Kur für pflegende Familienmitglieder

Damit die eigene Gesundheit nicht auf der Strecke bleibt!

Pflegebedürftige Familienmitglieder, die zu Hause versorgt werden, sind in den meisten Fällen nicht nur auf einen ambulanten Pflegedienst, sondern vor allem auf die Mithilfe der Familie angewiesen. Meist kümmern sich Töchter oder Schwiegertöchter um die kräftezehrende Betreuung. Was viele nicht wissen: Damit der eigene Körper und die Seele wieder neue Energie tanken kann, gibt es spezielle Kur-Angebote für pflegende Angehörige.

Seelische und körperliche Belastungen gehören zum Alltag

Zwar wird die seelische Belastung meist als größere Herausforderung empfunden, doch zu diesem permanenten psychischen Stress gesellen sich unweigerlich auch körperliche Schäden hinzu. Da Pflegebedürftige meist nicht mehr ohne Hilfe auf die Toilette gehen und geschweige denn sich selbstständig baden oder duschen können, müssen Familienmitglieder den Betroffenen stützen oder sogar aus dem Bett tragen, in den Rollstuhl oder Badewannensitz helfen und dies mehrmals am Tag. Im schlimmsten Falle wehrt sich der Patient dabei, weil er den Sinn dieser Handlungen nicht mehr nachvollziehen kann oder diese als Bedrohung empfindet. Daraus resultieren häufig Schäden der Wirbelsäule und des restlichen Bewegungsapparates, bis hin zu Bandscheibenvorfällen. Bei einer Rundum-Betreuung gesellt sich außerdem häufig chronischer Schlafmangel hinzu.

Auszeit und Selbstpflege

Um diesen Schäden rechtzeitig vorzubeugen, sollten sich pflegende Angehörige niemals zu sehr vernachlässigen. Und das ist schneller passiert, als man es vermutet. Denn natürlich stellt man die eigenen Bedürfnisse für gewöhnlich hinten an und versucht alles, damit es der erkrankten Person an nichts fehlt. Der Pflegende behält die eigenen „Wehwechen“ meist für sich. Bis es zu spät ist. Die Kur hilft dabei, sich selbst eine verdiente Auszeit zu nehmen und mithilfe wichtiger Tipps durch psychologische Einzel- und Gruppengespräche sowie durch Entspannungstechniken den Alltag danach besser zu bewältigen und den eigenen Bedürfnissen mehr Platz einräumen zu können. Während der Kur werden die Pflegebedürftigen natürlich von einem ambulanten Pflegedienst oder in einer Senioreneinrichtung (für Kurzzeitpflege) betreut. Allerdings sollte frühzeitig ein Antrag auf Ersatzpflege gestellt werden.

Wer trägt die Kosten?

In erster Instanz sollte der Hausarzt über den Kurwunsch und folglich die Krankenkasse darüber informiert werden. Allerdings bietet längst nicht jeder Versicherer diese Leistung an. Vor der Planung sollte also erstmal abgeklärt werden, ob und bis zu welcher Höhe die Kosten in einem anerkannten Heilbad getragen werden. Trägt die Krankenkasse die Kosten nicht, lohnt es sich dennoch, sich nach alternativen Erholungsangeboten wie zum Beispiel nach Sport- oder Entspannungskursen zu erkundigen. Reichen diese Leistungen nicht aus, kann die betroffene Person immer noch über einen Wechsel des Versicherers nachdenken.

Tipps für die Pflege demenzkranker Angehöriger finden Sie hier.

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