Junge sitzt demotiviert am Tisch

Kinder zum Lernen motivieren – Spielerisch zur nächsten Eins

Es gibt kaum ein Kind, das durchgehend Lust darauf hat, sich nach der Schule hinzusetzen und noch mehr Zeit mit Schulstoff zu verbringen. Und gerade in der derzeitigen Situation, in der aufgrund der Corona-Pandemie kein Präsenzunterricht stattfinden kann und der Lernstoff im Homeschooling erarbeitet werden muss, fällt es Kindern besonders schwer. Selbstorganisation und das Gefühl überfordert zu sein, erschweren die Motivation zusätzlich. Das ist völlig normal. Eltern können jedoch dafür sorgen, dass die Motivation für Hausaufgaben und Homeschooling steigt.

Wie motiviere ich mein Kind zum Lernen?

Am wichtigsten ist hierbei, dass Sie die Neugierde und den Forscherdrang des Kindes unterstützen. Zeigen Sie, dass Sie seine Laufbahn und den Unterrichtsfortschritt aufmerksam verfolgen. Wenn Sie selbst Motivation zeigen, kann dies abfärben und das Kind weiterhin antreiben, zum Beispiel beim gemeinsamen Bearbeiten der Hausaufgaben. Ebenso wichtig ist Geduld. Fehler und Rückschritte sind keine Tabus, sondern erlaubt – jeder hat mal eine Durststrecke und das Lernen geht immer in einem individuellen Tempo voran.

Bedingungen für eine bessere Konzentration

Um eine geeignete Lernatmosphäre für das Kind zu schaffen, müssen Sie auch auf die richtige Umgebung und Tageszeit achten. Wir alle haben unseren eigenen Biorhythmus und damit auch ganz eigene Zeiten, zu denen wir Informationen besser verarbeiten oder leistungsfähiger sind. Generelle Tipps wie „Sorgen Sie dafür, dass das Kind die Hausaufgaben gleich nach der Schule erledigt“ sind nicht pauschal für alle Kinder gleich zielführend. Vielmehr gilt es zu experimentieren: Wann erledigt Ihr Kind seine Aufgaben besonders gut und zielstrebig?

Ein weiterer Faktor ist der richtige Ort. Sie kennen das vielleicht vom Sport: zu Hause noch demotiviert, aber sobald es auf die Laufbahn oder ins Fitness-Studio geht, kommt die Energie zurück. Das liegt teilweise an unbewusster Konditionierung. Wenn Ihr Kind am eigenen Schreibtisch nicht die notwendige Energie aufbringt, kann ein Ortswechsel helfen. Probieren Sie aus, ob Ihr Kind im Wohnzimmer oder in der Küche besser lernen kann – oder auch an einem anderen Ort. Dieser kann dann das neue „Hausaufgaben-Revier“ des Kindes werden. Hier ist die richtige Arbeitsatmosphäre wichtig. Regelmäßiges Lüften, genug Flüssigkeit und kleine Snacks für die kreativen Pausen helfen bei der Konzentration des Kindes. Weiterhin sollten Sie dafür sorgen, dass es nicht abgelenkt wird. Spielende Geschwister, Fernseher, Radio und das Handy sind im Lernumfeld zu vermeiden.

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Wie gehe ich mit den Ängsten meines Kindes um?

„Ich kann kein Mathe“, „Ich kann kein Französisch“: Das sind typische Sätze von Kindern, die innerlich womöglich bereits mit bestimmten Schulfächern abgeschlossen haben. Solche Glaubenssätze müssen Sie als Eltern in Frage stellen. Ein Anfang kann sein, bestimmte Aspekte des Fachs zu finden, die das Kind bereits beherrscht, und es darauf aufmerksam zu machen. Wenn es in Algebra Probleme hat, aber dafür in Geometrie gut zurechtkommt, kann das ein Grundstein sein, um sein Interesse an Mathematik zu steigern. Es kann auch helfen, ihm ein konkretes Ziel vorzustellen: Wenn es besser Englisch spricht, kann es zum Beispiel mit Computerspielern auf der ganzen Welt kommunizieren. Diese Ziele sind für jedes Kind individuell und müssen dementsprechend erkundet werden.

