptophan enthalten, können eine stimmungsaufhellende Wirkung haben. Beispielsweise Thunfisch, Walnüsse, Cashewkerne oder Schweinefleisch enthalten hohe Anteile der Aminosäure.

  1. Sport und Bewegung

Bewegung in Form von Spaziergängen, Joggen und Schwimmen hilft Ihnen und Ihrem Immunsystem. Ein Hobby unterstützt Sie im Kampf gegen die Winterdepression, da Bewegung die Hormonproduktion ankurbelt. Außerdem ist der Aufenthalt im Freien von großer Bedeutung. Denn das Licht der Sonne dringt selbst durch einen bewölkten Himmel und fördert damit die Produktion von Serotonin. Auch bei schlechtem Wetter sollte mindestens eine halbe Stunde pro Tag machbar sein.

  1. Belebende Farben

Umgeben Sie sich mit grellen Farben in Gelb-, Orange- oder Rottönen. Belebende Farben in Ihrer Wohnung, am Arbeitsplatz oder als Teil des eigenen Outfits können bereits einen großen Einfluss auf Ihr Befinden haben. Bunte Kissen oder Decken, eine helle Winterjacke oder sogar ein farbenfroher Blumenstrauß kann die Stimmung eines Menschen bereichern.

Titelbild: Rocky89 / iStock.com

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