Kind spielt am Küchenherd

Kindersicheres Wohnen – Für unfallfreie Entdeckungsreisen

Kinder, vor allem in jungem Alter, sind kleine Entdecker. Sobald sie können, ziehen sie los, krabbelnd oder laufend, und erkunden das Haus. Dabei können jedoch bestimmte Risiken auftreten. Welche das sind und wie Sie Ihr Kind davor schützen, verraten wir im Beitrag.

Inhalt:

Unfallgefahr im Haus

Pro Jahr haben etwa 200.000 Kinder deutschlandweit einen Unfall im häuslichen Bereich. Der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. zufolge sind Unfallverletzungen damit eine der größten Gesundheitsgefahren für Kinder und Jugendliche. Ein Achtel der verunfallten Kinder verbringt mindestens eine Nacht im Krankenhaus. Dabei sind Jungen wesentlich häufiger betroffen als Mädchen (18,6 zu 14,3 Prozent). Dem Journal of Health Monitoring 2018 des Robert-Koch-Instituts zufolge ist das Unfallrisiko über die verschiedenen Altersgruppen zwischen 0 und 17 Jahren generell ähnlich, es ist jedoch ein leichter Trend zu mehr Unfällen bei steigendem Alter erkennbar. Insgesamt sind 47 Prozent aller Unfälle in Haus und Garten auf Stürze zurückzuführen. Ein knappes Viertel (26 Prozent) sind Zusammenstöße, 15 Prozent Verbrennungen und weitere fünf Prozent Verbrühungen.

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Tipps für eine kindersichere Wohnung

Um herauszufinden, wo in der eigenen Wohnung Risiken für Kinder zu finden sind, müssen Sie als Eltern sich in die Perspektive des Kindes hineinversetzen. Hier kommt es auch darauf an, wie groß, wie abenteuerlustig und wie aktiv das Kind ist. Die Gefahrenquellen sind vielfältig: An welche elektrischen Geräte kommt es heran? Liegen verschluckbare Gegenstände herum? Wo besteht Rutschgefahr? Je nach Bereich des Hauses gibt es andere Risiken, auf die es zu achten gilt.

Küche

Die Küche ist der größte Gefahrenherd für Kinder, erst recht für Kleinkinder und Babys. Von heißen Herdplatten, herumstehenden Kannen mit brühend heißem Tee oder Kaffee, Pfannen oder Töpfen mit frisch serviertem Essen darin oder einem aktiven Backofen geht stets Verbrennungsgefahr aus. Die typische Neugierde der Kinder kann dazu führen, dass sie all diese Dinge erforschen wollen oder die Gefahr noch nicht richtig einschätzen. Unfälle sind die Folge. Zwar gelten moderne Einbaugeräte und Induktionsfelder als sicherer, aber ein Restrisiko besteht immer.

Messer und schwere Gefäße sollten möglichst außer Reichweite der Kinder bleiben. Lassen Sie diese nicht am Rand von Arbeitsflächen liegen. Plastikbesteck, -becher und -teller vermindern gleich zwei Risiken: schwerere Verletzungen und kaputtes Geschirr. Wer ganz sicher gehen will, verzichtet auch auf Tischtücher. Denn kleine Kinder ziehen gern daran, was zur Folge haben kann, dass Gegenstände, die außerhalb ihrer Sicht auf dem Tuch liegen oder stehen, auf sie herabfallen.

Hausflur

In Hausfluren wartet eine der größeren Herausforderungen für Kinder: die Treppe. Ein Sturz von der Treppe kann gefährliche Folgen haben. Darum ist es wichtig, Kindern früh beizubringen, wie sie richtig die Treppe hinauf- oder hinunterkommen. Rückwärts die Stufen herabzukrabbeln, ist hierbei die sicherste Methode für das Kind. Selbst wenn es dann abrutscht, sind die Folgen generell nicht so hoch wie bei einem Sturz mit dem Kopf voran. Spezielle Sicherheitstüren aus Metall oder Holz, gerade hoch genug, um das Kind aufzuhalten, eignen sich gut als zusätzlicher Schutz für das Treppenhaus.

