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Krebsstatistik – Zahlen und Fakten

Nimmt die Anzahl an Krebserkrankungen zu? Ein Blick auf die Statistiken liefert wichtige Hinweise für Betroffene, aber auch für Personenkreise, für die ein erhöhtes Risiko besteht. Krebsstatistiken helfen bei der Analyse, zeigen aber auch Fortschritte der Forschung.

Krebsstatistik – Wie viele Menschen erkranken in Deutschland?

Die häufigste Todesursache in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die in vielen Fällen die Folge einer ungesunden Lebensweise sind. Damit sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen Todesursachen, die oftmals vermeidbar sind. Bei Krebs ist das anders. Nur einige Krebsformen sind die direkte oder indirekte Folge eines vermeidbaren Auslösers wie z. B. Nikotin. Die Zahlen zu den Neuerkrankungen werden rückwirkend errechnet. So gibt der Krebsinformationsdienst aktuell die Zahlen von 2014 bekannt. Signifikante Anstiege oder stark rückläufige Zahlen sind in einer Zeitspanne von wenigen Jahren eher nicht zu erwarten, sodass die Meldungen auch aktuell Gültigkeit haben. Im Jahr 2014 sind insgesamt 476.120 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkrankt. Die Prognose für 2018 beträgt etwa 493.600 Neuerkrankungen. Krebs steht bei den Todesursachen in Deutschland an vierter Stelle.

Vergleich zum europäischen Ausland

Im Vergleich zum europäischen Ausland zeigt sich, dass Deutschland im Mittelfeld liegt. Vergleichsweise sind die Zahlen bei den neu erkrankten Frauen leicht erhöht. Männer erkranken im europäischen Vergleich weniger. Niedriger sind die Erkrankungen bei Lungen- und Blasenkrebs (Männer), Gebärmutterhalskrebs (Frauen) und Leberkrebs (Männer und Frauen). Statistisch schlechter steht Deutschland beim Bauchspeicheldrüsenkrebs (Männer und Frauen) da.

Was bedeutet der Anstieg der Zahlen?

Steigen die Zahlen der Neuerkrankungen an Krebs, gibt es dafür verschiedene Vermutungen:

  1. Es erkranken immer mehr Menschen an Krebs.
  2. Es erkranken genauso viele wie früher, aber die Diagnoseverfahren haben sich verbessert.
  3. Krebs ist vor allem eine Erkrankung des letzten Lebensdrittels und die Menschen werden immer älter. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, deutlich gesunken!
  4. Die erste Vermutung trifft nicht zu. Mit Blick auf die Entwicklung seit den 1970er Jahren haben sich die Neuerkrankungen nahezu verdoppelt. Gleichzeitig ist aber die Lebenserwartung deutlich angestiegen, weil andere Erkrankungen heute behandelbar sind, an denen die Menschen vor 40 Jahren noch gestorben wären. Tuberkulose ist dafür nur ein Beispiel. Insgesamt zeigt sich bei Männern eine fallende Tendenz der Neuerkrankungen. Bei Frauen hingegen sind die Zahlen leicht gestiegen. Davon betroffen sind vor allem Raucherinnen, die es in dieser Zahl früher nicht gab.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken?

Das höchste Risiko, an Krebs zu erkranken, haben Menschen über 80 Jahre. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es Krebsarten gibt, die bei jüngeren Menschen nur selten auftreten. Ein Beispiel dafür ist der Prostatakrebs. Die steigende Lebenserwartung erhöht also auch das Krebsrisiko.

Wie viele Menschen leben mit einer Krebserkrankung?

Diese Frage ist nicht genau zu beantworten, denn der Zeitpunkt der Genesung ist schwer zu benennen. Ist der Patient gesund, der nach seiner Therapie frei von auffindbaren Krebszellen die Klinik verlässt, oder gilt er als genesen, wenn er über einen Zeitraum von fünf Jahren krebsfrei ist? Die Statistiken zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls nach fünf Jahren deutlich sinkt. Dennoch können ehemalige Krebspatienten mit einer gut therapierbaren Krebserkrankung nicht zwei Jahre nach der letzten Behandlung als krebskrank bezeichnet werden, denn das würde die Statistik verfälschen. Aus diesem Grund sind nur Durchschnittswerte möglich, die begrenzt zitierfähig sind. Laut Krebsinformationsdienst war im Jahr 2014 von 1,55 Millionen Personen auszugehen, die ihre Diagnose im Laufe der vorhergehenden fünf Jahre erhalten haben.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben?

Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, ist gesunken. Bei den Männern hat sie um 12 %, bei den Frauen um 7 % abgenommen. Zusammengefasst wird die Hälfte der Krebspatienten wieder gesund. Allerdings ist das ein statistischer Wert. Es gibt Krebserkrankungen, die kaum Todesopfer fordern, andere wiederum haben eine höhere Mortalität.

Welche Krebsarten sind besonders häufig?

Laut Krebsgesellschaft.de sind folgende Krebserkrankungen besonders häufig:

Männer:

  • Prostatakrebs
  • Darmkrebs
  • Lungenkrebs
  • Harnblasenkrebs

Frauen:

  • Brustkrebs
  • Darmkrebs
  • Lungenkrebs
  • Gebärmutterkörperkrebs

Die Statistik stammt aus den Zahlen 2006 bis 2013 und bezieht alle Diagnosen mit ein. Entsprechend umfassen die Zahlen die Neuerkrankungen wie auch die Patienten, bei denen bereits früher eine Tumorerkrankung diagnostiziert worden war.

Welche Krebserkrankungen sind besonders bösartig?

Es gibt Krebserkrankungen, deren Verlauf milder ist und die bei früher Diagnose und umfassender Behandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausheilen. Auf der anderen Seite gibt es Tumorarten, die einen sehr viel schwereren Verlauf nehmen können. Entscheidend dafür ist vor allem der Zeitpunkt der Diagnose. Eine frühe Diagnose erhöht auch bei aggressiven Tumorerkrankungen die Wahrscheinlichkeit der Heilung. Die Diagnose ist keine sichere Prognose für den Verlauf!

Wie gut oder schlecht die Chancen sind, zeigt sich für gewöhnlich erst später im Verlauf der Untersuchungen, ggf. sogar erst nach einem operativen Eingriff. Hinzu kommt, dass Krebserkrankungen auch in fortgeschrittenem Stadium in einen Stillstand geraten können. Von dieser Beobachtung berichten Ärzte vor allem bei sehr alten Patienten, die nur symptomatisch behandelt werden konnten. Das darf Therapeuten und Patienten unter bestimmten Umständen ermutigen, den Verlauf zu beobachten und vorerst nicht einzugreifen. Natürlich spielt der Wunsch des Patienten dabei die wichtigste Rolle. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Lebensqualität der Patienten unter der teilweise sehr aggressiven Therapie viel mehr leidet als unter den Begleiterscheinungen der Krebserkrankung. Diese Beobachtung ist auf jüngere Patienten nicht übertragbar. Schließlich spielt auch die persönliche Konstitution eine wichtige Rolle. Ein stabiler Patient mit robuster Konstitution übersteht eine Krebserkrankung und die Behandlung wahrscheinlicher als ein geschwächter Patient. Der Lebenswandel kann den Ausschlag geben.

Ein weiteres Missverständnis droht bei der Häufigkeit der Krebserkrankung. Beim Prostatakrebs überleben etwa die Hälfte der erkrankten Männer die Diagnose nicht. Allerdings ist gerade dieser Krebs eine Erkrankung des hohen Lebensalters, der auch unbehandelt zum Stillstand kommen kann. An zweiter Stelle folgt mit weitem Abstand der Dickdarmkrebs. Wie der Prostatakrebs ist er eine Erkrankung des Alters und kann bei früher Diagnose viele Jahre überlebt werden. Hier täuscht die Häufigkeit über die tatsächliche Überlebenswahrscheinlichkeit hinweg.

Rasante Fortschritte in der Medizin

In den letzten fünf Jahren verzeichneten Wissenschaftler einen enormen Fortschritt in der Krebstherapie. Vor allem beim Brustkrebs, Leukämie und dem Lymphom sind heute Verfahren möglich, die die Überlebensrate deutlich erhöhen.

Titelbild: © rcfotostock

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