Kurt Cobain, Frontmann der Grunge-Band Nirvana

Klub 27 – jung, berühmt, tot

Am 5. April jährt sich zum wiederholten Mal der Todestag von Kurt Cobain, Frontmann der Grunge-Band Nirvana. Für Fans der musikalische Hoffnungsträger einer neuen Musik-Bewegung. Cobain starb bereits 1994 im Alter von 27 Jahren. Seine Musik lebt allerdings bis heute und inspiriert Musiker über alle Genres hinweg. Auch der Mythos um den “Klub 27” wurde mit seinem abrupten Verschwinden befeuert und belebt die Fantasien zahlreicher Musik-Fans bis in die Gegenwart.

Forever 27: Nach dem Tod zur Legende erhoben

Wie Cobain haben auffallend viele Musiker im Alter von 27 Jahren das Zeitliche gesegnet. Unter ihnen: Janis Joplin, Jim Morrison und zuletzt Amy Winehouse. Sie alle galten als Ausnahmetalente und waren ihrer Zeit musikalisch weit voraus. Das neue Lebensgefühl sowie ein subversives Denken der neuen Generation kamen in ihrer Musik erstmals zum Ausdruck.

Erfunden wurde der Klub mit dem Ableben des früheren Gitarristen der Rolling Stones, Brian Jones. Jim Morrison wurde in Paris tot in der Badewanne aufgefunden. Ursache: Herzversagen. Inoffizielle Quellen führen sein Ableben auf eine Überdosis Heroin zurück. Mit 4,16 Promille im Blut wurde die Ausnahme-Sängerin Amy Winehouse in ihrer Londoner Wohnung leblos aufgefunden. Sie alle waren überdurchschnittlich talentiert, ihre Persönlichkeiten hingegen zerrissen und der exzessive Lebensstil von Selbstzerstörung geprägt. Die bekanntesten unter ihnen:

  • Brian Jones, 26 März 1969
  • Jimi Hendrix, 18. September 1970
  • Janis Joplin, 04. Oktober 1970
  • Jim Morrison, 03. Juli 1971
  • Kurt Cobain, 08. April 1994
  • Amy Winehouse, 23. Juli 2011

Sind Musiker mit 27 besonders gefährdet?

Kein Mythos ohne eine handfeste Verschwörungstheorie. Der Frage, ob Musiker im Alter von 27 tatsächlich gefährdet sind, widmete sich mit aller Ernsthaftigkeit das “British Medical Journal”.

In der Studie von Adrian Barnett von der Queensland University of Technology in Australien wurden Daten von 1.046 Musikern, Band-Mitgliedern und Solokünstlern ausgewertet. Alles Künstler, die zwischen 1956 und 2007 mit ihren Alben auf dem ersten Platz der britischen Charts landeten. 71 Musiker starben in diesem Zeitraum. Dies entspricht sieben Prozent der ausgewerteten Musiker. Auffällig gehäuft kamen Todesfälle im Alter von 27 Jahren nicht vor. Auch wenn Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison nicht in die Untersuchung aufgenommen wurden – sie belegten nämlich mit ihren Alben nie den ersten Platz in den britischen Charts – ist Barnett davon überzeugt: “Berühmtheit könnte das Risiko eines Todes bei Musikern erhöhen, aber dieses Risiko ist nicht auf das Alter 27 beschränkt.” Wie gut, dass diese Erkenntnis jetzt amtlich ist.

Kurt Cobain: “It’s better to burn out than to fade away”

2017 wäre Kurt Cobain 50 Jahre alt geworden. Cobain wurde zum Inbegriff des Grunge und zur Symbolfigur einer ganzen Generation. Der Erfolg katapultierte ihn über Nacht auf den Musik-Olymp. Die Blaupause, das Model oder das Vorbild der Generation X. Musikmagazine sparen nicht mit Begrifflichkeiten, um seinen Einfluss auf die Jugend der 90er deutlich zu machen. Das Nirvana-Album “Nevermind” gilt als das einflussreichste Album des vergangenen Vierteljahrhunderts.

Mit dem Ruhm kam Cobain allerdings nie zurecht. Er betäubte sich mit Drogen und versank regelmäßig in Alkoholexzessen. Bis er seinem Leben schließlich mit einer Schrotflinte ein Ende setzte. Er hinterließ eine Tochter und seine Ehefrau, die Rockmusikerin Courtney Love. Die Witwe wurde, wie Medien ihr gern vorwarfen, zum Nutznießer seines Vermögens. In einem Interview mit der “Sunday Times” gab sie sogar unumwunden zu:

“Ich weiß, dass das mehr Geld ist, als die meisten in ihrem Leben zur Verfügung haben. Aber ich bin ein großes Mädchen, das ist Rock’n’Roll, es ist Nirvana-Geld. Ich musste es loswerden.”

Rund 20 Millionen Euro habe sie vom Vermächtnis ihres verstorbenen Mannes “verloren”, wie sie sagt. Ein Teil habe sie für die Beilegung mehrerer Gerichtsverfahren aufgebraucht. Der Rest floss in einen ausschweifenden Lebensstil. Inzwischen gehe es ihr sogar wieder finanziell besser. Tantiemen und Zusatzeinnahmen aus Cobains kulturellem Erbe sei Dank. Über ihre eigene finanzielle Absicherung musste und muss sie sich wohl auch in Zukunft keine Sorgen machen.

Titelbild: ©youtube