Pflegekraft hilft einer alten Dame

Leben mit Demenz: Neuer Ratgeber soll Angehörige entlasten

Wenn Aufopferung und Schuldgefühle überwiegen

Seit 55 Jahren sind Gerda und Oskar verheiratet. Jahrzehntelang hat er die Familie ernährt, sämtliche handwerklichen Tätigkeiten übernommen und seine Frau im Haushalt unterstützt. Vor zwei Jahren ist der 75-Jährige an Alzheimer erkrankt und ist heute kaum noch im Stande, selbstständig zu leben. Gerda begleitet ihn zur Toilette, bringt ihm täglich das Zähneputzen bei, überwacht sein ganzes Leben. Und es ist keine Besserung in Sicht, denn Alzheimer ist unheilbar. Doch das ist kein Einzelschicksal. Der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge leben derzeit rund 1,5 Millionen Demenzkranke in Deutschland und jährlich kommen um die 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Ein Großteil davon leidet unter Alzheimer, die häufigste Form der Demenz.

Demenzerkrankungen auf dem Vormarsch

Ein Leben mit Demenz belastet den Betroffenen vor allem in der Anfangsphase. Denn zu diesem Zeitpunkt ist er meist noch in vollem Besitz seiner geistigen Fähigkeiten und kann daher seinen geistigen Verfall klar erkennen. Ist die Krankheit weiter fortgeschritten und wird der Demenzkranke zuhause betreut, belastet die wachsende Verwirrtheit vor allem den engsten Familienkreis. Der Ratgeber der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) gibt Angehörigen hilfreiche Tipps, um die Pflege sowie die Wahrung der eigenen Bedürfnisse sicherzustellen. Sollten in Prävention und Therapie nicht zügig Fortschritte zu verzeichnen sein, ist aufgrund des demografischen Wandels bis zum Jahr 2050 mit bis zu drei Millionen Demenzkranken zu rechnen. Dies entspricht einem Anstieg von rund 100 Neuerkrankungen pro Tag.

Was Angehörige am meisten belastet

Eben nicht die körperliche Aufopferung für die pflegebedürftige Person! Auch, wenn aus diesem Grund die eigenen Bedürfnisse zurückgestellt werden müssen und der Alltag nur noch auf den Erkrankten ausgerichtet ist. Viel belastender ist die Gewissheit, dass der vertraute Mensch nie wieder im Besitz seiner vollen geistigen Fähigkeiten sein wird und letztendlich jegliches Erinnerungsvermögen verliert. Obwohl der Betroffene oft noch jahrelang lebt, müssen sich die Angehörigen langsam von dem Partner oder Elternteil verabschieden.

2015 sorgte Til Schweigers Film „Honig im Kopf“ für Erfolg und Nachdenklichkeit, denn Schweiger thematisierte das „neue“ Leben eines an Alzheimer erkrankten Großvaters und seiner Familie gewohnt unterhaltsam, aber realitätsnah.

Wichtige Hilfestellungen für Angehörige

Der Ratgeber des ZQP gibt umfangreiche Tipps für den erfolgreichen Umgang mit dementen Menschen, listet hilfreiche Servicestellen auf und erläutert die Leistungen der Pflegeversicherungen.

Zudem wird das neue Leben der Angehörigen in den Mittelpunkt gestellt, die ihre eigenen Bedürfnissen hinten anstellen müssen und sich Fragen stellen wie: Ist eine Partnerschaft mit einem dementen Menschen noch möglich? Wie kann ich ab jetzt kommunizieren? Muss die Wohnung den neuen Lebensverhältnissen angepasst werden und wie kann man sich als Angehöriger Freiräume schaffen, ohne Schuldgefühle zu bekommen?

Eine kostenlose Printausgabe kann über info@zqp.de bestellt werden. Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege ist Kooperationspartner in der Allianz für Menschen mit Demenz.

Bild: Ocskay Bence

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