Depression - Winterporträt einer Frau in Stress

Kalt, nass, dunkel: Kampf der Winterdepression

Die Nase läuft, die Sonne ist selten zu sehen und die allgemeine Gemütslage ist eher düster. Da hilft auch kein Glühwein auf dem festlichen Weihnachtsmarkt. Am liebsten würde man sich verkriechen und im Bett bleiben. Viele Menschen haben das schon einmal erlebt. Die Rede ist von einer Winterdepression. Diese äußert sich in mangelndem Antrieb bis hin zu anhaltender Niedergeschlagenheit.

Nicht bloß schlechte Laune

Aber Vorsicht: Es handelt sich hier nicht bloß um schlechte Laune. Die Winterdepression ist ein ernstzunehmendes medizinisches Phänomen. Die saisonal-affektive Störung, kurz SAD, ist in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten durch die Weltgesundheitsorganisation (ICD-10) gelistet. Und damit eine anerkannte depressive Störung. Entgegen der üblichen Depressionssymptomatik haben Betroffene mit verlängerter Schlafdauer, verstärktem Appetit auf Süßes und Kohlehydrate, sowie Gewichtszunahme zu kämpfen. Bei einer klassischen depressiven Erkrankung treten dagegen Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und folglich Gewichtsabnahme auf.

Infografik zur Winterdepression: Ursachen und Gegenmaßnahmen

Zu wenig Glück im Körper

Eine Erklärung für das Auftreten von SAD ist eine Störung des biologischen Tagesrhythmus. Durch die geringe Sonneneinstrahlung produziert der Körper weniger Serotonin, welches auch „Glückshormon“ genannt wird. Stattdessen erzeugt der Körper verstärkt Melatonin. Zwar ist umstritten, ob es tatsächlich Depressionen auslösen kann. Aber es signalisiert dem Körper den Beginn der Nacht und weckt somit Schlafbedürfnis.

Winterschlaf des Menschen

Einige Forscher sehen in der jahreszeitlichen Stimmungsschwankung ein Überbleibsel der Evolution. So hätten die Körper unserer Vorfahren auf die dunkle Jahreszeit mit einem „Energiesparmodus“ reagiert, um sich selbst zu schützen. Problematisch wurde das erst durch unsere moderne Gesellschaft, in der gleichbleibende Aktivität zu jeder Jahreszeit gefordert ist.

Alles geht vorbei

Zum Glück handelt es sich bei SAD aber nur um eine saisonale Störung. Wer also „SAD“ ist, muss sich im Regelfall keine Sorgen machen. Das geht vorüber.

Diese drei Tipps helfen dabei, die Winterdepression zu vertreiben:

  • Aktivität: Spazieren gehen, Rad fahren, Joggen, Schwimmen und was einem sonst noch einfällt, helfen im Kampf gegen den Winterblues. Denn Bewegung kurbelt die Hormonproduktion an.
  • Licht: Holen Sie sich Sonnenstrahlen, wo immer Sie können. Auch, wenn der Himmel bewölkt ist, dringt Licht durch die Wolkendecke. Eine Stunde am Tag sollten Sie bewusst im Freien verbringen, um die Serotonin-Produktion anzuregen.
  • Vitamine: Durch den Mangel an Sonnenlicht kann dem Körper auch Vitamin D fehlen. Im Winter ist Vitamin D am besten über die Nahrung aufzunehmen. Besonders Fisch ist ein starker Lieferant.

Titelbild: ©Kichigin19