Markieren Sie auch Glastüren, indem sie kleine Sticker oder Folie darauf befestigen. Kleine Kinder können diese sonst nicht erkennen und stoßen sich daran.

Badezimmer

Geflieste Böden sind eines der Risiken im Badezimmer. Gerade nach dem Bad oder einer Dusche besteht hier nicht nur für Erwachsene Rutschgefahr. Rutschfeste Matten können Sie und Ihre Kleinen vor schmerzhaften Stürzen schützen. Beim Baden gilt es stets aufzupassen. Kleine Kinder spielen gern mal an den Armaturen herum, verstellen die Temperatur, drehen das Wasser auf und verbrühen sich. Verbrühungen können bei kleinen Kindern ab einer Wassertemperatur von 56 Grad auftreten. Weiterhin sollten Sie darauf achten, dass Kinder nicht an eventuell im Badezimmer gelagerte Medikamente, Putz- oder Waschmittel herankommen. Bewahren Sie solche Dinge am besten außer Reichweite des Kindes oder in einem abschließbaren Schrank auf. In solch einem Fall gilt es natürlich auch auf den Schlüssel zu achten.

Dasselbe gilt für elektrische Geräte, wie einen Fön oder Rasiergerät. Nehmen Sie diese nach Gebrauch sofort vom Netz und bewahren Sie diese ebenfalls außer Reichweite des Kindes auf. Das ist eine Regel für das ganze Haus. Elektrogeräte sind ein ständiges Risiko für Kinder, ebenso wie Steckdosen. Versehen Sie Steckdosen mit Kindersicherungen, um Verletzungen zu vermeiden.

Kinderzimmer

Im Kinderzimmer sind vor allem umkippende Möbelstücke eine Gefahr für Kinder. Zum Beispiel eine Kommode, an deren Schubladen kleine Entdecker hochklettern, oder auch ein Regal, dessen Einlegeböden für sie zur Leiter werden. Hier kann es zu Verletzungen nach einem Sturz kommen. Wenn etwa die Einlegeböden nicht fixiert sind und dem Kind nach dem Griff „entgegenkommen“. Fixieren Sie darum alle Möbel sowie lockere Einzelteile, so gut es geht, und polstern Sie nach Möglichkeit scharfe Ecken und Kanten. Dafür gibt es spezielles Zubehör.

Ebenso gefährlich ist der Sturz vom Wickeltisch. Ein weit verbreitetes Risiko, das oft schneller passiert als die Eltern reagieren können. Darum ist es wichtig, Nachwuchs auf dem Wickeltisch nie unbeaufsichtigt zu lassen und stets eine Hand am Kind zu halten. Zuletzt kann auch das Bett ein Gesundheitsrisiko darstellen. Wenn es sich um ein Hochbett handelt, besteht hier vor allem dann ein Risiko, wenn das Kind entweder sehr jung ist oder es sich um ein neues Bett handelt, sodass das Kind sich noch nicht an die Leiter gewöhnt hat.

Außerdem gilt es bei der Wahl des Spielzeugs aufzupassen. An Kleinteilen, etwa kleinen Plastikteilen, könnten gerade kleine Kinder sich verschlucken und verletzen.

Erste Hilfe und Anlaufstellen

Welche Art der Ersten Hilfe für das Kind geeignet ist, richtet sich je nach Einzelfall und Situation. Bei Verrenkungen wird es eine andere Behandlung nötig haben als bei Kopfverletzungen oder Schock. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. listet verschiedene Anleitungen für die Erste Hilfe bei unterschiedlichsten Verletzungen von Kindern auf. Wenn das Kind nach einem Sturz bewusstlos wird, bringen Sie es in die stabile Seitenlage und rufen den Notruf 112. Sollte das Kind nicht atmen, wenden Sie Beatmung und gegebenenfalls eine Herzmassage an. Ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind bereitet Sie auf den Fall der Fälle vor. Angebote dazu gibt es unter anderem bei den Johannitern oder beim Roten Kreuz.

Titelbild: © Halfpoint/ iStock.com

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