Belohnungen für Lernarbeit

Es gibt kaum einen besseren Motivator für ein Kind als eine zu erwartende Belohnung für erbrachte Leistungen. Zum Beispiel einen Zoobesuch oder einen Ausflug in die nächste Eisdiele. Hierbei gilt es jedoch für Eltern auch Vorsicht walten zu lassen. Es gibt viele verschiedene Strategien, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Bekommt das Kind für eine gute Klassenarbeit stets einen Zoobesuch geschenkt? Ziehen Sie Tablets, Handys und andere elektronische Geräte ein, damit das Kind lernt? Setzen Sie Sanktionen für schlechte Ergebnisse ein? Verbote können das Familienleben sehr belasten, aber jede Lernsession zu belohnen, führt oftmals dazu, dass sich die Belohnung selbst „abstumpft“ und ihren Wert verliert. Sie wollen das Kind motivieren, nicht verwöhnen oder bestrafen. Es gilt also ein gesundes Maß zu erkennen und zu halten.

Vor- und Nachteile von Lob

Ein Lob kann ebenfalls eine Belohnung für besonders gute Lernarbeit oder gute Zensuren sein. Allerdings kann das auch nach hinten losgehen. Hier ist es sehr wichtig, zwischen verschiedenen Arten des Lobs zu unterscheiden. Loben Sie als Mutter oder Vater eine bestimmte Leistung des Kindes oder einen bestimmten Wesenszug? Sätze wie „Du bist ja ein begabter Maler“ oder „Wie intelligent du bist!“ können beim Kind den Eindruck erwecken, dass diese Wesenszüge unveränderlich sind, untrennbar mit ihnen verbunden. Daraus können sich verschiedene Probleme ergeben. Zum Beispiel kann sich das Kind für Fehler schämen oder sich nur noch auf die Aufgaben konzentrieren, die es bereits bewältigt hat. Psychologischen Studien zufolge ist es besser, konkrete Taten und Leistungen zu würdigen, wie beispielsweise „Du hast dir mit dem Ausmalen bei diesem Bild sehr viel Mühe gegeben“.

Beim Lob gilt es außerdem auf Folgendes zu achten:

  • Loben Sie immer ehrlich und dem Alter des Kindes entsprechend.
  • Dosieren Sie Ihr Lob. Ansonsten kann es seine Wirkung beim Kind verlieren.
  • Verzichten Sie auf Vergleiche, etwa mit Geschwisterkindern. Das löst sonst einen Wettbewerb aus.
  • Loben Sie stets Dinge, die das Kind aktiv verbessern kann.

Zuletzt sollten Sie darauf achten, das Lob stets mit den Anstrengungen des Kindes in Verbindung zu bringen. Machen Sie ihm klar, dass sein Lernen und die Vorbereitung den Grundstein für das Erfolgserlebnis gelegt haben.

Gamification

Ein „Trick“, der gut bei der Motivation helfen kann, ist die sogenannte Gamification. Im Grunde heißt das: Elemente aus dem Game-Design und Game-Prinzipien in einen Kontext außerhalb von Games einzubetten. Auf diese Weise können Sie Kinder spielerisch zum Lernen ermutigen. Hier kann es helfen zu experimentieren: Womit beschäftigt sich Ihr Kind gern in der Freizeit? Und wie lassen sich diese Aktivitäten mit Schulfächern verknüpfen? Das kann durch verschiedene Apps passieren, zum Beispiel Duolingo für Fremdsprachen. Auch sind fremdsprachige Comics, Rätselblöcke oder Kurzgeschichten eine nette Abwechslung zum Schulbuch.

Online-Lernprogramme

Verschiedene Online-Plattformen bieten Lernprogramme an, die dieses Prinzip zumindest in Teilen übernehmen. Der Grundgedanke: Das Lernen möglichst einfach und gleichzeitig unterhaltsam zu gestalten. Die Seite Sofatutor bietet zum Beispiel Arbeitsblätter, Übungen und einen eigenen Support für Fragen an. Zuletzt sind dort auch Lernvideos vorhanden.

Lernen mit YouTube

Die Videoplattform YouTube rückt ebenfalls zunehmend ins Visier von Schülern und Lehrern. Bei der digitalen Generation ist YouTube bereits seit Jahren eines der am meisten konsumierten Medien. Und auch für das Lernen eignet sich die Plattform. Der Welt zufolge ist es etwa der Musikerin Lindsey Stirling gelungen, sich mittels YouTube-Videos das Tanzen selbst beizubringen. Verschiedenste Kanäle haben sich Schulstoff gewidmet und bringen dort ihren Abonnenten Englisch, Französisch, Mathe oder Biologie bei. Die Auswahl ist riesig – wenn Ihr Kind also gern YouTube-Videos schaut, können Sie auch hier eine Verknüpfung herstellen.

Titelbild: © stefanamer/ iStock.com

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