Junger Mann im Krebsvorsorge - Gespräch mit seiner Ärztin

Krebsvorsorge für Männer

Bei den Männern sind die Neuerkrankungen mit Krebs insgesamt leicht rückläufig, das zeigen die Statistiken, die im Abstand weniger Jahre ausgewertet werden. Es ist davon auszugehen, dass eine gute Prophylaxe und die Früherkennung wichtige Gründe für diese Entwicklung sind. Gleichzeitig erkranken dennoch jährlich etwa 60.000 Männer neu an Prostatakrebs, etwa 33.000 an Darmkrebs und ca. 34.000 an Lungenkrebs. Lediglich bei Lungenkrebs sind die Zahlen nur leicht angestiegen. Bei einigen Tumorerkrankungen mussten die Wissenschaftler wiederum einen deutlicheren Anstieg beobachten. Krankenkassen und Ärzte setzten daher weiter auf Vorsorgeuntersuchungen, die von den Krankenkassen finanziert werden. Neben den Untersuchungen werden die Versicherten umfangreich beraten und von Fachärzten untersucht.

Die Empfehlung für die Teilnahmen am Vorsorgeprogramm beginnt ab einem Alter von 35 Jahren. Experten sprechen aber auch darüber, dass das Alter möglichst abgesenkt werden sollte. Der Gedanke ist, dass auch schon Männer ab 20 sich vorsorglich auf Veränderungen der Hoden untersuchen lassen sollten, um mit einer möglichst frühen Diagnose die Prognose zu verbessern. Aber auch die allgemeine Aufklärung zur Gesundheitsvorsorge könnte ausgebaut werden. Die Angebote der Vorsorgeuntersuchungen werden nach Altersstufen vorgenommen, die an die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung angepasst sind. Verpflichtend sind die Untersuchungen nicht.

Krebsvorsorge für Männer ab 35

Hautkrebs - Illustration eines MelanomsAb dem 35. Lebensjahr sollten Männer die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Hautflecken und unauffällige Leberflecke werden im Rahmen der Untersuchung vom Hautarzt mit einer Lupe und einer zusätzlichen Lichtquelle genau begutachtet und eingeschätzt. So lassen sich Veränderungen schon früh feststellen, denn werden weißer Hautkrebs oder schwarzer Hautkrebs rechtzeitig erkannt, steigt die Heilungschance deutlich. Stellt der Arzt Veränderungen der Haut fest, kann es sich auch um sogenannte Vorstufen von Krebs handeln, die gut behandelbar sind, sodass der Krebs gar nicht erst entsteht. Dennoch ist eine Behandlung erforderlich. Dabei handelt es sich für gewöhnlich um einen operativen Eingriff. Die Laboruntersuchung im Anschluss zeigt, ob der Verdacht gerechtfertigt war. Liegen keine besonderen Gründe vor, genügt der Besuch beim Hautarzt im Abstand von zwei Jahren. Natürlich ist der Hautarztbesuch erforderlich, wenn sich zwischenzeitlich Veränderungen auf der Haut zeigen, die ungewöhnlich sind.

Krebsvorsorge für Männer ab 45

Ab 45 gehört der Besuch des Urologen zu den wichtigen Vorsorgeuntersuchungen des Mannes. Die Untersuchung beginnt mit einer gründlichen Befragung zur eigenen Gesundheit und Erkrankungen in der Familie. Im Anschluss folgt die Tastuntersuchung der äußeren Geschlechtsorgane und schließlich auch der Prostata. Auch die nahen Lymphknoten werden auf Auffälligkeiten untersucht. Teil der Vorsorgeuntersuchung ist außerdem eine Beratung. Diese Vorsorgeuntersuchung sollte jährlich durchgeführt werden. Auf diese Weise soll die Entstehung von Prostatakrebs möglichst früh erkannt werden. Prostatakrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung beim Mann. Diese Erkrankung kann einen sehr langsamen Verlauf nehmen und ihre Symptome erst im fortgeschrittenen Stadium zeigen, was eine Behandlung deutlich erschwert. Bei der Tastuntersuchung erfühlt der Arzt, ob es bereits Veränderungen an der Prostata gibt. Falls das zutrifft, lässt sich mit weiteren Untersuchungen feststellen, ob es sich um einen bösartigen Prozess handelt.

Arzt bei der Vorbereitung zur Prostatauntersuchung

Krebsvorsorge für Männer ab 50

Mit 50 beginnt die Darmkrebsvorsorge, die im jährlichen Abstand wiederholt werden sollte. Zur Untersuchung gehören die Tastuntersuchung und der Papierstreifentest (Okkultbluttest). Mit diesem Test wird der Stuhl auf Blut untersucht. Beim Gespräch mit dem Arzt kann außerdem geklärt werden, ob es Auffälligkeiten mit dem Stuhlverhalten gibt. Unklare Blutungen aus dem Darm und Probleme mit dem Stuhlgang können harmloser Natur sein oder ernste Hintergründe haben. Diese Vorsorgeuntersuchung wird in diesem Umfang bis zum 55. Lebensjahr angeboten und danach ausgeweitet.

Krebsvorsorge für Männer ab 55

Ab dem 55. Lebensjahr erhalten Männer mit dem Angebot der Darmspiegelung eine ergänzende Untersuchung zur Vorsorge gegen Dickdarmkrebs. Dabei handelt es sich um eine einmalige Untersuchung, die aber nach 10 Jahren wiederholt werden sollte. Die Darmspiegelung ist heute schonend durchführbar. Auf Wunsch kann ein Beruhigungsmittel verabreicht werden. Während der Darmspiegelung kann der Arzt auf dem Monitor die Bilder verfolgen, die von der Kamera des Endoskops übertragen werden. Auffälligkeiten lassen sich so leicht feststellen. Außerdem kann der Arzt über das Endoskop mit feinen Instrumenten Proben entnehmen, die anschließend im Labor untersucht werden.

Ursachen für Krebserkrankung noch längst nicht aufgeklärt

Solange die Ursachen für die verschiedenen Krebserkrankungen nicht geklärt sind, gelten Vorsorgeuntersuchung als wichtigste Maßnahme im Kampf gegen den Krebs. Die Früherkennung verhindert nicht die Entstehung von Krebs. Sie soll lediglich die frühe Behandlung ermöglichen und damit die Prognose verbessern. Dazu gehört aber auch die Aufklärungsarbeit zur gesunden Lebensweise. Vor allem Rauchen birgt ein hohes Risiko für die Entstehung von Krebs. Weiterhin sind Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung als Mitverursacher bekannt.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die angeratenen Vorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen. Sie gelten für alle Männer innerhalb der vorgegebenen Altersklassen. Das ist die Vorgehensweise, wenn keine besonderen Risiken vorliegen. Ist das aber der Fall, z. B. weil sich in früherer Zeit bereits Auffälligkeiten gezeigt haben oder weil nahe Angehörige an Krebs erkrankt sind, können die Angebote ausgedehnt werden. Das sind individuelle Entscheidungen, die von der Einschätzung der Ärzte abhängig sind.